Blick ins Buch

Romane

Die echtere Wirklichkeit

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Über das Buch

»Eine der spannendsten, schlausten und kreativsten Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.« Denis Scheck, Druckfrisch

Die Aktivistengruppe Aletheia kämpft für die absolute Wahrheit, denn Verschwörungstheorien, Fehlinformationen und alternative Wahrheiten sind die größten Probleme unserer Zeit. Durch künstlerische Interventionen will die Gruppe die Öffentlichkeit bekehren. Aber wozu eine Sprengstoffexpertin in der Gruppe haben, wenn man nie Sprengstoff nutzt? Der neue Roman von Raphaela Edelbauer erzählt von den Bedingungen unserer Gegenwart und den Grundlagen unseres Denkens.

Als Byproxy mit zwei Koffern, Laptop und Rollstuhl aus dem betreuten Wohnen für junge Erwachsene entlassen wird, übernachtet sie in offengelassenen Markständen und verbringt die Tage in den Kaffeehäusern Wiens. Dort erregen vier lebhaft über Philosophie streitende Leute ihre Aufmerksamkeit: Sie sind Aletheia. Byproxy überzeugt sie davon, sie in das besetzte Haus mitzunehmen, das den vier Hauptquartier und Kommune ist. In harten Probemonaten, während derer sie tagsüber die Toiletten putzt und sich abends durch den philosophischen Kanon gräbt, erarbeitet sie sich das Vertrauen der Gruppe. Doch während sich Aletheia auf die große Aktion vorbereitet, wachsen die Zweifel an Byproxy. Welche Schuld treibt sie dazu, jede Woche die Mutter eines bei ihrem Unfall umgekommenen Mädchens zu besuchen? Wenn hier jemand dem Anspruch nach absoluter Wahrheit nicht nachkommt, dann ist es Byproxy, dann ist es die Erzählerin selbst.

Editionen (2)

ISBN9783608989519
VerlagKlett-Cotta
Erscheinungsdatum14.11.26
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

35 Bewertungen

10 Rezensionen

3,7

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  • risi
    risi

    50 Follower

    2,0

    Irgendwie hat es mich schon fasziniert, aber richtige Freude hatte ich beim Lesen nicht.

    Die echte Wirklichkeit ist vorne weg gesagt, absolut kein Buch, das mal eben so geschrieben wurde oder mal nebenbei im Bus neben einer Horde schreiender Kinder gelesen werden kann. Raphaela Edelbauer hat hier ein Meisterwerk an philosophischer Kriminalität geschaffen, für das man sich Zeit und Kopf reservieren sollte. Der Inhalt ist so klug, das ich vieles einfach überlesen habe und vieles schlichtweg nichtmal ansatzweise fassen konnte. Immer wieder musste ich mich selbst daran erinnern, dass es um Wahrheit und Fake News im weitesten Sinne geht. Byproxy ist nach einem Vorfall aus ihrer Wohngruppe geflogen und muss sich im kalten Wien, bepackt mit zwei Taschen und auf den Rollstuhl angewisen, eine neue Bleibe suchen. Dabei stößt sie auf die Aktivist*innengruppe Aletheia. Es dauert Ewigkeiten, bis die Gruppe ihr vertraut, sie muss den Haushalt organisieren und jede Menge philosophische Literatur lesen, darf aber bei ihnen im besetzten Haus unterkommen. Doch das das Unglück schläft nicht. Während Byproxy in ihrer geringen Freizeit ein Computerspiel programmiert, in welchem sie ihre Faszination für Evolutionsbiologie und eigene traumatische Lebenserfahrungen verarbeitet, braut sich in der Aktivist*innengruppe der Plan für eine Aktion zusammen, der weit über die bisherigen Kunstaktionen hinausgeht. Mich haben die Charaktere leider alle nicht überzeugen können; niemanden fand ich wirklich sympathisch. Der philosophische Anteil, die Charakterzeichnungen und die Handlung an sich sind wahrlich meisterhaft geschrieben und Zeugen von viel Inbrunst beim Verfassen des Romans und ergattert deshalb einige Sterne. Neben der Bewunderung für das Werk empfand ich allerdings wenig Freude beim Lesen und freue mich dass ich mich nun einer neuen Lektüre zuwenden kann.

    Irgendwie hat es mich schon fasziniert, aber richtige Freude hatte ich beim Lesen nicht.

    25. Juni 2026

  • lese_verliebt
    lese_verliebt

    335 Follower

    3,5

    Interessanter Roman, sehr philosophisch und durchaus anstrengend - lohnt sich dennoch, wenn man genug Durchhaltevermögen hat!

    29. Aug. 2025

  • buchstabe
    buchstabe

    23 Follower

    2,0

    Tja. Wer dem Klappentext vertraut, wird enttäuscht.

    Ich hatte mich auf ein Buch zum Thema Fake News, Terror und der Frage nach dessen Legitimität vorbereitet. Stattdessen folgen wir einer jungen Frau, die wie eine Jugendliche denkt und handelt. Sie schließt sich mehr oder weniger freiwillig, nicht aus Überzeugung, einer philosophischen Widerstands-/ Terrorgruppe an. Sie wollen überzeugen, dass es eine wirkliche Wahrheit gibt, nicht alles ist relativ und subjektiv interpretierbar. So weit so gut. Doch dann ergeht sich die Autorin in Rückblicke der Protagonistin, die für sich alleine eine Geschichte wären. Und diese sind nötig, weil meines Erachtens der eigentliche Plot zu wenig hergibt. Ich wollte dieser Gruppe nicht mehr folgen. Es erübrigte sich ab der Hälfte - nicht, weil der Plot nicht weiterging, sonder mich dieser immer weniger interessierte. Es geht nicht darum, dass manche Figuren unsympathisch sind. So etwas stört mich selten. Manchmal ist dies auch geradezu nötig, aber in diesem Falle waren die Charaktere, ihre Handlungsweisen und ihre Beweggründe redundant. Es wird zumeist ein philosophisches Grundgerüst angedeutet, die Charta der Gruppe dargelegt, aber die hingeworfenen philosophischen Ideen werden weder erläutert (Ein wenig wäre das schon gut gewesen. Nicht jeder hat die Bandbreite der Philosophen studiert.) noch stringent in die Geschichte eingebaut. Schade.

    18. Okt. 2025

3 von 10 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 286%
risi
risi18. Juni 2026

Bis jetzt holt mich das Buch noch nicht wirklich ab. Mit wem haben wir es zu tun? Was ist ihr Ziel und warum muss in einem so philosophischen Umfeld mit so grober, teilweise vulgärer Sprache gesprochen werden?

Seite 26860%

1 Kommentar verdeckt

Seite 35880%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Raphaela Edelbauer

Raphaela Edelbauer, geboren in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Ihr Debütroman »Das flüssige Land« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, ihr dritter Roman »Die Inkommensurablen« auf der Longlist. Für ihren zweiten Roman »DAVE« erhielt sie den Österreichischen Buchpreis. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.

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