Blick ins Buch

Romane

Die Meerjungfrau von Black Conch

3,5(86)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Zwei Liebende. Zwei Welten. Ein unmögliches Glück. Mit beispielloser poetischer Leichtigkeit erzählt Monique Roffey aus weiblicher Sicht vom Mythos der Meerjungfrau. Sie erzählt vom Fremdsein in der Welt und vom Kampf einer Frau um Selbstbestimmung, sie erzählt von den uralten Narben der Kolonialgeschichte auf den karibischen Inseln und vom ungeheuren Wirbelsturm unserer Gefühle. April 1976: Vor einer karibischen Insel sitzt ein junger Mann allein in seinem Boot. Er wartet auf den nächsten Fang, doch stattdessen taucht neben ihm eine Meerjungfrau auf. Aycayia. Auf ihr lastet der Fluch eifersüchtiger Ehefrauen, seit Jahrhunderten schwimmt sie im karibischen Meer. Ihr Volk, die Taino, gibt es längst nicht mehr. Und auch sie selbst droht als spektakulärer Fang zu enden, als sie von amerikanischen Touristen entdeckt und an Land verschleppt wird. Im letzten Moment kann sie David, der junge Fischer, retten. Er versteckt sie in seinem Haus, während sie sich langsam und schmerzhaft wieder in eine Frau zurückverwandelt. Doch kann Aycayia hier bei ihm tatsächlich ihre innere Freiheit finden? Monique Roffey hat eine der ältesten Geschichten der Literatur in ein schillerndes Meisterwerk unserer Zeit verwandelt. Wie begegnen wir uns? Wo gehören wir hin? Und wie unsicher ist der Boden unserer Vergangenheit, auf dem wir uns bewegen? »Monique Roffeys Talent ist außergewöhnlich, sie schreibt so vielseitig wie couragiert.« Bernardine Evaristo »Eine hochmoderne Meerjungfrauengeschichte.« The Times »Mythos, Feminismus und Humor – wahrhaft originell erzählt.« The Daily Mail

Editionen (4)

ISBN9783608119343
VerlagTropen
Erscheinungsdatum19.10.22
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

86 Bewertungen

32 Rezensionen

3,5

Tippen zum Filtern

  • mira123
    mira123

    36 Follower

    5,0

    [Aus irgendeinem Grund habe ich hier meine Rezension noch nicht eingetragen, die auf meinem Blog bereits seit Dezember online ist. Ups.] Dieses Buch habe ich für die Uni gelesen und dann zusammen mit meiner Seminargruppe aus verschiedenen Winkeln betrachtet. Ein Teil dieser Seminargruppe folgt mir auch auf Goodreads oder verfolgt diesen Blog hier, ich muss mir also ausnahmsweise mal ganz genau überlegen, was ich über dieses Buch sagen soll. Ich möchte ja nicht, dass mir dann nächste Woche vorgeworfen wird, dass ich hier Falschinformationen verbreite. Im Zusammenhang mit diesem Buch sprachen wir über die Verbindung zwischen Meermenschen und der Umwelt und über die Darstellung von Behinderung in diesem Buch und diskutierten über Rassismus, Kolonialismus und Sexismus. Wie ihr seht, kommen hier also viele Themen zusammen, allerdings meiner Meinung nach, ohne dass dieses Buch zu einer zu bedrückenden Lektüre wird. In diesem Buch geht es um David, der beim Fischen auf die Meerjungfrau Aycayia trifft und sich in sie verliebt. Und eigentlich könnte jetzt eine zuckersüße Liebesgeschichte beginnen, wie wir sie aus vielen Liebesromanen kennen, doch das passiert hier nicht. Stattdessen wird Aycayia von amerikanischen Touristen gefangen und an Land verschleppt und kann nur in letzter Sekunde von David gerettet werden, bevor sie als Trophäe oder in einem Zoo endet. Eigentlich möchte David sie nur ein paar Tage in seiner Badewanne verstecken und sie dann wieder zurück ins Meer bringen, doch dann beginnt sich Aycayia in seinem Haus in die junge Frau zurückzuverwandeln, die sie war, bevor sie von eifersüchtigen Frauen ihres alten Volks dazu verflucht wurde, als Meerjungfrau zu leben. Ich glaube, besonders überrascht war ich darüber, wie unromantisch hier Meerjungfrauen dargestellt werden. Aycayia ist keine Schönheit, weder als Meerjungfrau noch als Mensch und das wird auch immer wieder beschrieben. Außerdem leidet sie nach ihrer Verwandlung zum Menschen am Leben, das sie an Land erwartet, was ich für realistisch halte. Sie war Hunderte Jahre lang eine Meerjungfrau - natürlich hat sie jetzt Probleme damit, sich wieder an ihre Beine zu gewöhnen und hat Schmerzen dabei, wenn sie versucht, wieder zu gehen. Sie verwendet deswegen Gehhilfen. Und natürlich wird sie das Sprechen neu lernen müssen, denn sie hat ihre Stimme seit Ewigkeiten nicht verwendet und die Sprache, die ihr Volk zum Zeitpunkt ihrer Verwandlung sprach, existiert heute nicht mehr. Gleichzeitig mit gesprochener Sprache lernt sie auch Gebärdensprache von einem kleinen gehörlosen Jungen in der Nachbarschaft. Aycayia kennt keine Technologie, keine laute Musik, keine Autos, alles ist neu für sie. Und ich fand es sehr interessant, sie dabei zu begleiten, wie sie sich langsam an dieses neue Leben an Land gewöhnt. Jedes der Kapitel hier in diesem Buch besteht aus drei Teilen. Zuerst erzählt ein allwissender Erzähler über David, Aycayia oder eine der anderen Figuren. Dann folgt ein Gedicht, in dem Aycayia zu Wort kommt. Und schließlich kommt ein Tagebucheintrag Davids. Diese Vielzahl an verschiedenen Stilen und Textsorten machte die Lektüre für mich anstrengend, aber gleichzeitig auch um vieles spannender als sie es sonst vielleicht gewesen wäre. Zu kämpfen hatte ich vor allem zu Beginn auch mit dem für mich ungewohnten Englisch, das hier verwendet wird, das in der Karibik aber typisch zu sein scheint, wenn ich das richtig verstanden habe. Auch das verlangsamte mein Lesen, war aber eine interessante Erfahrung. Mein Fazit? Ein sehr spannendes Buch, das sich allerdings nicht einfach so nebenbei lesen lässt.

    27. Dez. 2023

  • readingjane
    readingjane

    380 Follower

    5,0

    Das Jahr 1976. David ist Fischer auf einer karibischen Insel und begegnet dabei der Meerjungfrau Aycayia. Bald darauf wird sie von "Yankees" eingefangen und auf der Mole aufgehängt. David entführt bzw. rettet sie, doch bevor er sie zurück ins Meer bringen kann, verwandelt sie sich in seiner Badewanne langsam in eine Frau zurück und die beiden verlieben sich. Doch auf Aycayia lastet ein Fluch ... Absolut gelungen, was Roffey aus dem Meerjungfrauen-Mythos gemacht hat! Ich habe hier nicht mit einem Highlight gerechnet. Ich hatte Lust auf das Buch, aber ich wusste, dass sowohl die Geschichte als auch die Sprache außergewöhnlich sein sollen und habe ich auf ein eher schwer zugängliches Buch gefasst gemacht. Da ich vorgewarnt war, war es aber kein Problem. Die Sprache ist teilweise vulgär und der dortige Dialekt wurde in die Übersetzung einbezogen. Davids Sicht erfährt man in Form von Tagebucheinträgen, durch eine Art "Gesang" bekommt man gute Einblicke in Aycayias Sicht, der Rest ist auktorial erzählt. Wie gut mir das Ganze gefallen hat, hat mich dann doch etwas überrascht. Vor allen Dingen handelt es sich um eine wunderschöne Liebesgeschichte! Sie ist sparsam, aber so allumfassend und tiefgreifend erzählt. Auch die zweite Liebesgeschichte zwischen einer weißen Frau und einem schwarzen Mann ist so wunderbar geschildert. Liebevoll differenziert, wahrhaftig, über ein tiefes Vertrauen und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen und doch so viel Trennendes, das unüberwindbar zu sein scheint. Auf 230 Seiten wirft Roffey durch ihre Figuren die großen Fragen des Miteinanders auf und berührt, gibt Hoffnung und beeindruckt nachhaltig. Lest euch die Beschreibung zu dem Buch durch, ich finde sie in dem Fall sehr passend. Wenn euch die Beschreibung anspricht, dann versucht es unbedingt mit dem Buch, es ist wirklich außergewöhnlich und verdient eine Chance :)

    26. Juni 2026

  • nathaliepk
    nathaliepk

    12 Follower

    4,0

    Das war irgendwie besonders. Oft auch seltsam...aber besonders auch!

    19. Jan. 2026

3 von 32 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Monique Roffey

Monique Roffey wurde in Port of Spain, Trinidad, geboren und wuchs überwiegend in Großbritannien auf. Sie unterrichtet Creative Writing an der Manchester Metropolitan University, ihre Essays erschienen unter anderem in The New York Review of Books und The Independent. Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, 2020 erhielt sie für den Roman Die Meerjungfrau von Black Conch den Costa Book of the Year Award. Monique Roffey lebt in Trinidad und London.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick