Blick ins Buch

Im Westen nichts Neues

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Über das Buch

Der 19jährige Paul Bäumer kommt als ahnungsloser Kriegsfreiwilliger von der Schulbank an die Front des ersten Weltkriegs und erlebt statt der erwarteten Kriegsbegeisterung und Abenteuer die ganze Brutalität des Gemetzels und das sinnlose Sterben seiner Kameraden.

Editionen (28)

ISBN9783598800382
VerlagDe Gruyter Saur
Erscheinungsdatum31.03.03
Seitenzahl265

Rezensionen & Bewertungen

1394 Bewertungen

171 Rezensionen

4,3

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  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    578 Follower

    5,0

    Jeder Soldat bleibt nur durch tausend Zufälle am Leben. Und jeder Soldat glaubt und vertraut dem Zufall.

    Gewaltig ist ein Wort, dass dem Inhalt dieses Buches in keiner Weise das Wasser reichen kann. Diese Erlebnisse aus der Perspektive eines jungen, ansatzweise perspektivlosen Menschen, der direkt nach der Schulzeit als Soldat in den Krieg geht, sind so eindrücklich umschrieben, dass man sich nur wenig in sein eigenes 17-20 jähriges Ich zurückversetzen kann um eine Vorstellung dieses Lebens zu gewinnen. Die bedrückende Armut und der familiäre Zusammenhalt, der dem Buch von Erich Maria Remarque kurz nach der Hälfte eine unvergleichliche Abkehr in der sozialen Betrachtungsweise des Protagonisten Paul auf den Krieg gibt, ist beispiellos erzählt. Aus jedem einzelnen Kapitel des Buches wird deutlich, wie sehr ein Krieg junge Soldatinnen und Soldaten verändert, obwohl diese keinerlei Drang nach Gewalt und Zerstörung des Gegners verspüren. Auf Seite 83 wird dies mit dem Zitat „Aus uns sind gefährliche Tiere geworden. Wir kämpfen nicht, wir verteidigen uns vor der Vernichtung.“ sehr verdeutlicht. In der Szenerie eines von Hand getöteten französischen Soldaten wird mehr als deutlich, wie sehr sich der Blick verändert, wenn einem bewusst wird, dass der angedachte Feind ebenfalls in Menschengestalt auftritt. Über den ganzen Roman hinweg, wird die Kritik an Kriegsführung und dem Verheizen (junger) Menschen immer lauter, wie auf Seite 37 „Er schlägt vor, eine Kriegserklärung solle eine Art Volksfest werden mit Eintrittskarten und Musik wie bei Stiergefechten. Dann müßten in der Arena die Minister und Generäle der beiden Länder in Badehosen, mit Knüppeln bewaffnet, aufeinander losgehen. Wer übrigbliebe, dessen Land hätte gesiegt. Das wäre einfacher und besser als hier, wo die falschen Leute sich bekämpfen.“ In dem sozialen Geflecht der Armee zeigt aber, was eine Nation stark machen kann: Die Kameradschaft und der Zusammenhalt junger Menschen in einer Extremsituation, die ihres Gleichen sucht. Ein absolutes Muss in jeder Bibliothek und wer es nicht gelesen hat, verpasst einiges!

    11. Apr. 2025

  • luzifer
    luzifer

    361 Follower

    Eine klassische Rezension zu Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ erscheint mir nicht angemessen. Auch wenn heute weitgehend davon ausgegangen wird, dass der Roman trotz der Überschneidungen in Erfahrung und Vornamen von Autor und Protagonist keine direkte autobiografische Darstellung ist, lassen sich doch eigene Erfahrungen Remarques sowie die vieler Zeitgenossen darin nicht gänzlich leugnen. Der Text verarbeitet unter anderem die psychischen Folgen des Krieges für eine Generation sehr junger Rekruten und thematisiert die Sinnlosigkeit des Geschehens. Statt einer Bewertung möchte ich daher lediglich einige persönliche Gedanken festhalten. Auffällig war für mich, wie schnell ich mich an die zahlreichen Schilderungen von Gewalt und Grausamkeit gewöhnt habe. Szenen, die zunächst schockierend wirkten, verloren mit der Zeit einen Teil ihrer Wirkung und erschienen fast alltäglich. Die ständige Angst, der fortwährende Verlust und der dauerhafte Verzicht werden im Roman als selbstverständlicher Bestandteil des Kriegsalltags dargestellt. Besonders eindrücklich waren für mich die Zukunftsvorstellungen der jungen Soldaten, die weniger von Hoffnung oder Verzweiflung als vielmehr von Resignation geprägt sind. Ebenso wird das Schicksal vieler orientierungsloser und unausgebildeter Jungen sichtbar, die ohne klare Perspektive in den Krieg geschickt werden. Auch die Episode um den getöteten Franzosen bleibt im Gedächtnis, da sie die Sinnlosigkeit des Tötens selbst verdeutlicht. Darüber hinaus wird im Roman ein starkes Gefühl von Einsamkeit vermittelt, das sowohl aus den hohen Verlusten als auch aus der Entfremdung von Familie und Heimat entsteht. Die Soldaten verändern sich durch ihre Erfahrungen so stark, dass eine Rückkehr in das frühere Leben kaum möglich erscheint. Der Kontakt zu den Angehörigen bleibt bestehen, doch gegenseitiges Verständnis wird zunehmend schwieriger. Insgesamt habe ich den Roman vor allem als Darstellung innerer und äußerer Entfremdung wahrgenommen. Er zeigt, wie der Krieg nicht nur Körper, sondern auch Lebensentwürfe, Beziehungen und Selbstbilder nachhaltig verändert. Auch wenn der Roman weniger politisch und pazifistisch ist, als in anderen Fassungen vorgesehen, ist er wohl zurecht einer der bedeutendsten Antikriegsromane.

    5. Feb. 2026

  • vikusjaa
    vikusjaa

    51 Follower

    5,0

    Eindringlich, bewegend und leider immer noch aktuell

    Mir fiel es anfangs schwer, das Buch zu lesen, weil viele ungewohnte und alte Wörter verwendet werden. Ich musste oft nachschlagen, um alles zu verstehen. Trotzdem hat es sich sehr gelohnt. Im Westen nichts Neues ist ein starkes und eindrucksvolles Buch, das einen emotional mitnimmt. Man leidet mit den Soldaten, fühlt ihre Angst, ihre Erschöpfung, ihre Hoffnungslosigkeit. Auch wenn es vor über 100 Jahren geschrieben wurde, ist es leider immer noch aktuell. Gerade deshalb finde ich: Jeder sollte es einmal gelesen haben.

    1. Aug. 2025

3 von 171 Rezensionen

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