Blick ins Buch

Lyrik & Dramen

Der Besuch der alten Dame

3,4(2479)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Claire Zachanassian kehrt als steinreiche Frau in ihr Heimatdorf Güllen zurück, wo ihr einst das Herz gebrochen und die Ehre geraubt wurde. Nun will sie sich rächen und bietet der Güllener Bevölkerung eine Milliarde dafür, dass ihr damaliger Liebhaber Ill für sein Vergehen mit dem Tod bestraft wird. Ein Angebot, das die Bürger entrüstet zurückweisen. Zunächst.

Editionen (3)

ISBN9783257230451
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum30.09.98
Seitenzahl160

Merkmale

32 Bewertungen

NachdenklichSpannendMittelVielschichtigVerstörendGlaubwürdig

Rezensionen & Bewertungen

2479 Bewertungen

245 Rezensionen

3,4

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  • luzifer
    luzifer

    360 Follower

    3,5

    „Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“ ~ Claire Zachanassian (Klara Wäscher)

    Sehr kurzweiliges, zeitloses und unterhaltsames Stück mit Tiefe und teils sehr absurdem Humor. Hält, was es verspricht und ich bin froh, dass ich diese „Schullektüre“, die in meinem Jahrgang wohl nicht vorgesehen war, noch nachgeholt habe.

    „Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“ ~ Claire Zachanassian (Klara Wäscher)

    23. Aug. 2025

  • mark_007711
    mark_007711

    239 Follower

    4,0

    Geld gegen Gerechtigkeit

    Claire kommt zurück, ist reich und will sich der Stadt rächen. Ihr Angebot ist, dass sie Geld für Gerechtigkeit zahlt oder besser gesagt, für Mord. Die Stadt zögert, dann kippt die Moral der Zivilisten. Bei der alten Dame ist alles mit Geld möglich. Alles in allem ist das eine sehr gute Schullektüre.

    1. Okt. 2025

  • ebob
    ebob

    299 Follower

    5,0

    Wie weit würdest du für Geld und Wohlstand gehen?

    Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ stellt genau diese Frage und gibt eine erschreckend klare Antwort. Die Bürger des verarmten Städtchens Güllen hoffen auf Rettung, als die reiche Claire Zachanassian in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Sie bietet ihnen eine Milliarde, unter einer Bedingung: Die Einwohner sollen den Mann töten, der ihr in Jugendjahren Unrecht getan hat. Zuerst empört, lehnen die Güllener ab. Doch langsam wachsen neue Schulden, teure Wünsche sowie schleichend die Bereitschaft, den Preis für ihren Wohlstand zu zahlen. Wer glaubt, Dürrenmatt übertreibe, sollte einmal an die Bewohner des Mururoa-Atolls denken: Auch sie liessen für ein paar Carrefour-Filialen und Kinos zu, dass Frankreich dort Atomtests durchführte. Wie in Güllen wurde die moralische Verantwortung in ein stilles Kollektiv verschoben: „Wir alle profitieren vom Wohlstand, also sind wir unschuldig.“ Beide Geschichten zeigen, wie leicht sich ethische Grenzen auflösen, wenn Geld und kollektiver Eigennutz im Spiel sind. Ich habe über Dürrenmatts messerscharfen Witz gelacht und darüber, wie unbarmherzig er uns den Spiegel vorhält. Sein Stück ist zeitlos, weil es zeigt, wie auch heute knallharte ökonomische Interessen in einem Kokon aus Moral verpackt werden. Ein Klassiker, der nicht nur gelesen, sondern verstanden werden will.

    Wie weit würdest du für Geld und Wohlstand gehen?

    11. Okt. 2025

3 von 245 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Friedrich Dürrenmatt

Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel. Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen ›Der Richter und sein Henker‹, ›Der Verdacht‹, ›Die Panne‹ und ›Das Versprechen‹, weltberühmt mit den Komödien ›Der Besuch der alten Dame‹ und ›Die Physiker‹. Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den ›Stoffen‹, worin er Autobiografisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.

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