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Romane

Station Eleven

4,0(331)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Die Welt ist aus den Fugen

»Die Grippe war damals wie eine Neutronenbombe auf der Erde explodiert, und es folgte eine Schockwelle – die ersten unsäglichen Jahre, als alle sich auf Wanderschaft begaben, bis den Leuten klar wurde, dass es keinen Ort auf der Welt gab, an dem das Leben so weiterging wie zuvor …«

Zwanzig Jahre nach dem Kollaps der Zivilisation zieht Kirsten mit einer Schauspieltruppe durch die Landschaften einer verwüsteten Welt. Sie geben Shakespeare-Stücke in den Siedlungen, die seither entstanden sind. Ein Neuanfang scheint endlich möglich. Doch in St. Deborah by the Water, an den Ufern des Lake Michigan, erhebt sich eine ungeahnte Gefahr. Ein gewaltbereiter Prophet bedroht die sprießenden Hoffnungen der Überlebenden auf eine sichere Welt.

Editionen (4)

ISBN9783548066592
VerlagUllstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum02.02.22
Seitenzahl416

Merkmale

1 Bewertungen

MittelMittelAnschaulichPoetischSpannendTraurig

Rezensionen & Bewertungen

331 Bewertungen

57 Rezensionen

4,0

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  • roxy.schmidt
    roxy.schmidt

    118 Follower

    5,0

    Ein tödlicher Virus fegt in kürzester Zeit über die Welt hinweg – und mit ihm bricht die Zivilisation zusammen. Zwanzig Jahre später zieht eine reisende Theatertruppe durch die Überreste der Menschheit und spielt Shakespeare-Stücke, weil „Überleben allein nicht genug ist“. Doch als sie auf eine abgelegene Siedlung stoßen, begegnen sie einem gefährlichen Propheten, der ihr Leben bedroht. Was Station Eleven so besonders macht, ist, dass es kein typischer Endzeitroman voller Gewalt und Brutalität ist. Stattdessen erzählt es eine leise, fast melancholische Geschichte darüber, was bleibt, wenn alles zusammenbricht – über Kunst, Erinnerung und die Fragilität der Zivilisation. Der Schreibstil ist gleichzeitig klar und atmosphärisch, schnell und doch beruhigend, als würde man durch eine ferne, unwirkliche Erinnerung gleiten. Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie die verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven nach und nach ein großes Ganzes ergeben. Erst am Ende fällt das letzte Puzzlestück an seinen Platz, und plötzlich macht alles Sinn. Es gibt viele kleine Details, die scheinbar bedeutungslos erscheinen, aber später eine tiefere Bedeutung bekommen. Was mich beim Lesen oft zum Nachdenken gebracht hat, ist, wie unterschiedlich Menschen dasselbe Werk, dieselbe Situation oder denselben Gegenstand interpretieren können – für die einen eine Quelle der Hoffnung, für andere eine gefährliche Offenbarung, die ihr Weltbild erschüttert. Das zeigt, wie sehr unsere Wahrnehmung von unseren eigenen Erfahrungen geprägt wird. Auch die Abhängigkeit von Technologie wird hier eindrucksvoll dargestellt. Ohne Strom, ohne moderne Annehmlichkeiten sind plötzlich die simpelsten Dinge – Licht, Sicherheit, Nahrung – der Schlüssel zum Überleben. Die Welt von Station Eleven ist düster, aber sie enthält auch Schönheit. Das Buch hinterlässt ein Gefühl von Verlust, aber auch von etwas Unerklärlichem – als würde man sich an eine Welt erinnern, die man nie selbst erlebt hat. Ein leises, aber kraftvolles Buch, das lange nachhallt.

    7. März 2025

  • buchspuren
    buchspuren

    142 Follower

    5,0

    Zwanzig Jahre, nachdem eine tödliche Grippe fast die gesamte Menschheit von der Erde gelöscht hat, zieht Kirsten mit einer Schauspieltruppe durch das postapokalyptische Nordamerika. Dies ist der Ausgangspunkt für diese schöne und gleichzeitig traurige Geschichte. Anders als andere Endzeitromane spinnt dieser ein immer dichter werdendes Netz zwischen den Protagonisten, welches am Ende alles zusammenführt. Kirstens Leben und das der Menschen, denen sie begegnet, wird immer wieder in Rückblenden erzählt. Wie sie aufwuchsen, ihr Leben vor der Auslöschung lebten, die Katastrophe und die Zeit danach überlebten. Die Autorin erzählt diese Geschichten so mitreißend, sie findet so schöne Worte, dass ich völlig darin gefangen war. Sie schafft es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die sowohl melancholisch als auch hoffnungsvoll ist. "Wenn die Hölle die anderen Menschen sind, was ist dann eine Welt, in der fast überhaupt keine Menschen mehr leben?" (S. 182) Obwohl das Szenario düster ist, liegt der Fokus nicht auf Gewalt oder Grausamkeit, sondern auf der Resilienz des menschlichen Geistes und der Schönheit der kleinen Dinge, die im Angesicht des Verlusts bedeutsam werden. "Station Eleven" ist eine tiefgründige Meditation über das Überleben, die Kunst und die Frage, was es bedeutet, Mensch zu sein, wenn die Zivilisation, wie wir sie kennen, zerfällt.

    9. Juni 2025

  • fromme_helene
    fromme_helene

    116 Follower

    4,0

    Spannende Dystopie, in der die Handlungsstränge aus der alten und neuen Welt mit einander verwoben würden, damit etwas Neues entsteht. Die Protagonist*innen blieben mir dabei aber zu wenig greifbar.

    Spannende Dystopie, in der die Handlungsstränge aus der alten und neuen Welt mit einander verwoben würden, damit etwas Neues entsteht.
Die Protagonist*innen blieben mir dabei aber zu wenig greifbar.

    13. Aug. 2024

3 von 57 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Emily St. John Mandel

Emily St. John Mandel ist die Autorin von sechs Romanen, zuletzt Das Meer der endlosen Ruhe. Zu ihren früheren Romanen gehören Das Glashotel, das von Präsident Barack Obama zu einem seiner Lieblingsbücher des Jahres 2020 gewählt wurde, auf der Shortlist für den Scotiabank Giller Prize stand und in 23 Sprachen übersetzt wurde, und Station Eleven, das in die Endauswahl für den National Book Award und den PEN/Faulkner Award kam, 2015 unter anderem mit dem Arthur C. Clarke Award ausgezeichnet wurde, in 36 Sprachen übersetzt ist und als limitierte Serie von HBO Max ausgestrahlt wurde. Sie lebt in New York City.

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