Blick ins Buch

Romane

Wovon wir träumen

4,2(76)
Hardcover18,00 €Softcover12,00 €E-Book
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Nur eins kann ich mir nicht aussuchen: Tochter sein

Eine junge Frau steht auf einem Berg in Shaoxing. Sie ist gekommen, um ihre Großmutter zu beerdigen. Die Frage, wo sie selbst hingehört, schiebt sie beiseite. Vielleicht ist sie überall ein bisschen zu Hause oder nirgendwo ganz. Ihre Mutter hat China vor Jahren verlassen, weil sie in Deutschland ein anderes Leben wollte. Die Träume der jungen Frau ähneln denen ihrer Mutter. Und doch träumt sie anders, weil die Orte verschwimmen und sie die Geister der Familie nicht loswird.
Subtil, mutig und mit feinem Gefühl für die Sprache erzählt Lin Hierse in »Wovon wir träumen« von einer Beziehung zwischen Mutter und Tochter und den Fragen nach Identität, Nähe und Abgrenzung. Auf den Spuren der deutsch-chinesischen Geschichte findet sie eine Form, Migration nicht als Trauma zu begreifen, sondern als Traum.

»Extrem berührend und unaufdringlich nah: ein Roman wie eine innige Umarmung.« Fatma Aydemir

Editionen (2)

ISBN9783492070744
VerlagPiper
Erscheinungsdatum10.03.22
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

76 Bewertungen

9 Rezensionen

4,2

Tippen zum Filtern

  • laroute
    laroute

    131 Follower

    5,0

    Allerschönste Sprache. Lin Hierse erzählt von ihrem Aufwachsen zwischen China und Deutschland, von Identitätsfragen und vor allem von der Beziehung zu ihrer Mutter. Sie fragt sich, ob und wie sie von Dingen erzählen kann, von denen sie vieles nicht weiß. Und dann beschreibt sie vor allem, was sie fühlt. Einige geschichtliche Einordnungen im Buch helfen beim Verständnis.

    15. Jan. 2026

  • seitenweise_
    seitenweise_

    34 Follower

    3,0

    Ein ganz ruhiges Buch, das sich gut anfühlt. Lin Hierse hat einen ganz besonderen Schreibstil, sehr poetisch aber nicht schwer oder aufdringlich, leicht und flüssig aber nicht flach. Ich hab mich weder in ihr, noch im Verhältnis zu ihrer Mutter wieder gefunden. Aber das schränkte mein Lesevergnügen nicht ein. Es war interessant zu sehen wie andere das Leben und Beziehungen wahr nehmen und mit Situationen umgehen, auch wenn es absolut gegensätzlich zu meinem Sein und Handeln ist. Die Momente in China fand ich besonders schön, die Traditionen, das Leben, die Familienverhältnisse. Auch wenn ich das Buch wirklich sehr gemocht habe, muss ich sagen stellenweise hat es sich leider doch sehr gezogen und teils auch wiederholt. Die Länge von 237 Seiten war gut, 100 Seiten mehr und es hätte mich extrem gelangweilt. Dadurch, dass wir hier viele kurze Einblicke in das Leben den Autorin bekommen und nicht eine zusammenhängende Geschichte haben, hatte ich nie den Drang weiter lesen zu müssen, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen… Es ist einfach ein ruhiges Buch mit vielen Emotionen, Stellen die einen zu Nachdenken bringen und das verpackt in wunderschönen Worten.

    16. Apr. 2023

  • tiefseezeilen
    tiefseezeilen

    40 Follower

    5,0

    Und es ist wieder soweit, ein weiterer autofiktionaler Roman reiht sich in die Belletristik ein und gibt uns einen Einblick in eine Geschichte, wie so viele andere sie auch erlebt haben. Was bedeutet es Tochter zu sein? Wo stehe ich in meiner Kultur? Und wie spüre ich meine Migration? Viele fragen, die sich unsere Erzählerin stellt und die sie durch Träume, in denen sie ihren Verwandten sieht oder durch Erinnerungen, beantwortet. Nach dem Roman “Wo auch immer ihr seid” von Pham, war ich ganz schön angefixt von autofiktionaler Literatur – ein wunderbarer Grad zwischen Erzählung und Autobiographie. Da kam mir der Debütroman von Lin Hierse ganz recht und ich denke, ich wurde nicht enttäuscht. Zwischen den beiden Büchern möchte ich auch keine weiteren Vergleiche ziehen, da sie meiner Meinung nach das Thema, bzw. Themen sehr unterschiedlich angehen und hier dreht es sich noch um ein weiteres Thema, dass im anderen kaum vorkommt – die “Mutter-Tochter”- Beziehung. Aber nun kommen wir mal ganz zu “Wovon wir träumen”, indem es um eine junge Frau geht, die durch den Besuch der Beerdigung ihrer Oma (A’bu hier genannt) zurück nach China geht, wo sie ihre Verwandtschaft trifft. Dieses Ereignis stößt eine Kette von Gedanken an, die sich in Träumen und Erinnerungen lösen. Oft wird das Thema “Mutter-Tochter” angegangen und auf verschiedenen Ebenen versucht die Erzählerin sich ihrer Mutter und deren Beziehung anzunähern, während sie sich die Frage rund um ihre Identität stellt. Es klingt vielleicht nun kompliziert, wenn ich schreibe, dass wir über Träume und Erinnerungen uns hier bewegen, aber die Autorin schreibt in einem leichten Ton und es fühlt sich wie ein zaghaftes Antasten an. Schritt für Schritt erkundet man die Geschehnisse, das Innenleben und die Gedanken der Erzählerin, wie auch von anderen Familienmitgliedern und es bildet sich ein zart geknüpftes Mosaik. Im Grunde war es für mich kein Buch, dass ich in einem Stück durchlesen konnte. An einigen Stellen nähert sie sich schmerzhaft ihren Erkenntnissen und man spürt den Kampf, den sie führt um damit zurecht zu kommen und abzuschließen. Diese sorgfältige Erzählerstimme, die zaghaften Annäherungen und einfach das Leben in seinen Facetten – machen das Buch besonders. Sehr zum empfehlen!

    7. Jan. 2024

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lin Hierse

Lin Hierse ist Schriftstellerin und Journalistin. Ihre Texte und Kolumnen erscheinen unter anderem in der taz, bei Zeit Online und in Literaturzeitschriften. Nach ihrem hochgelobten Debüt „Wovon wir träumen“ (Piper 2022) ist „Das Verschwinden der Welt“ ihr zweiter Roman. Lin Hierse lebt und arbeitet in Berlin.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick