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„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ ist für mich ein Roman mit viel Herz, der jedoch nicht ganz hält, was seine Grundidee verspricht. Besonders gelungen fand ich einige Nebenfiguren: Sunshine mit ihrer warmherzigen, direkten Art, Freddy als ruhigen, stabilen Gegenpol und vor allem die berührende, humorvolle Dynamik zwischen Eunice und Bomber, die für mich das emotionale Zentrum des Buches bildete. Diese Figuren wirken lebendig, glaubwürdig und deutlich runder als die eigentliche Protagonistin. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir dagegen schwer. Die abrupten Perspektivwechsel zwischen Laura und Eunice sind zunächst verwirrend, da sie stilistisch nicht klar voneinander abgesetzt sind. Auch die eingeschobenen Mini-Erzählungen zu den verlorenen Gegenständen haben mich anfangs eher aus dem Lesefluss gerissen, statt etwas zur Atmosphäre beizutragen. Sobald man die Struktur verstanden hat, funktioniert es besser, aber die Orientierung kostet unnötig Energie. Mit der Hauptfigur Laura selbst wurde ich im Verlauf des Romans immer weniger warm. Anfangs konnte ich ihre Situation noch nachvollziehen, doch je weiter die Handlung voranschritt, desto passiver, selbstmitleidiger und unsympathischer erschien sie mir. Ihre Entwicklung bleibt flach, ihre emotionalen Reaktionen wirken oft inkonsistent, und im Vergleich zu den starken Nebenfiguren fällt sie deutlich ab. Für eine Protagonistin, die eigentlich den Kern der Gegenwartsebene tragen soll, bleibt sie mir zu blass. Am störendsten empfand ich jedoch das plötzlich sehr aktive und aggressive Spukelement rund um die verstorbene Ehefrau. Für mich passte dieser übernatürliche Einschlag überhaupt nicht in den ansonsten eher realistischen, warmen Ton des Romans. Er fühlte sich wie ein stilistischer Fremdkörper an und nahm der Geschichte einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit. Ohne dieses Element hätte sich die Verbindung der beiden Zeitebenen wesentlich organischer und stimmiger ergeben. Insgesamt ist „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ für mich ein Buch mit schönen Momenten und liebenswerten Nebenfiguren, dessen erzählerische Schwächen und strukturellen Brüche jedoch deutlich auffallen. Ein durchaus nettes Leseerlebnis, aber kein rundes. 3 von 5 Sternen.
5. Dez. 2025
„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ ist für mich ein Roman mit viel Herz, der jedoch nicht ganz hält, was seine Grundidee verspricht. Besonders gelungen fand ich einige Nebenfiguren: Sunshine mit ihrer warmherzigen, direkten Art, Freddy als ruhigen, stabilen Gegenpol und vor allem die berührende, humorvolle Dynamik zwischen Eunice und Bomber, die für mich das emotionale Zentrum des Buches bildete. Diese Figuren wirken lebendig, glaubwürdig und deutlich runder als die eigentliche Protagonistin. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir dagegen schwer. Die abrupten Perspektivwechsel zwischen Laura und Eunice sind zunächst verwirrend, da sie stilistisch nicht klar voneinander abgesetzt sind. Auch die eingeschobenen Mini-Erzählungen zu den verlorenen Gegenständen haben mich anfangs eher aus dem Lesefluss gerissen, statt etwas zur Atmosphäre beizutragen. Sobald man die Struktur verstanden hat, funktioniert es besser, aber die Orientierung kostet unnötig Energie. Mit der Hauptfigur Laura selbst wurde ich im Verlauf des Romans immer weniger warm. Anfangs konnte ich ihre Situation noch nachvollziehen, doch je weiter die Handlung voranschritt, desto passiver, selbstmitleidiger und unsympathischer erschien sie mir. Ihre Entwicklung bleibt flach, ihre emotionalen Reaktionen wirken oft inkonsistent, und im Vergleich zu den starken Nebenfiguren fällt sie deutlich ab. Für eine Protagonistin, die eigentlich den Kern der Gegenwartsebene tragen soll, bleibt sie mir zu blass. Am störendsten empfand ich jedoch das plötzlich sehr aktive und aggressive Spukelement rund um die verstorbene Ehefrau. Für mich passte dieser übernatürliche Einschlag überhaupt nicht in den ansonsten eher realistischen, warmen Ton des Romans. Er fühlte sich wie ein stilistischer Fremdkörper an und nahm der Geschichte einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit. Ohne dieses Element hätte sich die Verbindung der beiden Zeitebenen wesentlich organischer und stimmiger ergeben. Insgesamt ist „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ für mich ein Buch mit schönen Momenten und liebenswerten Nebenfiguren, dessen erzählerische Schwächen und strukturellen Brüche jedoch deutlich auffallen. Ein durchaus nettes Leseerlebnis, aber kein rundes. 3 von 5 Sternen.
5. Dez. 2025






