Blick ins Buch

Romane

Die Kinder hören Pink Floyd

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Über das Buch

Alexander Gorkows autobiografischer Roman ist ein Wunderwerk der Poesie, das glänzende Portrait einer versunkenen Zeit, zugleich eine Hommage auf unsere Kindheit und die rätselhafte Kraft der Musik in einer Welt voller Risse – zwischen Gesunden und Kranken, Behinderten und angeblich Normalen, zwischen Armen und Reichen, zwischen Ordnung und Chaos. Die 70er Jahre. Eine Vorstadt. Das Westdeutschland der letzten Baulücken, der verstockten Altnazis, der »ZDF Hitparade«. Das kleine Land weist gepflegte Gärten auf, die Kriegsgräuel sind beiseite geschoben, zum Essen geht es in den Balkan Grill, die Einbauküche daheim überzeugt durch optimale Raumnutzung. Für den 10-jährigen Jungen aber ist es eine Welt der Magie, der geheimen Kräfte, des Kampfs des Bösen gegen das Gute. Neben brutalen Mitschülern, prügelnden Pfarrern und zynischen Ärzten leben in seiner Phantasie überall weitere Monster: der furchterregende Sänger Heino, ein Mann namens Barzel in einer rätselhaften Stadt namens Bonn sowie die Wiedergänger der Templer aus »Die Nacht der reitenden Leichen« im Dorfkino. Der gute Leitstern aber ist die umwerfende große Schwester – das Kind Nr. 1 der Familie. Sie ist herzkrank und sehr lebenshungrig. Mit trockenem Humor und großer Aufsässigkeit stemmt sie sich gegen alle Bedrohungen, nicht zuletzt mithilfe der vergötterten Band Pink Floyd aus dem fernen London, den Kämpfern gegen das Establishment, deren Songs alles zum Glänzen bringen. Unter Anleitung von Pink Floyd zieht die Schwester mit ihrem kleinen Bruder in den Kampf, um das Böse zu bannen, sein Stottern, seine Ängste.

Editionen (3)

ISBN9783462319743
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum11.02.21
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

73 Bewertungen

15 Rezensionen

3,4

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  • waldelb
    waldelb

    75 Follower

    4,5

    "Man kann einem Monster nicht kündigen. Es entscheidet immer das Monster, wie es weitergeht».

    Was für eine Show! Wortgewaltig kommt dieses Werk auf uns zu, erreicht aber wohl nur den, der die 70ger Jahre entweder erlebt oder gute Recherche betrieben hat, denn Wissen setzt dieses Buch voraus, um es ganz erleben zu können. Dabei wird nicht vordergründig eine Geschichte erzählt, sie plätschert im Hintergrund so dahin, so dass sie nicht wichtig erscheint. Es ist das «wie» der Beschreibungen, die die Genialität dieses Buches schafft. Gorkow scheint in seine eigene Sprache verliebt und beweist uns die Würde dieser Liebe immer und immer wieder. Wer die 70ger Jahre kennt, wird immer wieder durch Details aus dieser Zeit beschenkt, wird sich in ihnen erkennen. Wir kommen von Heino zu Barzel; Willi Brandt und ja, mehr Pink Floyd als man denkt. Zum Teil musste ich laut Auflachen, zu komisch ist diese Zeit gewesen, so gekonnt schon wird die Sprache dieser Zeit perfekt wiedergegeben. Dann wieder hat mich der Autor aber auch verloren, scheint er selbst nicht genau gewusst zu haben, wo der rote Faden weitergehen soll. Der grosse Sprung in die Gegenwart findet erst im Epilog statt, einen Teil, den ich allerdings nicht gebraucht hätte, auch, weil es dem Autor nicht wirklich gelingt, die Verbindung aufzuzeigen. Den Verweis auf das tatsächlich stattgefundene Interview zwischen Roger Waters und dem Autor hätte nach meiner Ansicht auch gerne fehlen können. Ein grosser Genuss, diese Zeitreise, diese Sprache.

    31. Mai 2024

  • anscha1402
    anscha1402

    222 Follower

    4,0

    Großartig, verwirrend und nostalgisch

    Leseeindruck Die Kinder hören Pink Floyd von Alexander Gorkow Das Buch hat mich überrascht. Ich hatte mich vorweg nicht wirklich schlau über den Inhalt gemacht. Das Cover, das mich total angesprochen hat und das es für mich als Kind der 70er einfach interessant erschien ein Buch über diese Zeit zu lesen. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas schwierig. Das erzählen des aufwachsen in den 70er hat viele Erinnerungen wachgerufen. Ja genau so war das einfach, habe ich oft gedacht. Wie kann man dies autobiographische Werk bewerten? Großartig trifft es schon mal gut. Aber auch verwirrend und anspruchsvoll. Kein Buch was ich mal so nebenbei lesen kann. Ich freue mich das das Cover gerufen hat, lies mich. Ein besonderes Buch welches mir bestimmt in Erinnerung bleibt. Bestimmt aber auch ein Buch was sehr unterschiedlich bewertet wird. 4½⭐️⭐️⭐️⭐️ gibt es dafür von mir. Der halbe Stern Abzug steht für mich für den ungewöhnlichen schreibstil.

    19. Juni 2024

  • allesisterleuchtet
    allesisterleuchtet

    199 Follower

    2,5

    Trip in die 1970er Jahre

    Irgendwie ist dieses Buch interessant aber ich verstehe es nicht wirklich. Ich glaube ich bin zu jung. Manches ist mir vage aus meiner Kindheit in den 1980ern bekannt aber vieles verstehe ich nicht. Ich kenne Barzel nicht und muss Bahr googeln und auch die meisten Lieder von Pink Floyd sind mir unbekannt. Vermutlich ist es ein Buch für die Generation, die in den 1960ern geboren ist.

    20. Juni 2025

3 von 15 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alexander Gorkow

Alexander Gorkow, geboren 1966, arbeitet seit 1993 bei der Süddeutschen Zeitung. Buchveröffentlichungen: »Kalbs Schweigen« (2003), »Mona« (2007), »Draußen scheint die Sonne. Interviews« (2008), »Hotel Laguna« (2017). Als Herausgeber: Till Lindemanns »In stillen Nächten« (2013) und »100 Gedichte« (2020).

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