Blick ins Buch

Romane

Ende in Sicht

3,5(293)
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Über das Buch

»Von all den guten Gründen zu sterben, und von all den viel besseren, am Leben zu bleiben.«

Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres vor ihr auf die Straße. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella in den Wagen. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien? Tieftraurig, elegant und lakonisch erzählt Ronja von Rönne von zwei Frauen, denen der Tod als letzter Ausweg erscheint: ein unvorhersehbares, dramatisches, unangemessen komisches Lesevergnügen.

»Wenn Ronja von Rönne mal wieder sterben will, ruft sie entweder mich an – oder schreibt ein großartiges Buch. Jetzt habe ich schon länger nichts von ihr gehört.« Benjamin von Stuckrad-Barre

»Das wollte ich doch sagen, Benjamin!« Martin Suter

Editionen (4)

ISBN9783423282918
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum12.01.22
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

293 Bewertungen

43 Rezensionen

3,5

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  • 3,0

    Roadtrip der anderen Art

    Hella ist 69 und ein abgehalftertes Popsternchen, die sich mehr schlecht als recht mit drittklassigen Auftritten bei Möbelhauseröffnungen über Wasser hält. Kein Leben, das sie noch länger fortführen möchte. Auf der Fahrt in die Schweiz, wo sie Sterbehilfe in Anspruch nehmen will, springt ihr die 15jährige Juli von einer Brücke vor‘s Auto … Vielen Kritikpunkten an diesem Buch kann ich zustimmen - das Thema wird zu wenig tief behandelt, die Charakterzeichnung ist zu schwach, der Humor ist wenig vorhanden. Auch reihen sich die Begebenheiten auf der Fahrt ein wenig belanglos aneinander und wirken oft aufgesetzt. All das habe ich auch so empfunden und kann da den kritischen Stimmen absolut recht geben. Vor allem Hella nervt mit der Zeit mit ihrem egoistischen Verhalten, während Julis Verlorenheit und Einsamkeit durchaus an einigen Stellen greifbar wird. Fast noch mehr haben mich aber die Unterbrechungen der ‚Reise‘ der beiden geärgert - die Strecke Bielefeld/Ulm ist jetzt nicht so wahnwitzig lang, dass man drei- oder viermal übernachten müßte - die ein wenig an den Haaren herbeigezogen werden. Da die beiden Protagonistinnen auch keine wirkliche Entwicklung durchmachen und selten über etwas Substantielles reden, bleibt die Frage nach dem Warum - die sich vor allem am Ende des Buches stellt, welches das dumpfe Gefühl bei mir hinterlassen hat, dass sich die falsche Person ‚gerettet‘ hat. Nach der Lektüre, die allerdings sehr flüssig vonstatten geht, der Schreibstil ist angenehm leicht, ohne zu schlicht zu sein, bleibt die Frage offen, welchen Mehrwert das Buch für die Leserschaft haben soll? Für das schwierige Thema kratzt der Roman leider nur an der Oberfläche, ich als Leserin konnte mich mit der Thematik hier viel zu wenig auseinandersetzen, weil die Beweggründe von Hella und Juli zu vage und wenig greifbar bleiben und man zu viele Leerstellen selbst füllen muss. So bleibt als Fazit im Endeffekt, dass ‚Ende in Sicht‘ sicher gut gemeint ist als Auseinandersetzung mit den Themen Depression und Suizid, aber leider zu schlicht und zu mutlos in der Umsetzung ist.

    26. Juni 2025

  • carmen86
    carmen86

    105 Follower

    3,5

    Lebensmüde- aus verschiedensten Gründen (3,75 ⭐️)

    Vorab: ist es ein offenes Ende für euch? Ich hab die Kommentarr gelesen, für mich geht das Ende in eine bestimmte Richtung. Aber sie lässt doch auch die Alternative offen? Die Kritik am Tiefgang kann ich verstehen. Auch für mich war das Buch anders als erwartet und zunächst gehofft. Trotzdem halt es nach…. Irgendwie wie ein „amerikanischer Blockbuster“ der einen deutschen Regisseur hat und daher doch mehr Tiefgang als erwartet. (So ist meine Welt, kann jeder anders sehen natürlich 😅🥰) Die Geschichte ist unrealistisch, das stimmt, aber vielleicht auch als Metapher zu betrachten. Anstatt einer gealterten Sängerin, kann es doch auch jeder beliebige Rentner sein, der von der „Bühne“ des sinnspendenden Berufs abtritt. Spoiler: Das Ende ist für mich gut umgesetzt, auch wenn es, aus meiner Sicht nur einen rettet doch der „Geist“ der anderen weiterhalt. Die Szene in Lindau find ich, auch als Metapher, wirklich gelungen. Wo verlieren wir Menschen aus dem Blick, die uns vielleicht gerade brauchen?

    31. März 2026

  • 1,5

    Nein danke

    Das war leider nichts. Hella und Juli hätten eine erfrischende Kombi sein können, waren sie aber nicht. Ich empfand beide als nervig. Da Juli ein pubertierender Teenie ist, konnte ich ihr Verhalten noch nachvollziehen und es war passend. Bei Hella war ich entsetzt darüber, wie sie mit der Situation rund um Juli umging. Absolut verantwortungslos. Und auch, wenn Hella eben als genau so beschrieben wurde, denke ich doch, dass es mehr als unrealistisch ist, wie sie sich verhalten hat. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass man Juli einfach mit einer Fremden aus dem Krankenhaus entlassen hätte. Nein, tut mir leid, das Buch war wirklich gar nichts für mich. Die Geschichte hatte Potenzial, welches leider gar nicht ausgeschöpft wurde. Trotz des ernsten Themas, hat mich die Geschichte nicht berühren können und weitesgehend kalt gelassen. Zudem waren mir einige Stellen einfach zu unrealistisch. Sehr schade.

    26. März 2025

3 von 43 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ronja von Rönne

Ronja von Rönne, geboren 1992, ist Schriftstellerin, Journalistin und Moderatorin. 2015 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Von 2017 bis 2022 moderierte sie auf ›Arte‹ die Sendung ›Streetphilosophy‹. Ab Herbst 2023 ist sie in dem neuen Format ›Unhappy‹ zu sehen. Sie schreibt für ›Die Zeit‹ und ›Zeit Online‹. Ihr Roman ›Ende in Sicht‹ wurde zum von der Kritik gefeierten Bestseller.

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