Blick ins Buch

Romane

Real Americans

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Über das Buch

Ein großer amerikanischer Roman darüber, was uns zu denen macht, die wir sind Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert. Ein Sohn auf der Suche nach seiner Herkunft. Und die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können. New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Als sie Matthew trifft – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums –, verliebt sie sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich. 21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt: Etwas fehlt. Als er nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.

Editionen (2)

ISBN9783462311983
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum12.02.26
Seitenzahl528

Rezensionen & Bewertungen

493 Bewertungen

131 Rezensionen

4,0

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  • east
    east

    827 Follower

    3,5

    Identität aus der Petrischale

    Es ist Silvester 1999, als Lily Matthew auf einem Firmenevent kennenlernt. Sie ist Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin, er Erbe eines millionenschweren Pharmaunternehmens. Sie scheinen nicht zusammenzupassen, kommen aus verschiedenen Welten und doch wollen sie ihren Lebensweg gemeinsam beschreiten. Doch es verbindet die beiden mehr als sie ahnen. Zwanzig Jahre später sucht Lilys Sohn Nick nach seiner Vergangenheit, nach dem Vater, den er nie kannte. Aber kann er auch mit dem leben, was er aufdecken wird? Rachel Khong nimmt den Leser mit „Real Americans“ mit auf eine Reise durch die Zeiten und Kulturen. Es beginnt mit Lily und Matthew, die gemeinsam das Millennium erleben, geht weiter mit Nick im Hier und Jetzt und zu guter Letzt ins China der Sechziger und sogar ein wenig in die Zukunft. Lange darf man sich beim Lesen fragen, was genau die Autorin mit diesem Buch eigentlich thematisieren wollte, vom Offensichtlichen, also Einwanderung, Herkunft und Rassismus, einmal abgesehen. Erst auf den letzten Seiten schließt sich der Kreis dieses Buches, das letztendlich vor allem eine unwahrscheinliche Familiengeschichte voller Irrungen und Wirrungen erzählt, gespickt mit den Hindernissen des Lebens in den USA für alle, die nicht der absurden Norm entsprechen. Der Stil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig distanziert. Ihr Fokus liegt eindeutig nicht darauf, dem Leser die Protagonisten besonders sympathisch zu machen. Es stellt sich beim Lesen eher wenig Nähe zu den handelnden Figuren ein. Besonders im ersten Teil bleibt man auf Abstand zu Lily und Matthew, lernt etwas über ihr Aussehen und ihr Verhalten, ihre Gefühle bleiben jedoch fremd, die Charaktere wirken beinahe flach oder zweidimensional, reduziert auf die Elemente, die für das Storytelling wichtig sind. Daran muss man sich gewöhnen können, außerdem muss man Geduld mit dem Buch haben. Nicks Geschichte steht zum Beginn in starkem Kontrast. Ihm kommt man auf persönlicher Ebene etwas näher, auch wenn er ebenfalls kein besonders liebenswerter Protagonist ist. Seine Geschichte beginnt als klassisches Coming of Age, mit Sinnsuche und seinem Versuch, Gleichgewicht in seiner Herkunft und seinen Wurzeln zu finden, was ihn aber natürlich nur immer tiefer in ein Geflecht aus Verstrickungen, Fragezeichen und moralischen Fragwürdigkeiten führt. Im letzten Teil begegnen wir ihm dann als Erwachsenen, der versucht, aus dem Kreislauf, dem seine Familie seit Generationen folgt, auszubrechen. Über den Erfolg dessen lässt sich streiten. Lange Zeit war beim Lesen für mich die vorherrschende Emotion Skepsis, einfach weil das Buch so lange braucht, um klarzustellen, welche Geschichte es eigentlich erzählen möchte. Dazu kommt dann der eigenwillige, unpersönliche Stil mit den teils flach wirkenden Charakteren. Dennoch übt das Buch auf lange Sicht eine Faszination aus, möchte man doch endlich wissen, welche Verbrechen von den Reichen und Mächtigen begangen wurden, im Namen von Moral und Wissenschaft. Diesen Aspekt, der ja beinahe schon philosophisch ist, hat das Buch unter dem Strich auch sehr authentisch eingefangen und liefert somit auch einen bemerkenswerten Beitrag zur aktuellen Debatte über die Zukunft der Medizin, speziell der Gentechnik, und der Frage, wie weit Selbstoptimierung gehen darf. Das alles verbindet die Autorin dann mit ihrem (zugegebenermaßen eher schrägen) Familienepos und thematisiert auch den Irrsinn der amerikanischen Identität und den ständigen, unterschwelligen Rassismus, mit dem so viele Menschen täglich zu kämpfen haben. Auf einen ganz klaren Schlusspunkt kommt sie am Ende nicht und es scheinen auch einige Fragen zu den verschiedenen Zeitebenen offen zu bleiben, doch am Schluss siegt die Faszination, die dieses Buch trotz seiner Mängel auf jeden Fall ausgeübt hat.

    Identität aus der Petrischale

    20. Apr. 2026

  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    4,0

    Wir waren keine Fremden mehr, überlegte ich laut. "Stimmst du mir zu," sagte er, "dass ich nicht irgendwer für dich bin?" "Du bist nicht irgendwer für mich," sagte ich und spürte, dass dies der Anfang von etwas war. Dass nach alledem, aufgrund von alledem, mein Leben nicht mehr dasselbe sein würde. - Zitat, Seite 35 "Dies ist ein Buch über das Glück, und passenderweise fühle ich mich vom Glück gesegnet." - So führt die Autorin Rachel Khong aus Kalifornien in ihre Danksagung am Ende des Romans ein. Ob man selbst beim Lesen dieses "Pageturners mit Tiefgang" - wie ihn "Literatur Hub" betitelt - diese Empfindung mit der Schöpferin teilt, oder nicht, spannende Unterhaltung auf drei Zeitebenen mit lebensecht gestalteten Protagonisten ist gewährleistet. Und nebenbei geht es bei dieser Familiengeschichte um klassische und aktuelle Themen wie Identität und Rassismus. Auch existenzielle Fragen werden nicht ausgespart, wie auch die bereits zitierte Quelle anmerkt, welche die brennende davon wie folgt formuliert: "Wer sind wir, woher kommen wir und wie viel davon können wir selbst bestimmen?" Zunächst begegnen wir mit der 22jährigen Lily, ambitionierte Tochter chinesischer Einwanderer, die am Silvesterabend 1999 auf den charmanten und offenbar vom Glück verwöhnten Matthew trifft. Als dieser der verblüfften jungen Frau seinen Lospreis, einen modernen Fernseher überlässt, ahnt sie noch nichts vom familiären Hintergrund ihrer neuen Bekanntschaft. Und natürlich ist ihr nicht bewusst, wie sehr ihre eigene Existenz mit der Familie ihres superreichen Freundes verflochten ist ... Die kleine Zeitreise zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird von der Autorin sehr anschaulich und lebendig in Szene gesetzt: als es noch etwas Besonderes war, für einen Herzensmenschen eine CD mit ausgewählten Liedern zu brennen, man mit der Internetverbindung kämpfen musste und der Aufbau einer Webseite mit angespannter Stimmung beobachtet wurde und natürlich die Erschütterung des 11. Septembers, der im Roman aufgrund des Schauplatzes eine unmittelbare Nähe beim Lesen erzeugt. Der Schreibstil der Autorin ist leichtfüßig und sehr handlungsgetrieben. Wie man dem Eingangszitat entnehmen kann, neigt die Autorin ein wenig zum Pathos und hat die etwas nervige Tendenz manche Begriffe innerhalb eines Satzes oder innerhalb einer Satzfolge mehrfach zu wiederholen, ohne, dass hierfür eine stilistische Notwendigkeit geboten erscheint. Letzteres könnte vielleicht auch der Übersetzung geschuldet sein. Die große Stärke der Autorin liegt klar in ihrer Figurenzeichnung. Egal, ob es die junge Lily ist, die sich nach echter Anerkennung sehnt, oder der Sohn Nick, der seinen Platz im Leben sucht, man ist beim Lesen ganz nah dabei. Selbst die bis dahin unergründliche Mutter und Großmutter Mei, die damals in Peking zur Zeit der Revolution das magische Samenkorn aus dem Schatz eines längst verstorbenen Kaisers schluckte und sich dadurch vielleicht einen innigen Wunsch erfüllte, wird im letzten Teil des Romans nahbar. Insgesamt ein aktueller Unterhaltungsroman, der anregende und spannende Lesezeit garantiert! FAZIT Wahrscheinlich kennt jeder das Gefühl, ein Buch aufzuschlagen, welches noch kein Mensch zuvor in Händen hielt. Das Lesebändchen steckt noch völlig intakt zwischen den Seiten und den Blättern entsteigt ein unbeschreiblicher Geruch frischen Papiers. - So erging es mir mit "Real Americans", dessen Geschichte mich sofort gepackt hat und den ich trotz kleiner Schwächen inhaltlicher und stilistischer Art sehr gerne gelesen habe. Eine Leseempfehlung.

    6. März 2026

  • taunusleserin
    taunusleserin

    300 Follower

    3,5

    Man hätte so viel mehr draus machen können☹️ Der Roman der amerikanischen Autorin Rachel Khong spielt in drei Zeitebenen. Zunächst befinden wir uns in den Jahren 1999 bis 2001 und erfahren mehr über Lily, die Tochter eines chinesischen Einwandererpaares, und ihre (unmögliche) Liebesgeschichte zu Matthew, einem Sohn aus reichem Hause. Die Geschichte hört abrupt auf, wir springen in das Jahr 2021 und erfahren mehr über Nick, Lilys Sohn, der ohne Vater aufgewachsen ist. Der dritte Teil spielt in der Zukunft im Jahr 2030 und wird aus der Perspektive von May, Lilys Mutter, erzählt. Dieser enthält viele Rückblenden und man erfährt endlich die Umstände der Einwanderung. Das Buch handelt von Migration, sich fremd fühlen, von schwierigen Familienverhältnissen und dem Eingriff in die Genetik des Menschen, kratzt aber bei allen Themen nur an der Oberfläche. Man denkt jeden Moment, da kommt jetzt mehr, aber es plätschert weiter so vor sich hin. Auch die Gefühle der Protagonistinnen bleiben seltsam abstrakt und unklar. Da das Buch unter dem #Deutschland liesteinBuch vom Verlag vermarktet wird, war meine Erwartungshaltung doch deutlich höher. Was aber positiv ist, ist, dass sich das Buch relativ schnell und flüssig liest, und der dritte Teil es in Teilen doch herausreißt. Dieser ist ziemlich ausführlich geschrieben. Man erfährt einige Details über das Leben in China in den 1960er und 70er Jahren unter Mao Tse-tung, über die Umstände der Flucht aus China und das Fußfassen in den USA in den ersten Jahren. Aber in Summe bleibt das Gefühl, dass das Potenzial nicht ausgeschöpft wurde.

    13. Apr. 2026

3 von 131 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 224%
momente_sammlerin
momente_sammlerin23. Mai 2026

Sehr angenehmer und flüssiger Schreibstil!

Seite 326%

1 Kommentar verdeckt

Seite 367%

1 Kommentar verdeckt

Seite 377%

1 Kommentar verdeckt

Seite 428%

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Autorin / Autor

Über Rachel Khong

Rachel Khongs Texte erschienen u. a. in der New York Times Book Review, The Guardian,The Cut und The Paris Review. 2018 gründete sie in San Francisco The Ruby, einen Arbeits- und Veranstaltungsort für Autorinnen und nicht-binäre Künstler:innen. Rachel Khong lebt in Kalifornien.

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