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Romane

Ansichten eines Clowns

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Über das Buch

Mit Hans Schnier, dem »Clown«, der in der Maske des Pantomimen die äußerste Wahrheit sagt, hat Heinrich Böll eine Reizfigur geschaffen.

Selten hat ein Buch der Nachkriegszeit derart erregte Diskussionen ausgelöst wie die Ansichten eines Clowns, die die Moral und den Lebensstil der bürgerlich-katholischen Gesellschaft in ihrem Nerv trafen.

Die Geschichte vom langsamen gesellschaftlichen Abstieg des Ich-Erzählers Hans Schnier ist zugleich eine Liebesgeschichte, die zeigt, dass die Liebe scheitert, wenn einer den Konventionen mehr verhaftet ist als der andere. Und dass durch die Liebe die Augen schärfer werden für alles, was außerhalb der Welt des Clowns und seiner Geliebten falsch und erbarmungswürdig ist. Dieser Blick, der die gesellschaftliche Bedrohung der Liebe enthüllt, hat eine fortdauernde Gültigkeit.

Bölls meistdiskutierter Roman führt vor, was geschieht, wenn Liebe und gesellschaftliche Konventionen aufeinanderprallen. Ein Portrait der bürgerlich-katholischen Gesellschaft Anfang der Sechziger Jahre und Anlass für eine heftige Kontroverse in der literarischen Kritik sowie eine Debatte um die Rolle des Katholizismus in der Bundesrepublik.

Informieren Sie sich auch über das größte editorische Unternehmen in der Geschichte des Verlags Kiepenheuer & Witsch: Heinrich Böll, Werke 1 - 27 Kölner Ausgabe

Editionen (8)

ISBN9783462031461
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum01.01.63
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

131 Bewertungen

20 Rezensionen

3,8

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  • yaduria1982
    yaduria1982

    268 Follower

    3,0

    Puh, das war eine schwierige Geburt. Der Klassiker von Heinrich Böll hat mir nur so mäßig gefallen. Und das lag ausschließlich am Protagonisten. Hans Schnier von Beruf Clown lebt in den 60er Jahren in „Wilder Ehe“ mit Marie. Diese trennt sich und heiratet einen Katholiken. Hans fällt in ein tiefes Loch und trauert. Grundsätzlich gelungen fand ich die Kritik am Nationalsozialismus vergangener Zeit und vor allem daran, wie ehemalige Nationalsozialisten in der BRD wieder Fuß gefasst haben und hohe Posten inne hatten. Auch viele kritische Anmerkungen über den Katholizismus und deren Bigotterie fand ich durchaus richtig und wichtig. Aber die Person des Hans Schnier war einfach nur nervig. Er ist so in seinem Selbstmitleid gefangen, sucht die Fehler bei anderen, gibt anderen die Schuld und bekommt einfach „den Arsch nicht hoch“. Auch dieses Gebettel um Geld bei allen die er kennt. Auch fand ich das Hinterher Schmachten zu seiner Verflossenen total unverständlich. Mir ist klar, was den Roman damals ausgemacht hat und man muss ja auch Literatur immer in seiner Zeit sehen. Trotzdem hat er mir nicht gefallen.

    5. Jan. 2026

  • dammes
    dammes

    138 Follower

    4,0

    Zynisch und zeitlos.➕

    Ein zeitloser Klassiker mit einem Protagonisten, der zynischer und voller Selbstmitleid kaum hätte sein können. Hans Schnier ist ein erfolgloser Clown, Alkoholiker und wurde von seiner ewigen Liebe Marie des Christenstums wegens verlassen. Deshalb hegt er einen ewigen Groll gegen den Katholizismus und lässt keine Gelegenheit aus, um die Institution zu kritisieren. Das ist ihm auch mal mehr, mal weniger gelungen. Noch besser gelungen ist Bölls Zeichnung der Nachkriegsgesellschaft Deutschlands, in der das Meiste totgeschwiegen wurde. Von dem Verlust der Schwester bis hin zum überzeugten Nazi-Lehrer, der danach Karriere machte, erzählt Böll anekdotenhafte Geschichten, die zeigen, wie mit den Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs umgegangen wurde. Das Buch ist gut, aber meiner persönlichen Meinung nach nicht überragend.

    19. Feb. 2026

  • 3,0

    Heute möchte ich euch das Buch „Ansichten eines Clowns“ von Heinrich Böll, erschienen im Jahre 1963, vorstellen. Es handelt sich hierbei um einen „Modernen Roman“, der die katholische Kirche und die Gesellschaft kritisiert. Hans Schnier ist ein erfolgloser Clown, der nach einer gescheiterten Beziehung in eine tiefe Lebenskrise stürzt. Er reflektiert über seine gescheiterte Liebe zu Marie, seine Kindheit in einer wohlhabenden Familie und seine Ablehnung der Heuchelei der Gesellschaft, insbesondere der katholischen Kirche. Es treten soziale und religiöse Konflikte im Nachkriegsdeutschland auf, die Schnier durch seine Isolation aus der Welt nicht versteht. Das Buch ist geprägt von einer Mischung aus klarer, nüchterner Sprache und tiefen, introspektiven Passagen. Der Autor erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive und verwendet oft Monologe, durch die die Lesenden direkte Einblicke in die Gedanken und Gefühle des Protagonisten erhalten. Dabei wird der Roman von ironischen, teils sarkastischen Untertönen durchzogen, was die gesellschaftskritischen Aussagen verstärkt. Der Stil ist gleichzeitig schlicht und eindringlich, wodurch Böll den inneren Konflikt und die emotionale Zerrissenheit Hans Schnier’s vermittelt. Im Roman greift der Protagonist immer wieder auf bestimmte Themen und Erinnerungen zurück, wie seine Beziehung zu Marie. Diese Wiederholungen können auf Dauer jedoch auch langatmig wirken. Obwohl dieser Roman als eines der bedeutendsten Werke der Nachkriegszeit gilt, gibt es einige Schwächen. Beispielsweise konnte ich keinerlei emotionale Bindung zu dem Protagonisten aufbauen, obwohl ich mich intensiv mit seinen Gefühlen und Gedanken auseinandergesetzt habe. Es blieb ständig eine gewisse Distanz, trotz der tragischen Figur, denn seine zynische und depressive Art war nicht immer leicht zugänglich und eine Sympathie meinerseits war leider nicht wirklich vorhanden. Durch diesen Aspekt gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

    14. Okt. 2024

3 von 20 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Heinrich Böll

Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur 1937 Lehrling im Buchhandel und Student der Germanistik. Mit Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und zahlreiche Essays. Zusammen mit seiner Frau Annemarie war er auch als Übersetzer englischsprachiger Literatur tätig. Heinrich Böll erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er starb im Juli 1985 in Langenbroich/Eifel.

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