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Romane

Ansichten eines Clowns

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Über das Buch

Der Klassiker von Heinrich Böll, jetzt in einer limitierten Sonderausgabe

»Ich bin ein Clown, im Augenblick besser als mein Ruf.« Hans Schnier, einst ein gefragter Pantomime und Spaßmacher, sitzt, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, zum Bettler degradiert auf den Stufen des Bonner Bahnhofs.

Editionen (8)

ISBN9783423146067
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum13.10.17
Seitenzahl304

Rezensionen & Bewertungen

131 Bewertungen

20 Rezensionen

3,8

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  • yaduria1982
    yaduria1982

    268 Follower

    3,0

    Puh, das war eine schwierige Geburt. Der Klassiker von Heinrich Böll hat mir nur so mäßig gefallen. Und das lag ausschließlich am Protagonisten. Hans Schnier von Beruf Clown lebt in den 60er Jahren in „Wilder Ehe“ mit Marie. Diese trennt sich und heiratet einen Katholiken. Hans fällt in ein tiefes Loch und trauert. Grundsätzlich gelungen fand ich die Kritik am Nationalsozialismus vergangener Zeit und vor allem daran, wie ehemalige Nationalsozialisten in der BRD wieder Fuß gefasst haben und hohe Posten inne hatten. Auch viele kritische Anmerkungen über den Katholizismus und deren Bigotterie fand ich durchaus richtig und wichtig. Aber die Person des Hans Schnier war einfach nur nervig. Er ist so in seinem Selbstmitleid gefangen, sucht die Fehler bei anderen, gibt anderen die Schuld und bekommt einfach „den Arsch nicht hoch“. Auch dieses Gebettel um Geld bei allen die er kennt. Auch fand ich das Hinterher Schmachten zu seiner Verflossenen total unverständlich. Mir ist klar, was den Roman damals ausgemacht hat und man muss ja auch Literatur immer in seiner Zeit sehen. Trotzdem hat er mir nicht gefallen.

    5. Jan. 2026

  • dammes
    dammes

    138 Follower

    4,0

    Zynisch und zeitlos.➕

    Ein zeitloser Klassiker mit einem Protagonisten, der zynischer und voller Selbstmitleid kaum hätte sein können. Hans Schnier ist ein erfolgloser Clown, Alkoholiker und wurde von seiner ewigen Liebe Marie des Christenstums wegens verlassen. Deshalb hegt er einen ewigen Groll gegen den Katholizismus und lässt keine Gelegenheit aus, um die Institution zu kritisieren. Das ist ihm auch mal mehr, mal weniger gelungen. Noch besser gelungen ist Bölls Zeichnung der Nachkriegsgesellschaft Deutschlands, in der das Meiste totgeschwiegen wurde. Von dem Verlust der Schwester bis hin zum überzeugten Nazi-Lehrer, der danach Karriere machte, erzählt Böll anekdotenhafte Geschichten, die zeigen, wie mit den Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs umgegangen wurde. Das Buch ist gut, aber meiner persönlichen Meinung nach nicht überragend.

    19. Feb. 2026

  • 3,0

    Heute möchte ich euch das Buch „Ansichten eines Clowns“ von Heinrich Böll, erschienen im Jahre 1963, vorstellen. Es handelt sich hierbei um einen „Modernen Roman“, der die katholische Kirche und die Gesellschaft kritisiert. Hans Schnier ist ein erfolgloser Clown, der nach einer gescheiterten Beziehung in eine tiefe Lebenskrise stürzt. Er reflektiert über seine gescheiterte Liebe zu Marie, seine Kindheit in einer wohlhabenden Familie und seine Ablehnung der Heuchelei der Gesellschaft, insbesondere der katholischen Kirche. Es treten soziale und religiöse Konflikte im Nachkriegsdeutschland auf, die Schnier durch seine Isolation aus der Welt nicht versteht. Das Buch ist geprägt von einer Mischung aus klarer, nüchterner Sprache und tiefen, introspektiven Passagen. Der Autor erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive und verwendet oft Monologe, durch die die Lesenden direkte Einblicke in die Gedanken und Gefühle des Protagonisten erhalten. Dabei wird der Roman von ironischen, teils sarkastischen Untertönen durchzogen, was die gesellschaftskritischen Aussagen verstärkt. Der Stil ist gleichzeitig schlicht und eindringlich, wodurch Böll den inneren Konflikt und die emotionale Zerrissenheit Hans Schnier’s vermittelt. Im Roman greift der Protagonist immer wieder auf bestimmte Themen und Erinnerungen zurück, wie seine Beziehung zu Marie. Diese Wiederholungen können auf Dauer jedoch auch langatmig wirken. Obwohl dieser Roman als eines der bedeutendsten Werke der Nachkriegszeit gilt, gibt es einige Schwächen. Beispielsweise konnte ich keinerlei emotionale Bindung zu dem Protagonisten aufbauen, obwohl ich mich intensiv mit seinen Gefühlen und Gedanken auseinandergesetzt habe. Es blieb ständig eine gewisse Distanz, trotz der tragischen Figur, denn seine zynische und depressive Art war nicht immer leicht zugänglich und eine Sympathie meinerseits war leider nicht wirklich vorhanden. Durch diesen Aspekt gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

    14. Okt. 2024

3 von 20 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Heinrich Böll

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, nahm nach dem Abitur eine Lehre im Buchhandel auf, die er bald abbrach. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen.1945 kehrte er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire ›Die schwarzen Schafe‹ mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig und veröffentlichte Romane, Erzählungen, Hör- und Fernsehspiele sowie Theaterstücke. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen die Grauen des Krieges und seine Folgen, polemisierte gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den sechziger und siebziger Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare Nachrüstung. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock. Der 1974 aus der UdSSR ausgewiesene Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift ›L’76. Demokratie und Sozialismus‹ heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971 bis 1974). Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (1967), den Nobelpreis für Literatur (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974). Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 in Langenbroich/Eifel. Sein gesamtes Werk liegt im Taschenbuch bei dtv vor.

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