Blick ins Buch

Sci-Fi

Die Gabe

3,6(261)
Sprache
Deutsch
Nicht lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Naomi Aldermans großer feministischer Roman jetzt in der brandneuen Filmausgabe

Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit »die Gabe« – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden, andere damit schwer verletzen und sogar töten. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiderbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird.

Editionen (3)

ISBN9783453322981
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum05.04.23
Seitenzahl480

Rezensionen & Bewertungen

261 Bewertungen

63 Rezensionen

3,6

Tippen zum Filtern

  • booksandspezi
    booksandspezi

    1098 Follower

    3,0

    "Kann man den Blitz zurückrufen? Oder kehrt er von allein in die Hand zurück?" [S. 448]

    Ein Buch, bei dem es mir sehr schwer fällt, eine Bewertung zu schreiben. Das liegt unter anderem daran, dass es sich hierbei um ein Buch abseits meiner typischen Genres handelt. Allerdings liegt es auch am Buch selbst und dem, was es erzählt. Aber fangen wir erstmal von vorne an. In "Die Gabe" gibt es mehrere Protas, deren Geschichten wir in diesem Werk folgen und die alle irgendwie mehr oder weniger miteinander verbunden sind: Roxy, Allie, Margot, Jocelyn und Tunde. Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt, was anfangs etwas ungewohnt war, da die Kapitel durchweg (außer ab S. 400) die Namen der Personen, denen wir in ihnen gefolgt sind, als Kapitelnamen trugen. Hier hätte sich das Erzählen aus der "Ich"-Perspektive ebenfalls wunderbar angeboten, da man hierbei noch näher am Innenleben der Personen dran gewesen wäre. So wirkte das ganze distanziert, selbst wenn es z.B. um die inneren Dialoge von Mother Eve ging. Die Entwicklung der einzelnen Charaktere und ihres Umgangs mit ihrer neuen Macht war spannend zu sehen und teils erschütternd. Das Buch hat ohne Zweifel Fragen aufgeworfen. Unbequeme Fragen. Was mir im Klappentext aufgefallen ist, ist das aus diesem nicht hervorgeht, dass Tunde ein männlicher Charakter ist. Womit er in diesem Buch die Ausnahme darstellt, da alle anderen Protas weiblich sind. Aufgrund der Thematik mit dem Strang und der Verschiebung der Machtverhältnisse hatte es etwas spannendes, Tundes Weg mitzuverfolgen, zu lesen wie er als Journalist alles rund um die "Gabe" und die Frauen und ihren teils sehr unterschiedlichen Umgang damit quasi von Anfang an dokumentiert hat. Das Buch ließ sich insgesamt recht flüssig lesen, dennoch musste ich es stellenweise kurz aus der Hand lesen, weil die Thematik sehr intensiv war. Was mir gefallen hat, war die Idee, den Roman innerhalb des Buches als eine Art Hybrid aus Roman und geschichtlichen Aspekten aus der Feder eines Mannes zu verkaufen, der damit die Ereignisse rund um das plötzliche Auftauchen der "Gabe" und die damit einhergehende Neuordnung der vorherigen Machtverhältnisse aufzeichnen und für die Allgemeinheit zugänglich machen wollte. Die Briefwechsel dazu haben die Thematik des Buches nachhaltig unterstrichen und den gewissen Beigeschmack hinterlassen. Insgesamt also ein durchaus lesenswertes Buch aus dem Bereich Science-Fiction, dass stellenweise ziemlich unbequem werden kann.

    "Kann man den Blitz zurückrufen? Oder kehrt er von allein in die Hand zurück?"

[S. 448]

    10. Sept. 2025

  • wordsinmoonlight
    wordsinmoonlight

    146 Follower

    4,5

    »Aber ist eine von Frauen beherrschte Welt auch eine bessere Welt?«

    … So lautet der letzte Satz des Klappentextes und genau das ist die Kernfrage dieses Buches. Die Ausgangssituation ist unsere aktuelle Gesellschaft, somit fühlt sich alles sehr real an. Frauen entwickeln in diesem dystopisch-feministischen Roman eine Gabe, mit der sie Elektrizität aus ihren Händen abgeben und andere Menschen damit sogar töten können. Das Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen verändert sich. Männer sind nun das schwächere Geschlecht. Vorsicht, Spoiler! In einem solchen Szenario könnte man davon ausgehen, dass Frauen diese Gabe nutzen, um sich vor Übergriffen, Ungerechtigkeiten etc. zu schützen und gleichberechtigter zu leben – insofern das unter diesen Gegebenheiten möglich ist. Doch stattdessen gibt es eine 180-Grad-Wende: Nun werden Männer Opfer der Taten, unter denen Frauen jahrhundertelang gelitten haben. Und tatsächlich sind die Frauen in diesem Fall wirklich grausam. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Kann es sein, dass Macht einen irrational werden lässt? Dass Macht einen automatisch zum Unterdrücker – oder eben auch zur Unterdrückerin macht? Ist es richtig, sich zu rächen? Es ist nachvollziehbar, dass Frauen sich rächen wollen. In all den Jahren, Jahrzehnten, sogar Jahrhunderten hat sich in Frauen sehr viel Wut angesammelt. Doch eigentlich sollten wir es dadurch besser wissen. Man muss aber dazu auch sagen, dass die Frauen in diesem Szenario teilweise keine andere Wahl hatten, als sich so grausam und gewalttätig zu entwickeln. Während wir Frauen uns oftmals still und leise unterdrücken lassen, haben die Männer es in dieser Dystopie nicht zugelassen. Ihr Frauenhass wurde nur noch größer, und durch die Veränderung des Machtverhältnisses konnten sich die Frauen endlich wehren. Somit hat sich alles hochgeschaukelt und Männer wurden mehr unterdrückt, als Frauen es vielleicht anfangs vorhatten. Ob das eine Welt ist, in der ich leben wollen würde? Ich denke nicht. Das Gedankenexperiment ist hier sehr gut ausgearbeitet und man kann sich sehr gut hineinversetzen. Es regt definitiv zum Nachdenken an, auf so vielen Ebenen! Das liebe ich sehr. Es ist auf jeden Fall ein spannendes und interessantes Buch, welches ich wärmstens empfehlen kann!

    28. Feb. 2025

3 von 63 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Naomi Alderman

Naomi Alderman ist in London aufgewachsen und studierte in Oxford und an der University of East Anglia. Für ihren Roman »Die Gabe« wurde sie mit dem Women's Prize for Fiction ausgezeichnet. »Die Gabe«, für Amazon Prime spektakulär verfilmt, wurde außerdem von der »New York Times«, der »Washington Post« und der »Los Angeles Times« zum Roman des Jahres gekürt, sowie von Barack Obama und Bill Gates persönlich empfohlen. Naomi Alderman ist Mitglied der Royal Society of Literature, ihre Werke wurden in über fünfunddreißig Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt in London.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick