Blick ins Buch

Gebranntes Kind sucht das Feuer

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Über das Buch

Inhaltsbeschreibung folgt

Editionen (6)

ISBN9783446142602
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum01.01.86
Seitenzahl136

Rezensionen & Bewertungen

70 Bewertungen

20 Rezensionen

4,3

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  • bea777
    bea777

    484 Follower

    4,5

    Autobiographische Erinnerungen von Cordelia Edvardson - einer Ausschwitzüberlebenden

    Mit unerträglicher Präzision erinnert sich Edvardson an ihre Inhaftierung in Auschwitz-Birkenau. Und doch braucht es diese Genauigkeit zu den Zuständen, den menschenverachtenden Mechanismen und der menschlichen Kälte, um nicht zu vergessen, wie dunkel die deutsche Geschichte ist. Folgendes Zitat ist eines, das einen kleinen Eindruck der Schilderungen gibt und es ist eines der harmloseren... "Es geschah während der Transporte, von anderen später die "Todesmärsche" genannt; die, welche dabei waren, nannten sie nicht so, damals nicht, sie starben nur." Die Sprache von Cordelia Edvardson ist distanziert, wenn sie über sich selbst schreibt, spricht sie von "dem Kind". Aus meiner Sicht ein gut gewähltes stilistische Mittel, um die Entpersonifizierung der Nazis zu verdeutlichen. Ich habe eine ältere Ausgabe der Büchergilde gelesen. Zwischenzeitlich gibt es eine neue Übersetzung mit einem wichtigen Nachwort von Daniel Kehlmann. Egal welche Ausgabe... ein wirklich wichtiges Buch, dass unsere Augen öffnet und das an die Grenzen des Aushaltbarens geht. Auszug aus der Süddeutschen Zeitung: Zu Recht sagt Daniel Kehlmann im Nachwort zur Neuübersetzung von Cordelia Edvardsons zuerst 1984 erschienenem Lebensbericht "Gebranntes Kind sucht das Feuer", er sei eine furchtbare Lektüre. Der oft zu leicht gebrachte Hinweis trigger warning sei hier tatsächlich am Platz: "Man muss gefährdete Menschen vor diesem Text warnen." Eine bis zum unerträglichen Extrem gesteigerte Mutter-Tochter-Beziehung zeige er und Details aus der Realität der Vernichtungslager, "die wir lieber nicht wissen würden - die wir aber wissen müssen; denn da es nun einmal geschehen ist, haben wir kein Recht auf Ignoranz". https://www.sueddeutsche.de/kultur/hoerbuch-gebranntes-kind-sucht-das-feuer-1.6305253

    9. Juni 2026

  • uller
    uller

    4 Follower

    5,0

    Cordelia Edvardson (1929 - 2012) war die uneheliche Tochter der deutschen ("halbjüdischen") Schriftstellerin Elisabeth Langgässer und eines jüdischen Juristen. Unter den Nazis galt sie damit als "Volljüdin" und war, obwohl sie streng katholisch aufwuchs und die Mutter eine Verehrerin Hitlers war, den "Rassegesetzen" und der Verfolgung ausgesetzt und wurde 1944 zunächst nach Theresienstadt, später nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte, mit 16 Jahren kam sie nach Schweden. In "Gebranntes Kind sucht das Feuer" (erstmals erschienen 1984, jetzt neu übersetzt von Ursel Allenstein) erzählt sie ihre bewegende Geschichte. "Das Mädchen" (Edvardson schreibt konsequent in Dritter Person von sich) wollte so gern wie alle anderen sein, erfuhr aber stets Ausgrenzung und Zurückweisung. Die Mutter versuchte ein mal, ihre Tochter zu retten und ließ Cordelia von einer spanischen Familie adoptieren, aber die Gestapo setzte die Familie unter Druck und Cordelia unterschrieb ein Dokument, dass sie die deutsche Staatsangehörigkeit behalten wolle. Damit fiel sie zwar offiziell wieder unter die "Rassegesetze", rettete aber ihre Mutter vor einer Anzeige wegen "Hochverrats". Neben dem Schrecken des Nationalsozialismus, der sexualisierten Gewalt, die Cordelia schon als Kind erfährt und dem unfassbaren Leid in den Lagern, ist die Mutter-Tochter-Beziehung das zentrale Thema dieser knapp erzählten Autobiographie. Der Ton ist unmittelbar, berührend, direkt, dabei voller Schönheit und Poesie - vor allem aber ist er unversöhnlich und das Überleben klingt in jedem Satz gleichermaßen als Triumph, als Trotz und als unendlicher Schmerz mit. Unbedingt lesenswert!

    6. März 2024

  • 5,0

    "Doch das Mädchen sträubte sich, denn letzten Endes hatte sie ja einen Preis, einen hohen Preis, dafür gezahlt, die Auserwählte, Auserkorene und Ausgegrenzte zu sein." Es ist die Geschichte eines kleines Mädchens, welches das Unheil hinter sich herzieht. Ihren jüdischen Vater lernt sie nie kennen, lange denkt sie, dass sie eine Katholikin wäre, in den 1930igern will sie in den BDM eintreten, doch ihre Mutter und Stiefvater lassen es nicht zu. Da ihre Mutter laut Nürnberger Rassegesetze als "Halbjüdin" gilt, gilt das Mädchen als "Volljüdin" und dies ist der Anfang von einer verheerenden, grausamen und lähmenden Zeit die das kleine Mädchen mit dem Namen Cordelia Edvardson, erleiden muss. Anfangs versucht ihre Mutter noch alles um sie zu retten, doch auf Druck der Gestapo unterschreibt das 14jährige Mädchen ein Schreiben, welches sie als Jüdin brandmarkt und gleichzeitig die Deportation gen Osten ist. Sie überlebt Theresienstadt und Auschwitz unter miserablen Umständen. Wandert nach Schweden und Israel aus, aber kommt nie wieder nach Berlin oder Deutschland zurück. Cordelia Edvardson stirbt 2012 in Stockholm. Die erste deutsche Veröffentlichung ist von 1986, danach geritt der Roman (eigentlich von der Mutter) in Vergessenheit. Erst 2022 wurde er wieder neu entdeckt. Zum Glück... Ein Roman der die Beziehung zwischen Tochter und Mutter aufarbeitet, der aus Sicht eines Kindes das Leben im Vernichtungslager zeigt. Ein Roman der nicht mehr vergessen werden darf und der gelesen werden muss..

    29. Juni 2025

3 von 20 Rezensionen

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