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Biografien

Im Morgen wächst ein Birnbaum

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Über das Buch

„Ich bin mehr als die Projektion der anderen.“

Fikri Anıl Altıntaş wächst als Sohn türkischer Eltern in einer hessischen Kleinstadt auf. Sein Vater arbeitet als Türkischlehrer, seine Mutter als Reinigungskraft. Es ist eine Kindheit inmitten von Sozialwohnblocks, geprägt von dem drängenden Wunsch, »deutsch« zu sein und der bitteren Enttäuschung über die Realität in Deutschland. Beständig wächst die Sehnsucht, gesehen zu werden und einen eigenen Weg als türkisch-muslimischer Mann zu finden. Dabei ist es vor allem die Beziehung zu seinem Vater, die ihn letztlich vor die Frage stellt: Was bedeutet Männlichkeit überhaupt und wie kann sie jenseits der Klischees verstanden und gelebt werden?

Inmitten von festgefahrenen Narrativen sucht Fikri Anıl Altıntaş nach den Zwischentönen. Radikal ehrlich blickt er auf sich und seine Familiengeschichte zurück, um die Gegenwart besser zu verstehen.

Editionen (2)

ISBN9783442759644
Verlagbtb
Erscheinungsdatum20.04.23
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

65 Bewertungen

13 Rezensionen

4,0

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  • _vicki
    _vicki

    12 Follower

    4,5

    Ein Buch über Männlichkeit, Vorbilder, Migration, Erwartungen und Hoffnung.

    Ich fand es schön zu lesen. Bewegend und ehrlich lässt sich in die Welt des Autors eintauchen. Das Sommergefühl und die Zerrissenheit kann man fühlen und der Lesefluss ist toll. Es hat wirklich Spaß gemacht zu lesen!

    20. Apr. 2026

  • annenas.books
    annenas.books

    71 Follower

    4,5

    In seinem Debüt „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ reflektiert Fikri Anıl Altıntaş seine Familiengeschichte, das Heranwachsen als türkisch-muslimischer Mann in einem von Rassismus durchzogenen Deutschland und die elterlichen Erwartungen. Im Zentrum steht dabei die feinfühlige und einfühlsame Auseinandersetzung mit der Männlichkeit.   Als Sohn türkischer Eltern – seine Mutter ist Reinigungskraft, sein Vater Türkischlehrer – wächst Fikri Anıl Altıntaş in den 90ern im Sozialwohnblock einer hessischen Kleinstadt auf. In jungen Jahren sieht er in seinem Vater ein Vorbild für Männlichkeit, dem er bewusst oder unbewusst nacheifert. Doch mit Abstand und Reife wird ihm die Last auf seinen Schultern immer deutlicher bewusst und er erkennt, dass das väterliche Bild von Männlichkeit nicht zu ihm passt. Die Geschichte und Erwartungen seiner Eltern entsprechen nicht seinen eigenen, und daher gestaltet er schließlich ein neues Verständnis dafür, was Männlichkeit für ihn bedeutet.   Während ich Anıls Worten gelauscht habe, hat mich die einfühlsame Sprache tief berührt. Im Buch und auch auf der Lesung in Heidelberg, an der ich teilnehmen durfte, begegnete er seinen Eltern mit Liebe, Respekt und Achtung. Es war so schön zu erleben, wie viel Verständnis und Dankbarkeit Anıl seinen Eltern gegenüber zeigt und gleichzeitig weiß, Dinge jetzt und zukünftig anders handzuhaben und seine eigene Geschichte eigenständig fortzuschreiben.

    14. Jan. 2024

  • milanpablo
    milanpablo

    62 Follower

    5,0

    Fikri Anıl Altıntaş' autobiographische Erzählung über seine Suche nach Sehnsucht, Zugehörigkeit und Männlichkeitskonstruktionen in seiner Familiengeschichte. Berührend, reflektierend und ehrlich - in einem wunderschön zu lesenden Schreibstil. Eines meiner liebsten Bücher dieses Jahr!

    „Ich sah ein, dass manche Dinge sich nicht veränderten. Aber auch, dass mein Vater und ich nicht die gleichen Männer sein mussten. Dass wir in vielem anders sind, obwohl das früher nie meine Absicht gewesen war.“ (Altıntaş 2023, S. 162) Ich bin als Sozialarbeiter tagtäglich mit unzähligen Männlichkeitskonstruktionen junger Menschen sowie deren nicht vorhandenen, schwer beschädigten, aber mitunter auch liebevollen Vater-Sohn konfrontiert. Ich gebe zu, dass das aus einer Außenperspektive aufgrund von nicht selbst erlebten Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen (aber auch der im Kopf junger Menschen verankerten Diskriminierungsmuster) teilweise sehr herausfordernd ist. Es zeigt sich oft, dass gerade in der Dekonstruktion bestehender und Rekonstruktion neuer, progressiver Rollenbilder noch viel Arbeit bevorsteht. Fikri Anıl Altıntaş’ Buch „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ habe ich über einen längeren Zeitraum gelesen. Nicht, weil es schwierig zu lesen sei; auch nicht, weil es langatmig oder gar langweilig sei - ganz im Gegenteil! Es hat so lange gedauert, weil ich mit jedem Abschnitt neu ins Nachdenken gekommen bin. Weil mich seine Geschichte sehr berührt hat, Fikri Anıl Altıntaş wahnsinnig einfühlsam schreibt (besonders das Kapitel zu Anne war wunderschön!) und mich letztendlich dazu angeregt hat, erneut selbst über das Verhältnis zu meinem Vater in Bezug auf Männlichkeitsbilder nachzudenken. Ich habe einzelne Episoden des Buchs mit auf Gassirunden genommen oder auch noch im Bett viel darüber nachgedacht. In einer Rezensionen über das Buch las ich, dass es irritierend sei, dass die Episoden „durcheinander“ seien und keiner chronologischen Reihenfolge folgen würden. Ich finde das keineswegs verwerflich, sondern vielmehr ehrlich menschlich. So legt es doch ein wunderbar plastischen Prozess des Denkens und Erinnerns dar, wie er bei uns allen auftritt, wenn man, in Gedanken schwelgend, von einer Einzelheit zum nächsten Detail kommt und in der Rekonstruktion bemerkt, dass man vielleicht gerade einen Monat, drei Jahre oder auch nur Bruchteile von Sekunden hin und her gesprungen ist. Man bekommt beim Lesen das Gefühl, Teil der Erkundung und Reflexion zu sein. Und ich bin nach der Lektüre sehr froh, mit jedem Mal, wenn ich eine Birne erblicke, an eines meiner liebsten Bücher in diesem Jahr erinnert zu werden. 🍐

    2. Dez. 2023

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Fikri Anıl Altıntaş

Fikri Anıl Altıntaş, geboren 1992 in Wetzlar, studierte Politikwissenschaften, Ethnologie und Osteuropastudien in Tübingen, Istanbul und Berlin und arbeitet als politischer Bildner und freier Autor. Er schreibt unter anderem für der Freitag, taz und pinkstinks.de. In seinen Texten, Vorträgen und Workshops, u.a. für den Gropius Bau und das ZDF, beschäftigt er sich mit Männlichkeit und Rollenbildern, Privilegien und der (De)-Konstruktion von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männlichkeiten in Deutschland. Auf Instagram schreibt er unter @_faanil über Rollenbilder und bricht mit Sehgewohnheiten und ist ehrenamtlich als #HeForShe Deutschland Botschafter von UN Women Deutschland aktiv.

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