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Der Gott der kleinen Dinge

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Über das Buch

Ein Boot, das zuerst leck ist und dann drei Kinder und ein Liebespaar über einen großen Fluß bringt, eine Schicht roter Nagellack auf den Fingern eines Schreiners, ein Tausendfüßler im Profil eines Polizistenstiefels - all das sind die kleinen Dinge in diesem Roman. Die großen Dinge sind Indiens Geschichte vor dem Hintergrund von britischem Empire und Unabhängigkeit, aber auch das unerbittliche Kastensystem und der Konflikt der großen Religionen. Der Gott der kleinen Dinge ist der Gott dessen, was verloren geht, nicht der Gott der Geschichte, der die kleinen Dinge grausam in ihren Lauf zwingt. Voller Sprachmagie erzählt Roy von einer Familie, die an verbotener Liebe zerbricht. Das erfolgreiche Taschenbuch jetzt in limitierter Sonderausgabe zur Buchmesse im Oktober 2006.

Editionen (10)

ISBN9783442736188
Verlagbtb
Erscheinungsdatum04.09.06
Seitenzahl384

Rezensionen & Bewertungen

147 Bewertungen

14 Rezensionen

3,7

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  • _bookvibesonly_
    _bookvibesonly_

    106 Follower

    3,5

    Das ist es, was unbedachte Worte anrichten. Sie sorgen dafür, dass die Menschen dich ein bisschen weniger lieben.

    In "Der Gott der kleinen Dinge" wird das Portrait einer indischen Familie über mehrere Generationen gezeichnet, überwiegend aus der Sicht von Rahel. Rahel kehrt nach langer Zeit aus den USA zurück zu ihrem indischen Geburtsort Ayemenem, wo noch Teile ihrer Familie leben. Dort begegnet sie auch ihrem Zwillingsbruder Estha, der von seinem Vater zurück-zurückgegeben wurde und seit Jahren nicht mehr spricht. In Rückblenden und Zeitsprüngen erfahren wir mehr über die Familiengeschichte und über den Tod von Sophie Mol, der gleich zu Beginn der Geschichte thematisiert wird und dessen Aufarbeitung sich durch das ganze Buch ziehen wird. Die Autorin findet wunderbare Worte, um Personen und Begebenheiten zu beschreiben. Ihre Worte sind farbenfroh, fantasievoll und sehr poetisch. Sie findet immer wieder passende Bilder, manchmal allerdings verliert sie sich auch darin. Man wird hineingezogen in die indische Welt mit ihrem Kastendenken, den Bräuchen und Gepflogenheiten und der erwarteten Höflichkeit und Anpassung. Hin und wieder blitzt der Humor der Autorin auf, insgesamt ist es aber ein ergreifendes, erschütterndes Buch, bei dem ich oft zwischen Fassungslosigkeit, Mitleid und Wut schwankte. Das Buch ist keine einfache Lektüre. Man muss sich ganz darauf einlassen und konzentrieren, braucht Zeit und Geduld. Es spielt auf mehreren Zeitebenen und oft ist nicht sofort ersichtlich, an welcher Stelle der Geschichte man sich befindet. Diese vielen Zeitsprünge sind herausfordernd, tragen aber auch dazu bei, dass die Spannung aufrechterhalten wird. Schicht für Schicht wird das oft tragische Leben der Familienmitglieder entblättert. Am Ende fügen sich die zarten Fäden zusammen und viele der kleinen Dinge ergeben dann Sinn. Es ist kein Roman für zwischendurch. Er ist sperrig, aber es lohnt sich dabei zu bleiben. Die Geschichte bleibt in Erinnerung.

    6. Dez. 2025

  • manssur
    manssur

    36 Follower

    3,0

    Die Botschaft liegt nicht im Anfang oder im Ende, sondern im Dazwischen – in der Mitte.

    Es ist war das wohl herausforderndste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Kein klarer Anfang, kein offensichtliches Ziel - nur ein Gewebe aus Gedanken, das sich jeder Linie entzog. Ich suchte nach Struktur, nach Sinn, nach einem roten Faden - vergeblich. Erst durch meinen Lesepartner, dem mein Dank gilt, öffnete sich mir ein Zugang: Vielleicht liegt die Botschaft gerade darin verborgen. Nicht im Extrem, nicht in der Auflösung - sondern im Dazwischen. In der Mitte.

    Die Botschaft liegt nicht im Anfang oder im Ende, sondern im Dazwischen – in der Mitte.

    11. Sept. 2025

  • zazzles
    zazzles

    16 Follower

    2,0

    Ich muss leider gestehen, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wieso das Buch mehrere Buchpreise abgeräumt hat. Die bildhafte, beschreibende Sprache hat mir am Anfang zwar gefallen, aber die Storyline wird auf so vielen verschiedenen Zeitebenen erzählt, dass ich Mühe hatte, den Überblick zu behalten. Viele Erzählungen wirkten auf mich ausserdem sehr belanglos und ich wusste nicht wirklich, was sie zum Fortlauf der Geschichte beitragen. Trotz teilweise schwerer Schicksale, die angedeutet werden, blieben die meisten Charaktere für mich bis zuletzt sehr blass. Es wird bereits am Anfang angedeutet, dass es zwei Tode geben wird, wovon einer die verstorbene Cousine Sophie Mol ist. Was genau passiert ist, erfahren wir aber erst am Ende. Und was soll ich sagen? Ich hatte mir da irgendwie mehr erwartet. Das Buch hätte mir vermutlich besser gefallen, wenn die Autorin eine lineare Erzählweise gewählt hätte. Aber so war es ein einziges Hin und Her zwischen vielen Szenen, die für mich nicht immer einen klaren Sinn ergeben haben. Die Geschichte kam mir ausserdem unglaublich lange vor - ich war erstaunt, dass die Printversion nur knapp 380 Seiten umfasst. Für mich hat sich die Hörbucherzählung wie ein Wälzer von 800 Seiten angefühlt. Das einzig Positive, das mir wohl länger in Erinnerung bleiben wird, ist eine Szene in der es um sexuellen Missbrauch geht. Die ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Aber alles andere fand ich schlicht und ergreifend langweilig. Am Schluss habe ich auch gar nicht mehr richtig zugehört und das Ende als Zusammefassung nachgelesen.

    22. Sept. 2023

3 von 14 Rezensionen

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