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Richtig gut und sehr wichtig!
9. Juli 2025
Richtig gut und sehr wichtig!
9. Juli 2025
Blick ins Buch
Frauen haben heute angeblich so viele Entscheidungsmöglichkeiten wie nie zuvor. Und sind gleichzeitig so erschöpft wie nie zuvor. Denn nach wie vor wird von ihnen verlangt, permanent verfügbar zu sein. Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach schreibt über ein System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt – und darüber, wie Frauen sich dagegen auflehnen und alles verändern: ihr Leben und die Gesellschaft.
In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit gleichgesetzt mit Fürsorglichkeit. Frauen sind, ob in der Familie, in Beziehungen oder im Beruf, zuständig für emotionale Zuwendung, für Harmonie, Trost und Beziehungsarbeit – für Tätigkeiten also, die unsichtbar sind und kaum Anerkennung oder Bezahlung erfahren. Sie „schulden“ anderen – der Familie, den Männern, der Öffentlichkeit, dem Arbeitsplatz – ihre Aufmerksamkeit, ihre Liebe, ihre Zuwendung, ihre Attraktivität, ihre Zeit. Und kämpfen jeden Tag gegen emotionale und sexuelle Verfügbarkeitserwartungen.
Es sind diese allgegenwärtigen Ansprüche, die Frauen in die Erschöpfung treiben. Denn – deklariert als „weibliche Natur“ – ist die geleistete Sorgearbeit meist wenig anerkannt und bleibt unsichtbar. Sie gilt ökonomisch als irrelevant und ist gerade deshalb ausbeutbar. Das Buch zeigt, dass die Verfügbarkeitsansprüche für unterschiedliche Frauen Unterschiedliches bedeuten: Ob als Mütter oder als Mädchen, ob als schwarze oder weiße Frauen, als Migrantin, Trans- oder non binäre Person, als dicke oder lesbische Frau, ob im Dienstleistungssektor, in Pflegeberufen oder in der digitalen (Selbst)vermarktung, ob als Politikerin oder Künstlerin – die Verausgabung hat unterschiedliche Ausmaße und unterschiedliche Ursachen.
Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach wendet sich gegen ein misogynes System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt. Und sie zeigt, welch vielfältigen Widerstand Frauen gegen die Ausbeutung ihrer Energie, ihrer Psyche und ihrer Körper leisten. Ein Widerstand, der zu einer treibenden Kraft für neue Arbeits- und Lebensweisen wird und die Welt verändert.
Ein kluger und fundierter Beitrag zu einer anhaltend aktuellen Debatte.
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21 Rezensionen
4,4
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9. Juli 2025
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Wenn man schon den Titel eines Buches fühlt und beim Lesen merkt, dass man mit der eigenen Erschöpfung nicht allein ist. 📒 "Die Erschöpfung der Frau: Wider die weibliche Verfügbarkeit" von Franziska Schutzbach beschäftigt sich mit dem aktuellen Frauenbild. Frauen haben angeblich so viele Möglichkeiten wie nie zuvor und sind gleichzeitig so erschöpft wie nie zuvor. Von ihnen wird permanente Verfügbarkeit in allen Bereichen erwartet. 💛 Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht. Wütend auf Männer, wütend auf andere Frauen, wütend auf meine Mutter und wütend auf mich selbst. Der Autorin gelingt es hervorragend ohne viele Worte die Probleme und ihre Entstehung zu benennen. 💛 Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, indem von anderen Frauen nur als "Weibern" gesprochen wird. Ich solle doch bitte nicht "fanatisch weiblich" sein, Dinge in rosa oder mit Glitzer gehen garnicht, weil...ja warum eigentlich. Alles "weibliche" war negativ konnotiert, obwohl oder gerade weil meine Mutter sich selbst klar als emanzipiert bezeichnet. Wieviele dieser unsinnigen Ansichten und Phrasen ich selbst jahrelang reproduziert habe, ist mir bei der Lektüre schmerzlich bewusst geworden. Ich gelobe Besserung. 💛 Die Informationen sind fundiert belegt und gleichzeitig so aufbereitet, dass es sich nicht wie ein trockenes Fachbuch liest. Ich hätte jeden 2. Satz markieren können, weil die Inhalte so wichtig sind. Eine absolute Empfehlung für alle, damit wir irgendwann weniger erschöpfte Frauen haben.

11. Apr. 2024
Wenn man schon den Titel eines Buches fühlt und beim Lesen merkt, dass man mit der eigenen Erschöpfung nicht allein ist. 📒 "Die Erschöpfung der Frau: Wider die weibliche Verfügbarkeit" von Franziska Schutzbach beschäftigt sich mit dem aktuellen Frauenbild. Frauen haben angeblich so viele Möglichkeiten wie nie zuvor und sind gleichzeitig so erschöpft wie nie zuvor. Von ihnen wird permanente Verfügbarkeit in allen Bereichen erwartet. 💛 Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht. Wütend auf Männer, wütend auf andere Frauen, wütend auf meine Mutter und wütend auf mich selbst. Der Autorin gelingt es hervorragend ohne viele Worte die Probleme und ihre Entstehung zu benennen. 💛 Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, indem von anderen Frauen nur als "Weibern" gesprochen wird. Ich solle doch bitte nicht "fanatisch weiblich" sein, Dinge in rosa oder mit Glitzer gehen garnicht, weil...ja warum eigentlich. Alles "weibliche" war negativ konnotiert, obwohl oder gerade weil meine Mutter sich selbst klar als emanzipiert bezeichnet. Wieviele dieser unsinnigen Ansichten und Phrasen ich selbst jahrelang reproduziert habe, ist mir bei der Lektüre schmerzlich bewusst geworden. Ich gelobe Besserung. 💛 Die Informationen sind fundiert belegt und gleichzeitig so aufbereitet, dass es sich nicht wie ein trockenes Fachbuch liest. Ich hätte jeden 2. Satz markieren können, weil die Inhalte so wichtig sind. Eine absolute Empfehlung für alle, damit wir irgendwann weniger erschöpfte Frauen haben.
11. Apr. 2024


91 Follower
Wow dieses Werk hat mich wirklich positiv überrascht. Feminismus ist schwierig und ein Buch über die Erschöpfung der Frauen zu schreiben und trotzdem nicht gegen andere zu hetzen fand ich sehr stark. Ich mochte den Ton total gerne und hab vieles dazu gelernt. Ein wirklich gelungenes Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann. Selbst wenn man sich vielleicht mit einzelnen Kapitel nicht identifizieren kann, können wir so viel über die Gesellschaft und unsere Denkweisen lernen. Einfach nur empfehlenswert!!

5. Apr. 2025
Wow dieses Werk hat mich wirklich positiv überrascht. Feminismus ist schwierig und ein Buch über die Erschöpfung der Frauen zu schreiben und trotzdem nicht gegen andere zu hetzen fand ich sehr stark. Ich mochte den Ton total gerne und hab vieles dazu gelernt. Ein wirklich gelungenes Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann. Selbst wenn man sich vielleicht mit einzelnen Kapitel nicht identifizieren kann, können wir so viel über die Gesellschaft und unsere Denkweisen lernen. Einfach nur empfehlenswert!!
5. Apr. 2025

3 von 21 Rezensionen
Autorin / Autor
Franziska Schutzbach, geboren 1978, ist promovierte Geschlechterforscherin und Soziologin, Publizistin, feministische Aktivistin und Mutter von zwei Kindern. Im Jahr 2017 initiierte sie den #SchweizerAufschrei, seither ist sie eine bekannte und gefragte feministische Stimme auch über die Schweiz hinaus. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterthemen wie Misogynie und Sexismus, darüber hinaus befasst sie sich mit den Kommunikationsstrategien von Rechtspopulisten. Franziska Schutzbach lebt in Basel.
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