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Romane

Eine Frage der Zeit

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Über das Buch

Eine geradezu unglaubliche, aber wahre Geschichte

Es ist ein höchst ungewöhnlicher Auftrag, den drei Werftarbeiter 1913 von Kaiser Wilhelm II. erhalten: Sie sollen ein Dampfschiff in seine Einzelteile zerlegen und südlich des Kilimandscharo wieder zusammensetzen. Doch in Afrika geraten sie in das Räderwerk des Kolonialismus, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Editionen (8)

ISBN9783423254274
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum23.10.20
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

30 Bewertungen

4 Rezensionen

4,0

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  • jam
    jam

    42 Follower

    5,0

    Skurrile Geschichte über einen mir gänzlich unbekannten Kriegsschauplatz des 1. Weltkriegs an einem See im entfernten Afrika. Sehr unterhaltsame Charaktere, gut recherchiert und fantastisch geschrieben! Ein historischer Roman der äusserst angenehm zu lesen ist.

    13. März 2024

  • max_1920
    max_1920

    8 Follower

    5,0

    Geschichte, die fesselt – auch für Nicht-Historiker

    Alex Capus ist es gelungen, mich mit „Eine Frage der Zeit“ von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Auch als jemand, der sich sonst eher wenig mit Geschichte beschäftigt, habe ich das Buch als äußerst unterhaltsam und zugänglich empfunden. Capus erzählt ein Kapitel der Kolonial-Geschichte, das gleichermaßen absurd wie erschütternd ist – und macht es durch glänzende Dialoge, lebendige Figuren und eine spürbar sorgfältige Recherche greifbar. Die Handlung wirkt so verrückt, dass man sie kaum glauben würde, wenn sie nicht tatsächlich passiert wäre. Besonders beeindruckt hat mich, wie der Roman die Sinnlosigkeit des Krieges aufzeigt. Mit dem Schauplatz Afrika, fernab der europäischen Zentren des Bösen, stellt sich ein starker Kontrast her, der den Irrsinn von Macht- und Kriegsstreben noch deutlicher macht. Ein packendes, kluges und zugleich unterhaltsames Buch. Klare Empfehlung!

    Geschichte, die fesselt – auch für Nicht-Historiker

    6. Sept. 2025

  • semjon.pfalz
    semjon.pfalz

    38 Follower

    5,0

    Diese Geschichte ist wirklich grotesk und wenn sie nicht in Wirklichkeit so passierte wäre, ich hätte sie als konstruiert und unglaubwürdig beschrieben. Aber was in den Köpfen der Kriegsminister vor sich geht, kann man als kleiner Pazifist nicht immer verstehen. So war man zu Beginn des Ersten Weltkriegs tatsächlich der Auffassung, dass ein 700 km langer See in Zentralafrika, der das deutsche Ostafrika (heute Tansania) von der belgischen Kolonie (heute Kongo) trennte, von wesentlicher strategischer Bedeutung sein sollte. Denn je mehr man die gegenerischen Truppen in Afrika beschäftigt, desto weniger können Sie in Europa anrichten. Also ließ man ein ansehnliches Dampfschiff im Emsland außereinandernehmen und über Meer- und Schienenweg nach Kigoma bringen, damit in 1,5jähriger Nietarbeit drei deutsche Schiffsbauer das Schiff wieder auf dem See zusammensetzen. Aber die Deutschen sind ja nicht alleine blöd gewesen, die Englänger hielten bei dem Irrsinn mit und schickten die größte, prahlende Flachpfeife in der Admiralität mit zwei hölzernen Ausflugsbooten incl. Kanonen über den Atlantik nach Süfafrika, von woher mit mehreren Hundertschaften über den Schienen- und Dschungelweg durch halb Afrika an der belgischen Seeseite landete. Das Ende ist dann nicht so funkensprühend wie bei "The African Queen", dem Buch von CS Forester, der diese vorliegende Geschichte als Inspirationen für seinen Welterfolg nahm, denn tatsächlich endete die Geschichte um eine Seeschlacht in Zentralafrika halt sang- und klanglos. Mir hat gefallen, dass Alex Capus die Geschichte für sich selbst sprechen lässt, um die Sinnlosigkeit des Kriegs und das Unrecht des Kolonialismus aufzuzeigen. Auffällig ist für mich, wie wortgewandt Capus Szenen beschreiben kann, wie gut er beobachtet und vor allem wie akribisch er recherchiert hat, um Details zu dieser unrühmlichen Geschichte auszugraben. Gehadert habe ich etwas damit, dass der Roman die Lust nach weiteren Informationen weckt, die ich dann aber nur über das Internet erhielt. Zudem nimmt sich Capus die Freiheit, bei der eigentlichen Schlacht die Wahrheit etwas abzuändern. Aber es ist nunmal kein Sachbuch mit Quellennachweis, sondern eine Fiktion auf der Grundlage von wahren Begebenheiten und daher sei es dem Autor gestattet, dass er z.B. die Figuren charakterlich so zeichnet, wie es keine Quelle der Welt ihm vorgeben könnte. Es bleibt somit ein sehr guter Abenteuerroman, der in nichts ähnlichen Afrika-Romanen wie von T.C. Boyle oder Joseph Conrad nachsteht.

    14. Apr. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alex Capus

Alex Capus,1961 in der Normandie geboren, lebt in Olten, Schweiz. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. Für sein literarisches Schaffen wurde er u. a. mit dem Solothurner Kunstpreis 2020 ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ›Der König von Olten‹ (2020), ›Susanna‹ (2022) und ›Das kleine Haus am Sonnenhang‹ (2024).

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