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Lyrik & Dramen

Egmont

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Über das Buch

Hintergrund des fünfaktigen Trauerspiels um Goethes strahlenden Helden Egmont ist der niederländische Befreiungskampf im 16. Jahrhundert. Egmont, der vorsorgende Klugheit und politische Vernunft ablehnt, ist der Gegenpol zum spanischen Herzog von Alba, der rücksichtslos den Gesetzen der despotischen Staatsautorität folgt und den Freiheitskämpfer mit einer List ins Verderben führt. Trotz seines unbändigen Freiheitswillens und Idealismus ist Egmont ein passiver Held, oder, wie Goethe in einem Gespräch mit Angelika Kaufmann erwähnt, 'der, welcher durch sein ganzes Leben gleichsam wachend geträumt, Leben und Liebe mehr als geschätzt, oder vielmehr nur durch den Genuß geschätzt, daß dieser zuletzt noch gleichsam träumend wache.' Mit ›Egmont‹ gelang Goethe nach ›Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand‹ sein zweites Drama nach dem Vorbild Shakespeares. Und wie Götz verkörpert Egmont die ausgezeichnete, alle Mitmenschen überragende Gestalt des freien, großen Einzelnen. Obwohl Goethe schon 1775 an dieser Tragödie zu arbeiten begann, wurde sie erst Ostern 1788 in Druck gegeben. Die bemerkenswerte Rezension, die im September 1788 in der ›Jenaer Allgemeinen Zeitung‹ zu Egmont erschien, stammte von Friedrich Schiller.

Editionen (31)

ISBN9783423026697
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.11.06
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

21 Bewertungen

1 Rezensionen

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  • jakobdietrich
    jakobdietrich

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    4,0

    Philipp II.’ Herrschaft erstreckt sich allein in Europa von Spanien aus bis zur die Niederlande. Er fordert, die Provinzen im Norden sollen die falsche Lehre des Protestantismus drakonisch ausmerzen, die Häretiker ohne Rücksicht aufhängen. Doch die Bürger dort lieben ihre Freiheit und ihr Graf Egmont lässt sie sie ausleben, wird vom Volk dafür geliebt. – Die Tragödie stellt literaturhistorisch das Scharnier dar zwischen höfischem und bürgerlichem Trauerspiel, deren typische Protagonisten in Egmont vereint sind. Das geschieht, weil es – Goethe schrieb es im Vorabend der französischen Revolution – gerade die Triebkräfte und Transformationsprozesse der Geschichte zum Gegenstand hat, denen die Sieger mindestens genauso wie die Verlierer in diesem Drama unterworfen sind: „Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch; und uns bleibt nichts, als mutig gefasst die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Worin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.“ klagt Egmont zu seinem Sekretär. Dabei haben mir besonders die Charaktere gefallen, die wunderbar plastisch herausgearbeitet sind.

    29. Dez. 2025

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