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Romane

Die Schrecken der anderen

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Über das Buch

Wie zeigt man etwas, das längst alle sehen? Martina Clavadetscher, Schweizer Buchpreisträgerin und eine der renommiertesten deutschsprachigen Autorinnen, macht den unsichtbaren Elefanten im Raum sichtbar und fragt nach der Verantwortung von Literatur. Gekonnt erzählt und voller eindrücklicher Bilder trägt dieser Roman seine beängstigende Aktualität schon im Titel: Das könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land, zu jeder Zeit. Solange niemand aus den Schrecken der anderen lernt. Ein Junge stößt beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis und den Beginn einer sonderbaren Geschichte. Kern, ein schwerreicher Erbe, kann nicht länger ignorieren, dass seine Augen schwächer werden. Doch will er überhaupt klarsehen? Da ist Kerns hundertjährige Mutter, die den größten Teil des Tages im Dachgeschoss der Villa im Bett liegt, und doch mit brutaler Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist Schibig, ein einsamer Archivar, der sich mitreißen lässt von Rosa, der Alten aus dem Wohnwagen, die an den eigentlich unspektakulären Vorfällen ein spektakuläres Interesse hat – weil sie versteht, dass nichts je ins Leere läuft, sondern alles miteinander verbunden ist: Der Tote im Eis, die Zylinderherren im Gasthof Adler, Kerns Frau, die sich weigert, Kreide zu essen, ein geplantes Mahnmal, bedrohliche Bergdrachen und andere hartnäckige Legenden.

Editionen (2)

ISBN9783406840098
VerlagC.H.Beck
Erscheinungsdatum10.07.25

Rezensionen & Bewertungen

58 Bewertungen

24 Rezensionen

3,6

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  • theagri
    theagri

    777 Follower

    1,5

    Leider abgebrochen, das der Schreibstil mir nicht zusagt. Auch das Schriftbild erschwerte mir das Lesen. Wörtliche Rede nach Bindestrich ist nicht meins und letztlich mochte ich die Charaktere nicht. Ein neugieriger Junge findet im Eis eines zugefrorenen See's in der Schweiz eine Leiche. Da der zuständige Polizeibeamte Phil weit entfernt sitzt und dies für einen Scherz hält, schickt er seinen Freund Schibig, polizeilicher Archivar, hin, um nachzusehen. Dieser überwindet seine Sozialphobie und macht sich auf den Weg. Dabei lernt er die Alte kennen. Auch eine besondere Protagonistin. Anfangs ein gelungener Start als Krimi. Anschaulich lernt man die Protagonisten kennen, die alle ihre Besonderheiten mitbringen. Die Schreibweise ist aber leider ziemlich verschachtel, teilweise verworren und ich hatte Mühe, der Geschichte zu folgen. Letztlich ging es nicht nur darum, den Mord zu klären, sondern auch um viele weitere Probleme. War für mich leider nicht interessant genug um dran zu bleiben, zumal es sich auch nicht flüssig las.

    11. Okt. 2025

  • anja._liest
    anja._liest

    331 Follower

    4,0

    Ein Junge stolpert beim Schlittschuhlaufen zufällig über eine Leiche. Schilbig, der eigentlich lieber in seinem Archiv sitzt, wird zum Tatort zitiert und trifft auf Rosa. Sie lebt in einem Wohnwagen und will Schilbig unterstützen. Dann gibt es noch Kern und seine 100jährige Mutter. Sie bestimmt das Familienleben, ist eigentlich gesundheitlich nicht mehr so gut drauf, doch setzt manchmal noch unerwartete Kräfte frei. Die Geschichten verweben sich miteinander und führen zurück in die Zeit des Nationalsozialismus. Ich hatte so meine Schwierigkeiten beim Beginn des Buches. Wusste nicht was es mit den verschiedenen Charakteren so auf sich hat und hatte dadurch so meine Mühe dranzubleiben. Nach und nach kam ich immer mehr rein in die Story und es wurde richtig interessant. Langsam entspann sich ein Netz aus Geheimnissen und gesellschaftlicher Schuld. Am Ende fügt sich dann alles zusammen. Da war dann auf einmal richtig viel los. Insgesamt ein atmosphärischer Roman über die Schrecken der Anderen. Für Leser, die sich für historische Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft interessieren, eine Empfehlung.

    22. Juni 2025

  • siralexfelixson
    siralexfelixson

    323 Follower

    4,0

    Eindrücklich und berauschend

    "Wenn etwas auftaucht, das schon als vergessen galt, kann das ganz schön lästig sein für einige - für andere hingegen ist das vielleicht sogar ein Glücksfall; so oder so: es wirft Fragen auf und das sollten wir nutzen." "Die Schrecken der Anderen" von Martina Clavadetscher ist ein Roman, der sich nicht so richtig in eine Schublade stecken lässt. Er ist zeitgenössisch und birgt kriminalistische Elemente in sich. "Aber vergessen sind die Toten, löscht aus, was an mir Frau und Tochter noch ist, und füllt es auf mit Grausamkeit." (Shakespeare) Das Ödwilertal. Ein Junge sucht auf dem zugefrorenen Ödwilersee nach Methangasblasen um diese anzuzünden, doch was er findet ist eine Leiche. Arnold Schibig, ein einsamer und unter Angststörungen leidender Archivar, wird aus Mangel an Personal hingeschickt, um die Behauptung des Jungen zu überprüfen. Dabei wird er von Rosa, der Alten, die in dem gelben Wohnwagen am See wohnt, beobachtet. Natürlich geht sie ihm nach und knüpft den ersten Kontakt. Rosa hat ein großes Interesse an diesem Fall, denn ihr ist scheinbar als einziger Person klar, dass alles mit allem zusammenhängt - Zufälle gibt es nicht! Und dann ist da noch Kern. Ein schwerreicher Erbe mit Augenproblemen, der unter seiner zwar bettlägrigen, jedoch nach wie vor tyrannischen Mutter leidet. Auch die Familie Kern, steckt irgendwie in allem drin. "... so ist er sich plötzlich nicht mehr sicher, ob diese Geschichte nicht genauso gut auch der Alten widerfahren sein könnte - oder noch umfassender, ob diese Geschichte am Ende nicht jedermanns, jederfraus, jederkinds Geschichte sein könnte. In jedem Land. Und zu jeder Zeit. Weil niemand jemals etwas aus den Schrecken der anderen lernt." Clavadetschers Roman ist sehr klug konzipiert und sie erzählt diese Geschichte auf eine sehr eindrückliche Art und Weise. Eine Art und Weise, die uns auch die Aktualität dieser Geschichte vor Augen hält. Sie ist bedrückend, beängstigend und berauschend. Wir tauchen mit jeder Seite tiefer in den Sumpf der Vergangenheit ein, die ihre Klauen in die Zukunft streckt und diese mit ihrem dreckigen Morrast besudelt. Besonders gefallen haben mir auch die wirren Parts, die Wort an Wort, ohne Punkt und Komma aneinanderreihen und dadurch besonders eindrücklich wirken. Für mich war "Die Schrecken der Anderen" zwar kein Highlight, aber trotzdem ist es ein wirklich großartiger Roman, der mich sehr gefesselt hat und den ich gern gelesen habe. "Schibig liest Namen um Namen, die eingemeißelten Menschen und ihre Daten: Anfang und Ende, Geburt und Tod, dazwischen ein Bindestrich, der das Leben ausmacht."

    Eindrücklich und berauschend

    9. Juli 2025

3 von 24 Rezensionen

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