
81 Follower
Ein historisch extrem interessantes Buch, das allerdings sehr distanziert erzählt ist. Leider ist das letzte Viertel des Romans im Zeitraffer erzählt worden, was dem Buch nicht gut getan hat.
„Suleika öffnet die Augen“ von Gusel Jachina ist mir für die 12 Books in 2024-Challenge aus meiner Wunschliste auslost worden. Aufgrund der Thematik war mir klar, dass dies keine einfache Geschichte werden und dass ich dafür einen klaren und freien Kopf benötigen würde, weshalb ich es zu einem Großteil in einem entspannten Urlaub auf meiner Terrasse gelesen habe. Die mitunter recht langen Kapitel waren ein weiterer Grund, weshalb ich das Buch nicht in kleine Abschnitte zerstückelt lesen wollte. Vorgewarnt von der ein oder anderen Rezension, hatte ich tatsächlich ein wenig Bedenken, dass mich das Buch nach einem wirklich starken Anfang verlieren, bzw. dass es mir zu emotionslos erzählt sein könnte. Und es war auch sehr distanziert erzählt, aber gerade diese Emotionslosigkeit und Distanziertheit haben extrem gut zu Suleik gepasst. Denn man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass es in einer komplett anderen Zeit als der unsrigen spielt und Suleikas fast schon sklavenartiges Leben an der Seite ihres gewalttätigen Ehemanns und dessen einschüchternder Mutter unterscheidet sich doch sehr von dem Leben einer selbständigen Frau im 21. Jahrhundert. Sie durfte keine eigene Meinung haben und war mit ihrer verschüchterten Art ein fast schon „erfrischend“ anderer Charakter bei all den feministischen Romanheldinnen, die für die Rechte und Gleichberechtigung der Frauen kämpfen. Und trotz aller Unterdrückung durch ihren Ehemann und der Schwiegermutter ist Suleika ein wunderbar starker Charakter und genau das muss sie auch sein bei dem, was sie alles er- und überlebt hat. Außerdem bietet mir „Suleika öffnet die Augen“ genau das, was ich an historischen Romanen so liebe und mit immer erhoffe: Ich lerne viel in diesem Buch über die Zeit und das russische Zarenreich und seine Geschichte. Es mag kein Buch sein, dass Knall auf Fall mitten ins Herz trifft, dafür empfinde ich den Erzählstil als zu distanziert, aber sowohl Suleika als auch das Buch haben sich heimlich still und leise in meinem Gehirn festgesetzt. Es ist eine Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde, auch wenn das Ende etwas zu sehr im Zeitraffer erzählt worden ist und dadurch mein Gesamteindruck etwas geschmälert wurde.
30. Juli 2024
Ein historisch extrem interessantes Buch, das allerdings sehr distanziert erzählt ist. Leider ist das letzte Viertel des Romans im Zeitraffer erzählt worden, was dem Buch nicht gut getan hat.
„Suleika öffnet die Augen“ von Gusel Jachina ist mir für die 12 Books in 2024-Challenge aus meiner Wunschliste auslost worden. Aufgrund der Thematik war mir klar, dass dies keine einfache Geschichte werden und dass ich dafür einen klaren und freien Kopf benötigen würde, weshalb ich es zu einem Großteil in einem entspannten Urlaub auf meiner Terrasse gelesen habe. Die mitunter recht langen Kapitel waren ein weiterer Grund, weshalb ich das Buch nicht in kleine Abschnitte zerstückelt lesen wollte. Vorgewarnt von der ein oder anderen Rezension, hatte ich tatsächlich ein wenig Bedenken, dass mich das Buch nach einem wirklich starken Anfang verlieren, bzw. dass es mir zu emotionslos erzählt sein könnte. Und es war auch sehr distanziert erzählt, aber gerade diese Emotionslosigkeit und Distanziertheit haben extrem gut zu Suleik gepasst. Denn man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass es in einer komplett anderen Zeit als der unsrigen spielt und Suleikas fast schon sklavenartiges Leben an der Seite ihres gewalttätigen Ehemanns und dessen einschüchternder Mutter unterscheidet sich doch sehr von dem Leben einer selbständigen Frau im 21. Jahrhundert. Sie durfte keine eigene Meinung haben und war mit ihrer verschüchterten Art ein fast schon „erfrischend“ anderer Charakter bei all den feministischen Romanheldinnen, die für die Rechte und Gleichberechtigung der Frauen kämpfen. Und trotz aller Unterdrückung durch ihren Ehemann und der Schwiegermutter ist Suleika ein wunderbar starker Charakter und genau das muss sie auch sein bei dem, was sie alles er- und überlebt hat. Außerdem bietet mir „Suleika öffnet die Augen“ genau das, was ich an historischen Romanen so liebe und mit immer erhoffe: Ich lerne viel in diesem Buch über die Zeit und das russische Zarenreich und seine Geschichte. Es mag kein Buch sein, dass Knall auf Fall mitten ins Herz trifft, dafür empfinde ich den Erzählstil als zu distanziert, aber sowohl Suleika als auch das Buch haben sich heimlich still und leise in meinem Gehirn festgesetzt. Es ist eine Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde, auch wenn das Ende etwas zu sehr im Zeitraffer erzählt worden ist und dadurch mein Gesamteindruck etwas geschmälert wurde.
30. Juli 2024






