Blick ins Buch

Romane

Seide

3,8(111)
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Über das Buch

Herbst 1861: Gustave Flaubert schreibt Salammbô , elektrisches Licht ist noch graue Theorie, und Abraham Lincoln führt jenseits des Ozeans einen Krieg, dessen Ende er nie erleben wird. Der Seidenraupenzüchter Hervé Joncour ist zweiunddreißig Jahre alt und lebt im Süden Frankreichs. Da ein Ausbruch der Nosemaseuche die Eier aller europäischen Aufzuchten unbrauchbar gemacht hat, ist seine Existenz gefährdet. In seiner Not macht er sich auf den Weg nach Japan. Dort soll es noch gesunde Seidenraupeneier geben. Und die schönste Seide – als hielte man das Nichts in Händen. In Japan begegnet er einer äußerst geheimnisvollen jungen Frau. Und obwohl ihm kaum mehr als die Erinnerung an verstohlene Blicke bleibt, treibt es ihn fortan jedes Jahr erneut hierher, ans Ende der Welt, immer in der Hoffnung, die Frau wiederzusehen und endlich ihre Stimme zu hören.

Editionen (20)

ISBN9783311706489
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum17.03.26
Seitenzahl128

Rezensionen & Bewertungen

111 Bewertungen

10 Rezensionen

3,8

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  • 3,5

    Eine ergreifende Geschichte über Liebe und Begehren

    Der Franzose Hervé Joncour reist nach Japan, um seltene Seidenraupen zu kaufen. Dort verfällt er den Reizen einer mysteriösen Japanerin, ohne dieser jedoch jemals körperlich nahezukommen. Zuhause in Frankreich genießt er das einfache Leben und Zukunftspläne mit seiner Frau. Doch die Japanerin geht ihm nicht aus dem Kopf und trotz vieler Gefahren reist Hervé jedes Jahr nach Japan. Das Buch glänzt weniger mit seiner großen Story, denn des poetischen Sprachstils und dem, was der Fantasie überlassen wird. Vieles bleibt unausgesprochen, große Liebeserklärungen bleiben aus, Emotionen werden lediglich über kleine Gesten ausgedrückt. Am Ende ist das Unausgesprochene das, was am Wichtigsten erscheint.

    6. Juni 2025

  • monaaalicious
    monaaalicious

    74 Follower

    3,5

    Kurzweilig und doch intensiv

    Seide ist ein kurzer Roman mit übersichtlichen Kapiteln und dennoch erstaunlich viel Inhalt. Der Stil ist leicht zugänglich, sodass ich das Buch ohne große Pausen an einem einzigen Abend durchlesen konnte – und trotzdem passiert unheimlich viel zwischen den Zeilen. Die Sprache ist stellenweise fast poetisch, manchmal schon kunstvoll, was dem Ganzen eine besondere Atmosphäre verleiht. Nach dem letzten Satz musste ich kurz innehalten, um das Gelesene wirken zu lassen. Der Sinn des Romans offenbart sich nicht sofort, sondern entfaltet sich eher still und leise im Nachklang. Für mich geht es vor allem um Sehnsucht, um das Streben nach dem Fremden – und letztlich um die Erkenntnis, dass das Wertvollste oft direkt vor den eigenen Füßen liegt. Ein ruhiges, fast meditatives Buch, das weniger durch Handlung als durch Stimmung überzeugt. Für mich ein stilles Leseerlebnis mit Nachhall – aber vielleicht nicht für jede Stimmung oder Leser*in geeignet.

    5. Juni 2025

  • rigatander
    rigatander

    29 Follower

    5,0

    Sprachgenuss

    Obwohl der Plot des Buches interessant und spannend ist, könnte er mir in diesem Werk kaum egaler sein. Die Bilder, die Barrico hier entwirft in einer Sprache, fein, sanft und farbenfroh sind von solcher Schönheit, dass er mir alles hätte erzählen könnte.

    8. Juni 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Alessandro Baricco

Alessandro Baricco, geboren 1958 in Turin, ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Musikkritiker und Journalist. Er hat in Turin Philosophie studiert und gleichzeitig am Konservatorium sein Klavierdiplom erworben. Besonders bekannt wurde er in Italien durch seine Arbeit beim Fernsehen, wo er Musik- und Literatursendungen moderierte. Seit 1994 leitet Baricco eine Literaturschule in Turin, wo er bis heute lebt und arbeitet. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen italienischen Autor*innen.

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