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Ganz große Owen Meany-Liebe! ❤️🥲
Dies wird keine ausführliche Rezension, "A Prayer for Owen Meany" ist nämlich eines dieser Bücher, über das man im Vorfeld eher wenig wissen sollte, da man sonst zu leicht gespoilert wird. Gleichzeitig erfährt man manche Dinge gleich am Anfang, etwa, dass Owen Meany der Grund ist, warum der Ich-Erzähler John heute ein gläubiger Mensch ist. Von anderen Ereignissen erfährt man im Laufe des Buches, das an seinem Ende trotzdem aber einen kleinen Twist bereithält, der überrascht. Owen Meany ist Johns bester Freund. Er ist stets zu klein für sein Alter, winzig gar. Außerdem hat er eine unvergleichliche, quäkend hohe Stimme, die in der Printversion des Buchs dadurch wiedergegeben wird, dass seine direkte Rede ausschließlich in Großbuchstaben wiedergegeben wird. Für die Produktion dieses Hörbuchs hat John Irving den Sprecher Joe Barrett persönlich ausgewählt, um Owens Stimme so klingen zu lassen, wie er das im Sinn hatte. Auch abgesehen von diesem Aspekt ist Barretts Leistung hervorragend. Überrascht hat mich, wie britisch die Neuengländer bei ihm stellenweise klingen. Neben Owen Meanys Schicksal ist die Identität von Johns Vater das zweite große Rätsel des Buchs. Es ist unglaublich lustig, lässt die Lesenden bzw. Hörenden laut lachen, aber auch auf Tränen müssen sie sich einstellen. Die Handlung des Romans ist nicht streng linear, sie wechselt zwischen dem erwachsenen John, der mittlerweile in Kanada lebt, und der Kindheit und Jugend der beiden Jungen. Insbesondere in der Erwachsenen-Zeitlinie wird das Buch auch politisch und USA-kritisch, der Vietnam-Krieg spielt eine wichtige Rolle. Ich habe mich ein paar Mal gefragt: "Was, wenn John Irving damals schon gewusst hätte, dass es einmal einen noch viel schlimmeren Präsidenten geben würde als Richard Nixon oder Ronald Reagan und dass die Demokratie in den USA so gefährdet sein würde, wie das aktuell der Fall ist?" Ich muss mal recherchieren, ob und wie sich John Irving zu der aktuellen Lage äußert. "A Prayer for Owen Meany" war ein großes Lesehighlight für mich. Ich war vor der Lektüre ein wenig skeptisch, weil Religion so viel Raum einnimmt in dem Buch, aber auch, wer wie ich nicht gläubig ist, sollte keine Schwierigkeiten mit dem Umgang mit dem Thema haben. Ich freue mich auf weitere (Hör-)Bücher von John Irving, auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass eines davon mich noch mehr begeistern wird als dieses.
3 Tage vor
Ganz große Owen Meany-Liebe! ❤️🥲
Dies wird keine ausführliche Rezension, "A Prayer for Owen Meany" ist nämlich eines dieser Bücher, über das man im Vorfeld eher wenig wissen sollte, da man sonst zu leicht gespoilert wird. Gleichzeitig erfährt man manche Dinge gleich am Anfang, etwa, dass Owen Meany der Grund ist, warum der Ich-Erzähler John heute ein gläubiger Mensch ist. Von anderen Ereignissen erfährt man im Laufe des Buches, das an seinem Ende trotzdem aber einen kleinen Twist bereithält, der überrascht. Owen Meany ist Johns bester Freund. Er ist stets zu klein für sein Alter, winzig gar. Außerdem hat er eine unvergleichliche, quäkend hohe Stimme, die in der Printversion des Buchs dadurch wiedergegeben wird, dass seine direkte Rede ausschließlich in Großbuchstaben wiedergegeben wird. Für die Produktion dieses Hörbuchs hat John Irving den Sprecher Joe Barrett persönlich ausgewählt, um Owens Stimme so klingen zu lassen, wie er das im Sinn hatte. Auch abgesehen von diesem Aspekt ist Barretts Leistung hervorragend. Überrascht hat mich, wie britisch die Neuengländer bei ihm stellenweise klingen. Neben Owen Meanys Schicksal ist die Identität von Johns Vater das zweite große Rätsel des Buchs. Es ist unglaublich lustig, lässt die Lesenden bzw. Hörenden laut lachen, aber auch auf Tränen müssen sie sich einstellen. Die Handlung des Romans ist nicht streng linear, sie wechselt zwischen dem erwachsenen John, der mittlerweile in Kanada lebt, und der Kindheit und Jugend der beiden Jungen. Insbesondere in der Erwachsenen-Zeitlinie wird das Buch auch politisch und USA-kritisch, der Vietnam-Krieg spielt eine wichtige Rolle. Ich habe mich ein paar Mal gefragt: "Was, wenn John Irving damals schon gewusst hätte, dass es einmal einen noch viel schlimmeren Präsidenten geben würde als Richard Nixon oder Ronald Reagan und dass die Demokratie in den USA so gefährdet sein würde, wie das aktuell der Fall ist?" Ich muss mal recherchieren, ob und wie sich John Irving zu der aktuellen Lage äußert. "A Prayer for Owen Meany" war ein großes Lesehighlight für mich. Ich war vor der Lektüre ein wenig skeptisch, weil Religion so viel Raum einnimmt in dem Buch, aber auch, wer wie ich nicht gläubig ist, sollte keine Schwierigkeiten mit dem Umgang mit dem Thema haben. Ich freue mich auf weitere (Hör-)Bücher von John Irving, auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass eines davon mich noch mehr begeistern wird als dieses.
3 Tage vor




