Blick ins Buch

Romane

Das Band, das uns hält

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Über das Buch

Die achtzigjährige Edith Goodnough wurde verhaftet. Ihr Nachbar Sandy weiß um Ediths Lebenstragödien und die kleinen Lichtblicke, die vielleicht unweigerlich zu diesem Januar 1977 führten: die entbehrungsreiche Kindheit, der Tod der Mutter, der durch einen Unfall abhängige, stets wütende Vater. Wahrhaftig und einfühlsam entführt Kent Haruf abermals in ein Leben, in dem es an dem meisten fehlt, in dem es Herz und Beharrlichkeit braucht, um die Geschenke darin zu entdecken.

Editionen (3)

ISBN9783257072297
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum24.05.23
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

52 Bewertungen

14 Rezensionen

4,2

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  • kapitelchaos
    kapitelchaos

    104 Follower

    3,0

    Edith Goodnough, 80 Jahre alt, wurde gerade verhaftet. Sie liegt im Krankenhaus und wird bewacht. Ihr einziger Besucher, Sandy Roscoe, ein langjähriger Nachbar, lässt ihr Leben Revue passieren. Über Genrationen hinweg erzählt er die Familiengeschichte der Goodnoughs, bestehend aus den Erzählungen seines Vaters und seinen eigenen Erinnerungen. Doch findet sich darin eine Erklärung für Ediths Tat? - Harufs Erzählung ist langsam und unaufgeregt. Er zeichnet ein ausführliches Porträt von Edith aus Sicht eines Dritten. Der frühe Tod der Mutter, der cholerische, später arbeitsunfähige Vater, der eigensinnige, immer kindliche Bruder, fesseln Edith an ein entbehrungsreiches Leben auf dem Land. Ihr Alltag ist geprägt von harter Arbeit und Demütigung. Durch Sandys Sichtweise entsteht eine gewisse Distanz, trotzdem kann man sich gut in Edith hineinversetzen. Der Stil ist angenehm zu lesen, allerdings an vielen Stellen für meinen Geschmack zu ausschweifend, was auch dazu führt, dass beim Lesen eine gewisse Langeweile aufkommt und keinerlei Spannungsbogen entsteht. Der Autor versteht es das Landleben der damaligen Zeit einzufangen, was sicherlich zu der Eintönigkeit der Geschichte beiträgt. Wer sich dafür interessiert, wird hier sicher begeistert sein. Für mich war es ein durchschnittliches Leseerlebnis, aber macht euch gern selbst ein Bild.

    6. März 2025

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    148 Follower

    5,0

    Herz, Staub und ein bisschen Magie des Lebens

    Manchmal reicht ein einziger Satz von Kent Haruf, und man sitzt da wie nach einem Schlag in die Magengrube – berührt, baff, ein bisschen demoliert, aber glücklich. Das Band, das uns hält ist genau so ein Buch: ruhig, schnörkellos, ehrlich, und gleichzeitig voller kleiner Explosionen im Herzen. Edith Goodnough, diese 80-jährige Frau mit Rückgrat aus Stahl und Herz aus Gold, zieht einen in ihr Leben, als säße man selbst mit ihr auf der Veranda und hörte ihr zu – bei Kaffee und leiser Musik aus einem uralten Radio. Haruf schreibt, als würde er einem nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern eine ganze Lebensweisheit einpflanzen. Seine Sätze sind so schlicht, dass man sie fast überliest – bis sie einem nach ein paar Seiten wie ein Bumerang ins Bewusstsein zurückfliegen. Ich schwöre, selten hat mich ein Roman so leise erschüttert. Kein großes Drama, keine Heldenpose – nur Menschen, die versuchen, das Richtige zu tun, und dabei grandios scheitern oder zart gewinnen. Was mir besonders gefallen hat: die unfassbare Wärme, die Haruf in die Trostlosigkeit gießt. Da wird aus Staub, Dürre und Schweigen plötzlich so viel Menschlichkeit, dass man fast vergisst, wie kaputt die Welt da draußen sein kann. Und Sandy – dieser Nachbar, der Ediths Geschichte erzählt – ist der stille Beobachter, den man sich in jeder Geschichte wünscht: humorvoll, ehrlich, leicht melancholisch. Wer Action sucht, ist hier falsch. Wer aber Bücher liebt, die nachklingen, wie das letzte Akkord einer Gitarre in einem verlassenen Raum – bitte, hier ist euer Schatz. Haruf schafft es wieder, das Alltägliche in Poesie zu verwandeln. Und ja, am Ende wollte ich Edith einfach nur eine Tasse Tee bringen und sagen: „Du hast das gut gemacht.“

    Herz, Staub und ein bisschen Magie des Lebens

    5. Okt. 2025

  • meinleseich
    meinleseich

    28 Follower

    4,0

    Kent Haruf erzählt aus der Sicht eines befreundeten Nachbarn die Lebensgeschichte der Edith Goodnough. Die früh ihre Mutter verliert und große Teile ihres Lebens unter der tyrannischen Herrschaft ihres lieblosen Vaters auf einer Farm in Colorado ertragen muss. Nur zwei kurze Abschnitte des Glücks sind ihrem tristen und hartemLeben vergönnt. Edit ist eine Protagonistin, mit hohen moralischen Werten von Verantwortung auch wenn das Verzicht auf eigenes Glück bedeutet. Ein ruhiges Buch, dass mich sehr bewegt hat.

    Kent Haruf erzählt aus der Sicht eines befreundeten Nachbarn die Lebensgeschichte der Edith Goodnough. Die früh ihre Mutter verliert und große Teile ihres Lebens unter der tyrannischen Herrschaft ihres lieblosen Vaters auf einer Farm in Colorado ertragen muss. Nur zwei kurze Abschnitte des Glücks sind ihrem tristen und hartemLeben vergönnt. Edit ist eine Protagonistin, mit hohen moralischen Werten von Verantwortung auch wenn das Verzicht auf eigenes Glück bedeutet. Ein ruhiges Buch, dass mich sehr bewegt hat.

    9. Dez. 2024

3 von 14 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Kent Haruf

Kent Haruf, geboren 1943 in Colorado, war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award ausgezeichnet. Sein letzter Roman, ›Unsere Seelen bei Nacht‹, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Kent Haruf starb 2014.

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