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Ein Märchen, welches die Schatten betont
Man könnte sich, da es in dieser aussergewöhnlichen Geschichte um den 11 jährigen Martin und seinen ihn stets begleitenden schwarzen Hahn geht, ein nettes Märchen für Kinder vorstellen. Weit gefehlt. Die schonungslose Brutalität einer mittelalterähnlichen Welt, in die wir hier hineingeworfen werden, taugt wenig für Kinder. Martin wächst ohne Familie auf, weil sein Vater, als Martin 4 Jahre alt war, seine ganze Familie hingeschlachtet hat, während der Junge anwesend war und sich noch gut an dieses Szenario erinnern kann. Dennoch zeichnet den Jungen eine Reinheit und von Mitgefühl geprägte Wesensart aus, zudem ist er äusserst intelligent und trägt bereits in seinen jungen Jahren eine tiefe Weisheit mit sich. Also auch dies sehr märchenhaft? Wir begleiten Martin auf seinem Weg zu seiner Bestimmung, auf dem er mit Willkür, Machtmissbrauch sowie der Gewalt des Stärkeren auf Basis von nacktem Überleben immer wieder herausgefordert wird. Dennoch erliegt er nicht der Versuchung, seine gutwillige Art aufgrund der so anderen Gepflogenheiten seiner Umgebung anzupassen. Es wirkt wie eine Entscheidung, zu sich und einer empathischen Zuwendung zu anderen zu stehen. Dem gegenüber zeigt es aber auch auf, wie schnell sich die Mehrheit der Mitmenschen ganz anders entscheidet. Dies ist ernüchternd und holt die nach Märchen anmutende Geschichte bald in die rohe Realität. Es ist das Erstlingswerk von Stefanie von Schulte, die beinahe eine selbstverständliche, klare Sprache anwendet, die zudem aber die Begabung hat, aus dieser Klarheit so viel mehr zu machen, beinahe poetisch und doch ohne Schnörkel diese Geschichte zu einem Genuss werden lässt. Zudem macht Robert Stadlober, der so passend als Vorleser dieses Hörbuchs ausgewählt ist, den Genuss perfekt
21. Aug. 2025
Ein Märchen, welches die Schatten betont
Man könnte sich, da es in dieser aussergewöhnlichen Geschichte um den 11 jährigen Martin und seinen ihn stets begleitenden schwarzen Hahn geht, ein nettes Märchen für Kinder vorstellen. Weit gefehlt. Die schonungslose Brutalität einer mittelalterähnlichen Welt, in die wir hier hineingeworfen werden, taugt wenig für Kinder. Martin wächst ohne Familie auf, weil sein Vater, als Martin 4 Jahre alt war, seine ganze Familie hingeschlachtet hat, während der Junge anwesend war und sich noch gut an dieses Szenario erinnern kann. Dennoch zeichnet den Jungen eine Reinheit und von Mitgefühl geprägte Wesensart aus, zudem ist er äusserst intelligent und trägt bereits in seinen jungen Jahren eine tiefe Weisheit mit sich. Also auch dies sehr märchenhaft? Wir begleiten Martin auf seinem Weg zu seiner Bestimmung, auf dem er mit Willkür, Machtmissbrauch sowie der Gewalt des Stärkeren auf Basis von nacktem Überleben immer wieder herausgefordert wird. Dennoch erliegt er nicht der Versuchung, seine gutwillige Art aufgrund der so anderen Gepflogenheiten seiner Umgebung anzupassen. Es wirkt wie eine Entscheidung, zu sich und einer empathischen Zuwendung zu anderen zu stehen. Dem gegenüber zeigt es aber auch auf, wie schnell sich die Mehrheit der Mitmenschen ganz anders entscheidet. Dies ist ernüchternd und holt die nach Märchen anmutende Geschichte bald in die rohe Realität. Es ist das Erstlingswerk von Stefanie von Schulte, die beinahe eine selbstverständliche, klare Sprache anwendet, die zudem aber die Begabung hat, aus dieser Klarheit so viel mehr zu machen, beinahe poetisch und doch ohne Schnörkel diese Geschichte zu einem Genuss werden lässt. Zudem macht Robert Stadlober, der so passend als Vorleser dieses Hörbuchs ausgewählt ist, den Genuss perfekt
21. Aug. 2025








