Blick ins Buch

Romane

Schlangen im Garten

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Über das Buch

Familie Mohn hat die Mutter verloren. Jetzt steht sie im Verdacht, die Trauerarbeit zu verschleppen. Das Leben muss doch weitergehen, sagen die Nachbarn, meint das Traueramt. Doch Vater Adam, die wütende Linne, der nach Hause zurückgekehrte Student Steve und Micha, der Jüngste, wollen nicht weitergehen. Sie möchten Johanne bewahren – nicht nur in ihren eigenen Erinnerungen, sondern in unzähligen Geschichten, die deren Leben so vielleicht gar nie geschrieben hat.

Editionen (3)

ISBN9783257072174
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum24.08.22
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

48 Bewertungen

18 Rezensionen

3,6

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  • saschamalz
    saschamalz

    119 Follower

    5,0

    Trauer in poetischen Bildern

    Die Familie Mohn steht nach dem plötzlichen Tod der Mutter Johanne vor einem Abgrund. Vater Adam und die drei Kinder – Steve, Linne und Micha – müssen sich in einer Welt zurechtfinden, die ihnen keine Zeit für echte Trauer lässt. Doch anstatt den gesellschaftlichen Erwartungen zu folgen, entwickelt die Familie eigene, teils ungewöhnliche Rituale: Sie essen Seiten aus Johannas Tagebuch, um ihr nahe zu bleiben. Die Außenwelt reagiert mit Unverständnis, das „Traueramt“ mischt sich ein, und die Nachbarn tuscheln. Jedes Familienmitglied kämpft anders: Adam versinkt in Lethargie, Linne rebelliert, Micha sucht Trost bei einer alten Dame, während Steve verzweifelt versucht, Halt zu geben. Die Sprache ist poetisch und leicht zugänglich, der Wandel vom Realismus hin zum Märchenhaften gelingt der Autorin meisterhaft. Mein Eindruck: Ein trauriges und zugleich wunderschönes Buch, das mich tief berührt hat. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt ein so trauriges Werk gelesen habe – und dennoch bleibt es ein Highlight dieses Jahres! Die Geschichte ist intensiv, aber nie sperrig, sondern fließend und voller sprachlicher Schönheit. Von meiner Seite: 5/5 Sternen – für die emotionale Kraft, die poetische Sprache und die gelungene Mischung aus Realität und Märchenhaftem. Für mich eine klare Leseempfehlung und ein Buch, das lange nachhallt!

    Trauer in poetischen Bildern

    24. Nov. 2025

  • vier.buchstaben
    vier.buchstaben

    31 Follower

    5,0

    Mein Highlight des Monats

    Stefanie vor Schulte schreibt sich mitten in mein Herz hinein. Nach "Junge mit dem schwarzen Hahn" war ich so begeistert, dass ich Schlangen im Garten verschlungen habe. Das Buch berührt, tröstet und füllt die eigenen Seiten des Lebens mit Hoffnung. "Dort wachsen Blätter, in denen die Geschichten bereits stehen, und man muss ihnen nur noch zuhören, um sie zu kennen. Oder man muss die Blätter essen, dann bewohnen einen die Geschichten sogar." S.218 Ihre Sprache und ihre Bilder sind einzigartig. 5/5

    Mein Highlight des Monats

    15. Mai 2024

  • heibi
    heibi

    191 Follower

    5,0

    Mal ein ganz anderes und gleichzeitig sehr besonderes Buch. Stefanie vor Schulte schreibt über die Familie Mohn. Es gibt den Vater Adam und die Geschwister Steve, Linne und Micha. Alle haben sie einen überwältigenden Verlust erlitten. Sie haben Johanne verloren. Johanne war Mutter und Ehefrau und hinterlässt ihre Familie, die mit diesem Verlust nicht gut zurecht kommt. Wie auch? Wie trauert man, wie lange trauert man? Wie bleibt man dabei noch eine Familie? Und was, wenn die unterschiedlichen Arten zu trauern, diese Familie noch weiter auseinander treiben? Die Autorin schreibt hier einen ganz unkonventionellen Roman. Sie findet Metaphern, die ganz fein eingewoben werden in die Geschichte und uns spüren lassen, wie die Familie sich fühlt, wie sie versuchen, an Johanne fest zu halten und versuchen, sich dabei nicht selbst aufzulösen. Für mich ein ganz fein, ruhig erzähltes und dabei häufig auch skurriles Buch, welches die Trauer über einen Verlust dabei immer ganz ohne Kitsch und trotzdem gefühlvoll erzählt. Für mich persönlich ein Herzensbuch. Man sollte sich in die Geschichte fallen lassen und keinen Ratgeber erwarten. Dieses Buch fängt einen ein wenig auf und zeigt, dass es unterschiedliche Wege gibt zu trauern. Das es Zeit und Verständnis braucht und wenn man offen dafür ist, auch hilfreich, wenn man sich in seiner Trauer unterstützen lässt und vor allen Dingen dem Leben im Hier und Jetzt zugewandt bleibt. ♥️

    28. Sept. 2024

3 von 18 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Stefanie vor Schulte

Stefanie vor Schulte, 1974 in Hannover geboren, ist studierte Bühnen- und Kostümbildnerin. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Marburg. Ihr erster Roman, ›Junge mit schwarzem Hahn‹, wurde 2021 mit dem Mara-Cassens-Preis für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet.

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