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Romane

Das Erdbeben in Chili

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Über das Buch

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit dem Autorenporträt aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Solange niemand den engen Pfad von Pflicht und Tugend verlässt, lebt es sich gut in Chili. Doch wehe, einer entscheidet sich für den eigenen Weg. Josephe wird ins Kloster gesteckt, als ihr Vater von ihrer Liebe erfährt. Während einer Feiertagsprozession wird ihr Kind geboren, weswegen ihr die Hinrichtung droht. Nur das große Erdbeben rettet sie vor dem sicheren Tod. Auch ihr Liebster Jeronimo kann so dem Kerker entkommen. Vom gemeinsamen Glück geblendet, beschließen sie hoffnungsfroh die Rückkehr in die Stadt. Ein fataler Fehler…

Editionen (19)

ISBN9783104018379
VerlagFISCHER E-Books
Erscheinungsdatum21.11.11
Seitenzahl30

Rezensionen & Bewertungen

75 Bewertungen

6 Rezensionen

3,1

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  • phil_eidos
    phil_eidos

    2 Follower

    4,0

    Sehr derbe, deswegen gefällt es mir. Kunstvolle Sprache, die nicht übertreibt.

    23. Feb. 2024

  • mira123
    mira123

    36 Follower

    5,0

    In dieser Kurzgeschichte geht es um ein ziemlich schlimmes Erdbeben, das aber gleichzeitig ziemlich gut für die Hauptfiguren ist. Ziemlich, ziemlich gut. Es rettet nämlich beiden das Leben. Jeronimo sitzt im Gefängnis und will sich dort erhängen. Dieses Vorhaben geht dank dem Erdbeben schief. Aber warum will Jeronimo sich das Leben nehmen? Nun, das lässt sich schnell erklären. Er hat nämlich Josephe geschwängert, die eigentlich im Kloster leben und dadurch absolut keinen Kontakt mit männlichen Lebewesen haben sollte. Und Josephe soll wegen diesem Fehltritt hingerichtet werden. Auch das wird (Gott sei Dank!) nicht durchgeführt. Beide können sich durch das Erdbeben befreien und gemeinsam mit ihrem Kind fliehen. Ganz ehrlich: Bevor ich diese Geschichte gelesen habe, wusste ich fast nichts über dieses Buch. Ich wusste nicht mal, um was es geht. Abgesehen von dem Erdbeben natürlich. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass wir die Geschichte in der Schule angesprochen haben. Irgendwo stand wohl ein Absatz dazu in unsere Literaturbuch und vielleicht haben wir den sogar in der Schule durchbesprochen, aber ich war da wohl gerade damit beschäftigt, mir mit FreundInnen Zettel zu schreiben, unter der Bank irgendein Buch zu lesen oder auf meine Schreibunterlage zu kritzeln. Schade eigentlich, dass mich der Deutschunterricht in der Schule nicht mehr fesseln konnte, dann hätte ich jetzt für mein Studium mehr Vorwissen. Was mich an dieser Kurzgeschichte besonders überrascht hat, war die Gewalt, die darin vorkommt. Ich dachte nicht, dass eine Geschichte aus dieser Zeit so viel Gewalt enthält, die vor allem so genau beschrieben wird. Hinrichtungen, versuchte Selbstmorde, gelungene Morde und so weiter und so weiter. [Kurzer Spoiler im nächsten Satz!] Das geht bis hin zum gelungenen Kindsmord. Sehr schön sichtbar war an dieser Kurzgeschichte auch der Kontrast zwischen Natur und Gesellschaft. Die Bedeutung der zwei Pole verschiebt sich hier dauernd. Auf der einen Seite ist da natürlich das Erdbeben, das natürlich als gefährlich wahrgenommen wird, auf der anderen Seite wird die wilde Natur, in die sich die zwei Protagonisten flüchten oft als "Garten Eden" oder ähnliches beschrieben. Gleiches gilt für die Gesellschaft: Auf der einen Seite ist sie für die Protagonisten natürlich tödlich und der Zusammenbruch der normalen Gesellschaft ist für sie nicht unbedingt was Negatives. Auf der anderen Seite ist die Gesellschaft natürlich doch etwas, das von ihnen als durchaus angenehm empfunden wird und sie sehnen sich auch nach den "normalen" Zuständen zurück, zumindest handeln sie so, dass wir als Leser das glauben. Alles in allem kann ich euch nur empfehlen, dieser Geschichte eine Chance zu geben, auch wenn der Stempel "Klassiker" abschreckend wirken kann. Die Geschichte hat nur etwa zwanzig Seiten und liest sich wirklich sehr angenehm.

    27. Dez. 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist, dessen Werk bereits auf die Moderne vorausweist, wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Die Beschäftigung mit Kants Philosophie löste 1801 eine Krise aus, die zur Infragestellung der Lebenspläne Kleists führte. Es folgten Reisen durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. 1807 wurde Kleist von französischen Behörden unter Spionageverdacht verhaftet. 1809 publizierte er patriotische Lieder und Aufsätze gegen die französische Besatzung. Von 1810 bis 1811 war er Herausgeber der ›Berliner Abendblätter‹, zunehmende Schwierigkeiten mit der Zensur führten zu deren Verbot. Gemeinsam mit der krebskranken Henriette Vogel beging Kleist am 21. November 1811 am Ufer des Wannsees in Berlin Selbstmord.

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