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Ein Hitzschlag. Die Symptome des Hitzschlags beschreiben dieses Buch recht gut - Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Halluzinationen, Müdigkeit, Erschöpfung. Genau das alles hab ich beim Lesen dieses Debüts von Victor Justin gefühlt. Léonard verbringt seine Ferien mit der Familie auf einem Campingplatz. Wirklich glücklich ist er nicht auf diesem Campingplatz. Die Partys machen ihm keinen Spaß und bis auf Louis hat er keine Freunde. Am letzten Abend beobachtet er auf dem Weg zu seinem Zelt, wie Oscar stirbt und er sieht einfach nur zu, ohne sich zu rühren. Oscar ist betrunken auf der Schaukel, die Seile um seinen Hals gewickelt. Es ist nicht klar, ob ich gemeinsam mit Léonard Oscar beim Selbstmord zuschaue, ob es ein Unfall ist oder sogar eine sexuelle Neigung, allerdings ohne Happy End. Und da sind wir auch schon irgendwie beim dauerpräsenten Thema, das über diesem Campingplatz schwirrt, Sex. Irgendwie ist nicht nur der Sommer heiß, sonder die ganzen jungen Menschen auf diesem Campingplatz sind heiß. Oscar findet Luce anziehend und diese hat kurz vor der Schaukelszene Oscar am Strand geküsst. Ist das der Grund, warum Léonard einfach nur zuschaut? Und könnte das auch sein irrationales Verhalten erklären und der Antrieb dafür, dass Léonard Oscar am Strand vergräbt? Der Morgen bricht an und Léonard läuft total übermüdet, den ganzen Tag ziellos über den Campingplatz begegnet Oscars Mutter, nähert sich Luce und verbringt Zeit mit Louis. Wie gesagt, dass hier war wie ein Sonnenstich kurz vor dem Hitzschlag. Ich war verwirrt, hab die Erschöpfung gespürt, wusste manchmal nicht, ob ich dem Protagonisten trauen kann. Es war wie ein Taumeln auf der Suche nach irgendwas, aber was? Lust, Liebe, Streit, Anerkennung, sich selbst? Die ganze Zeit spüre und sehe ich Hitzeflimmern - in der Luft und zwischen den jungen Menschen. Warte auf ein Gewitter von oben, von innen. Und dann ist das Ende nach knapp 160 Seiten auch schon da und es passt. Es lässt mich selbst darüber nachdenken, was noch passieren könnte. Schmal und gut für eine schnelle Geschichte zwischendurch. S.45 „Während ich so am Spülbecken lehnte, spürte ich manchmal eine leichte Aufregung, auf die dann immer Traurigkeit folgte, denn ich musste mir den heimlichen, verdrängten Wunsch eingestehen, zu den anderen zu gehen und tanzen zu können wie sie. Dennoch rührte ich mich nicht vom Fleck.“ S.91 „Danach waren wir immer noch zu zweit, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns über den ganzen Strand ausbreiteten und unser Glück wie Sonnenlicht zwischen all den Körpern hindurchströmte.“ S.121 „Oscar ist tot wegen mir, der sich nicht gerührt hat, und ich habe mich nicht gerührt, weil ich in dem Moment nicht konnte, ich wollte lieber sterben, so wie er, und wir sahen uns gegenseitig beim Sterben zu, während die anderen tanzten.“
1. März 2025
Ein Hitzschlag. Die Symptome des Hitzschlags beschreiben dieses Buch recht gut - Schwindelgefühl, Verwirrtheit, Halluzinationen, Müdigkeit, Erschöpfung. Genau das alles hab ich beim Lesen dieses Debüts von Victor Justin gefühlt. Léonard verbringt seine Ferien mit der Familie auf einem Campingplatz. Wirklich glücklich ist er nicht auf diesem Campingplatz. Die Partys machen ihm keinen Spaß und bis auf Louis hat er keine Freunde. Am letzten Abend beobachtet er auf dem Weg zu seinem Zelt, wie Oscar stirbt und er sieht einfach nur zu, ohne sich zu rühren. Oscar ist betrunken auf der Schaukel, die Seile um seinen Hals gewickelt. Es ist nicht klar, ob ich gemeinsam mit Léonard Oscar beim Selbstmord zuschaue, ob es ein Unfall ist oder sogar eine sexuelle Neigung, allerdings ohne Happy End. Und da sind wir auch schon irgendwie beim dauerpräsenten Thema, das über diesem Campingplatz schwirrt, Sex. Irgendwie ist nicht nur der Sommer heiß, sonder die ganzen jungen Menschen auf diesem Campingplatz sind heiß. Oscar findet Luce anziehend und diese hat kurz vor der Schaukelszene Oscar am Strand geküsst. Ist das der Grund, warum Léonard einfach nur zuschaut? Und könnte das auch sein irrationales Verhalten erklären und der Antrieb dafür, dass Léonard Oscar am Strand vergräbt? Der Morgen bricht an und Léonard läuft total übermüdet, den ganzen Tag ziellos über den Campingplatz begegnet Oscars Mutter, nähert sich Luce und verbringt Zeit mit Louis. Wie gesagt, dass hier war wie ein Sonnenstich kurz vor dem Hitzschlag. Ich war verwirrt, hab die Erschöpfung gespürt, wusste manchmal nicht, ob ich dem Protagonisten trauen kann. Es war wie ein Taumeln auf der Suche nach irgendwas, aber was? Lust, Liebe, Streit, Anerkennung, sich selbst? Die ganze Zeit spüre und sehe ich Hitzeflimmern - in der Luft und zwischen den jungen Menschen. Warte auf ein Gewitter von oben, von innen. Und dann ist das Ende nach knapp 160 Seiten auch schon da und es passt. Es lässt mich selbst darüber nachdenken, was noch passieren könnte. Schmal und gut für eine schnelle Geschichte zwischendurch. S.45 „Während ich so am Spülbecken lehnte, spürte ich manchmal eine leichte Aufregung, auf die dann immer Traurigkeit folgte, denn ich musste mir den heimlichen, verdrängten Wunsch eingestehen, zu den anderen zu gehen und tanzen zu können wie sie. Dennoch rührte ich mich nicht vom Fleck.“ S.91 „Danach waren wir immer noch zu zweit, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns über den ganzen Strand ausbreiteten und unser Glück wie Sonnenlicht zwischen all den Körpern hindurchströmte.“ S.121 „Oscar ist tot wegen mir, der sich nicht gerührt hat, und ich habe mich nicht gerührt, weil ich in dem Moment nicht konnte, ich wollte lieber sterben, so wie er, und wir sahen uns gegenseitig beim Sterben zu, während die anderen tanzten.“
1. März 2025






