Verwirrung der Gefühle

Verwirrung der Gefühle

Taschenbuch
4.250
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Beschreibung

»Ist es Bequemlichkeit, Feigheit oder ein zu kurzes Gesicht, daß sie – unsere Schriftsteller und Dichter – alle immer nur den obern erhellten Lichtrand des Lebens zeichnen, wo die Sinne offen und gesetzhaft spielen, indes unten in den Kellergewölben, in den Wurzelhöhlen und Kloaken des Herzens phosphorhaft funkelnd die wahren, die gefährlichen Bestien der Leidenschaft umfahren, im Verborgenen sich paarend und zerfleischend in allen phantastischen Formen der Verstrickung?«
Stefan Zweig

Der Stern über dem Walde – Die Liebe der Erika Ewald – Vergessene Träume – Geschichte in der Dämmerung – Die gleich-ungleichen Schwestem – Untergang eines Herzens – Verwirrung der Gefühle – Angst

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Kurzgeschichten
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
374
Preis
15.50 €

Autorenbeschreibung

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und lebte ab 1919 in Salzburg, bevor er 1938 nach England, später in die USA und schließlich 1941 nach Brasilien emigrierte. Mit seinen Erzählungen und historischen Darstellungen erreichte er weltweit in Millionenpublikum. Zuletzt vollendete er seine Autobiographie ›Die Welt von Gestern‹ und die ›Schachnovelle‹. Am 23. Februar 1942 schied er zusammen mit seiner Frau »aus freiem Willen und mit klaren Sinnen« aus dem Leben.

Beiträge

9
Alle
5

Wieder einmal ein tolles Buch von Stefan Zweig!

Man kann sich so gut in die Gedanken und Welt hineinversetzen, auch wenn man es selbst nicht nachvollziehen kann. Es ist absolut zurecht ein Klassiker, ganz klare Empfehlung!

3.5

Die Relevanz dieses 100 Jahre alten Textes ist unbestritten und ich bin froh es endlich gelesen zu haben. Nur leider war die Sprache nichts für mich und so hatte ich das Lesen als sehr, sehr anstrengend empfunden.

5

5/5!

Nachdem mir die Schachnovelle von Stefan Zweig schon so sehr gefallen hat, wurde es jetzt Zeit mich auch mal an ein anderes Werk zu wagen. Und was soll ich sagen? „Verwirrung der Gefühle“ ist sprachlich einfach brillant und emotional tief bewegend. Themen wie Leidenschaft, Orientierungssuche und innere Zerrissenheit sind zeitlos, was das Buch auch heute noch sehr lesenswert macht. Und wie schön das alles sprachlich ausgeschmückt wird.. ein Träumchen. Klare Empfehlung!

5

Stefan Zweigs Novelle “Verwirrung der Gefühle” von 1927 wird von Reclam als “einer der wichtigsten Coming-out-Texte der Weltliteratur” bezeichnet. Wahrscheinlich ist er auch einer der ersten. Ich wünschte, ich hätte diesen Text schon viel früher gelesen, denn er ist nicht nur ein wichtiger Klassiker der queeren Literatur, sondern es geht in ihm auch um die Leidenschaft für Literatur. Der Ich-Erzähler, mittlerweile ein renommierter Literatur-Professor, der mit 60 Jahren seine Festschrift entgegen nimmt, erinnert sich in der Rahmenhandlung an seinen Mentor, einen Professor, der in der Festschrift ungenannt bleibt. Der 19-jährige Roland ist Student der englischen Literaturwissenschaft in einer deutschen Kleinstadt, in die er von seinem Vater geschickt wurde, nachdem er sich vorher in Berlin eher den Mädchen als den Studien verschrieben hatte. Hier an der Kleinstadt-Uni trifft er auf einen Professor, der leidenschaftlich über Shakespeare und seine Zeit spricht. “Wer nicht passioniert ist, wird bestenfalls ein Schulmann - von innen her muss man an die Dinge kommen, immer, immer von der Leidenschaft her.” (S. 31) Roland studiert bei dem Professor und wohnt sogar im selben Haus wie er und seine junge Frau. Schnell stellt Roland fest dass etwas nicht stimmt, denn viele wissenschaftliche Werke hat der mitreißende Prof nicht zu bieten. Und warum ist der Professor manchmal so abweisend zu ihm? Wie bei jeder Novelle gibt es einen Höhe- bzw. Wendepunkt und einen Paukenschlag zum Schluss. Stefan Zweig hat eine hervorragende Novelle geschrieben, die zu ihrer Zeit tatsächlich hochaktuell und brisant war, war Homosexualität doch unter Strafe gestanden. Er umkreist das Thema sehr behutsam (Spoiler), um dann am Ende zu offenbaren, dass der Ich-Erzähler für den Professor ebenfalls diese Gefühle hatte: “Keinen habe ich mehr geliebt.” (S. 96) So lautet der letzte Satz. Ob der Ich-Erzähler im Laufe seines Lebens noch weitere homosexuelle Erfahrungen gemacht hat, erfahren wir nicht. Die Novelle stellt exemplarisch am Beispiel des alten Professors dar, wie fatal es ist, die eigene Persönlichkeit, zu der auch die sexuelle Orientierung gehört, unterdrücken zu müssen. Das Versteckspiel, das der Professor - mitsamt Albi-Ehefrau - aufrechterhält, hat direkte Auswirkungen auf seine Kreativität und damit seinen wissenschaftlichen Erfolg. Dass er ausgerechnet die Abhandlung über Shakespeares “Globe”-Theater nicht fertigstellen kann, ist bezeichnend, war doch die elisabethanische Theaterwelt ein Ort der künstlerischen Freiheit, in der Männer - zumindest auf der Bühne - Frauen darstellen konnten und so unter der Maske der Fiktion und im geschützten Backstage-Bereich andere Männer “lieben” durften. Ein wirklich beeindruckender, fast 100 Jahre alter Text, den ich euch allen unbedingt ans Herz legen kann. In der Reclam-Ausgabe natürlich mit ausführlichem Nachwort und Worterläuterungen.

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4.5

Teilweise zäh, aber ich liebe es.

Die Schreibweise, der Plot, der zeitliche Kontext.. Stefan Zweig ist einfach gut.

Teilweise zäh, aber ich liebe es.
3.5

Und schauernd küsste ich die Lippe, die meinen liebsten Menschen verriet. Solche gemeiselten Sätze finden sich bei Zweigs Werk wie zu erwarten. Psychologisch fein gedacht, stilistisch kam ich beinahe aus der Puste, bin ich zwar Freund hübsch arrangiert er Kreativergüsse in Wortform, hier jedoch wars mir beinah zu dicht. Anderswo liest man derlei Wörter nicht, so dass eine solche Lektüre die Welt ein paar Nuancen granularern werde lässt, wofür ich Stefan Zweig immer dankbar bin. Außerdem ist es eine Seltenheit, Figuren nicht schwarz weiss zu zeichnen. Nach solcher Lektüre ist's mir kaum noch möglich einen handelsüblichen Kinofilm zu genießen.

2.5

Der Erzählstil war nichts für mich

4

Stefan, meine Gefühle sind verwirrt! Mein erster (freiwillig) gelesener Klassiker. Ich muss gestehen, alles habe ich vermutlich nicht verstanden. Doch jenes, was ich verstanden habe strotzt vor Tiefgründigkeit, Poesie und Zuversicht. Überraschenderweise, habe ich über vergangene Beziehungen sowie deren Hintergründe mehr gelernt als in manch einem Psychologie Buch, zumindest aus emotionaler Perspektive. Es war anspruchsvoll, doch es lohnt sich - deshalb eine klare Empfehlung!

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