Zugvögel
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"Was wird sein, wenn die letzte Seeschwalbe stirbt? So ein mutiges Geschöpf wird es nie wieder geben." Franny hat seit ihrer Kindheit eine besondere Beziehung zu Vögeln entwickelt. Ihnen fühlt sie sich nah, denn außer ihrer Großmutter und einem Vater der wegen Mordes im Gefängnis sitzt, hat sie niemanden mehr. Was aus ihrer Mutter geworden ist, weiß sie nicht. Die Sehnsucht herauszufinden was mit ihr in Irland passiert ist, lässt sie aus Australien wieder in ihre frühere Heimat zurückkehren. Dort lernt sie an der Universität, wo sie as Putzkraft arbeitet, Niall kennen. Professor und Vogelspezialist. Eine große Liebe nimmt ihren Anfang. Das Buch hat etwas sehr dystopisches, scheint in der Zukunft zu spielen, denn die meisten Tiere sind bereits ausgestorben. "Unsere Machthaber sind zu dem Schluss gekommen, dass Wirtschaftswachstum wichtiger ist. Das Artensterben erscheint ihnen als akzeptabler Preis für ihre Habgier." Und so sterben auch die Vögel nach und nach aus, da es kaum noch Fische als Nahrung gibt. Franny macht sich mit einem der letzten Fischerboote auf den Weg, den Flug der Seeschwalben zu ihren Brutplätzen zu folgen. "Der längsten Reise, zu der ein Lebewesen von Natur aus fähig ist." Der Roman springt in den Kapiteln in den Zeiten immer wieder zurück und offenbart dadurch die ganze Tragödie, die Franny zu ihrer Mission geführt hat. Es erzählt das Leben auf dem Schiff, das Misstrauen, welches ihr von der Crew entgegengebracht wird, aber vor allem ist es ein Aufschrei gegen gegen das Artensterben und die Faszination die vom Meer ausgeht. Auch Niall wusste immer, das er Franny nicht für sich alleine hat, dass sie eine große Sehnsucht nach der Freiheit und zum Ozean hat. "Ich bin nur die zweitgrößte Liebe deines Lebens. Aber welcher Trottel wäre denn eifersüchtig auf das Meer?" Es ist ein dunkles Buch, voller Trauer über Verluste, aber da ist auch ein hoffnungsvollen Licht, was uns weiter kämpfen lassen muss für unsere Umwelt und damit letztendlich für alles Leben. Große Leseempfehlung!
Nachdem ich „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy gelesen hatte und begeistert von ihrem Stil und Themenwahl war, sind die „Zugvögel“ mein zweites Buch von ihr. Auch diesmal flossen Tränen am Ende, allerdings mehr aus Rührung denn aus Traurigkeit. Sie erzählt von einer Schiffsreise zur Antarktis, dem Flug der Seeschwalben folgend, von Liebe, Freundschaft, Natur, menschlicher Zerstörungskraft und der Treue zu den eigenen Wahrheiten. Die Ich-Erzählerin Franny ist eine vielschichtige und unbezähmbare Frau, deren düstere Geheimnisse im Lauf der Geschichte in Form von Rückblenden enthüllt werden. Das Buch spielt in einer nicht benannten Zukunft in der der Mensch eine Vielzahl an Tierarten ausgerottet hat. Die Seeschwalbe hat mit Resilienz und der Länge ihres Zugweges eine besondere Bedeutung. Das Buch besticht durch großartige Naturbeschreibungen, die immer wieder Ehrfurcht vor der Kostbarkeit des Lebens erzeugen. Sprachlich und stilistisch großartig, spannend und schwer aus der Hand zu legen.
Auf das Leben
Ohne wenn und aber, volle Punktzahl. Ein berauschendes Werk auf das Leben, für das Leben und alle Geschöpfe die der Mensch schon vernichtet hat. So düster und stark, eine fabelhafte Sprache, eine wunderschöne Geschichte. Sicherlich mit das beste was ich dieses Jahr gelesen haben. So vielschichtig, ernst, atemberaubend macht diese Geschichte nachdenklich wie wir mit uns und dem Planeten umgehen wollen. Es scheint das nichts mehr geht, alles ist ausgesprochen und wir haben verloren. Was passiert, wenn immer mehr stirbt, wenn immer mehr verschwindet. Beim lesen schmecke ich das Salz des Meeres, mein Herz beginnt zu klopfen und ich liebe jede Seite, jeden Dialog.
Ein Rätsel, das sich auf den letzten Seiten auflöst und dann eine Nähe zur Protagonistin zulässt, die mich sehr rührt.
Ein sehr schönes, hoffnungsvolles und zugleich tieftrauriges Buch. Besonders gerne mochte ich die letzten 100 Seiten, die mich damit versöhnt haben, dass es zwischendrin etwas zäher lief und weniger greifbar war für mich. Atmosphärisch hat es mich an "Die Rettung" erinnert. Die beiden Romane teilen sich auch viele Themen, wie etwa die Ausrottung von Tieren und Pflanzenarten durch den Menschen und was das mit einzelnen Menschen macht. Jetzt freue ich mich sehr auf das Wolfsbuch und bin dankbar, diese wunderbare Autorin lesen zu können.
“I go in search of the water. It doesn’t take me long to catch the scent, to feel the tug. There’s a compass in my heart that leads me not to true north, but to true sea.”
Quite dystopian and not exactly what I expected. In the middle I was quite fed up with all the self destruction and the lack of introspection of the protagonist but the tiny glimpses of hope and healing further down the line made it worthwhile. Plus ever present oceans and lots of swimming in cold water, wich always helps
Umwerfend, spannend. Über eine große Liebe zu Mensch und Tier
Eines ist schon mal klar. Dieses Buch ist ein sehr guter Kandidat, um in die Liste meiner Lieblingsbücher des Jahres aufgenommen zu werden. Mit den Zugvögeln bin ich durch die Seiten geflogen und wollte es nicht mehr weglegen. Vögel und überhaupt Tiere gibt es nur noch wenige. Viele Arten sind bereits ausgestorben. Nein, nein, nicht nur ein Umweltschutzroman, ein bißchen schon, zugegeben, ja, aber…. Also… Franny ist Ornitologin und macht sich auf den Weg, um den Küstenseeschwalben zu folgen, die sie mit Peilsendern ausstattet, um ihrem Weg bis in die Antarktis zu folgen. Dazu braucht sie aber ein Schiff, und das gestaltet sich zunächst schwieriger als gedacht. Franny die Tiere den Menschen bevorzugt, und eigentlich ziemlich kaputt ist, begegnet dem Kapitän Ennis, der erst noch überzeugt werden muss. In der Hoffnung auf den einen letzten großen Fang im fast leergefischten Meer raufen sich die zwei zusammen, und es sollte eine Reise werden, die einen den Atem anhalten lässt. Während die Crew von Grönland in die Antarktis schippert, und ein Abenteuer nach dem anderen übersteht, werden wir immer wieder in die Vergangenheit von Franny entführt, ihre liebevolle Beziehung zu ihrem Mann, der ihr Freiheitsgefühl vollkommen zu verstehen scheint und sie ziehen lässt. Er ist es auch, der ihr bei der Suche nach ihrer verschollenen Mutter hilft. Wahnsinnig schön geschrieben, emotional, tiefgründig und spannend zugleich. Augenöffnend, was die Umwelthematik rund ums Artensterben betrifft. Ein sehr wichtiges und brandaktuelles Thema, das im Roman besser erzählt wird, als viele Fachexpertisen es je könnten.
In Zugvögel geht es um getriebene Menschen und vertriebene Tiere. „Und da ist er wieder, selbst jetzt noch, nach allem, was passiert ist. Der irrsinnige Nervenkitzel, dem ich schon mein Leben lang nachjage. Es ist nicht richtig, Gefahr aufregend zu finden, aber so ist das bei mir. So ist das, immer noch. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich früher einmal stolz darauf war, während ich mich jetzt dafür schäme.“ S. 137

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ „Mam hat mir immer eingeschärft, auf die Hinweise zu achten. Hinweise worauf? habe ich beim ersten Mal gefragt. Auf das Leben. Sie sind überall versteckt.“
Selten hat mich ein Buch so tief berührt wie Zugvögel. Was zunächst wie eine abenteuerliche Expedition klingt, entpuppt sich als eine stille, zutiefst emotionale Suche nach Zugehörigkeit, Vergebung und Liebe. Die Sprache ist poetisch, aber nie überladen – jedes Wort ha seinen Platz . Beim Lesen spürt man die Kälte des Meeres, die Einsamkeit der endlosen Weite und zugleich dieses leise Glühen von Liebe und Verlust, das sich durch das ganze Buch zieht. Zugvögel hat mich emotional sehr bewegt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Es ist ein Roman über die Zerbrechlichkeit der Welt – der Natur ebenso wie der menschlichen Seele. Und vor allem ist es eine Geschichte über wahre, tiefe Liebe: eine Liebe, die bleibt, auch wenn alles andere vergeht. Ein Buch, das sich nicht laut aufdrängt, aber tief ins Herz schreibt – und dort lange nachklingt.
Nahezu alle Wildtiere sind ausgestorben. Franny begibt sich auf die Reise, um die letzten Zugvögel, die Küstenseeschwalben, auf ihrem Zug in die Antarktis zu begleiten. Allerdings macht sie das nicht allein zu Forschungszwecken. Das Buch hat eine sehr düstere Grundstimmung. Es existiert nur noch wenig schönes auf der Erde. Die Wildtiere sind ausgestorben, das Meer nahezu leer gefischt. Lediglich Nutzvieh wird von den Menschen erhalten. Franny ist eine zutiefst traurige Person, die mit diversen Traumata zu kämpfen hat. Nach und nach kommt ihre Geschichte ans Licht. Für mich war relativ schnell klar, welchen tieferen Grund ihre Reise hat. Mir fiel es aber schwer eine Bindung zu ihr oder den anderen Protagonisten aufzubauen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Die Vision einer Welt ohne Wildtiere, ohne Vogelgezwitscher oder Insektensummen ist verstörend, aber wir sind nicht weit davon entfernt. Das Buch endet mit einem kleinen Hoffnungsschimmer. Aber dazu müssen wir JETZT handeln!

Sehr tiefgründig und emotional. Die Geschichte entfaltet sich langsam aber stets mit genügend Spannung, das Ende reißt einen emotional mit und regt zum Nachdenken an, wie auch das ganze Buch an sich. Sehr schöner Schreibstil und gute Länge der Kapitel. Leider keine fünf Sterne, weil sich das Buch teils zog, meiner Meinung nach etwas überflüssig. Die Charaktere waren aber sehr sympathisch und individuell was sie spannend und liebevoll auf ihre Art und Weise gemacht hat, teilweise doch leider auch etwas unrealistisch. Alles in allem aber ein sehr gelungenes Buch mit viel Tiefsinn, ich würde jedem raten es einmal gelesen zu haben!

überraschend catchy
Ich hatte kaum Erwartungen und die ersten 200 Seiten haben sich leider auch über Wochen gezogen. Eigentlich erkläre ich ein Buch schon dann für gescheitert, auch wenn ich es in jedem Fall beende. Die zweite Hälfte des Buches habe ich dann in kürzester Zeit verschlungen. Ich bin kein Fan von so düsterer Stimmung, mir war dauerhaft kalt. Aber das Buch ist so vielschichtig, so tiefgründig und bewegend. Es geht um Klima- und Umweltschutz, Artensterben und Artenschutz. Das merkt man schnell. Gleichzeitig war Franny mir ein Rätsel. Und dann wurde es so spannend. Es ging um Verluste, Ängste, Fehler, Mut, Reue, Vertrauen und um so viel mehr. Die Kapitel spielen in ganz verschiedenen Epochen Frannys Leben. Allerdings springt es hin und her. Während also im Kapitel über die Kindheit ein Thema behandelt wurde, hat dies eine meiner Fragen vom Kapitel über ihre Ehe beantwortet. Man muss aufmerksam und wachsam bleiben, um die Vielschichtigkeit aufdecken zu können. Das Buch wurde fast zu einem Thriller, als immer dunklere Erlebnisse beleuchtet wurden und mein Bild von Franny und ihrem Umfeld änderte sich ständig. Am Ende habe ich überall gelesen, weil ich so gefesselt war und das Ende erfahren musste. Ich bin begeistert und erschüttert.
Zugvögel von Charlotte McConaghy ist ein überwältigender Roman, der mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. In einer nahen Zukunft, in der die Welt ihre Artenvielfalt verliert, begleitet man Franny auf der Jagd nach dem letzten Zug der Küstenseeschwalben. Was wie eine karge Reisegeschichte beginnt, entfaltet sich zu einem fein komponierten Mosaik aus Naturbeschreibung, Abenteuer, Trauer und leiser Hoffnung. McConaghy schreibt dabei mit einer lyrischen Wucht, die salzige Luft, sprödes Eis und das Schlagen von Flügeln unmittelbar spürbar macht.
Besonders beeindruckt hat mich Franny als widersprüchliche, zutiefst menschliche Heldin. Sie ist hartnäckig und verletzlich, getrieben von Schuld und Sehnsucht, und gerade dieser Riss macht sie unvergesslich. Die Rückblenden fügen sich elegant in den Handlungsstrom ein, offenbaren nach und nach die Gründe für ihr rastloses Herz und verdichten die Spannung ohne effekthascherische Tricks. Auch die raue, vielschichtige Schiffscrew wächst einem ans Herz; jede Figur trägt eine eigene Last, sodass das Boot zu einer schwankenden Gemeinschaft der Gestrandeten wird. Thematisch greift der Roman weit aus: Klimakrise, Zugehörigkeit, Freiheit, Liebe – und die Frage, was wir zu opfern bereit sind, um zu bewahren, was wir lieben. Dabei moralisierte der Text für mich nie; er vertraut auf die Kraft seiner Bilder. Manche Sätze wollte ich laut lesen, andere unterstreichen, viele habe ich mit mir getragen, lange nachdem ich das Buch geschlossen hatte. Für Leserinnen und Leser, die sich nach einem intensiven, atmosphärisch dichten Lektüreerlebnis sehnen, ist Zugvögel ein Geschenk. Ein Roman, der weh tut und wärmt, der Wellen schlägt und still wird wie Schnee. Fünf Sterne, ohne Zögern – und eine unbedingte Leseempfehlung.
"Gerade jetzt sterben wieder Tausende von Spezies, ohne dass ihnen jemand Beachtung schenkt. Wir rotten sie aus. Lebewesen, die gelernt haben, alles und jedes zu überleben, alles, nur nicht uns.“
Franny Stone folgt den letzten Küstenschwalben auf ihren Weg nach Süden. Es ist eine Reise in ihre Vergangenheit, auf der Suche nach einem Lebenssinn. Ein poetischer und hochdramatischer Roman - philosophisch, bildlich, berührend. Die Erzählung ist von einer tiefen Naturverbundenheit durchdrungen und trägt eine rauhe, frostige und bedrückende Atmosphäre. Besonders berührt mich die Düsternis der dystopischen Passagen; sie verweben sich zu einem scharfen, fast poetischen Tosen, das den Blick auf die Welt schärft. Sprachlich ungewöhnlich, fesselnd und bewegend, mit einer fein nuancierten, doch ziemlich kaputten Protagonistin. Auch die übrigen Figuren waren lebendige Charaktere. Zudem ist die Geschichte eine Mahnung an die Welt, zum Klimawandel, wegen der Zerstörung der Natur und dem Artensterben, aber ohne dabei zu urteilen. Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Liebe und Menschlichkeit. Große Empfehlung!

Großartiges Buch und sehr lesenswert...
Wie ich Andrea oft gesagt habe, interessieren mich Vögel zu gut wie gar nicht. Ich dachte dieses Buch würde mich langweilen und ich quäle mich durch die Ornithologie, aber welch Überraschung, mit Nichten. Der Schreibstil fesselt einen schon in den ersten Seiten und auch geht es nicht die ganze Zeit um das Federvieh, nein Franny bildet einen sehr interessanten Charakter, den man mit all seinen Geheimnissen besser kennenlernen möchte. Man merkt schon in den ersten Seiten, das der Weg der Zugvögel zwar ein wichtiger Bestandteil dieses Buches ist, aber eigentlich geht es um Franny und ihrer Bewältigung der Vergangenheit und psychischen Zustand. Sie ist ein faszinierender Mensch und was hat sie nicht schon alles erlebt in ihren jungen Jahren. Auch ist sie dabei ganz bodenständig und brauch wenig zum Überleben. Sie passt sich der Situation sehr spontan an und versucht das Beste aus allem für sich zu finden. Ihre Ehe mit Niall ist auch so ein Punkt, der ihren Charakter sehr gut zur Geltung bringt. Sie ist sehr interessiert an der Welt und den Zugvögel und greift die Leidenschaft ihres Mannes gut auf. Er ist eher der Forscher und sie will aktiv dabei sein. Dass sie ein schweres Laster trägt von dem wir über Rückblenden erfahren, schält sich nur langsam und Stück für Stück heraus. Dabei verfolgen wir in der Gegenwart gespannt die Fahrt der Saghani mit dem Kapitän Ennis Malone und dem Rest der Crew, die einen kompletten Gegensatz zu Franny bilden. Langsam erkennen wir aber im Verlauf Gemeinsamkeiten und das Bild wird absolut rund. Trotz allem hat das Buch auch eine dystopische Komponente, denn die Ausrottung der Küstenseeschwalbe und der Fischzucht ist in unserer Zeit noch nicht so akut fortgeschritten. Wichtige und tiefgreifende Denkansätze zeigen uns deutlich, wohin das alles führen kann und gibt einen zu denken. Auch hier habe ich wieder extrem viel gegoogelt und Nachforschungen zu Standorten und Entwicklung betrieben. Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und kann es jedem nur empfehlen, auch wenn man nicht so viel mit den fliegenden Wesen am Hut hat.

Melancholische Dystopie 🐦⬛🌊
Eine (Klima-) Dystopie die greifbar ist. Am Anfang brauchte ich etwas um mit den Zeitsprüngen mitzukommen, danach war ich wieder begeistert von dem Schreibstil von Charlotte McConaghy. Leider hat mich nur das Ende emotional mitgenommen und nicht wie in ihrem zweiten Buch „Wo die Wölfe sind“ (das habe ich unwissentlich zuerst gelesen; es gibt keine Zusammenhänge) die gesamte Geschichte. Trotzdem ein Buch was man gelesen habe sollte 🩵 TW beachten
Da bin ich wohl die Letzte, die dieses wundervolle Buch lesen durfte, oder? ZUGVÖGEL Charlotte McConaghy Ich bin noch ganz gerührt von diesem ergreifenden Ende, von dem Buch, das auf meiner Liste #12bücherfür2023 steht. Viel zu lange lag es auf meinem SuB #stapelungelesenerbücher , nun ist es erlöst und darf endlich ins Regal einziehen! Dieses Buch ist das Debüt der Autorin Charlotte McConaghy, und auch, wie bei ihrem nachfolgenden Buch „Wo die Wölfe sind“, geht es um die drohende Klimakatastrophe, sowie um das Aussterben der Wild- und Beutetiere. Grönland, in der Zukunft: Franny, unsere Protagonistin und selbsternannte Ornithologin, möchte auf einem Boot anheuern, um den Zug der letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis, zu verfolgen. Doch kein Boot will sie mitnehmen, zu weit und gefährlich sind die Meere der Nord-Süd-Route. Nur der Kapitän Ennis, der noch immer auf der Suche nach dem großen Fang in den leergefischten Meeren ist, und der selbst nicht sehr an seinem eigenem Leben hängt, kann überzeugt werden sie mitzunehmen. Franny, die ihr ganzes Leben an der See gelebt hat, eine Schlafwandlerin ist, keine engen Räume mag, lässt uns in Rückblicken an ihrem Leben teilhaben: Da ist ihr Mann, der Dozent und Ornithologe, der die Liebe zu den Vögeln mit ihr teilt. Ihn hat sie vor 10 Jahren kennengelernt und obwohl er nicht gerne verreist, begleitet er sie nach Schottland und hilft bei der Suche nach ihrer irischen Mutter, die spurlos verschwand als Franny 10 Jahre alt war. Da sie zudem auch noch vaterlos aufwuchs, schickte man sie zu ihrer Großmutter, väterlicherseits, nach Sydney - doch auch diese wollte nichts über den Verbleib ihres Sohnes preisgeben. Erst als Franny eine Kiste unter dem Bett der Großmutter fand, erfuhr sie endlich die langersehnte Wahrheit. Aber es gibt noch viele weitere Geschichten in Frannys Leben, zum Beispiel das Geheimnis, weshalb sie zwei Menschen tötete - aber das soll Franny euch besser selbst berichten ... Ein wundervolles Debüt. McConaghys Schreibstil ist leicht- fast poetisch und dabei so lebendig, dass ich die Kälte des Schnees und Meeres förmlich fühlen konnte. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, nur ganz selten fand ich kleinere Handlungen Frannys zu überzogen. Wichtiges Thema, zeitgenössische Literatur und eine klare Leseempfehlung für diejenigen, die es noch nicht kennen.

Dieses Buch lässt mich zwiespältig zurück. Auf der einen Seite ist es toll und spannend geschrieben, auf der anderen Seite war der Grundton eher melancholisch und traurig. Grundsätzlich natürlich nicht schlimm, aber ich hatte das Gefühl, dass mich die Geschichte von Hauptfigur Franny zu sehr runterzieht. Wie ging es euch mit dem Buch? Bzw. welches Buch hat euch zuletzt so fühlen lassen?

Sehr spannend und lesenswert
Ich bin ohne großes Vorwissen an das Buch herangegeangen und wurde von den vielschichtigen und spannenden Charakteren sowie den wichtigen Themen, die das Buch behandelt, wirklich positiv überrascht. Die Geschichte ist sehr spannend und birgt immer wieder neue Dynamiken.
Wunderbarer Blick auf Natur, schräge Protagonisten
Das wertvolle an den Büchern von McConaghy ist diese unbändige Liebe zur Natur und ihren Geschöpfen. Hier macht sie sich wirklich verdient. Die Geschichte jedoch, in die sie ihre Anklage an die Menschen bzgl der Verbrechen an der Welt einwebt ist immer drüber. Morde, Totgeburten, Familiengeheimnisse, Kommunikation die nie funktioniert, Heirat nach einem Tag Beziehung…! Schade, in den leisen Momenten ganz tolle Literatur.
Wichtiges Thema
Ich tat mich erst schwer mit dem Buch,wollte mich das Thema doch nicht so erreichen,oder vllt auch,weil das Thema so wichtig und dramatisch zugleich ist. Ich musste es zu Beginn auch immer wieder zur Seite legen um das,was ich gelesen hatte,Sacken zu lassen. Aber irgendwann hat es mich gefangen. Weil Franny ,so müde vom Leben, ein Ziel verfolgte,welches mir erst nicht so klar wurde. Erst zum Ende hin löst sich alles auf und macht eines klar: das Leben ist zu kostbar um es einfach so zu beenden und nicht gelebt zu haben,darum zu kämpfen. Genauso wie um alle anderen Lebewesen auch...
„Zugvögel“ von Charlotte McConaghy zeigt eine düstere Zukunft. Es gibt keine Affen mehr in freier Wildbahn, die großen Katzen der Savannen sind verschwunden, keine Bären im einst gefrorenen Norden und kaum Fische im Ozean. Die globale Erwärmung hat fast alle wild lebenden Tiere ausgelöscht.Um die Seeschwalben auf ihren letzten Wanderung zu folgen, schließt sich Franny Stone der Besatzung eines Fischerboots an. Je weiter sie sich auf der Reise befinden, desto mehr wird der Besatzung klar, dass Franny vielleicht nicht die Forscherin ist, die sie vorgibt zu sein. Vielmehr ist Fanny Stone ist eine Frau, die in ihren Leben schon viel Schmerz erfahren hat. In Charlotte McConaghy „Zugvögel“ folgt man Franny auf ihrer Suche nach Antworten auf ihr Vergangenheit und nach dem Sinn ihres Leben. Die Autorin schildert dies, indem sie auf verschiedene Zeiten in Frannys Leben eingeht. Frannys frühe Kindheit in Irland mit ihrer Mutter, ihr ersten Treffen und ihre Heirat mit Professor Niall Lynch und ihre Erfahrungen in Naturschutzgebieten. Man spürt von Anfang an eine Traurigkeit und es wird schnell klar, dass es nicht nur die letzte Reise der Seeschwalben ist. Charlotte McConaghy gibt in „Zugvögel“ einen tiefen, faszinierenden Blick auf den Planeten, welcher kurz vor der Katastrophe steht. Dabei erzählt sie eine Geschichte über Verlust, Überleben und die Liebe.
"Ich bin nur die zweitgrößte Liebe deines Lebens. Aber welcher Trottel wäre denn eifersüchtig auf das Meer." "Früher gab es prächtige Flügelwesen, die den Himmel bevölkerten und die jetzt verschwinden [...] Dabei verschwinden sie gar nicht... sie werden gewaltsam und unterschiedslos von unserer Gleichgültigkeit hingemetzelt. Unsere Machthaber sind zu dem Schluss gekommen, dass Wirtschaftswachstum wichtiger ist. Das Artensterben scheint Ihnen als akzeptabler Preis für Ihre Habgier." Wow, gelockt vom Thema Antarktis, dem wunderschönen Cover und Sarah Sophies Vorschlag eines BuddyRead habe ich zum Glück dieses wunderbare Buch entdecken können. Der Klappentext verrät nicht viel, weshalb ich hier auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen möchte, aber Charlotte McConaghy hat ein starkes Debüt hingelegt. Ihr Schreibstil bietet die perfekte Mischung aus starken Dialogen bei denen man den Charaktere nach wenigen Seiten schon sehr nahe ist und metaphorisch tollen Monologen unserer Protagonistin Franny. Diese ist nicht von Anfang an und auch ganz Allgemein nicht extrem sympathisch, aber wahnsinnig interessant und durchlebt einen sehr eindrucksstarken Wandel. Die Liebe und Sehnsucht zum Meer ist spürbar, als schlüge man die Wellen mit jeder Seite zusammen mit Franny und der Schiffscrew auf und nieder. Das Salzwasser ist fast riechbar während man die Geschichte nach und nach erfährt und hinter Frannys Geheimnissen & Vergangenheit kommt. Durch Zeitsprünge wird das Ganz wunderbar spannend, aber nicht zu verwirrend. Ein sehr wichtiger Part nimmt das Thema Artensterben und Klimawandel ein, denn wir befinden uns in einer (leider nicht allzufernen) Zukunftsvision, bei der es mir ein ums andere Mal kalt den Rücken hinunterlief. Ein Wehrmutstropfen nur zum Ende... 1. aufgrund des fehlenden Realismus, was aber vermutlich meiner eigenen Antarktis Erfahrungen geschuldet ist 2. des letzten Kapitels, welches ich so nicht gebraucht hätte. An dieser Stelle kann ich nicht mehr schreiben ohne zu spoilern :) Trotzdem ein Highlightbuch! Wer Maja Lundes "Geschichte der Bienen", so wie ich auch etwas langweilig empfand, aber die Thematik gut, der sollte unbedingt zu Zugvögel greifen >> Alle anderen aber bitte auch!
Innerhalb kürzester Zeit habe ich dieses Buch inhaliert und die Geschichte ist mir durch die Zeilen direkt in die Blutbahn gesickert. Jetzt hat sie sich in meinem Herzen eingenistet. Für mich reihen sich die Zugvögel direkt in eine ganz besondere Buchgattung ein: Romane mit großem Naturbezug und fein nuancierten Protagonistin*innen, die in erster Linie unterhalten wollen und dementsprechend viele Momente der Leichtigkeit bieten, die aber gleichzeitig immer wieder richtig 'deep' sind und mich auf einer unerwartet emotionalen Ebene erreichen.
Hinter diesem zarten Cover hätte ich niemals eine so packende, rührende, eindringliche Geschichte vermutet.
Frannys Reise zu den letzten Küstenseeschwalben ist abwechslungsreich und viele Wendungen habe ich nicht kommen sehen. Auch wenn das Oberthema Artensterben natürlich total bedrückend ist, überträgt sich das nicht unbedingt auf die Lesestimmung, was ich echt angenehm fand. Man möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Die spannende Story, die unangepassten Charaktere und der eingängige Schreibstil haben mich abtauchen und zu Frannys Schatten werden lassen. Unerwartetes und mitreißendes Leseerlebnis! Für mich ein echtes Highlight.
Zugvögel, der Vogelzug: Als Vogelzug bezeichnet man den alljährlichen Flug der Zugvögel von ihren Brutgebieten zu ihren Winterquartieren und wieder zurück. Franny liebt das Meer. Sie ist genauso ungezügelt und wild. Die junge Frau lässt sich genauso wenig einfangen wie die Gezeiten oder die Zugvögel. Nur ein Mann hat das unmögliche einmal geschafft. Ihr Lebensgefährte und Ehemann Neil, verstand ihre Freiheitsliebe. Die Liebe zum Meer und den Meeresvögeln, verband diese beiden Menschen miteinander. Und er verstand es wie kein anderer, das Franny immer wieder ihre eigenen Wege gehen musste. Obwohl Menschen nicht in Frannys leben passen, lässt sie es zu, dass sie sich mit Neil in einem Käfig einigermaßen wohl fühlt. Doch irgend etwas muss geschehen sein, dass Franny ein schlechtes Gewissen hat. Erst viel später bekommt man die Lösung geliefert. Aber da ist Franny schon mit einer sehr speziellen, exzentrischen Crew auf einem Fischerboot, auf dem Atlantik unterwegs. Die Zugvögel, die Küstenseeschwalben, sollen den Fischern den Weg zu dem besonderen Fischschwarm zeigen. Vögel, sowie Fische, sind schon fast ausgestorben, aber Franny glaubt an die Seeschwalben und der Skipper an die Idee Franny‘s. Doch der wilde Atlantik, zeigt den Menschen ganz klar, wer dort draußen die Macht hat. Zwischenmenschliches spielt auf dem Schiff immer wieder eine große Rolle. Und auch die Gedanken von Franny, die den Leser immer wieder mit in ihre Vergangenheit nimmt. Ich war komplett von diesem Buch gefangen. Die Texte waren so perfekt knapp und kraftvoll geschrieben. Und doch wurde man genau von dieser Knappheit bezaubert. Ich fand, es war nicht ein Wort zu viel geschrieben. Der Schreibstil macht es einem sehr leicht, schnell in diesem Buch abzutauchen. Eingeteilt in drei Teile, liest es sich ziemlich schnell und unkompliziert. Rückblicke bringen dem Leser die Motivation der jungen Frau immer näher und erklären auch ihr unstetes Leben, die Sehnsucht nach dem eigenen Tod. Doch gleichzeitig sieht man auch die Sucht nach dem Leben, nach den Tieren, die die Freiheit suggerieren. Für mich eines der besten Bücher in diesem Jahr.
Ich glaube ich bin jetzt vollends auf den Climate Fiction Zug aufgesprungen, es ist kathartisch, aber gleichzeitig macht es furchtbar traurig ---- Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass ich mir ein Nachwort der Autorin gewünscht hätte, in dem sie die wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel besser eingeordnet hätte - im Buch selbst hat da nämlich ganz schön viel Kontext gefehlt bzw. war nicht wirklich logisch.
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"Was wird sein, wenn die letzte Seeschwalbe stirbt? So ein mutiges Geschöpf wird es nie wieder geben." Franny hat seit ihrer Kindheit eine besondere Beziehung zu Vögeln entwickelt. Ihnen fühlt sie sich nah, denn außer ihrer Großmutter und einem Vater der wegen Mordes im Gefängnis sitzt, hat sie niemanden mehr. Was aus ihrer Mutter geworden ist, weiß sie nicht. Die Sehnsucht herauszufinden was mit ihr in Irland passiert ist, lässt sie aus Australien wieder in ihre frühere Heimat zurückkehren. Dort lernt sie an der Universität, wo sie as Putzkraft arbeitet, Niall kennen. Professor und Vogelspezialist. Eine große Liebe nimmt ihren Anfang. Das Buch hat etwas sehr dystopisches, scheint in der Zukunft zu spielen, denn die meisten Tiere sind bereits ausgestorben. "Unsere Machthaber sind zu dem Schluss gekommen, dass Wirtschaftswachstum wichtiger ist. Das Artensterben erscheint ihnen als akzeptabler Preis für ihre Habgier." Und so sterben auch die Vögel nach und nach aus, da es kaum noch Fische als Nahrung gibt. Franny macht sich mit einem der letzten Fischerboote auf den Weg, den Flug der Seeschwalben zu ihren Brutplätzen zu folgen. "Der längsten Reise, zu der ein Lebewesen von Natur aus fähig ist." Der Roman springt in den Kapiteln in den Zeiten immer wieder zurück und offenbart dadurch die ganze Tragödie, die Franny zu ihrer Mission geführt hat. Es erzählt das Leben auf dem Schiff, das Misstrauen, welches ihr von der Crew entgegengebracht wird, aber vor allem ist es ein Aufschrei gegen gegen das Artensterben und die Faszination die vom Meer ausgeht. Auch Niall wusste immer, das er Franny nicht für sich alleine hat, dass sie eine große Sehnsucht nach der Freiheit und zum Ozean hat. "Ich bin nur die zweitgrößte Liebe deines Lebens. Aber welcher Trottel wäre denn eifersüchtig auf das Meer?" Es ist ein dunkles Buch, voller Trauer über Verluste, aber da ist auch ein hoffnungsvollen Licht, was uns weiter kämpfen lassen muss für unsere Umwelt und damit letztendlich für alles Leben. Große Leseempfehlung!
Nachdem ich „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy gelesen hatte und begeistert von ihrem Stil und Themenwahl war, sind die „Zugvögel“ mein zweites Buch von ihr. Auch diesmal flossen Tränen am Ende, allerdings mehr aus Rührung denn aus Traurigkeit. Sie erzählt von einer Schiffsreise zur Antarktis, dem Flug der Seeschwalben folgend, von Liebe, Freundschaft, Natur, menschlicher Zerstörungskraft und der Treue zu den eigenen Wahrheiten. Die Ich-Erzählerin Franny ist eine vielschichtige und unbezähmbare Frau, deren düstere Geheimnisse im Lauf der Geschichte in Form von Rückblenden enthüllt werden. Das Buch spielt in einer nicht benannten Zukunft in der der Mensch eine Vielzahl an Tierarten ausgerottet hat. Die Seeschwalbe hat mit Resilienz und der Länge ihres Zugweges eine besondere Bedeutung. Das Buch besticht durch großartige Naturbeschreibungen, die immer wieder Ehrfurcht vor der Kostbarkeit des Lebens erzeugen. Sprachlich und stilistisch großartig, spannend und schwer aus der Hand zu legen.
Auf das Leben
Ohne wenn und aber, volle Punktzahl. Ein berauschendes Werk auf das Leben, für das Leben und alle Geschöpfe die der Mensch schon vernichtet hat. So düster und stark, eine fabelhafte Sprache, eine wunderschöne Geschichte. Sicherlich mit das beste was ich dieses Jahr gelesen haben. So vielschichtig, ernst, atemberaubend macht diese Geschichte nachdenklich wie wir mit uns und dem Planeten umgehen wollen. Es scheint das nichts mehr geht, alles ist ausgesprochen und wir haben verloren. Was passiert, wenn immer mehr stirbt, wenn immer mehr verschwindet. Beim lesen schmecke ich das Salz des Meeres, mein Herz beginnt zu klopfen und ich liebe jede Seite, jeden Dialog.
Ein Rätsel, das sich auf den letzten Seiten auflöst und dann eine Nähe zur Protagonistin zulässt, die mich sehr rührt.
Ein sehr schönes, hoffnungsvolles und zugleich tieftrauriges Buch. Besonders gerne mochte ich die letzten 100 Seiten, die mich damit versöhnt haben, dass es zwischendrin etwas zäher lief und weniger greifbar war für mich. Atmosphärisch hat es mich an "Die Rettung" erinnert. Die beiden Romane teilen sich auch viele Themen, wie etwa die Ausrottung von Tieren und Pflanzenarten durch den Menschen und was das mit einzelnen Menschen macht. Jetzt freue ich mich sehr auf das Wolfsbuch und bin dankbar, diese wunderbare Autorin lesen zu können.
“I go in search of the water. It doesn’t take me long to catch the scent, to feel the tug. There’s a compass in my heart that leads me not to true north, but to true sea.”
Quite dystopian and not exactly what I expected. In the middle I was quite fed up with all the self destruction and the lack of introspection of the protagonist but the tiny glimpses of hope and healing further down the line made it worthwhile. Plus ever present oceans and lots of swimming in cold water, wich always helps
Umwerfend, spannend. Über eine große Liebe zu Mensch und Tier
Eines ist schon mal klar. Dieses Buch ist ein sehr guter Kandidat, um in die Liste meiner Lieblingsbücher des Jahres aufgenommen zu werden. Mit den Zugvögeln bin ich durch die Seiten geflogen und wollte es nicht mehr weglegen. Vögel und überhaupt Tiere gibt es nur noch wenige. Viele Arten sind bereits ausgestorben. Nein, nein, nicht nur ein Umweltschutzroman, ein bißchen schon, zugegeben, ja, aber…. Also… Franny ist Ornitologin und macht sich auf den Weg, um den Küstenseeschwalben zu folgen, die sie mit Peilsendern ausstattet, um ihrem Weg bis in die Antarktis zu folgen. Dazu braucht sie aber ein Schiff, und das gestaltet sich zunächst schwieriger als gedacht. Franny die Tiere den Menschen bevorzugt, und eigentlich ziemlich kaputt ist, begegnet dem Kapitän Ennis, der erst noch überzeugt werden muss. In der Hoffnung auf den einen letzten großen Fang im fast leergefischten Meer raufen sich die zwei zusammen, und es sollte eine Reise werden, die einen den Atem anhalten lässt. Während die Crew von Grönland in die Antarktis schippert, und ein Abenteuer nach dem anderen übersteht, werden wir immer wieder in die Vergangenheit von Franny entführt, ihre liebevolle Beziehung zu ihrem Mann, der ihr Freiheitsgefühl vollkommen zu verstehen scheint und sie ziehen lässt. Er ist es auch, der ihr bei der Suche nach ihrer verschollenen Mutter hilft. Wahnsinnig schön geschrieben, emotional, tiefgründig und spannend zugleich. Augenöffnend, was die Umwelthematik rund ums Artensterben betrifft. Ein sehr wichtiges und brandaktuelles Thema, das im Roman besser erzählt wird, als viele Fachexpertisen es je könnten.
In Zugvögel geht es um getriebene Menschen und vertriebene Tiere. „Und da ist er wieder, selbst jetzt noch, nach allem, was passiert ist. Der irrsinnige Nervenkitzel, dem ich schon mein Leben lang nachjage. Es ist nicht richtig, Gefahr aufregend zu finden, aber so ist das bei mir. So ist das, immer noch. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich früher einmal stolz darauf war, während ich mich jetzt dafür schäme.“ S. 137

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ „Mam hat mir immer eingeschärft, auf die Hinweise zu achten. Hinweise worauf? habe ich beim ersten Mal gefragt. Auf das Leben. Sie sind überall versteckt.“
Selten hat mich ein Buch so tief berührt wie Zugvögel. Was zunächst wie eine abenteuerliche Expedition klingt, entpuppt sich als eine stille, zutiefst emotionale Suche nach Zugehörigkeit, Vergebung und Liebe. Die Sprache ist poetisch, aber nie überladen – jedes Wort ha seinen Platz . Beim Lesen spürt man die Kälte des Meeres, die Einsamkeit der endlosen Weite und zugleich dieses leise Glühen von Liebe und Verlust, das sich durch das ganze Buch zieht. Zugvögel hat mich emotional sehr bewegt und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Es ist ein Roman über die Zerbrechlichkeit der Welt – der Natur ebenso wie der menschlichen Seele. Und vor allem ist es eine Geschichte über wahre, tiefe Liebe: eine Liebe, die bleibt, auch wenn alles andere vergeht. Ein Buch, das sich nicht laut aufdrängt, aber tief ins Herz schreibt – und dort lange nachklingt.
Nahezu alle Wildtiere sind ausgestorben. Franny begibt sich auf die Reise, um die letzten Zugvögel, die Küstenseeschwalben, auf ihrem Zug in die Antarktis zu begleiten. Allerdings macht sie das nicht allein zu Forschungszwecken. Das Buch hat eine sehr düstere Grundstimmung. Es existiert nur noch wenig schönes auf der Erde. Die Wildtiere sind ausgestorben, das Meer nahezu leer gefischt. Lediglich Nutzvieh wird von den Menschen erhalten. Franny ist eine zutiefst traurige Person, die mit diversen Traumata zu kämpfen hat. Nach und nach kommt ihre Geschichte ans Licht. Für mich war relativ schnell klar, welchen tieferen Grund ihre Reise hat. Mir fiel es aber schwer eine Bindung zu ihr oder den anderen Protagonisten aufzubauen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Die Vision einer Welt ohne Wildtiere, ohne Vogelgezwitscher oder Insektensummen ist verstörend, aber wir sind nicht weit davon entfernt. Das Buch endet mit einem kleinen Hoffnungsschimmer. Aber dazu müssen wir JETZT handeln!

Sehr tiefgründig und emotional. Die Geschichte entfaltet sich langsam aber stets mit genügend Spannung, das Ende reißt einen emotional mit und regt zum Nachdenken an, wie auch das ganze Buch an sich. Sehr schöner Schreibstil und gute Länge der Kapitel. Leider keine fünf Sterne, weil sich das Buch teils zog, meiner Meinung nach etwas überflüssig. Die Charaktere waren aber sehr sympathisch und individuell was sie spannend und liebevoll auf ihre Art und Weise gemacht hat, teilweise doch leider auch etwas unrealistisch. Alles in allem aber ein sehr gelungenes Buch mit viel Tiefsinn, ich würde jedem raten es einmal gelesen zu haben!

überraschend catchy
Ich hatte kaum Erwartungen und die ersten 200 Seiten haben sich leider auch über Wochen gezogen. Eigentlich erkläre ich ein Buch schon dann für gescheitert, auch wenn ich es in jedem Fall beende. Die zweite Hälfte des Buches habe ich dann in kürzester Zeit verschlungen. Ich bin kein Fan von so düsterer Stimmung, mir war dauerhaft kalt. Aber das Buch ist so vielschichtig, so tiefgründig und bewegend. Es geht um Klima- und Umweltschutz, Artensterben und Artenschutz. Das merkt man schnell. Gleichzeitig war Franny mir ein Rätsel. Und dann wurde es so spannend. Es ging um Verluste, Ängste, Fehler, Mut, Reue, Vertrauen und um so viel mehr. Die Kapitel spielen in ganz verschiedenen Epochen Frannys Leben. Allerdings springt es hin und her. Während also im Kapitel über die Kindheit ein Thema behandelt wurde, hat dies eine meiner Fragen vom Kapitel über ihre Ehe beantwortet. Man muss aufmerksam und wachsam bleiben, um die Vielschichtigkeit aufdecken zu können. Das Buch wurde fast zu einem Thriller, als immer dunklere Erlebnisse beleuchtet wurden und mein Bild von Franny und ihrem Umfeld änderte sich ständig. Am Ende habe ich überall gelesen, weil ich so gefesselt war und das Ende erfahren musste. Ich bin begeistert und erschüttert.
Zugvögel von Charlotte McConaghy ist ein überwältigender Roman, der mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. In einer nahen Zukunft, in der die Welt ihre Artenvielfalt verliert, begleitet man Franny auf der Jagd nach dem letzten Zug der Küstenseeschwalben. Was wie eine karge Reisegeschichte beginnt, entfaltet sich zu einem fein komponierten Mosaik aus Naturbeschreibung, Abenteuer, Trauer und leiser Hoffnung. McConaghy schreibt dabei mit einer lyrischen Wucht, die salzige Luft, sprödes Eis und das Schlagen von Flügeln unmittelbar spürbar macht.
Besonders beeindruckt hat mich Franny als widersprüchliche, zutiefst menschliche Heldin. Sie ist hartnäckig und verletzlich, getrieben von Schuld und Sehnsucht, und gerade dieser Riss macht sie unvergesslich. Die Rückblenden fügen sich elegant in den Handlungsstrom ein, offenbaren nach und nach die Gründe für ihr rastloses Herz und verdichten die Spannung ohne effekthascherische Tricks. Auch die raue, vielschichtige Schiffscrew wächst einem ans Herz; jede Figur trägt eine eigene Last, sodass das Boot zu einer schwankenden Gemeinschaft der Gestrandeten wird. Thematisch greift der Roman weit aus: Klimakrise, Zugehörigkeit, Freiheit, Liebe – und die Frage, was wir zu opfern bereit sind, um zu bewahren, was wir lieben. Dabei moralisierte der Text für mich nie; er vertraut auf die Kraft seiner Bilder. Manche Sätze wollte ich laut lesen, andere unterstreichen, viele habe ich mit mir getragen, lange nachdem ich das Buch geschlossen hatte. Für Leserinnen und Leser, die sich nach einem intensiven, atmosphärisch dichten Lektüreerlebnis sehnen, ist Zugvögel ein Geschenk. Ein Roman, der weh tut und wärmt, der Wellen schlägt und still wird wie Schnee. Fünf Sterne, ohne Zögern – und eine unbedingte Leseempfehlung.
"Gerade jetzt sterben wieder Tausende von Spezies, ohne dass ihnen jemand Beachtung schenkt. Wir rotten sie aus. Lebewesen, die gelernt haben, alles und jedes zu überleben, alles, nur nicht uns.“
Franny Stone folgt den letzten Küstenschwalben auf ihren Weg nach Süden. Es ist eine Reise in ihre Vergangenheit, auf der Suche nach einem Lebenssinn. Ein poetischer und hochdramatischer Roman - philosophisch, bildlich, berührend. Die Erzählung ist von einer tiefen Naturverbundenheit durchdrungen und trägt eine rauhe, frostige und bedrückende Atmosphäre. Besonders berührt mich die Düsternis der dystopischen Passagen; sie verweben sich zu einem scharfen, fast poetischen Tosen, das den Blick auf die Welt schärft. Sprachlich ungewöhnlich, fesselnd und bewegend, mit einer fein nuancierten, doch ziemlich kaputten Protagonistin. Auch die übrigen Figuren waren lebendige Charaktere. Zudem ist die Geschichte eine Mahnung an die Welt, zum Klimawandel, wegen der Zerstörung der Natur und dem Artensterben, aber ohne dabei zu urteilen. Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Liebe und Menschlichkeit. Große Empfehlung!

Großartiges Buch und sehr lesenswert...
Wie ich Andrea oft gesagt habe, interessieren mich Vögel zu gut wie gar nicht. Ich dachte dieses Buch würde mich langweilen und ich quäle mich durch die Ornithologie, aber welch Überraschung, mit Nichten. Der Schreibstil fesselt einen schon in den ersten Seiten und auch geht es nicht die ganze Zeit um das Federvieh, nein Franny bildet einen sehr interessanten Charakter, den man mit all seinen Geheimnissen besser kennenlernen möchte. Man merkt schon in den ersten Seiten, das der Weg der Zugvögel zwar ein wichtiger Bestandteil dieses Buches ist, aber eigentlich geht es um Franny und ihrer Bewältigung der Vergangenheit und psychischen Zustand. Sie ist ein faszinierender Mensch und was hat sie nicht schon alles erlebt in ihren jungen Jahren. Auch ist sie dabei ganz bodenständig und brauch wenig zum Überleben. Sie passt sich der Situation sehr spontan an und versucht das Beste aus allem für sich zu finden. Ihre Ehe mit Niall ist auch so ein Punkt, der ihren Charakter sehr gut zur Geltung bringt. Sie ist sehr interessiert an der Welt und den Zugvögel und greift die Leidenschaft ihres Mannes gut auf. Er ist eher der Forscher und sie will aktiv dabei sein. Dass sie ein schweres Laster trägt von dem wir über Rückblenden erfahren, schält sich nur langsam und Stück für Stück heraus. Dabei verfolgen wir in der Gegenwart gespannt die Fahrt der Saghani mit dem Kapitän Ennis Malone und dem Rest der Crew, die einen kompletten Gegensatz zu Franny bilden. Langsam erkennen wir aber im Verlauf Gemeinsamkeiten und das Bild wird absolut rund. Trotz allem hat das Buch auch eine dystopische Komponente, denn die Ausrottung der Küstenseeschwalbe und der Fischzucht ist in unserer Zeit noch nicht so akut fortgeschritten. Wichtige und tiefgreifende Denkansätze zeigen uns deutlich, wohin das alles führen kann und gibt einen zu denken. Auch hier habe ich wieder extrem viel gegoogelt und Nachforschungen zu Standorten und Entwicklung betrieben. Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und kann es jedem nur empfehlen, auch wenn man nicht so viel mit den fliegenden Wesen am Hut hat.

Melancholische Dystopie 🐦⬛🌊
Eine (Klima-) Dystopie die greifbar ist. Am Anfang brauchte ich etwas um mit den Zeitsprüngen mitzukommen, danach war ich wieder begeistert von dem Schreibstil von Charlotte McConaghy. Leider hat mich nur das Ende emotional mitgenommen und nicht wie in ihrem zweiten Buch „Wo die Wölfe sind“ (das habe ich unwissentlich zuerst gelesen; es gibt keine Zusammenhänge) die gesamte Geschichte. Trotzdem ein Buch was man gelesen habe sollte 🩵 TW beachten
Da bin ich wohl die Letzte, die dieses wundervolle Buch lesen durfte, oder? ZUGVÖGEL Charlotte McConaghy Ich bin noch ganz gerührt von diesem ergreifenden Ende, von dem Buch, das auf meiner Liste #12bücherfür2023 steht. Viel zu lange lag es auf meinem SuB #stapelungelesenerbücher , nun ist es erlöst und darf endlich ins Regal einziehen! Dieses Buch ist das Debüt der Autorin Charlotte McConaghy, und auch, wie bei ihrem nachfolgenden Buch „Wo die Wölfe sind“, geht es um die drohende Klimakatastrophe, sowie um das Aussterben der Wild- und Beutetiere. Grönland, in der Zukunft: Franny, unsere Protagonistin und selbsternannte Ornithologin, möchte auf einem Boot anheuern, um den Zug der letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis, zu verfolgen. Doch kein Boot will sie mitnehmen, zu weit und gefährlich sind die Meere der Nord-Süd-Route. Nur der Kapitän Ennis, der noch immer auf der Suche nach dem großen Fang in den leergefischten Meeren ist, und der selbst nicht sehr an seinem eigenem Leben hängt, kann überzeugt werden sie mitzunehmen. Franny, die ihr ganzes Leben an der See gelebt hat, eine Schlafwandlerin ist, keine engen Räume mag, lässt uns in Rückblicken an ihrem Leben teilhaben: Da ist ihr Mann, der Dozent und Ornithologe, der die Liebe zu den Vögeln mit ihr teilt. Ihn hat sie vor 10 Jahren kennengelernt und obwohl er nicht gerne verreist, begleitet er sie nach Schottland und hilft bei der Suche nach ihrer irischen Mutter, die spurlos verschwand als Franny 10 Jahre alt war. Da sie zudem auch noch vaterlos aufwuchs, schickte man sie zu ihrer Großmutter, väterlicherseits, nach Sydney - doch auch diese wollte nichts über den Verbleib ihres Sohnes preisgeben. Erst als Franny eine Kiste unter dem Bett der Großmutter fand, erfuhr sie endlich die langersehnte Wahrheit. Aber es gibt noch viele weitere Geschichten in Frannys Leben, zum Beispiel das Geheimnis, weshalb sie zwei Menschen tötete - aber das soll Franny euch besser selbst berichten ... Ein wundervolles Debüt. McConaghys Schreibstil ist leicht- fast poetisch und dabei so lebendig, dass ich die Kälte des Schnees und Meeres förmlich fühlen konnte. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, nur ganz selten fand ich kleinere Handlungen Frannys zu überzogen. Wichtiges Thema, zeitgenössische Literatur und eine klare Leseempfehlung für diejenigen, die es noch nicht kennen.

Dieses Buch lässt mich zwiespältig zurück. Auf der einen Seite ist es toll und spannend geschrieben, auf der anderen Seite war der Grundton eher melancholisch und traurig. Grundsätzlich natürlich nicht schlimm, aber ich hatte das Gefühl, dass mich die Geschichte von Hauptfigur Franny zu sehr runterzieht. Wie ging es euch mit dem Buch? Bzw. welches Buch hat euch zuletzt so fühlen lassen?

Sehr spannend und lesenswert
Ich bin ohne großes Vorwissen an das Buch herangegeangen und wurde von den vielschichtigen und spannenden Charakteren sowie den wichtigen Themen, die das Buch behandelt, wirklich positiv überrascht. Die Geschichte ist sehr spannend und birgt immer wieder neue Dynamiken.
Wunderbarer Blick auf Natur, schräge Protagonisten
Das wertvolle an den Büchern von McConaghy ist diese unbändige Liebe zur Natur und ihren Geschöpfen. Hier macht sie sich wirklich verdient. Die Geschichte jedoch, in die sie ihre Anklage an die Menschen bzgl der Verbrechen an der Welt einwebt ist immer drüber. Morde, Totgeburten, Familiengeheimnisse, Kommunikation die nie funktioniert, Heirat nach einem Tag Beziehung…! Schade, in den leisen Momenten ganz tolle Literatur.
Wichtiges Thema
Ich tat mich erst schwer mit dem Buch,wollte mich das Thema doch nicht so erreichen,oder vllt auch,weil das Thema so wichtig und dramatisch zugleich ist. Ich musste es zu Beginn auch immer wieder zur Seite legen um das,was ich gelesen hatte,Sacken zu lassen. Aber irgendwann hat es mich gefangen. Weil Franny ,so müde vom Leben, ein Ziel verfolgte,welches mir erst nicht so klar wurde. Erst zum Ende hin löst sich alles auf und macht eines klar: das Leben ist zu kostbar um es einfach so zu beenden und nicht gelebt zu haben,darum zu kämpfen. Genauso wie um alle anderen Lebewesen auch...
„Zugvögel“ von Charlotte McConaghy zeigt eine düstere Zukunft. Es gibt keine Affen mehr in freier Wildbahn, die großen Katzen der Savannen sind verschwunden, keine Bären im einst gefrorenen Norden und kaum Fische im Ozean. Die globale Erwärmung hat fast alle wild lebenden Tiere ausgelöscht.Um die Seeschwalben auf ihren letzten Wanderung zu folgen, schließt sich Franny Stone der Besatzung eines Fischerboots an. Je weiter sie sich auf der Reise befinden, desto mehr wird der Besatzung klar, dass Franny vielleicht nicht die Forscherin ist, die sie vorgibt zu sein. Vielmehr ist Fanny Stone ist eine Frau, die in ihren Leben schon viel Schmerz erfahren hat. In Charlotte McConaghy „Zugvögel“ folgt man Franny auf ihrer Suche nach Antworten auf ihr Vergangenheit und nach dem Sinn ihres Leben. Die Autorin schildert dies, indem sie auf verschiedene Zeiten in Frannys Leben eingeht. Frannys frühe Kindheit in Irland mit ihrer Mutter, ihr ersten Treffen und ihre Heirat mit Professor Niall Lynch und ihre Erfahrungen in Naturschutzgebieten. Man spürt von Anfang an eine Traurigkeit und es wird schnell klar, dass es nicht nur die letzte Reise der Seeschwalben ist. Charlotte McConaghy gibt in „Zugvögel“ einen tiefen, faszinierenden Blick auf den Planeten, welcher kurz vor der Katastrophe steht. Dabei erzählt sie eine Geschichte über Verlust, Überleben und die Liebe.
"Ich bin nur die zweitgrößte Liebe deines Lebens. Aber welcher Trottel wäre denn eifersüchtig auf das Meer." "Früher gab es prächtige Flügelwesen, die den Himmel bevölkerten und die jetzt verschwinden [...] Dabei verschwinden sie gar nicht... sie werden gewaltsam und unterschiedslos von unserer Gleichgültigkeit hingemetzelt. Unsere Machthaber sind zu dem Schluss gekommen, dass Wirtschaftswachstum wichtiger ist. Das Artensterben scheint Ihnen als akzeptabler Preis für Ihre Habgier." Wow, gelockt vom Thema Antarktis, dem wunderschönen Cover und Sarah Sophies Vorschlag eines BuddyRead habe ich zum Glück dieses wunderbare Buch entdecken können. Der Klappentext verrät nicht viel, weshalb ich hier auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen möchte, aber Charlotte McConaghy hat ein starkes Debüt hingelegt. Ihr Schreibstil bietet die perfekte Mischung aus starken Dialogen bei denen man den Charaktere nach wenigen Seiten schon sehr nahe ist und metaphorisch tollen Monologen unserer Protagonistin Franny. Diese ist nicht von Anfang an und auch ganz Allgemein nicht extrem sympathisch, aber wahnsinnig interessant und durchlebt einen sehr eindrucksstarken Wandel. Die Liebe und Sehnsucht zum Meer ist spürbar, als schlüge man die Wellen mit jeder Seite zusammen mit Franny und der Schiffscrew auf und nieder. Das Salzwasser ist fast riechbar während man die Geschichte nach und nach erfährt und hinter Frannys Geheimnissen & Vergangenheit kommt. Durch Zeitsprünge wird das Ganz wunderbar spannend, aber nicht zu verwirrend. Ein sehr wichtiger Part nimmt das Thema Artensterben und Klimawandel ein, denn wir befinden uns in einer (leider nicht allzufernen) Zukunftsvision, bei der es mir ein ums andere Mal kalt den Rücken hinunterlief. Ein Wehrmutstropfen nur zum Ende... 1. aufgrund des fehlenden Realismus, was aber vermutlich meiner eigenen Antarktis Erfahrungen geschuldet ist 2. des letzten Kapitels, welches ich so nicht gebraucht hätte. An dieser Stelle kann ich nicht mehr schreiben ohne zu spoilern :) Trotzdem ein Highlightbuch! Wer Maja Lundes "Geschichte der Bienen", so wie ich auch etwas langweilig empfand, aber die Thematik gut, der sollte unbedingt zu Zugvögel greifen >> Alle anderen aber bitte auch!
Innerhalb kürzester Zeit habe ich dieses Buch inhaliert und die Geschichte ist mir durch die Zeilen direkt in die Blutbahn gesickert. Jetzt hat sie sich in meinem Herzen eingenistet. Für mich reihen sich die Zugvögel direkt in eine ganz besondere Buchgattung ein: Romane mit großem Naturbezug und fein nuancierten Protagonistin*innen, die in erster Linie unterhalten wollen und dementsprechend viele Momente der Leichtigkeit bieten, die aber gleichzeitig immer wieder richtig 'deep' sind und mich auf einer unerwartet emotionalen Ebene erreichen.
Hinter diesem zarten Cover hätte ich niemals eine so packende, rührende, eindringliche Geschichte vermutet.
Frannys Reise zu den letzten Küstenseeschwalben ist abwechslungsreich und viele Wendungen habe ich nicht kommen sehen. Auch wenn das Oberthema Artensterben natürlich total bedrückend ist, überträgt sich das nicht unbedingt auf die Lesestimmung, was ich echt angenehm fand. Man möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Die spannende Story, die unangepassten Charaktere und der eingängige Schreibstil haben mich abtauchen und zu Frannys Schatten werden lassen. Unerwartetes und mitreißendes Leseerlebnis! Für mich ein echtes Highlight.
Zugvögel, der Vogelzug: Als Vogelzug bezeichnet man den alljährlichen Flug der Zugvögel von ihren Brutgebieten zu ihren Winterquartieren und wieder zurück. Franny liebt das Meer. Sie ist genauso ungezügelt und wild. Die junge Frau lässt sich genauso wenig einfangen wie die Gezeiten oder die Zugvögel. Nur ein Mann hat das unmögliche einmal geschafft. Ihr Lebensgefährte und Ehemann Neil, verstand ihre Freiheitsliebe. Die Liebe zum Meer und den Meeresvögeln, verband diese beiden Menschen miteinander. Und er verstand es wie kein anderer, das Franny immer wieder ihre eigenen Wege gehen musste. Obwohl Menschen nicht in Frannys leben passen, lässt sie es zu, dass sie sich mit Neil in einem Käfig einigermaßen wohl fühlt. Doch irgend etwas muss geschehen sein, dass Franny ein schlechtes Gewissen hat. Erst viel später bekommt man die Lösung geliefert. Aber da ist Franny schon mit einer sehr speziellen, exzentrischen Crew auf einem Fischerboot, auf dem Atlantik unterwegs. Die Zugvögel, die Küstenseeschwalben, sollen den Fischern den Weg zu dem besonderen Fischschwarm zeigen. Vögel, sowie Fische, sind schon fast ausgestorben, aber Franny glaubt an die Seeschwalben und der Skipper an die Idee Franny‘s. Doch der wilde Atlantik, zeigt den Menschen ganz klar, wer dort draußen die Macht hat. Zwischenmenschliches spielt auf dem Schiff immer wieder eine große Rolle. Und auch die Gedanken von Franny, die den Leser immer wieder mit in ihre Vergangenheit nimmt. Ich war komplett von diesem Buch gefangen. Die Texte waren so perfekt knapp und kraftvoll geschrieben. Und doch wurde man genau von dieser Knappheit bezaubert. Ich fand, es war nicht ein Wort zu viel geschrieben. Der Schreibstil macht es einem sehr leicht, schnell in diesem Buch abzutauchen. Eingeteilt in drei Teile, liest es sich ziemlich schnell und unkompliziert. Rückblicke bringen dem Leser die Motivation der jungen Frau immer näher und erklären auch ihr unstetes Leben, die Sehnsucht nach dem eigenen Tod. Doch gleichzeitig sieht man auch die Sucht nach dem Leben, nach den Tieren, die die Freiheit suggerieren. Für mich eines der besten Bücher in diesem Jahr.
Ich glaube ich bin jetzt vollends auf den Climate Fiction Zug aufgesprungen, es ist kathartisch, aber gleichzeitig macht es furchtbar traurig ---- Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass ich mir ein Nachwort der Autorin gewünscht hätte, in dem sie die wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel besser eingeordnet hätte - im Buch selbst hat da nämlich ganz schön viel Kontext gefehlt bzw. war nicht wirklich logisch.






















































