Young Mungo
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Description
»Stuart weiß, wovon er erzählt. Hundertprozent realistisch.«
Campino
Für die hypermaskuline Welt der Arbeiterviertel im Glasgow der 90er Jahre ist Mungo zu hübsch und zu sanft. Sein Bruder Hamish, gefürchteter Bandenführer, will ihn zum Mann machen und schleift ihn zu den brutalen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken – nur wer hart genug ist, kann hier überleben. Dann trifft Mungo auf James und mit ihm kann er sein, wie er ist. Mit ihm lernt er ein Begehren kennen, das geächtet ist, das ihn mit Scham erfüllt, aber auch mit Glück, das er selbst vor seiner Schwester Jodie verleugnen muss, mit der er sonst alles teilt. Denn die Liebe, die zwischen den Jungen wächst, ist lebensgefährlich – und zugleich ihre Rettung.
Ein großartiger Roman über Liebe in einer von Gewalt geprägten homophoben Welt und die Verheißung von Aufbruch und Befreiung.
»Ein Meilenstein des Sozialrealismus im jungen 21. Jahrhundert.« Christian Baron, Der Freitag
Book Information
Author Description
Douglas Stuart, geboren und aufgewachsen in Glasgow, studierte am Royal College of Art in London. Nach seinem Abschluss zog er nach New York, wo er als Modedesigner arbeitete. Für seinen ersten Roman, Shuggie Bain, der in 40 Ländern erschien und zum Weltbestseller wurde, erhielt er den Booker Preis 2020.
Posts
Ein junger Mann mit zarter Stärke kämpft sich durch die Schatten Glasgows! Sehr lesenswert! 💙🏴🌟🌟🌟🌟🌟🏴💙
„Mungos Fähigkeit zu lieben frustrierte sie. Seine Liebe war keine Selbstlosigkeit; er konnte einfach nicht anders. Mo-Maw brauchte so wenig, und er produzierte so viel, dass es reine Verschwendung war. Seine Liebe hatte keiner gesät, und sie blühte an einer Rebe, die keiner hegte. Sie hätte vor Jahren verkümmern müssen, wie bei Jodie, wie bei Hamish. Und doch hatte Mungo all diese Liebe zu geben, die bei ihm herumlag wie überreifes Obst, das keiner einsammelte.“ ~ Zitat Seite 300 ~ Oh Mungo, wie gerne würde ich Dich in den Arm nehmen und Dir leise ins Ohr flüstern, dass alles gut wird! Ich wusste, dieses Buch wird hart, denn wie schon der kleine Shuggie in Stuarts preisgekröntem Debut Roman „Shuggie Bain“ eine schreckliche Kindheit erfahren musste, erlebt „Young Mungo“ eine Jugend, die man keinem jungen Menschen wünschen möchte. Es ist eine Jugend im Arbeitermilieu Glasgows Anfang der 90er Jahre, die einfach nur rau, perspektivlos und von Gewalt durchzogen ist. In dieser Welt gilt Härte als Überlebensstrategie und mittendrin befindet sich der sensible und eher stille Mungo Hamilton. Zwischen einer alkoholkranken Mutter, einem gewalttätigen Bruder und den starren konfessionellen Fronten zwischen Protestanten und Katholiken sucht Mungo nach einem Ort, an dem er einfach er selbst sein darf. Und ja, dieses Buch scheint auf den ersten Blick sehr düster und aussichtslos. Trotzdem lohnt es sich so sehr, dieses Buch zu lesen! Denn entgegen allem Elend ist es auch eine Geschichte voller Zärtlichkeit, Sehnsucht und leiser Hoffnung. Und man spürt diese kleinen wunderbaren Momente so oft im Buch! Stuarts Sprache ist außerdem mal wieder brillant. Sie ist schonungslos, wenn es um Armut, Vernachlässigung und Brutalität geht, und gleichzeitig voller Empathie für alle Protagonisten. Ich hatte irgendwie das Gefühl, über dem gesamten Roman liegt eine große sich ausbreitende Wärme, die einen durch das Buch begleitet. „Young Mungo“ ist für mich definitiv mehr als eine tragische Coming-of-Age-Geschichte. Es ist ein Roman über Identität, über die Kraft erster Liebe und über den Mut, in einer feindlichen Umgebung zu sich selbst zu stehen. Absolute Leseempfehlung! 💙🏴🌟🌟🌟🌟🌟🏴💙
Eine Reise in meine eigene Kindheit in Worte gefasst die ich nie gefunden hätte
Young Mungo hat mich tief berührt. Stewart erzählt eine dramatische und oft sehr heftige Geschichte, doch seine Sprache bleibt dabei erstaunlich feinfühlig und voller Menschlichkeit. Viele der beschriebenen Kindheitssituationen fühlten sich für mich erschreckend vertraut an, was das Lesen zu einem sehr persönlichen Erlebnis gemacht hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie Stewart mit seinen Figuren umgeht: Er urteilt nicht, er beobachtet. Er lässt Raum für Widersprüche, Verletzlichkeit und stille Momente, die sich lange einprägen. Genau dadurch entfaltet die Geschichte ihre enorme Kraft. Dass Young Mungo nun verfilmt wird, kann man absolut nachvollziehen. Die emotionale Tiefe, die dichte Atmosphäre und die starke Bildhaftigkeit des Romans schreien förmlich danach, auf die Leinwand gebracht zu werden. Ein intensives, mutiges und großartig geschriebenes Buch. Für mich ganz klar fünf Sterne.
Die Zerstörung der Unschuld
Schottland, 90er: Auf zwei Zeitebenen ("Der Mai danach", "Der Januar davor") begleiten wir den jungen, sensiblen, gutmütigen Mungo (15). Worauf sich davor & danach beziehen, erfahren wir nur sehr langsam im Verlauf der Geschichte — was aber nicht schlimm ist, weil wir dadurch alle Protagonisten in Ruhe nach & nach kennen lernen: Mungos Mutter (34) ist eine dumme, selbstsüchtige Alkoholikerin, seine Schwester Jodie (17) arbeitet daran, von zu Hause durch eine gute Schulbildung wegzukommen & sein Bruder Hamish (18) ist bereits Vater, handelt mit Drogen & ist ein gewalttätiger, gefürchteter Bandenchef. Mungo ist gutgläubig, treu bis an die Schmerzgrenze & unterwirft sein persönliches Glück stets dem Wohlbefinden seiner Familie, vor allem dem seiner Mutter. Man möchte ihn eigentlich immerzu in den Arm nehmen & ihm versichern, dass er gut so ist, wie er ist. Seine Schwester beschreibt ihn so: "Mungos Fähigkeit zu lieben frustrierte sie. (...) Seine Liebe hatte keiner gesät, und sie blühte an einer Rebe, die keiner hegte. Sie hätte vor Jahren verkümmern müssen, wie bei Jodie, wie bei Hamish. Und doch hatte Mungo all diese Liebe zu geben, die bei ihm herumlag wie überreifes Obst, das keiner einsammelte." (S. 301) Als Mungo James (16) kennen lernt, fühlt er sich zum ersten Mal in seinem Leben von Bedeutung: geliebt, wertgeschätzt & verstanden. Doch die Zeiten & Umstände verbieten, dass die beiden Jungen das Leben leben können, DÜRFEN, das sie sich wünschen. Systematisch arbeitet seine Umwelt an Mungos Zerstörung & das ist beim Lesen sehr oft kaum zu ertragen. Der Autor erzählt eine umwerfende, herzzerreißende, tieftraurige Geschichte: über Abhängigkeiten & zum scheitern verurteilte Träume, Unschuld & Liebe, Armut & Hoffnungslosigkeit, Gewalt & Irrsinn. Sein Schreibstil ist sehr schön, stellenweise lyrisch, oft metaphorisch & niemals beschönigend: er nennt die Dinge beim Namen. Das Ende ist kaum mehr als ein Hoffnungsschimmer für Mungo & seine Leserschaft & doch das beste, das zu dieser Geschichte passt. Ein Buch, so schmerzhaft schön, dass es mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Also, was soll ich schreiben. Ließt dieses Buch.
Natürlich spielt das ganze in einer anderen Zeitzone...Dennoch ist es ja heute leider auch noch so, dass man sich tatsächlich verstecken muss für seine Gefühle. Am Anfang hab ich mir wohl selbst etwas Schwierigkeiten gemacht und wollte dieses Buch tatsächlich eher langsamer lesen. Letztendlich bin ich dann doch durch die Seiten geflogen. Mungo ist so ein lieber Typ, der mir sehr leid tut in diesen Kreisen. Habe mir doch ein anderes Ende für ihn und James gewünscht, hoffe im Inneren das es dazu gekommen ist.
Schmerzhaft und stellenweise schwer zu ertragen…
Aber dennoch ein grandioses Buch! Man sollte sich trotzdem bewusst sein, dass es sehr schwere Themen beinhaltet und teilweise auch detaillierte Beschreibungen enthält. Die Geschichte von Mungo und seiner Familie hat mich wirklich berührt. Er hat es so schwer überall gehabt, daher hat mich das Ende sehr glücklich gemacht. Einige Charaktere haben mich beim Lesen wirklich fassungslos gemacht, sodass man echt mit dem Protagonisten mit leidet. Auch zu beobachten, wie Mungo im Laufe der Geschichte immer mutiger wird und sich endlich mal wehrt, hat mir sehr gefallen!
Sehr berührend 🩵🕊️
Nach dem lesen war ich komplett sprachlos und fing an, mir über alles nochmal Gedanken zu machen. Die Eindrücke in Mungos Alltag mit seiner Familie und die gefährlichen Gangs haben mich emotional sehr mitreißen lassen. Auch seine Gefühle für James empfand ich als sehr nachvollziehbar und emotional. Was Mungo alles mitmachen musste, sowohl emotional als auch körperlich, empfand ich als super schrecklich. Die Atmosphäre der Mietshäuser und der Stadt allgemein wurden super umgesetzt und ich konnte sehr gut in die Geschichte eintauchen. Doch leider versprach der Klappentext nicht ganz, was das Buch hergibt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Jungen war einfach viel zu knapp für die Dicke der Buches. Auch lag der Fokus nicht wirklich auf die homophobe Gesellschaft, sondern ich empfand die Gangs als allgemein gewalttätig und gefährlich. Ich hätte mir also mehr James gewünscht und weniger die Story von den beiden Alkoholikern und Mungos Familie. Trotzdem ein sehr emotionales Buch.

Sehr berührend 🥺
Das Buch wurde von meinem Buchclub ausgewählt und ich hätte es mir vermutlich nicht selbst ausgesucht. Umso mehr freut es mich, diese besondere Geschichte gelesen zu haben. Young Mungo begleitet Mungo und seine Geschwister in einer schwierigen Zeit in Glasgow. Insgesamt kam mir die Liebesgeschichte, die auf dem Klappentext angesprochen wurde, etwas zu kurz. Umso emotionaler, tragischer und bewegender war alles, was stattdessen mehr Raum eingenommen hat.

So herzzerreissend wie kaum ein anderes Buch - ein absolutes Meisterwerk
Young Mungo ist ein unglaubich berührendes Buch, dass einen in die raue Welt des ärmeren Teil Glasgows der 90er Jahre entführt. Es erzählt die Geschichte vom 15-jährigen Mungo und seiner Familie: von der alkoholabhängigen Mutter die immer wieder über Tage hinweg verschwindet, dem ältesten Bruder, der Anführer einer Gang ist und der mittleren Schwester, die eine Art Ersatzmutter für Mungo darstellt. Und natürlich ihm selbst, einem zarten Jungen, der viel zu weich zu sein scheint für diese raue Welt. Eines Tages trifft Mungo auf James in dessen Taubenschlag. Sie verbringen dort viel Zeit und verlieben sich ineinander. Doch beide kämpfen mit der Scham und beide wissen, dass sie an diesem Ort nicht bestehen können. Mungo muss in jungem Alter schon so unglaublich viel Schmerz erfahren, dass es kaum auszuhalten ist. Douglas Stuart erzählt eine grausame Geschichte in der man immer wieder die Schönheit aufblitzen sieht. Man könnte sagen, dieses Buch bricht einen und flickt einen mal für mal wieder zusammen. Douglas Stuarts Erzählstil ist unaufgeregt und sehr klar, wodurch die Geschichte der Realität unglaublich nah kommt. Man ist wie ein Beobachter von furchtbaren und schönen Dingen als würde man direkt vor einer Glasscheibe hocken und alles genau mitverfolgen. Er hat ein großartiges Gespür dafür wie diese Geschichte erzählt werden musste. Dieses Buch ist ein absolutes Meisterwerk und in meinen Augen ein Must-Read! TW: (Sexualisierte) Gewalt
Das Streben nach Glück und Liebe
Ich habe schon einige Rezensionen zu dem Buch gelesen und viele sind absolut begeistert von der Geschichte. Das Buch ist gut, das steht außer Frage. Der Schreibstil ist erstaunlich leicht, für ein so schweres Thema. Ich persönlich brauchte lange, um mit den Personen warm zu werden. In Mungo sieht man unweigerlich einen verträumten und leichtgläubigen jungen Mann, der selbst nicht so richtig weiß, was er vom Leben zu erwarten hat. Was er durchlebt, wird vom Autor in keinster Weise beschönigt. Als Leser fühlt man sein Leiden. Man möchte ihn daraus befreien und denen, die ihm Schmerzen zufügen, möchte man es heimzahlen. Leider werden die anderen Charaktere nicht so stark ausgebaut, obwohl sie doch maßgeblich für Mungos Handeln und seine Gefühle verantwortlich sind. Dennoch ist es ein gelungenes Buch, was auf erschreckende Art und Weise zeigt, wie grausam Menschen sein können und wie schwer das Leben derer ist, die anders denken und fühlen, obwohl auch sie nur nach Glück und Liebe streben.
Intensiv, schockierend, traurig
Am Anfang war ich etwas verwirrt, weil das Buch in zwei Zeitebenen erzählt wird, aber das ergibt mit der Zeit total Sinn und macht die Geschichte noch spannender. Young Mungo ist keine leichte Kost, und es wird nichts beschönigt. Ich musste beim Hören immer wieder mal durchatmen, weil vieles so unter die Haut geht. Es ist ein Buch, das einen oft fassungslos zurücklässt – gleichzeitig gibt es auch Momente voller Hoffnung und echter, zarter Liebe. Der Sprecher war richtig gut gewählt: In Mungos Passagen ruhig und sensibel, bei anderen Figuren dagegen grob, mit starkem schottischem Slang. Das hat super zur Atmosphäre gepasst. Insgesamt ein sehr intensives, trauriges Buch. ⚠️Trigger: Sucht, Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung.
Wer Shuggie Bain gelesen hat, sollte unbedingt auch dieses Buch lesen. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil es um die Liebe zwischen zwei Jungs geht – etwas, das man sich vielleicht anders vorstellt als eine klassische Mann-Frau-Beziehung. Aber diese Sorge ist unbegründet: Die Geschichte ist stark, emotional und der Schreibstil großartig. Absolute Leseempfehlung! Wer Shuggie Bain‘ mochte, wird auch dieses Buch lieben.
"Zu Hause wurden keine zarten Saiten angestimmt. Es war nicht klug, nette Dinge auszusprechen, die später in der Siedlung gegen einen verwendet wurden." (S. 127) Im rauen Klima des Glasgower East Ends der 90er Jahre wächst Mungo mit seinen beiden älteren Geschwistern Jodie und Hamish auf. Der Vater ist tot, die Mutter, Mitte dreißig, sumpft tief im Alkohol und treibt sich rum, während die drei Teenager zusehen müssen, wie sie alleine klarkommen. Hinter jeder Tür im Viertel lauert Gewalt, hinter jeder Stirn brodeln Hass und Wut und auf den Straßen tobt der unerbittliche Kampf zwischen Protestanten und Katholiken. Straßenschlachten, in die auch Mungo sich einreihen muss, denn alle betonen immerzu, aus ihm müsse endlich ein echter Mann werden. Allen voran sein gewaltbereiter Bruder. Doch Mungo hat ein Geheimnis: Er liebt einen Jungen. Mit James ist plötzlich alles schwerelos. Zwischen den beiden schwebt eine weiche, gutmütige Atmosphäre und aus dem zärtlichen Gefühl wird Leidenschaft und tiefe Zuneigung. Doch die Angst, entdeckt zu werden, läuft immer mit. Als Hamish dahinterkommt, geht Mungos Welt in Flammen auf. Um ihren Sohn wieder auf den "rechten Pfad" zu bringen, schickt die Mutter ihn kurzerhand in Begleitung zweier versoffener Kerle auf einen Angeltrip in die Wildnis. Mit fatalen Folgen ... ❤️🔥💔❤️🩹 Dieses Buch geht ans Herz - es brennt, es bricht und wird getröstet. Sowohl die zarte Liebesgeschichte als auch die brutale Wirklichkeit haben mich aufgewühlt und mitgerissen. "Young Mungo" nimmt uns mit in das harte Arbeitermilieu, wo Freundschaft unter Männern durch Prügel gefestigt wird. Hier werden brennende Barrikaden aufgestellt, wenn die eigene Männlichkeit in Gefahr ist. Doch Douglas Stuart hält einen Hoffnungsschimmer hoch. Hört auf euch und euer Herz, denn es stimmt nicht, wenn sie sagen: "Du kannst nicht so sein und damit glücklich werden." (S. 391) Trotz zahlreicher TW, absolute Leseempfehlung!
aua 💔
Keine Ahnung wie ich dieses Buch bewerten soll, der Schreibstil war absolut fesselnd, aber ich musste ein paar Mal abbrechen, weil ich es einfach zu krass fand, was die Hauptfigur erleben musste. Triggerwarnings wären hier definitiv angebracht. Keine leichte Kost und nichts zum mal so durchlesen, aber für jeden, der ein sehr intensives Buch sucht absolut das Richtige. 🙃
Tough read, but amazing story telling.
The scottish accent was hard to read for a non-native english speaker. But as soon as you've gotten the hang of it it becomes easier. The story telling is amazing. The whole scenery is described in a beautiful way. Get ready to have your heart broken more than once. The story is dark and depressing, but there's so much beauty shining through. Needs some trigger warnings.
Ein Ort, der keine Weichheit erlaubt. Und ein Junge, der nur aus Gefühl besteht. Willkommen im Glasgow der 90er Jahre, wo religiöser Hass und Gewalt den Takt vorgeben und für jemanden wie Mungo eigentlich kein Platz ist. Schon nach den ersten Seiten hatte ich ein besonderes Gefühl bei diesem Buch. Der Schreibstil von @ ist beobachtend, detailliert und rau, aber auch sehr feinfühlig. Menschen und Situationen wirken authentisch. Hier wird nichts beschönigt. Man spürt diese schwere Last zwischen den Zeilen. Ich habe erst auf Englisch begonnen, musste aber wegen des starken Glasgower Dialekts abbrechen und bin zur deutschen Version gewechselt. Wer sich an den schottischen Slang herantraut: Respekt! Ich höre diesen Akzent unglaublich gern, aber verstehen tue ich ihn nicht. 😅 Dieses Buch ist hart. Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, Hoffnungslosigkeit. Es gibt Momente, die für mich schwer auszuhalten waren. Besonders Mungos Verletzlichkeit hat mich getroffen. Er ist sensibel, unsicher, fühlt sich fehl am Platz in einer Welt, die ständige Härte verlangt. Doch so sanft er im Kern auch ist, seine Realität zwingt ihn in Situationen, in denen er seine eigene Unschuld opfern muss um zu überleben. Zwischen all der Brutalität und schlimmen Vorkommnissen gibt es aber auch zarten Momente. Die Annäherung zwischen Mungo und James ist vorsichtig, schüchtern und schön. Und gleichzeitig ständig überschattet von Angst. Die Homophobie, der religiöse Hass zwischen Katholiken und Protestanten und festgefahrene toxische Männlichkeit ist allgegenwärtig. Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Traurig. Fassungslos. Und es wird mir lange im Kopf bleiben. Young Mungo ist mein erstes 5-Sterne-Highlight des Jahres. ⭐️

Die Realität von queeren Jugendlichen in Glasgow der 90er Jahre
Mungo wächst als jüngster von 3 Kindern im East End von Glasgow auf. Seine Mutter ist Alkoholikerin und schlägt sich mehr schlecht als Recht durch ohne viel Interesse an ihren Kindern zu haben. Sein älterer Bruder Hamitch ist mit 18 Jahren bereits Vater und gefürchteter Bandenchef der Katholiken im East End. Jodie, seine Schwester, versucht über eine gute Schulbildung den Sprung an die Universität zu schaffen und sich so aus der Armut zu befreien. Und Mungo lebt mit seinen 16 Jahren zu Hause, versucht sich um seine Mutter zu kümmern und freundet sich mit dem protestantischen James an, der einen Taubenschlag hat. Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal davor und danach auch wenn man ganz lange nicht weiß wo vor und wo nach. Erst im Laufe der Geschichte setzt sich das zusammen. So lernt man auch einerseits Mungo im East End kennen, wie er sich gegen seinen Bruder behaupten muss und in dieser so rauen Stadt klar kommen muss, andererseits lernen wir Mungo beim Ausflug mit zwei Bekannten seiner Mutter außerhalb vom Glasgow kennen. Ich fand am Anfang beide Handlungsstränge verwirrend, allerdings klärte sich langsam auf, was in welcher Reihenfolge passiert ist und gab den Lesenden genug Zeit alle Facetten von Mungo kennenzulernen. Generell waren die Charaktere alle sehr gut ausgearbeitet, sehr Facettenreich. Sowohl Mungo und seine Geschwister als auch die Mutter und James. Und auch wenn ich die Mutter immer wieder für ihre Entscheidungen gehasst habe, kam ich nicht drum rum auch Mitleid für sie zu empfinden. Auch der geschichtliche Kontext, die religiösen Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken waren sehr gut ausgearbeitet, so wie die große Arbeitslosigkeit in den Arbeiter*innenvierteln in Glasgow als die Werfen pleite gingen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, es ist schön geschrieben, allerdings mit einem sehr rauen Umgangston, viel Queerfeindlichkeit, etc. Es ist kein schönes Buch für Zwischendurch, im Gegenteil ich habe teilweise geweint und auch im Nachhinein noch viel darüber nachgedacht.
Atemberaubend
Ich liebe es. Die Art wie das Buch erzählt wird ist wundervoll. Wie zwei unterschiedliche Geschichten in zwei unterschiedlichen Zeitpunkten verwoben sind , sind einfach erstaunlich. Die Themen die angesprochen werden sind so gut gewählt und wichtig. Es spricht so viele Dinge von früher an wie es gewesen ist als queere Person früher zu leben.
Man schließt Mungo direkt ins Herz!
Ein sehr schöner Roman, der allerdings auch viel (sexualisierte) Gewalt enthält, also nichts für schwache Nerven! Mungo ist erst 15 Jahre alt und versucht zwischen seinen gewaltvollen und süchtigen Familienmitgliedern seine erste Liebe zu finden. Die homophobe und gewaltvolle Umgebung in der Stadt macht es ihm dabei nicht gerade einfacher. Ich habe sehr mit Mungo mitgefühlt! Leider kam ich am Anfang etwas schwer rein, aber ab der Mitte des Buchs wurde es wirklich spannend. Für mich daher leider nicht 100%ig überzeugend, aber empfehlen würde ich das Buch trotzdem!
“Wenn nicht eine mal sie ihn lieben konnte, mit allem Gepäck, konnte ihn vielleicht niemand lieben (S.402 ebook)”
Young Mungo ist ein extrem bedrückendes Buch, das einem beim Lesen richtig nahegeht. Die Geschichte ist oft düster und schwer auszuhalten, weil es um Gewalt, Vernachlässigung und ein Leben geht, das kaum Hoffnung lässt. Viele Szenen sind emotional sehr belastend und bleiben lange im Kopf. Gleichzeitig ist es aber auch eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner Härte ist die Geschichte unglaublich stark erzählt und tief berührend. Es ist kein leichtes Buch, aber eines, das man so schnell nicht vergisst.

Stuarts Roman um Protagonist Mungo Hamilton erzählt die tragische Geschichte des 15jährigen Glasweger, der in jeder Weise und von allen Seiten mit Erwartungen ein "Mann" zu werden konfrontiert wird. Dabei geht es um tradierte wie auch hochgradig widersprüchliche Männlichkeitsbilder in Bezug auf Sexualität, Emotionen, Familie, Gewalt, usw. Ein großartiger Roman, der stark geprägt ist von Homophobie, Gewaltsexzessen, -phantasien und sexualisierter Gewalt. Aber auch von einem Protagonisten, der auf der Suche nach seiner Liebe und sich selbst ist.
Ich war einerseits Froh als ich das Buch endlich zu ende gelesen habe, andererseits war ich auch traurig. Die Geschichte von Mungo war spannend aber hat mir auch immer wieder das Herz zerrissen. Immer wieder dachte ich, er habe nun endlich das schlimmste überstanden und schon ging der Horror weiter. Ein tolles Buch, welches mitten ins Herz trifft.
Endlich habe ich es gewagt und "Young Mungo" von Douglas Stuart zur Hand genommen. Nachdem ich im Sommer bereits "Shuggie Bain" von ihm las, welches ebenfalls in einem verarmten Milieu in Schottland spielt, wusste ich schon vorher, das wird hart. Wir begleiten Mungo durch seine Jugend, in der ein Schicksalsschlag auf den nächsten folgt. Unbeschönigt zeichnet Douglas Stuart ein Leben mit einer alkoholkranken Mutter, einem gewaltätigen Bruder und dem Wissen anders zu sein als alle anderen und dafür verurteilt zu werden. Er beschreibt auch eine aufblühende, aber verbotene Liebe, welche zwischen Mungo und seinem Freund James entsteht. Gewalt und Alkoholmissbrauch spielt in diesem Buch wieder eine große Rolle. Schmerzhaft zu lesen. Mungos Schicksal hat mich sehr berührt.

Prekäre Verhältnisse
Mungo wächst in sogenannten prekären Verhältnissen auf. Die alkoholsüchtige Mutter ist nicht in der Lage, sich um ihre drei Kinder zu kümmern, welche notgedrungen ihren eigenen Weg finden, das Leben zu meistern. In dieser starken Charakterzeichnung liegt die große Stärke des Romans. Besonders Mungo wächst einem durch seine kindliche, herzliche und naive Art ans Herz. Ihn dabei zu begleiten, wie das Vertrauen in seine Mitmenschen gestärkt aber auch gebrochen wird, war unbestreitbar emotional. Auch der Wechsel von Rahmenhandlung und Flashbacks war ein gekonnter Schachzug, um Tempo in die Erzählung zu bringen und die Spannung aufrecht zu erhalten. Gerade im letzten Drittel zog sich die Handlung meiner Meinung nach doch etwas zu sehr und es wurde gefühlt eine Schippe zu viel draufgelegt. Mungo, sein Leben, seine Liebe und sein Leid werde ich aber so schnell nicht wieder vergessen.
7/5 Sternen
„Young Mungo“ von Douglas Stuart ist ein Buch, das mich sprachlos und tief berührt zurückgelassen hat. Die Geschichte des jungen Mungo zieht von der ersten Seite an in ihren Bann und entführt in das raue, gnadenlose Glasgow der 1980er Jahre. Stuart gelingt es, eine breite Palette an Emotionen hervorzurufen: von Wut und Empathie bis hin zu tiefer Trauer und Fassungslosigkeit. Gleichzeitig spürt man auch eine Wärme, die von Mungos liebevoller und unschuldiger Art ausgeht, trotz der dunklen und brutalen Welt, in der er lebt. Das Schicksal des Protagonisten ist so intensiv und erschütternd beschrieben, dass ich das Buch mehrfach aus der Hand legen musste, um das Gelesene zu verarbeiten. Mungos Unschuld, sein Vertrauen und seine Abhängigkeit werden auf grausame Weise missbraucht – sowohl mental als auch körperlich. Die Geschichte rüttelt auf, geht unter die Haut und bleibt mir bestimmt noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis. Stuart zeichnet ein erschreckend realistisches Bild einer homophoben und gewalttätigen Welt, das weh tut, aber zugleich ein unverzichtbares literarisches Erlebnis darstellt. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
Highlight
Young Mungo* Douglas Stuart "Mungos Fähigkeit zu lieben frustrierte sie. Seine Liebe war keine Selbstlosigkeit; er konnte einfach nicht anders." Ach Mungo, wie gerne wäre ich zwischenzeitlich in dieses Buch gestiegen und hätte dich herausgeholt aus deiner grauen Welt. "Seine Liebe hatte keiner gesät, und sie blühte an einer Rebe, die keiner hegte." Umgeben von Gewalt und überbordender Männlichkeit, wächst Mungo in einer Ungebung auf, in der Alkoholismus und Verwahrlosung eher die Regel als die Ausnahme sind. Seine Zartheit und Feinfühligkeit steht im Kontrast zum rauen Glasgower Slum, der ihn umgibt. Zu einer Mutter, die nur sich sieht und einem Bruder, der Gewalt und Brutalität lebt. Sein einziger Halt ist seine Schwester Jodie, die für mich gleichsam der interessanteste Nebencharakter war. "Und doch hatte Mungo all diese Liebe zu geben, die bei ihm herumlag wie überreifes Obst, das keiner einsammelte." Young Mungo gefiel mir noch besser als Douglas Stuarts Vorgängerroman "Shuggie Bain". Der Grund hierfür liegt bei mir in Stuarts Konzentration auf Mungo, wohingegen ich bei Shuggie die Alkoholsucht der Mutter als eigentlichen Kern des Buches empfand. Shuggie war ohne Frage gut, Young Mungo aber ist grandios: Eine Sozial- und Milieustudie, die ihren Fokus nie verliert, ein Plädoyer für die Liebe und gleichzeitig ein Buch, das so genau hinschaut, dass das Herz schmerzt. Ein Buch, das nicht zulässt sich wegzudrehen - auch wenn ich zwischenzeitlich nicht sicher war es aushalten zu können. Dank des Austauschs mit Manu @agathe_liest war es eine umso tiefergehende Leseerfahrung. Last but not least sei auch erwähnt, dass ich nur so durch die Seiten flog. Stuarts Schreibstil ist unverblümt, eingängig und sehr angenehm... eine ganz große Leseempfehlung und das Highlight dieses Monats. 5 von 5 🌟

Schwere Kost
Es fällt mir sehr schwer, etwas über dieses Buch zu sagen… Es ist sehr schön geschrieben, Stuart spielt an vielen Stellen wunderbar mit der Bildern, tolle Formulierungen… aber trotzdem mach das Buch aufgrund der Thematik halt nie Spaß. Man leidet mit Mungo. Auf jeder Seite. Ich hätte gerne am Ende die Gewissheit gehabt, dass er in Sicherheit ist. Ich hoffe, er ist mit James gegangen. 🥺
Das Buch war schwierig zu lesen. Ich habe immerwieder größere Pausen gemacht, einfach weil die Geshichte sehr trostlos und auch ein stückweit belastend war. Insbesondere wenn man durch die Blicke in die Zukunft immer weiß was noch alles auf Mungo zukommt. Es war sehr gut und unzensiert geschrieben. Ohne die Situation irgendwie zu beschönigen oder nur das ästhetische des Geschehens zu umschreiben. Alles in allem war es eine schwere Lektüre aber es hat sich gelohnt.
Ich finde es zu wenig, wenn man diesen Roman daraufhin reduziert, dass es um einen jungen Mann geht, der sich zu anderen Männern hingezogen fühlt. Für mich ging es auch viel um diese unnötigen Konflikte zwischen den Religionen. Es macht mich wütend, dass es Menschen nicht frei gestellt wird, welcher Religion sie sich zugehörig fühlen und welche Menschen sie lieben wollen. Hauptsache sie lieben und führen keine Machtkämpfe und Kriege. Vielleicht bin ich zu wütend um dem Buch 5 Sterne geben zu können, aber empfehlenswert ist es alle mal und eine Botschaft hat es auch!
This was a lot… painful, romantic, makes you cry, makes you scream, ask yourself „just why??“… and then you‘ll think something like „is this person actually who I think it is?“ One star substraction because of this FUCKING HORRIBLE COVER, omg WHYYYY are you doing this to an actual good novel?? A bad photograph of real people for a book cover… come on🫣 JOKE OFC (although the cover IS the worst) I didn‘t have a full connection to the plot and the characters as well. It was written in some very distant style which made a lot of sense at the beginning but then became a bit questionable. Until the end I got the feeling of actually missing something important? Which was not very nice. But as it‘s almost a gay classic with lots of literal value I think everyone should read it!
Glasgow in den 90ern. Hart und unnachgiebig.
Auf den ersten Seiten wusste ich nicht, was ich von dem Buch halten sollte. Ich ahnte noch nicht, wohin die Geschichte mich führt. Den Klappentext hatte ich seitdem das Buch bei mir eingezogen ist, nicht noch einmal gelesen und irgendwie schweifte ich ständig ab. Aber dann war ich plötzlich ganz bei Mungo, dem Jungen der in der falschen Zeit, in der falschen Gegend aufwächst. Mit einem großen und guten Herzen auf der Suche nach Akzeptanz und Liebe. Letzteres findet er mit James, aber die Liebe darf im Glasgow der 90er nicht sein. Wenn sie öffentlich wird, verliert man sein Gesicht, seine Zähne und vielleicht sogar sein Leben. Es ist eine von Gewalt und Banden geprägte Gegend. Ein Mann darf kriminell sein und Mädchen schwängern aber einen anderen Mann lieben darf er nicht. Um Mungo auf den richtigen Weg zu bringen, schickt seine Mutter ihn auf ein Angelwochenende mit zwei zwielichtigen Kerlen. Der eine Erzählstrang befasst sich genau mit diesem Wochenende, der andere erzählt Mungos Leben bis es zu diesem Wochenende kommt. Nichts wird geschönt. Es ist ein harter Lesestoff, der mich oft innehalten und durchatmen lässt. Was muss ein Mensch ertragen, der einfach nur er selbst sein möchte und liebt? Eine eindrückliche Geschichte, die mich noch eine Weile beschäftigen wird.

„Young Mungo" erzählt die Geschichte eines Jungen, der am Rande der Gesellschaft aufwächst. Die Menschen in seinem Umfeld haben keine Zukunft. Das Leben ist grau und trist und geprägt von Gewalt und starken Männlichkeitsidealen. Mungo ist viel zu sanft und fürsorglich für diese Welt und hat es dadurch nicht leicht. Aber auch er stellt sich ein besseres Leben vor- Raus aus Glasgow, weg von seinem brutalen Bruder, irgendwo hin, wo seine Liebe zu James nicht verboten ist. Diese Geschichte hat mich unglaublich berührt. Sie ist ruhig, aber so voll von Gefühlen und Eindrücken, das ich manche Passagen erst einmal verarbeiten musste. Andere Stellen sind wiederum so schön, dass mir warm ums Herz wurde. Eine klare Empfehlung!
Die Atmosphäre des Buchs ist sehr bedrückend. Die erste Hälfte konnte ich nur in kleinen Häppchen lesen. Es liest sich als würde man in Form eines elend langen Vorspiels ins Grauen laufen. In der Beziehung zwischen James und Mungo stecken die einzigen hellen Momente dieser Geschichte. Genau die haben mir aber wahnsinnig gut gefallen. Der Weg dahin hat mich allerdings gequält. Nichtsdestotrotz komme ich zu dem Schluss, dass es sich um ein herausragend gutes Buch handelt, das richtig wehtut, aber auch sehr wichtig ist. Für uns alle
Oh Boy ... this was one of the most jaw-dropping books I've ever read. I'm not as emotionally wrecked as I was after "A Little Life" (but that's not comparable either), but I'm so emotionally invested that I just want to cry. I want to press my palms to my eyes and rock back and forth. This book is beautiful and gentle and tender and cruel and real and brutal, brutal, brutal. Not being right; not being enough. Not being any good. Being too much and not enough at the same time. A first love as bright and colourful as the most beautiful rainbow and everything that follows is probably the storm that clouds the sun. The characters crept into my heart; I learned to hate and love them. Had to put the book aside several times and wanted to talk to someone and didn't know how and with whom. I'm ... it hurts. What hurts? Knowing that this book is not a made-up story, but that too many people in the world have been, are or will be treated in this way. That these things happen and that they happen all over the world. Then, now and in the future. Mungo and James ... I love them and I cry and I want to be held.

Schon lange nicht mehr bin ich mit einem derart vielfältigen Potpourri an Emotionen aus einem Buch gestolpert. Der 15-Jährige Mungo wächst in einer feuchten Sozialwohnung in einem Arbeiterviertel in Glasgow auf. Die Welt um in herum ist hart und die Einstellung seiner Mitmenschen im East End ist von toxischer Männlichkeit verseucht. „Es war komisch, eine Enttäuschung zu sein, weil man ehrlich war und das auch von anderen erwartete“ (S. 15). Nicht nur die Außenwelt nimmt den zarten und verträumten Mungo als Enttäuschung wahr, auch seine eigene Familie möchte ihn zur Männlichkeit bekehren. Sein älterer Bruder Hamish ist ein gewaltbereiter, auf Krawall gebürsteter Bandenanführer. Er zwingt Mungo immer wieder dazu ihn auf seinen Streifzügen zu begleiten. Trost sucht Mungo bei seiner Schwester Jodie, findet jedoch kaum Gehör für seine Gefühle und Gedanken. Denn Jodie ist, wie die auch alkoholabhängige Mutter der drei Heranwachsenden, in ihrem eigenen sorgengetränkten Leben gefangen. Dann lernt Mungo einen Jungen aus der Nachbarschaft kennen, welcher ebenfalls alles andere als ein fürsorgliches Elternhaus gewohnt ist. Die beiden werden Freunde und ganz langsam wird aus Freundschaft mehr und mehr... „Es war James, der den Schritt machte. Sein kleiner Finger kam näher und hakte sich bei Mungo ein. Die Elektrizität, die an der Grenze geknistert hatte, sprang über und versengte ihm die Haut“ (S. 150). Endlich ist da Hoffnung, aber da das Glasgow der 90er Jahre keinen Platz für Homosexualität hat endet auch hier die Abwärtsspirale nicht! Zum ersten Mal in seinem Leben macht sich Mungo Hoffnung angenommen und verstanden zu werden, aber im Glasgow der 90er Jahre gibt es keinen Platz für Homosexualität. Nach „Shuggie Bain“ stellt Douglas Stuart mit „Young Mungo“ erneut sein literarisches Talent unter Beweis. Die Figuren, welche am Rande der Gesellschaft leben, sind absolut authentisch herausgearbeitet – nahezu greifbar! Die rohe Gewalt und Brutalität, der Mungo ausgesetzt ist, steht im direkten Kontrast zu seinem aufmerksamen und sensiblen Wesen. Mungos Schicksal durch dieses Buch zu verfolgen weckt bei mir rege Emotionen – am Ende bin ich froh, dass es vorbei ist! Mungo hat genug mitgemacht. Im Vergleich zu seiner Mum mache ich mir nämlich bei nahezu jedem Umblättern Sorgen, was wohl als nächstes grausames passiert! Da an vielen Stellen Handlungen explizit beschrieben werden kann ich das Buch eingeschränkt empfehlen. Aus dem Englischen von Sophie Zeitz.

TW: Häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe an Minderjährigen, Alkoholmissbrauch! Kennt ihr das auch? Ihr wollt ein Buch lesen, aber ihr könnt es nicht. Das Buch ist so spannend, nein brutal, es schärft alle deine Sinne und es wühlt dich komplett auf, es macht dich hibbelig und fertig. Also steht man auf, läuft im Wohnzimmer herum und weiss, dass man durch die Passage muss - sie einfach weiterlesen muss. Das Buch ist bereits geschrieben, es ist zu spät, man kann es nicht umschreiben - ich kann ihm nicht mehr helfen. Also weiter geht es, nächster Versuch: Man quält sich, sie tun ihm weh - hier hilft nur noch ein Stückchen Schokolade um es erträglicher zu machen! Oh man, zuletzt hat mich 'Ein wenig Leben‘ von Hanya Yanagihara so aufgewühlt, so umgehauen, aber dieses Mal heisst er nicht Jude, sondern … YOUNG MUNGO von Douglas Stuart Mungo ist 15 Jahre alt und lebt mit seiner alkoholkranken Mutter und seiner älteren Schwester in Glasgow. Sein älterer Bruder Hamish, der eigentlich selbst noch ein Kind war, als er Vater wurde, ist bereits ausgezogen. Er ist der Anführer der hiesigen protestantischen Jungs-Bande im Mietskasernen-Ghetto, die sich immer trifft, um den Katholiken eine kräftige Abreibung zu verpassen (bewusst untertrieben). Mungo ist anders als die anderen Jungs: zart, liebevoll und er mag Jungs und somit ist er für Hamish und den anderen Jungs das perfekte Opfer. Nur seiner Schwester Jodie erzählt er die Wahrheit. Wahrscheinlich würde er sich auch seiner Mutter, Mo-Maw, anvertrauen, aber diese kämpft mit ihren eigenen Dämonen. Der Alkohol lässt sie ein anderes Gesicht bekommen und wenn sie jemanden kennenlernt, verschwindet sie eh für Wochen oder Monate, bis der jeweilige Freund sie wieder abserviert und sie vor die Tür setzt. Mungo möchte es allen recht machen, keinen verletzen und als er James Jamieson, der die selben Neigungen hat wie er, kennenlernt, wird ihm genau das zum Verhängnis. Keine Liebesgeschichte. Punkt. Ein Buch, was trauriger nicht sein könnte. Eins, das die traurige und verzweifelte Geschichte eines jungen homosexuellen Mannes aufzeigt, zu einer Zeit, in der die Gesellschaft nicht reif war für Menschen mit Neigungen zum gleichen Geschlecht. Außerdem wird hervorragend die Verzweiflung der Arbeitslosen, Alleinerziehenden und den vielen Geschiedenen, in den 90er Jahren in Glasgow, vom Autor herausgearbeitet. Der Einstieg ins Buch viel mir nicht ganz einfach und als mir dann die vielen Parallelen zu Stuarts vorherigem Buch 'Shuggie Bain’ auffielen, war ich erst enttäuscht. Aber die Enttäuschung hielt nicht lange vor, den Young Mungo entpuppt sich schnell als eine ganz andere Geschichte. Absolute Leseempfehlung 5+/ 5 Aus dem Englischen ins Deutsche von Sophie Zeitz.

Absolut ein Highlight!!!
Douglas Stuart schafft es, auf eindrucksvolle Weise die Stimmung in Glasgow der 90er einzufangen. Werften schließen, Stahlfabriken schließen, die Frustration wächst. Damit auch die Hoffnungslosigkeit, die Arbeitslosigkeit,die Armut,die Frustration, der Alkoholkonsum, die Gewalt. Wir bekommen einen prägnanten Eindruck nicht nur von Mungo unseren Hauptprotagonisten, sondern auch von vielen Nebencharakteren, so verdammt ehrlich und realitätsnah. Mungo ist ein liebenswerter Hauptcharakter, und ich hab ihn sehr in mein Herz geschlossen, trotz… oder gerade wegen seiner Unzulänglichkeiten. Er ist nicht der Schlaueste, hat Ticks und versteht seine Mitmenschen oft nicht richtig. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und versucht dem zu folgen, aber er versucht auch es seiner Familie recht zu machen. Es gibt ein “Davor” und ein “Danach” , und wir nähern uns nach und nach dem Ereignis. Mich würde es wahnsinnig interessieren wie es in Mungos Leben weiter geht, ich Spoiler ungern aber das Buch hat ein offenes Ende, was der für mich einzig negative Aspekt ist,und dennoch ist er passend. Ich werde unbefriedigt und voller Erwartungen zurückgelassen, genauso wie das Leben damals war, gibt man die Hoffnung auf oder gibt man dem Leben eine Chance?!? Für mich wird dieses Buch mit Sicherheit ein Jahreshighlight. 5 von 5 Sternen ⭐️
Brutal und ohne jegliche Hoffnung
Young Mungo erzählt die brutale und schonungslose Geschichte des 15-jährigen Mungo, der in einem sozial prekären Viertel Glasgows aufwächst. Mungo, ein Protestant, verliebt sich in James, einen Katholiken, was in ihrer gewalttätigen und von religiösen Spannungen geprägten Umgebung problematisch ist. Die Handlung spielt in den 1990er Jahren und thematisiert Mungos Konflikte mit seiner Familie, seiner Identität und den gesellschaftlichen Erwartungen. Während Mungo nach Akzeptanz und Liebe sucht, ringt er mit toxischer Männlichkeit, Gewalt und seiner eigenen Zukunft in einer feindlichen Welt. Eigentlich genau mein Ding aber irgendwie packte es mich emotional nicht so wie erwartet, die nüchterne Erzählweise und die proletarisch-vulgäre Sprache (die stilistisch sicher gewollt und richtig ist) hat mich alles von so einer großen Entfernung betrachten lassen, das es mir letztendlich egal war, was am Ende des Buches passiert. Ich habe es mir zum Glück als E-Book geliehen sonst hätte ich mich geärgert.
Description
»Stuart weiß, wovon er erzählt. Hundertprozent realistisch.«
Campino
Für die hypermaskuline Welt der Arbeiterviertel im Glasgow der 90er Jahre ist Mungo zu hübsch und zu sanft. Sein Bruder Hamish, gefürchteter Bandenführer, will ihn zum Mann machen und schleift ihn zu den brutalen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken – nur wer hart genug ist, kann hier überleben. Dann trifft Mungo auf James und mit ihm kann er sein, wie er ist. Mit ihm lernt er ein Begehren kennen, das geächtet ist, das ihn mit Scham erfüllt, aber auch mit Glück, das er selbst vor seiner Schwester Jodie verleugnen muss, mit der er sonst alles teilt. Denn die Liebe, die zwischen den Jungen wächst, ist lebensgefährlich – und zugleich ihre Rettung.
Ein großartiger Roman über Liebe in einer von Gewalt geprägten homophoben Welt und die Verheißung von Aufbruch und Befreiung.
»Ein Meilenstein des Sozialrealismus im jungen 21. Jahrhundert.« Christian Baron, Der Freitag
Book Information
Author Description
Douglas Stuart, geboren und aufgewachsen in Glasgow, studierte am Royal College of Art in London. Nach seinem Abschluss zog er nach New York, wo er als Modedesigner arbeitete. Für seinen ersten Roman, Shuggie Bain, der in 40 Ländern erschien und zum Weltbestseller wurde, erhielt er den Booker Preis 2020.
Posts
Ein junger Mann mit zarter Stärke kämpft sich durch die Schatten Glasgows! Sehr lesenswert! 💙🏴🌟🌟🌟🌟🌟🏴💙
„Mungos Fähigkeit zu lieben frustrierte sie. Seine Liebe war keine Selbstlosigkeit; er konnte einfach nicht anders. Mo-Maw brauchte so wenig, und er produzierte so viel, dass es reine Verschwendung war. Seine Liebe hatte keiner gesät, und sie blühte an einer Rebe, die keiner hegte. Sie hätte vor Jahren verkümmern müssen, wie bei Jodie, wie bei Hamish. Und doch hatte Mungo all diese Liebe zu geben, die bei ihm herumlag wie überreifes Obst, das keiner einsammelte.“ ~ Zitat Seite 300 ~ Oh Mungo, wie gerne würde ich Dich in den Arm nehmen und Dir leise ins Ohr flüstern, dass alles gut wird! Ich wusste, dieses Buch wird hart, denn wie schon der kleine Shuggie in Stuarts preisgekröntem Debut Roman „Shuggie Bain“ eine schreckliche Kindheit erfahren musste, erlebt „Young Mungo“ eine Jugend, die man keinem jungen Menschen wünschen möchte. Es ist eine Jugend im Arbeitermilieu Glasgows Anfang der 90er Jahre, die einfach nur rau, perspektivlos und von Gewalt durchzogen ist. In dieser Welt gilt Härte als Überlebensstrategie und mittendrin befindet sich der sensible und eher stille Mungo Hamilton. Zwischen einer alkoholkranken Mutter, einem gewalttätigen Bruder und den starren konfessionellen Fronten zwischen Protestanten und Katholiken sucht Mungo nach einem Ort, an dem er einfach er selbst sein darf. Und ja, dieses Buch scheint auf den ersten Blick sehr düster und aussichtslos. Trotzdem lohnt es sich so sehr, dieses Buch zu lesen! Denn entgegen allem Elend ist es auch eine Geschichte voller Zärtlichkeit, Sehnsucht und leiser Hoffnung. Und man spürt diese kleinen wunderbaren Momente so oft im Buch! Stuarts Sprache ist außerdem mal wieder brillant. Sie ist schonungslos, wenn es um Armut, Vernachlässigung und Brutalität geht, und gleichzeitig voller Empathie für alle Protagonisten. Ich hatte irgendwie das Gefühl, über dem gesamten Roman liegt eine große sich ausbreitende Wärme, die einen durch das Buch begleitet. „Young Mungo“ ist für mich definitiv mehr als eine tragische Coming-of-Age-Geschichte. Es ist ein Roman über Identität, über die Kraft erster Liebe und über den Mut, in einer feindlichen Umgebung zu sich selbst zu stehen. Absolute Leseempfehlung! 💙🏴🌟🌟🌟🌟🌟🏴💙
Eine Reise in meine eigene Kindheit in Worte gefasst die ich nie gefunden hätte
Young Mungo hat mich tief berührt. Stewart erzählt eine dramatische und oft sehr heftige Geschichte, doch seine Sprache bleibt dabei erstaunlich feinfühlig und voller Menschlichkeit. Viele der beschriebenen Kindheitssituationen fühlten sich für mich erschreckend vertraut an, was das Lesen zu einem sehr persönlichen Erlebnis gemacht hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie Stewart mit seinen Figuren umgeht: Er urteilt nicht, er beobachtet. Er lässt Raum für Widersprüche, Verletzlichkeit und stille Momente, die sich lange einprägen. Genau dadurch entfaltet die Geschichte ihre enorme Kraft. Dass Young Mungo nun verfilmt wird, kann man absolut nachvollziehen. Die emotionale Tiefe, die dichte Atmosphäre und die starke Bildhaftigkeit des Romans schreien förmlich danach, auf die Leinwand gebracht zu werden. Ein intensives, mutiges und großartig geschriebenes Buch. Für mich ganz klar fünf Sterne.
Die Zerstörung der Unschuld
Schottland, 90er: Auf zwei Zeitebenen ("Der Mai danach", "Der Januar davor") begleiten wir den jungen, sensiblen, gutmütigen Mungo (15). Worauf sich davor & danach beziehen, erfahren wir nur sehr langsam im Verlauf der Geschichte — was aber nicht schlimm ist, weil wir dadurch alle Protagonisten in Ruhe nach & nach kennen lernen: Mungos Mutter (34) ist eine dumme, selbstsüchtige Alkoholikerin, seine Schwester Jodie (17) arbeitet daran, von zu Hause durch eine gute Schulbildung wegzukommen & sein Bruder Hamish (18) ist bereits Vater, handelt mit Drogen & ist ein gewalttätiger, gefürchteter Bandenchef. Mungo ist gutgläubig, treu bis an die Schmerzgrenze & unterwirft sein persönliches Glück stets dem Wohlbefinden seiner Familie, vor allem dem seiner Mutter. Man möchte ihn eigentlich immerzu in den Arm nehmen & ihm versichern, dass er gut so ist, wie er ist. Seine Schwester beschreibt ihn so: "Mungos Fähigkeit zu lieben frustrierte sie. (...) Seine Liebe hatte keiner gesät, und sie blühte an einer Rebe, die keiner hegte. Sie hätte vor Jahren verkümmern müssen, wie bei Jodie, wie bei Hamish. Und doch hatte Mungo all diese Liebe zu geben, die bei ihm herumlag wie überreifes Obst, das keiner einsammelte." (S. 301) Als Mungo James (16) kennen lernt, fühlt er sich zum ersten Mal in seinem Leben von Bedeutung: geliebt, wertgeschätzt & verstanden. Doch die Zeiten & Umstände verbieten, dass die beiden Jungen das Leben leben können, DÜRFEN, das sie sich wünschen. Systematisch arbeitet seine Umwelt an Mungos Zerstörung & das ist beim Lesen sehr oft kaum zu ertragen. Der Autor erzählt eine umwerfende, herzzerreißende, tieftraurige Geschichte: über Abhängigkeiten & zum scheitern verurteilte Träume, Unschuld & Liebe, Armut & Hoffnungslosigkeit, Gewalt & Irrsinn. Sein Schreibstil ist sehr schön, stellenweise lyrisch, oft metaphorisch & niemals beschönigend: er nennt die Dinge beim Namen. Das Ende ist kaum mehr als ein Hoffnungsschimmer für Mungo & seine Leserschaft & doch das beste, das zu dieser Geschichte passt. Ein Buch, so schmerzhaft schön, dass es mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Also, was soll ich schreiben. Ließt dieses Buch.
Natürlich spielt das ganze in einer anderen Zeitzone...Dennoch ist es ja heute leider auch noch so, dass man sich tatsächlich verstecken muss für seine Gefühle. Am Anfang hab ich mir wohl selbst etwas Schwierigkeiten gemacht und wollte dieses Buch tatsächlich eher langsamer lesen. Letztendlich bin ich dann doch durch die Seiten geflogen. Mungo ist so ein lieber Typ, der mir sehr leid tut in diesen Kreisen. Habe mir doch ein anderes Ende für ihn und James gewünscht, hoffe im Inneren das es dazu gekommen ist.
Schmerzhaft und stellenweise schwer zu ertragen…
Aber dennoch ein grandioses Buch! Man sollte sich trotzdem bewusst sein, dass es sehr schwere Themen beinhaltet und teilweise auch detaillierte Beschreibungen enthält. Die Geschichte von Mungo und seiner Familie hat mich wirklich berührt. Er hat es so schwer überall gehabt, daher hat mich das Ende sehr glücklich gemacht. Einige Charaktere haben mich beim Lesen wirklich fassungslos gemacht, sodass man echt mit dem Protagonisten mit leidet. Auch zu beobachten, wie Mungo im Laufe der Geschichte immer mutiger wird und sich endlich mal wehrt, hat mir sehr gefallen!
Sehr berührend 🩵🕊️
Nach dem lesen war ich komplett sprachlos und fing an, mir über alles nochmal Gedanken zu machen. Die Eindrücke in Mungos Alltag mit seiner Familie und die gefährlichen Gangs haben mich emotional sehr mitreißen lassen. Auch seine Gefühle für James empfand ich als sehr nachvollziehbar und emotional. Was Mungo alles mitmachen musste, sowohl emotional als auch körperlich, empfand ich als super schrecklich. Die Atmosphäre der Mietshäuser und der Stadt allgemein wurden super umgesetzt und ich konnte sehr gut in die Geschichte eintauchen. Doch leider versprach der Klappentext nicht ganz, was das Buch hergibt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Jungen war einfach viel zu knapp für die Dicke der Buches. Auch lag der Fokus nicht wirklich auf die homophobe Gesellschaft, sondern ich empfand die Gangs als allgemein gewalttätig und gefährlich. Ich hätte mir also mehr James gewünscht und weniger die Story von den beiden Alkoholikern und Mungos Familie. Trotzdem ein sehr emotionales Buch.

Sehr berührend 🥺
Das Buch wurde von meinem Buchclub ausgewählt und ich hätte es mir vermutlich nicht selbst ausgesucht. Umso mehr freut es mich, diese besondere Geschichte gelesen zu haben. Young Mungo begleitet Mungo und seine Geschwister in einer schwierigen Zeit in Glasgow. Insgesamt kam mir die Liebesgeschichte, die auf dem Klappentext angesprochen wurde, etwas zu kurz. Umso emotionaler, tragischer und bewegender war alles, was stattdessen mehr Raum eingenommen hat.

So herzzerreissend wie kaum ein anderes Buch - ein absolutes Meisterwerk
Young Mungo ist ein unglaubich berührendes Buch, dass einen in die raue Welt des ärmeren Teil Glasgows der 90er Jahre entführt. Es erzählt die Geschichte vom 15-jährigen Mungo und seiner Familie: von der alkoholabhängigen Mutter die immer wieder über Tage hinweg verschwindet, dem ältesten Bruder, der Anführer einer Gang ist und der mittleren Schwester, die eine Art Ersatzmutter für Mungo darstellt. Und natürlich ihm selbst, einem zarten Jungen, der viel zu weich zu sein scheint für diese raue Welt. Eines Tages trifft Mungo auf James in dessen Taubenschlag. Sie verbringen dort viel Zeit und verlieben sich ineinander. Doch beide kämpfen mit der Scham und beide wissen, dass sie an diesem Ort nicht bestehen können. Mungo muss in jungem Alter schon so unglaublich viel Schmerz erfahren, dass es kaum auszuhalten ist. Douglas Stuart erzählt eine grausame Geschichte in der man immer wieder die Schönheit aufblitzen sieht. Man könnte sagen, dieses Buch bricht einen und flickt einen mal für mal wieder zusammen. Douglas Stuarts Erzählstil ist unaufgeregt und sehr klar, wodurch die Geschichte der Realität unglaublich nah kommt. Man ist wie ein Beobachter von furchtbaren und schönen Dingen als würde man direkt vor einer Glasscheibe hocken und alles genau mitverfolgen. Er hat ein großartiges Gespür dafür wie diese Geschichte erzählt werden musste. Dieses Buch ist ein absolutes Meisterwerk und in meinen Augen ein Must-Read! TW: (Sexualisierte) Gewalt
Das Streben nach Glück und Liebe
Ich habe schon einige Rezensionen zu dem Buch gelesen und viele sind absolut begeistert von der Geschichte. Das Buch ist gut, das steht außer Frage. Der Schreibstil ist erstaunlich leicht, für ein so schweres Thema. Ich persönlich brauchte lange, um mit den Personen warm zu werden. In Mungo sieht man unweigerlich einen verträumten und leichtgläubigen jungen Mann, der selbst nicht so richtig weiß, was er vom Leben zu erwarten hat. Was er durchlebt, wird vom Autor in keinster Weise beschönigt. Als Leser fühlt man sein Leiden. Man möchte ihn daraus befreien und denen, die ihm Schmerzen zufügen, möchte man es heimzahlen. Leider werden die anderen Charaktere nicht so stark ausgebaut, obwohl sie doch maßgeblich für Mungos Handeln und seine Gefühle verantwortlich sind. Dennoch ist es ein gelungenes Buch, was auf erschreckende Art und Weise zeigt, wie grausam Menschen sein können und wie schwer das Leben derer ist, die anders denken und fühlen, obwohl auch sie nur nach Glück und Liebe streben.
Intensiv, schockierend, traurig
Am Anfang war ich etwas verwirrt, weil das Buch in zwei Zeitebenen erzählt wird, aber das ergibt mit der Zeit total Sinn und macht die Geschichte noch spannender. Young Mungo ist keine leichte Kost, und es wird nichts beschönigt. Ich musste beim Hören immer wieder mal durchatmen, weil vieles so unter die Haut geht. Es ist ein Buch, das einen oft fassungslos zurücklässt – gleichzeitig gibt es auch Momente voller Hoffnung und echter, zarter Liebe. Der Sprecher war richtig gut gewählt: In Mungos Passagen ruhig und sensibel, bei anderen Figuren dagegen grob, mit starkem schottischem Slang. Das hat super zur Atmosphäre gepasst. Insgesamt ein sehr intensives, trauriges Buch. ⚠️Trigger: Sucht, Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung.
Wer Shuggie Bain gelesen hat, sollte unbedingt auch dieses Buch lesen. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil es um die Liebe zwischen zwei Jungs geht – etwas, das man sich vielleicht anders vorstellt als eine klassische Mann-Frau-Beziehung. Aber diese Sorge ist unbegründet: Die Geschichte ist stark, emotional und der Schreibstil großartig. Absolute Leseempfehlung! Wer Shuggie Bain‘ mochte, wird auch dieses Buch lieben.
"Zu Hause wurden keine zarten Saiten angestimmt. Es war nicht klug, nette Dinge auszusprechen, die später in der Siedlung gegen einen verwendet wurden." (S. 127) Im rauen Klima des Glasgower East Ends der 90er Jahre wächst Mungo mit seinen beiden älteren Geschwistern Jodie und Hamish auf. Der Vater ist tot, die Mutter, Mitte dreißig, sumpft tief im Alkohol und treibt sich rum, während die drei Teenager zusehen müssen, wie sie alleine klarkommen. Hinter jeder Tür im Viertel lauert Gewalt, hinter jeder Stirn brodeln Hass und Wut und auf den Straßen tobt der unerbittliche Kampf zwischen Protestanten und Katholiken. Straßenschlachten, in die auch Mungo sich einreihen muss, denn alle betonen immerzu, aus ihm müsse endlich ein echter Mann werden. Allen voran sein gewaltbereiter Bruder. Doch Mungo hat ein Geheimnis: Er liebt einen Jungen. Mit James ist plötzlich alles schwerelos. Zwischen den beiden schwebt eine weiche, gutmütige Atmosphäre und aus dem zärtlichen Gefühl wird Leidenschaft und tiefe Zuneigung. Doch die Angst, entdeckt zu werden, läuft immer mit. Als Hamish dahinterkommt, geht Mungos Welt in Flammen auf. Um ihren Sohn wieder auf den "rechten Pfad" zu bringen, schickt die Mutter ihn kurzerhand in Begleitung zweier versoffener Kerle auf einen Angeltrip in die Wildnis. Mit fatalen Folgen ... ❤️🔥💔❤️🩹 Dieses Buch geht ans Herz - es brennt, es bricht und wird getröstet. Sowohl die zarte Liebesgeschichte als auch die brutale Wirklichkeit haben mich aufgewühlt und mitgerissen. "Young Mungo" nimmt uns mit in das harte Arbeitermilieu, wo Freundschaft unter Männern durch Prügel gefestigt wird. Hier werden brennende Barrikaden aufgestellt, wenn die eigene Männlichkeit in Gefahr ist. Doch Douglas Stuart hält einen Hoffnungsschimmer hoch. Hört auf euch und euer Herz, denn es stimmt nicht, wenn sie sagen: "Du kannst nicht so sein und damit glücklich werden." (S. 391) Trotz zahlreicher TW, absolute Leseempfehlung!
aua 💔
Keine Ahnung wie ich dieses Buch bewerten soll, der Schreibstil war absolut fesselnd, aber ich musste ein paar Mal abbrechen, weil ich es einfach zu krass fand, was die Hauptfigur erleben musste. Triggerwarnings wären hier definitiv angebracht. Keine leichte Kost und nichts zum mal so durchlesen, aber für jeden, der ein sehr intensives Buch sucht absolut das Richtige. 🙃
Tough read, but amazing story telling.
The scottish accent was hard to read for a non-native english speaker. But as soon as you've gotten the hang of it it becomes easier. The story telling is amazing. The whole scenery is described in a beautiful way. Get ready to have your heart broken more than once. The story is dark and depressing, but there's so much beauty shining through. Needs some trigger warnings.
Ein Ort, der keine Weichheit erlaubt. Und ein Junge, der nur aus Gefühl besteht. Willkommen im Glasgow der 90er Jahre, wo religiöser Hass und Gewalt den Takt vorgeben und für jemanden wie Mungo eigentlich kein Platz ist. Schon nach den ersten Seiten hatte ich ein besonderes Gefühl bei diesem Buch. Der Schreibstil von @ ist beobachtend, detailliert und rau, aber auch sehr feinfühlig. Menschen und Situationen wirken authentisch. Hier wird nichts beschönigt. Man spürt diese schwere Last zwischen den Zeilen. Ich habe erst auf Englisch begonnen, musste aber wegen des starken Glasgower Dialekts abbrechen und bin zur deutschen Version gewechselt. Wer sich an den schottischen Slang herantraut: Respekt! Ich höre diesen Akzent unglaublich gern, aber verstehen tue ich ihn nicht. 😅 Dieses Buch ist hart. Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, Hoffnungslosigkeit. Es gibt Momente, die für mich schwer auszuhalten waren. Besonders Mungos Verletzlichkeit hat mich getroffen. Er ist sensibel, unsicher, fühlt sich fehl am Platz in einer Welt, die ständige Härte verlangt. Doch so sanft er im Kern auch ist, seine Realität zwingt ihn in Situationen, in denen er seine eigene Unschuld opfern muss um zu überleben. Zwischen all der Brutalität und schlimmen Vorkommnissen gibt es aber auch zarten Momente. Die Annäherung zwischen Mungo und James ist vorsichtig, schüchtern und schön. Und gleichzeitig ständig überschattet von Angst. Die Homophobie, der religiöse Hass zwischen Katholiken und Protestanten und festgefahrene toxische Männlichkeit ist allgegenwärtig. Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Traurig. Fassungslos. Und es wird mir lange im Kopf bleiben. Young Mungo ist mein erstes 5-Sterne-Highlight des Jahres. ⭐️

Die Realität von queeren Jugendlichen in Glasgow der 90er Jahre
Mungo wächst als jüngster von 3 Kindern im East End von Glasgow auf. Seine Mutter ist Alkoholikerin und schlägt sich mehr schlecht als Recht durch ohne viel Interesse an ihren Kindern zu haben. Sein älterer Bruder Hamitch ist mit 18 Jahren bereits Vater und gefürchteter Bandenchef der Katholiken im East End. Jodie, seine Schwester, versucht über eine gute Schulbildung den Sprung an die Universität zu schaffen und sich so aus der Armut zu befreien. Und Mungo lebt mit seinen 16 Jahren zu Hause, versucht sich um seine Mutter zu kümmern und freundet sich mit dem protestantischen James an, der einen Taubenschlag hat. Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal davor und danach auch wenn man ganz lange nicht weiß wo vor und wo nach. Erst im Laufe der Geschichte setzt sich das zusammen. So lernt man auch einerseits Mungo im East End kennen, wie er sich gegen seinen Bruder behaupten muss und in dieser so rauen Stadt klar kommen muss, andererseits lernen wir Mungo beim Ausflug mit zwei Bekannten seiner Mutter außerhalb vom Glasgow kennen. Ich fand am Anfang beide Handlungsstränge verwirrend, allerdings klärte sich langsam auf, was in welcher Reihenfolge passiert ist und gab den Lesenden genug Zeit alle Facetten von Mungo kennenzulernen. Generell waren die Charaktere alle sehr gut ausgearbeitet, sehr Facettenreich. Sowohl Mungo und seine Geschwister als auch die Mutter und James. Und auch wenn ich die Mutter immer wieder für ihre Entscheidungen gehasst habe, kam ich nicht drum rum auch Mitleid für sie zu empfinden. Auch der geschichtliche Kontext, die religiösen Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken waren sehr gut ausgearbeitet, so wie die große Arbeitslosigkeit in den Arbeiter*innenvierteln in Glasgow als die Werfen pleite gingen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, es ist schön geschrieben, allerdings mit einem sehr rauen Umgangston, viel Queerfeindlichkeit, etc. Es ist kein schönes Buch für Zwischendurch, im Gegenteil ich habe teilweise geweint und auch im Nachhinein noch viel darüber nachgedacht.
Atemberaubend
Ich liebe es. Die Art wie das Buch erzählt wird ist wundervoll. Wie zwei unterschiedliche Geschichten in zwei unterschiedlichen Zeitpunkten verwoben sind , sind einfach erstaunlich. Die Themen die angesprochen werden sind so gut gewählt und wichtig. Es spricht so viele Dinge von früher an wie es gewesen ist als queere Person früher zu leben.
Man schließt Mungo direkt ins Herz!
Ein sehr schöner Roman, der allerdings auch viel (sexualisierte) Gewalt enthält, also nichts für schwache Nerven! Mungo ist erst 15 Jahre alt und versucht zwischen seinen gewaltvollen und süchtigen Familienmitgliedern seine erste Liebe zu finden. Die homophobe und gewaltvolle Umgebung in der Stadt macht es ihm dabei nicht gerade einfacher. Ich habe sehr mit Mungo mitgefühlt! Leider kam ich am Anfang etwas schwer rein, aber ab der Mitte des Buchs wurde es wirklich spannend. Für mich daher leider nicht 100%ig überzeugend, aber empfehlen würde ich das Buch trotzdem!
“Wenn nicht eine mal sie ihn lieben konnte, mit allem Gepäck, konnte ihn vielleicht niemand lieben (S.402 ebook)”
Young Mungo ist ein extrem bedrückendes Buch, das einem beim Lesen richtig nahegeht. Die Geschichte ist oft düster und schwer auszuhalten, weil es um Gewalt, Vernachlässigung und ein Leben geht, das kaum Hoffnung lässt. Viele Szenen sind emotional sehr belastend und bleiben lange im Kopf. Gleichzeitig ist es aber auch eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner Härte ist die Geschichte unglaublich stark erzählt und tief berührend. Es ist kein leichtes Buch, aber eines, das man so schnell nicht vergisst.

Stuarts Roman um Protagonist Mungo Hamilton erzählt die tragische Geschichte des 15jährigen Glasweger, der in jeder Weise und von allen Seiten mit Erwartungen ein "Mann" zu werden konfrontiert wird. Dabei geht es um tradierte wie auch hochgradig widersprüchliche Männlichkeitsbilder in Bezug auf Sexualität, Emotionen, Familie, Gewalt, usw. Ein großartiger Roman, der stark geprägt ist von Homophobie, Gewaltsexzessen, -phantasien und sexualisierter Gewalt. Aber auch von einem Protagonisten, der auf der Suche nach seiner Liebe und sich selbst ist.
Ich war einerseits Froh als ich das Buch endlich zu ende gelesen habe, andererseits war ich auch traurig. Die Geschichte von Mungo war spannend aber hat mir auch immer wieder das Herz zerrissen. Immer wieder dachte ich, er habe nun endlich das schlimmste überstanden und schon ging der Horror weiter. Ein tolles Buch, welches mitten ins Herz trifft.
Endlich habe ich es gewagt und "Young Mungo" von Douglas Stuart zur Hand genommen. Nachdem ich im Sommer bereits "Shuggie Bain" von ihm las, welches ebenfalls in einem verarmten Milieu in Schottland spielt, wusste ich schon vorher, das wird hart. Wir begleiten Mungo durch seine Jugend, in der ein Schicksalsschlag auf den nächsten folgt. Unbeschönigt zeichnet Douglas Stuart ein Leben mit einer alkoholkranken Mutter, einem gewaltätigen Bruder und dem Wissen anders zu sein als alle anderen und dafür verurteilt zu werden. Er beschreibt auch eine aufblühende, aber verbotene Liebe, welche zwischen Mungo und seinem Freund James entsteht. Gewalt und Alkoholmissbrauch spielt in diesem Buch wieder eine große Rolle. Schmerzhaft zu lesen. Mungos Schicksal hat mich sehr berührt.

Prekäre Verhältnisse
Mungo wächst in sogenannten prekären Verhältnissen auf. Die alkoholsüchtige Mutter ist nicht in der Lage, sich um ihre drei Kinder zu kümmern, welche notgedrungen ihren eigenen Weg finden, das Leben zu meistern. In dieser starken Charakterzeichnung liegt die große Stärke des Romans. Besonders Mungo wächst einem durch seine kindliche, herzliche und naive Art ans Herz. Ihn dabei zu begleiten, wie das Vertrauen in seine Mitmenschen gestärkt aber auch gebrochen wird, war unbestreitbar emotional. Auch der Wechsel von Rahmenhandlung und Flashbacks war ein gekonnter Schachzug, um Tempo in die Erzählung zu bringen und die Spannung aufrecht zu erhalten. Gerade im letzten Drittel zog sich die Handlung meiner Meinung nach doch etwas zu sehr und es wurde gefühlt eine Schippe zu viel draufgelegt. Mungo, sein Leben, seine Liebe und sein Leid werde ich aber so schnell nicht wieder vergessen.
7/5 Sternen
„Young Mungo“ von Douglas Stuart ist ein Buch, das mich sprachlos und tief berührt zurückgelassen hat. Die Geschichte des jungen Mungo zieht von der ersten Seite an in ihren Bann und entführt in das raue, gnadenlose Glasgow der 1980er Jahre. Stuart gelingt es, eine breite Palette an Emotionen hervorzurufen: von Wut und Empathie bis hin zu tiefer Trauer und Fassungslosigkeit. Gleichzeitig spürt man auch eine Wärme, die von Mungos liebevoller und unschuldiger Art ausgeht, trotz der dunklen und brutalen Welt, in der er lebt. Das Schicksal des Protagonisten ist so intensiv und erschütternd beschrieben, dass ich das Buch mehrfach aus der Hand legen musste, um das Gelesene zu verarbeiten. Mungos Unschuld, sein Vertrauen und seine Abhängigkeit werden auf grausame Weise missbraucht – sowohl mental als auch körperlich. Die Geschichte rüttelt auf, geht unter die Haut und bleibt mir bestimmt noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis. Stuart zeichnet ein erschreckend realistisches Bild einer homophoben und gewalttätigen Welt, das weh tut, aber zugleich ein unverzichtbares literarisches Erlebnis darstellt. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
Highlight
Young Mungo* Douglas Stuart "Mungos Fähigkeit zu lieben frustrierte sie. Seine Liebe war keine Selbstlosigkeit; er konnte einfach nicht anders." Ach Mungo, wie gerne wäre ich zwischenzeitlich in dieses Buch gestiegen und hätte dich herausgeholt aus deiner grauen Welt. "Seine Liebe hatte keiner gesät, und sie blühte an einer Rebe, die keiner hegte." Umgeben von Gewalt und überbordender Männlichkeit, wächst Mungo in einer Ungebung auf, in der Alkoholismus und Verwahrlosung eher die Regel als die Ausnahme sind. Seine Zartheit und Feinfühligkeit steht im Kontrast zum rauen Glasgower Slum, der ihn umgibt. Zu einer Mutter, die nur sich sieht und einem Bruder, der Gewalt und Brutalität lebt. Sein einziger Halt ist seine Schwester Jodie, die für mich gleichsam der interessanteste Nebencharakter war. "Und doch hatte Mungo all diese Liebe zu geben, die bei ihm herumlag wie überreifes Obst, das keiner einsammelte." Young Mungo gefiel mir noch besser als Douglas Stuarts Vorgängerroman "Shuggie Bain". Der Grund hierfür liegt bei mir in Stuarts Konzentration auf Mungo, wohingegen ich bei Shuggie die Alkoholsucht der Mutter als eigentlichen Kern des Buches empfand. Shuggie war ohne Frage gut, Young Mungo aber ist grandios: Eine Sozial- und Milieustudie, die ihren Fokus nie verliert, ein Plädoyer für die Liebe und gleichzeitig ein Buch, das so genau hinschaut, dass das Herz schmerzt. Ein Buch, das nicht zulässt sich wegzudrehen - auch wenn ich zwischenzeitlich nicht sicher war es aushalten zu können. Dank des Austauschs mit Manu @agathe_liest war es eine umso tiefergehende Leseerfahrung. Last but not least sei auch erwähnt, dass ich nur so durch die Seiten flog. Stuarts Schreibstil ist unverblümt, eingängig und sehr angenehm... eine ganz große Leseempfehlung und das Highlight dieses Monats. 5 von 5 🌟

Schwere Kost
Es fällt mir sehr schwer, etwas über dieses Buch zu sagen… Es ist sehr schön geschrieben, Stuart spielt an vielen Stellen wunderbar mit der Bildern, tolle Formulierungen… aber trotzdem mach das Buch aufgrund der Thematik halt nie Spaß. Man leidet mit Mungo. Auf jeder Seite. Ich hätte gerne am Ende die Gewissheit gehabt, dass er in Sicherheit ist. Ich hoffe, er ist mit James gegangen. 🥺
Das Buch war schwierig zu lesen. Ich habe immerwieder größere Pausen gemacht, einfach weil die Geshichte sehr trostlos und auch ein stückweit belastend war. Insbesondere wenn man durch die Blicke in die Zukunft immer weiß was noch alles auf Mungo zukommt. Es war sehr gut und unzensiert geschrieben. Ohne die Situation irgendwie zu beschönigen oder nur das ästhetische des Geschehens zu umschreiben. Alles in allem war es eine schwere Lektüre aber es hat sich gelohnt.
Ich finde es zu wenig, wenn man diesen Roman daraufhin reduziert, dass es um einen jungen Mann geht, der sich zu anderen Männern hingezogen fühlt. Für mich ging es auch viel um diese unnötigen Konflikte zwischen den Religionen. Es macht mich wütend, dass es Menschen nicht frei gestellt wird, welcher Religion sie sich zugehörig fühlen und welche Menschen sie lieben wollen. Hauptsache sie lieben und führen keine Machtkämpfe und Kriege. Vielleicht bin ich zu wütend um dem Buch 5 Sterne geben zu können, aber empfehlenswert ist es alle mal und eine Botschaft hat es auch!
This was a lot… painful, romantic, makes you cry, makes you scream, ask yourself „just why??“… and then you‘ll think something like „is this person actually who I think it is?“ One star substraction because of this FUCKING HORRIBLE COVER, omg WHYYYY are you doing this to an actual good novel?? A bad photograph of real people for a book cover… come on🫣 JOKE OFC (although the cover IS the worst) I didn‘t have a full connection to the plot and the characters as well. It was written in some very distant style which made a lot of sense at the beginning but then became a bit questionable. Until the end I got the feeling of actually missing something important? Which was not very nice. But as it‘s almost a gay classic with lots of literal value I think everyone should read it!
Glasgow in den 90ern. Hart und unnachgiebig.
Auf den ersten Seiten wusste ich nicht, was ich von dem Buch halten sollte. Ich ahnte noch nicht, wohin die Geschichte mich führt. Den Klappentext hatte ich seitdem das Buch bei mir eingezogen ist, nicht noch einmal gelesen und irgendwie schweifte ich ständig ab. Aber dann war ich plötzlich ganz bei Mungo, dem Jungen der in der falschen Zeit, in der falschen Gegend aufwächst. Mit einem großen und guten Herzen auf der Suche nach Akzeptanz und Liebe. Letzteres findet er mit James, aber die Liebe darf im Glasgow der 90er nicht sein. Wenn sie öffentlich wird, verliert man sein Gesicht, seine Zähne und vielleicht sogar sein Leben. Es ist eine von Gewalt und Banden geprägte Gegend. Ein Mann darf kriminell sein und Mädchen schwängern aber einen anderen Mann lieben darf er nicht. Um Mungo auf den richtigen Weg zu bringen, schickt seine Mutter ihn auf ein Angelwochenende mit zwei zwielichtigen Kerlen. Der eine Erzählstrang befasst sich genau mit diesem Wochenende, der andere erzählt Mungos Leben bis es zu diesem Wochenende kommt. Nichts wird geschönt. Es ist ein harter Lesestoff, der mich oft innehalten und durchatmen lässt. Was muss ein Mensch ertragen, der einfach nur er selbst sein möchte und liebt? Eine eindrückliche Geschichte, die mich noch eine Weile beschäftigen wird.

„Young Mungo" erzählt die Geschichte eines Jungen, der am Rande der Gesellschaft aufwächst. Die Menschen in seinem Umfeld haben keine Zukunft. Das Leben ist grau und trist und geprägt von Gewalt und starken Männlichkeitsidealen. Mungo ist viel zu sanft und fürsorglich für diese Welt und hat es dadurch nicht leicht. Aber auch er stellt sich ein besseres Leben vor- Raus aus Glasgow, weg von seinem brutalen Bruder, irgendwo hin, wo seine Liebe zu James nicht verboten ist. Diese Geschichte hat mich unglaublich berührt. Sie ist ruhig, aber so voll von Gefühlen und Eindrücken, das ich manche Passagen erst einmal verarbeiten musste. Andere Stellen sind wiederum so schön, dass mir warm ums Herz wurde. Eine klare Empfehlung!
Die Atmosphäre des Buchs ist sehr bedrückend. Die erste Hälfte konnte ich nur in kleinen Häppchen lesen. Es liest sich als würde man in Form eines elend langen Vorspiels ins Grauen laufen. In der Beziehung zwischen James und Mungo stecken die einzigen hellen Momente dieser Geschichte. Genau die haben mir aber wahnsinnig gut gefallen. Der Weg dahin hat mich allerdings gequält. Nichtsdestotrotz komme ich zu dem Schluss, dass es sich um ein herausragend gutes Buch handelt, das richtig wehtut, aber auch sehr wichtig ist. Für uns alle
Oh Boy ... this was one of the most jaw-dropping books I've ever read. I'm not as emotionally wrecked as I was after "A Little Life" (but that's not comparable either), but I'm so emotionally invested that I just want to cry. I want to press my palms to my eyes and rock back and forth. This book is beautiful and gentle and tender and cruel and real and brutal, brutal, brutal. Not being right; not being enough. Not being any good. Being too much and not enough at the same time. A first love as bright and colourful as the most beautiful rainbow and everything that follows is probably the storm that clouds the sun. The characters crept into my heart; I learned to hate and love them. Had to put the book aside several times and wanted to talk to someone and didn't know how and with whom. I'm ... it hurts. What hurts? Knowing that this book is not a made-up story, but that too many people in the world have been, are or will be treated in this way. That these things happen and that they happen all over the world. Then, now and in the future. Mungo and James ... I love them and I cry and I want to be held.

Schon lange nicht mehr bin ich mit einem derart vielfältigen Potpourri an Emotionen aus einem Buch gestolpert. Der 15-Jährige Mungo wächst in einer feuchten Sozialwohnung in einem Arbeiterviertel in Glasgow auf. Die Welt um in herum ist hart und die Einstellung seiner Mitmenschen im East End ist von toxischer Männlichkeit verseucht. „Es war komisch, eine Enttäuschung zu sein, weil man ehrlich war und das auch von anderen erwartete“ (S. 15). Nicht nur die Außenwelt nimmt den zarten und verträumten Mungo als Enttäuschung wahr, auch seine eigene Familie möchte ihn zur Männlichkeit bekehren. Sein älterer Bruder Hamish ist ein gewaltbereiter, auf Krawall gebürsteter Bandenanführer. Er zwingt Mungo immer wieder dazu ihn auf seinen Streifzügen zu begleiten. Trost sucht Mungo bei seiner Schwester Jodie, findet jedoch kaum Gehör für seine Gefühle und Gedanken. Denn Jodie ist, wie die auch alkoholabhängige Mutter der drei Heranwachsenden, in ihrem eigenen sorgengetränkten Leben gefangen. Dann lernt Mungo einen Jungen aus der Nachbarschaft kennen, welcher ebenfalls alles andere als ein fürsorgliches Elternhaus gewohnt ist. Die beiden werden Freunde und ganz langsam wird aus Freundschaft mehr und mehr... „Es war James, der den Schritt machte. Sein kleiner Finger kam näher und hakte sich bei Mungo ein. Die Elektrizität, die an der Grenze geknistert hatte, sprang über und versengte ihm die Haut“ (S. 150). Endlich ist da Hoffnung, aber da das Glasgow der 90er Jahre keinen Platz für Homosexualität hat endet auch hier die Abwärtsspirale nicht! Zum ersten Mal in seinem Leben macht sich Mungo Hoffnung angenommen und verstanden zu werden, aber im Glasgow der 90er Jahre gibt es keinen Platz für Homosexualität. Nach „Shuggie Bain“ stellt Douglas Stuart mit „Young Mungo“ erneut sein literarisches Talent unter Beweis. Die Figuren, welche am Rande der Gesellschaft leben, sind absolut authentisch herausgearbeitet – nahezu greifbar! Die rohe Gewalt und Brutalität, der Mungo ausgesetzt ist, steht im direkten Kontrast zu seinem aufmerksamen und sensiblen Wesen. Mungos Schicksal durch dieses Buch zu verfolgen weckt bei mir rege Emotionen – am Ende bin ich froh, dass es vorbei ist! Mungo hat genug mitgemacht. Im Vergleich zu seiner Mum mache ich mir nämlich bei nahezu jedem Umblättern Sorgen, was wohl als nächstes grausames passiert! Da an vielen Stellen Handlungen explizit beschrieben werden kann ich das Buch eingeschränkt empfehlen. Aus dem Englischen von Sophie Zeitz.

TW: Häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe an Minderjährigen, Alkoholmissbrauch! Kennt ihr das auch? Ihr wollt ein Buch lesen, aber ihr könnt es nicht. Das Buch ist so spannend, nein brutal, es schärft alle deine Sinne und es wühlt dich komplett auf, es macht dich hibbelig und fertig. Also steht man auf, läuft im Wohnzimmer herum und weiss, dass man durch die Passage muss - sie einfach weiterlesen muss. Das Buch ist bereits geschrieben, es ist zu spät, man kann es nicht umschreiben - ich kann ihm nicht mehr helfen. Also weiter geht es, nächster Versuch: Man quält sich, sie tun ihm weh - hier hilft nur noch ein Stückchen Schokolade um es erträglicher zu machen! Oh man, zuletzt hat mich 'Ein wenig Leben‘ von Hanya Yanagihara so aufgewühlt, so umgehauen, aber dieses Mal heisst er nicht Jude, sondern … YOUNG MUNGO von Douglas Stuart Mungo ist 15 Jahre alt und lebt mit seiner alkoholkranken Mutter und seiner älteren Schwester in Glasgow. Sein älterer Bruder Hamish, der eigentlich selbst noch ein Kind war, als er Vater wurde, ist bereits ausgezogen. Er ist der Anführer der hiesigen protestantischen Jungs-Bande im Mietskasernen-Ghetto, die sich immer trifft, um den Katholiken eine kräftige Abreibung zu verpassen (bewusst untertrieben). Mungo ist anders als die anderen Jungs: zart, liebevoll und er mag Jungs und somit ist er für Hamish und den anderen Jungs das perfekte Opfer. Nur seiner Schwester Jodie erzählt er die Wahrheit. Wahrscheinlich würde er sich auch seiner Mutter, Mo-Maw, anvertrauen, aber diese kämpft mit ihren eigenen Dämonen. Der Alkohol lässt sie ein anderes Gesicht bekommen und wenn sie jemanden kennenlernt, verschwindet sie eh für Wochen oder Monate, bis der jeweilige Freund sie wieder abserviert und sie vor die Tür setzt. Mungo möchte es allen recht machen, keinen verletzen und als er James Jamieson, der die selben Neigungen hat wie er, kennenlernt, wird ihm genau das zum Verhängnis. Keine Liebesgeschichte. Punkt. Ein Buch, was trauriger nicht sein könnte. Eins, das die traurige und verzweifelte Geschichte eines jungen homosexuellen Mannes aufzeigt, zu einer Zeit, in der die Gesellschaft nicht reif war für Menschen mit Neigungen zum gleichen Geschlecht. Außerdem wird hervorragend die Verzweiflung der Arbeitslosen, Alleinerziehenden und den vielen Geschiedenen, in den 90er Jahren in Glasgow, vom Autor herausgearbeitet. Der Einstieg ins Buch viel mir nicht ganz einfach und als mir dann die vielen Parallelen zu Stuarts vorherigem Buch 'Shuggie Bain’ auffielen, war ich erst enttäuscht. Aber die Enttäuschung hielt nicht lange vor, den Young Mungo entpuppt sich schnell als eine ganz andere Geschichte. Absolute Leseempfehlung 5+/ 5 Aus dem Englischen ins Deutsche von Sophie Zeitz.

Absolut ein Highlight!!!
Douglas Stuart schafft es, auf eindrucksvolle Weise die Stimmung in Glasgow der 90er einzufangen. Werften schließen, Stahlfabriken schließen, die Frustration wächst. Damit auch die Hoffnungslosigkeit, die Arbeitslosigkeit,die Armut,die Frustration, der Alkoholkonsum, die Gewalt. Wir bekommen einen prägnanten Eindruck nicht nur von Mungo unseren Hauptprotagonisten, sondern auch von vielen Nebencharakteren, so verdammt ehrlich und realitätsnah. Mungo ist ein liebenswerter Hauptcharakter, und ich hab ihn sehr in mein Herz geschlossen, trotz… oder gerade wegen seiner Unzulänglichkeiten. Er ist nicht der Schlaueste, hat Ticks und versteht seine Mitmenschen oft nicht richtig. Aber er hat das Herz am rechten Fleck und versucht dem zu folgen, aber er versucht auch es seiner Familie recht zu machen. Es gibt ein “Davor” und ein “Danach” , und wir nähern uns nach und nach dem Ereignis. Mich würde es wahnsinnig interessieren wie es in Mungos Leben weiter geht, ich Spoiler ungern aber das Buch hat ein offenes Ende, was der für mich einzig negative Aspekt ist,und dennoch ist er passend. Ich werde unbefriedigt und voller Erwartungen zurückgelassen, genauso wie das Leben damals war, gibt man die Hoffnung auf oder gibt man dem Leben eine Chance?!? Für mich wird dieses Buch mit Sicherheit ein Jahreshighlight. 5 von 5 Sternen ⭐️
Brutal und ohne jegliche Hoffnung
Young Mungo erzählt die brutale und schonungslose Geschichte des 15-jährigen Mungo, der in einem sozial prekären Viertel Glasgows aufwächst. Mungo, ein Protestant, verliebt sich in James, einen Katholiken, was in ihrer gewalttätigen und von religiösen Spannungen geprägten Umgebung problematisch ist. Die Handlung spielt in den 1990er Jahren und thematisiert Mungos Konflikte mit seiner Familie, seiner Identität und den gesellschaftlichen Erwartungen. Während Mungo nach Akzeptanz und Liebe sucht, ringt er mit toxischer Männlichkeit, Gewalt und seiner eigenen Zukunft in einer feindlichen Welt. Eigentlich genau mein Ding aber irgendwie packte es mich emotional nicht so wie erwartet, die nüchterne Erzählweise und die proletarisch-vulgäre Sprache (die stilistisch sicher gewollt und richtig ist) hat mich alles von so einer großen Entfernung betrachten lassen, das es mir letztendlich egal war, was am Ende des Buches passiert. Ich habe es mir zum Glück als E-Book geliehen sonst hätte ich mich geärgert.






















































