Wir müssen reden, Frau Doktor!

Wir müssen reden, Frau Doktor!

Softcover
3.48
ArztbesuchBeziehungen VerbessernFehlbehandlungArzt Vertrauen

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Description

Arzt und Patient – diese Beziehung ist wichtig, oft sogar lebenswichtig. Leider steckt sie häufig in der Krise. »Du verstehst mich nicht!«, »Nie hast du Zeit für mich!«, »Ich vertraue dir nicht mehr!«. Negative Gefühle und mangelnde Empathie und Zuwendung lassen den Arzt vom Heiler zum Problemfall werden. Die Folgen sind Frust, Zweifel und letztlich ausbleibende Therapieerfolge. Yael Adler zeigt pointiert und anhand zahlreicher Fallgeschichten, welche Typen von Ärzten und Patienten es gibt, wie beide ticken und welche Rollen sie jeweils in der Arzt-Patient-Beziehung spielen. Sie verrät, wie wir es schaffen, dass der Arzt uns wirklich zuhört und auch wir besser verstehen, was er uns sagen will. So werden Arzt und Patient zu einem richtig starken Team, um kleine und große Krankheiten erfolgreich durchzustehen – und zwar im vertrauensvollen Miteinander.

Book Information

Main Genre
Self-Help & Non-Fiction
Sub Genre
Family & Health
Format
Softcover
Pages
368
Price
18.50 €

Author Description

Dr. med. Yael Adler ist Fachärztin für Dermatologie, Venerologie, Phlebologie und Ernährungsmedizin (DGEM). Gefragt ist sie auch als Expertin für Anti-Aging-Medizin und Longevity, das gesunde Altern. Sie hat in der klinischen Forschung gearbeitet und leitet seit 2007 eine eigene Praxis in Berlin. Zudem praktiziert sie seit 2024 in der renommierten Clinic Utoquai in Zürich. Yael Adler hat das Talent, komplexe medizinische Sachverhalte verständlich und eingängig zu erklären. Dies stellt sie in stand-up-Vorträgen und als Gesundheitsexpertin in den Medien unter Beweis, u.a. als Medizin-Expertin in verschiedenen TV-Formaten (u. a. Sat.1-Frühstücksfernsehen, ZDF-Fernsehgarten, ARD-Buffet, hr-Ratgeber, RTL Punkt 12), als gefragte Sparringspartnerin für große Interviews in Zeitungen und Zeitschriften, als Kolumnistin bei t-online.de und der FAZ am Sonntag. Auch in ihrem regelmäßigen Podcast »Ist das noch gesund?« gibt sie mit ihren Interviewpartnern seit Jahren Expertenrat. Ihre bei Droemer erschienenen Bücher »Haut nah« (2016), »Darüber spricht man nicht« (2018), »Wir müssen reden, Frau Doktor!« (2020) und »Genial vital!« (2023) waren allesamt SPIEGEL-Bestseller, erreichten vielfach Platz 1 der Bestsellerliste und wurden in bis zu 35 Sprachen übersetzt. Mehr Informationen zu Dr. Yael Adler erhalten Sie hier: dradler-berlin.de, yael-adler.de, healthspeaker.de.

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Dr. med. Yael Adler gelingt es auf sympathisch-sachliche Weise, das schwierige und oft konfliktreiche Verhältnis zwischen Arzt und Patient zu beleuchten. Mit ihrem angenehm zugänglichen Schreibstil, humorvollen Anekdoten aus ihrem Berufsalltag und einem klaren Blick auf die Realität unseres Gesundheitssystems schafft sie eine echte Bereicherung für jeden, der sich mit dem Thema Kommunikation im medizinischen Kontext beschäftigen möchte. Das Buch geht sehr strukturiert vor: Zunächst wird die Beziehung zwischen Arzt und Patient fast schon wie eine Partnerschaft analysiert; mit all ihren Höhen und Tiefen. Dabei stellt Dr. Adler verschiedene Typen vor, die einem im Behandlungszimmer begegnen können. Auf der Arztseite gibt es zum Beispiel den Kittelträger, den Technikgläubigen oder den Narzissten. Auf der Patientenseite treffen wir den Ängstlichen, den Hypochonder oder den berüchtigten Dr. Google-Patienten. Hier fand ich es spannend, meinen eigenen Typus zu hinterfragen und dabei auch zu verstehen, wie Ärzte auf unterschiedliche Patiententypen reagieren. Besonders hilfreich fand ich die Kapitel, in denen Adler typische Kommunikationsfehler analysiert und konkrete Tipps gibt, wie man sich besser auf einen Arztbesuch vorbereiten kann. Sie zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Krankengeschichte kurz und prägnant darzustellen und welche Fragen man unbedingt stellen sollte, um Missverständnisse zu vermeiden. Dabei greift sie immer wieder auf humorvolle, aber auch nachdenkliche Fallgeschichten zurück, die sie entweder selbst erlebt oder von Kolleginnen, Kollegen und Patienten gehört hat. Das macht die Inhalte greifbar und lebendig. Ein weiteres Highlight des Buches ist Adlers kritischer, aber fairer Blick auf unser Gesundheitssystem. Sie lobt, was gut funktioniert, spart aber auch nicht mit Kritik an Missständen, die dringend reformiert werden müssten. Diese ehrliche Auseinandersetzung macht sie für mich nur noch sympathischer und glaubwüdiger; vor allem, weil sie sich dabei klar auf wissenschaftliche Fakten stützt. Fans von fragwürdigen Heilmethoden oder nicht evidenzbasierten Wundermittelchen könnten sich hier allerdings etwas angegriffen fühlen. Für mich persönlich unterstreichen Adlers Aussagen jedoch ihre Integrität und Seriosität als Ãrztin und Wissenschaftlerin. Das Buch ist voller kluger Empfehlungen, Denkanstöße und Infos, die in einer sehr zugänglichen und unterhaltsamen Form präsentiert werden. Die s/w-Zeichnungen lockern den Text zusätzlich auf, auch wenn es nicht die schönsten sind. Es ist keine schwere Kost; im Gegenteil: „Wir müssen reden, Frau Doktor“ liest sich auch entspannt nach einem langen Tag als Abendlektüre. Einen Kritikpunkt gibt es dennoch: Manche Aussagen wiederholen sich hin und wieder, was das Leseerlebnis gelegentlich etwas redundant macht. Das schmälert aber keineswegs den Gesamteindruck. Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die mehr über Arzt-Patienten-Kommunikation erfahren möchten. Es hat mir nicht nur neue Einblicke gegeben, sondern auch ein paar Lacher beschert. Ich würde es am liebsten jedem Arzt und jeder Ãrztin ans Herz legen; und natürlich auch allen, die das nächste Gespräch mit ihrem Arzt entspannter und effektiver gestalten wollen. Ein rundum gelungenes Buch!

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INHALT: Das Buch verspricht einen Überblick darüber, wie Ärzte ticken und was Patienten brauchen. Dabei soll die Wichtigkeit einer gesunden Beziehung zwischen diesen beiden Parteien unterstrichen werden. In 16 Kapiteln plus Einleitung und Nachwort berichtet die Autorin nicht nur über Ärzte- und Patienten-Klischees, sondern auch über die Grundlagen unseres Gesundheitssystems und Kommunikation. Außerdem werden exemplarisch Probleme dargestellt, die in dieser Beziehung auftauchen können sowie Tipps für beide Seiten gegeben, um die Kommunikation und Beziehung zu verbessern. Oft werden Anekdoten erzählt, die die Autorin entweder selbst erlebt oder von anderen Ärzten oder Patienten erzählt bekommen hat. Das macht die Erklärungen gut nachvollziehbar und lebhaft. Bei den beschriebenen Klischees hätte ich mir gewünscht, dass diese nicht nur auf den Erfahrungen der Autorin selbst beruhen, sondern in Umfragen o.ä. erhoben worden wären. So ist es nur ein Auszug einer einzelnen Meinung und ich habe oft gedacht, dass ich diese Arzt-Typen gar nicht kenne bzw. ich die Ärzte, die ich erlebt habe gar nicht in diesem Buch repräsentiert finde. So ging es mir teilweise auch mit den Krankheiten oder mit den Schilderungen von Problemen. Natürlich kann nicht von allen existierenden Krankheiten gesprochen werden, das würde den Rahmen sprengen, aber ich hätte mir zumindest bei der Schilderung der Krisen der Beziehung zwischen Arzt und Patient gewünscht, dass ich mich dort wiederfinde. Die Probleme, die für mich existieren, wurden dort nicht wirklich abgedeckt, was ich sehr schade fand. Ebenfalls auffällig waren die oft abwertenden und negativen Äußerungen über alternative Heilmethoden. Natürlich sollten Patienten vor Abzocke geschützt werden, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Offenheit gegenüber Methoden wie ganzheitlicher Osteopathie oder Homöopathie nicht vorhanden war. Dabei weist die Autorin selbst auf einen Zusammenhang zwischen Körper und Geist hin und darauf, dass diese beiden Einheiten nicht getrennt betrachtet werden sollten. Genau diese Einstellung haben viele alternative Heilmethoden und ich kann sagen, dass mir das zehnmal mehr gebracht hat, als ein Schulmediziner, der wirklich NUR den Körper betrachtet. Oder manchmal auch NUR die Psyche, wenn sie körperlich auf den ersten Blick keine Ursache finden konnten. Mir hat gut gefallen, dass die Autorin darauf aufmerksam macht, dass heutzutage nur Symptome behandelt werden und nicht nach Ursachen geforscht wird. Diesem Problem stehe ich momentan auch gegenüber und auch dort waren die alternativen Methoden eine größere Unterstützung als alle Schulmediziner, bei denen ich bereits war. Auch die Nutzung von Social Media im medizinischen Kontext wird für mich gefühlt im eher negativen Licht gezeigt, obwohl ich aus meiner Erfahrung sagen kann, dass gerade bei sehr seltenen Diagnosen der Austausch über solche Medien unabdingbar geworden ist, weil die Ärzte als Ansprechpartner oft einfach inkompetent sind und man sich auf die Erfahrungen von anderen Betroffenen verlassen muss, um seinen eigenen Weg zu finden. Da hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. SCHREIBSTIL: Dr. med. Yael Adler schreibt zugänglich und leicht, der Lesefluss ist stets gegeben. Das Buch ist auch für Laien sehr gut verständlich und liest sich auch als Abendlektüre sehr gut weg. Immer wieder wird in die Schilderungen etwas Humor eingebaut, bisweilen sogar Sarkasmus und Appelle. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, waren die redundanten Informationen. Es kam doch recht häufig vor, dass Dopplungen und Wiederholungen vorzufinden waren, was mir persönlich den Lesespaß etwas trübt, weil ich mich dann schnell langweile und die betreffenden Passagen eher überfliege als sie wirklich in mich aufzunehmen. Es war auch ab und zu der Fall, dass die Schilderungen durch diesen Umstand an Aussagekraft verloren. Ich vermisste klare Handlungsempfehlungen. Zwar werden in Tabellen immer Tipps mitgeliefert, aber mir waren viele Aussagen zu schwammig und wenig hilfreich für mich selbst. Das ist natürlich eine subjektive Einschätzung und kann für andere Leser ganz anders sein. Ich hatte aber oft das Gefühl, dass in dem Buch für mich selbstverständliche Sachen erklärt werden, die sowieso beachtet werden sollten (schlimm genug, dass das offensichtlich nicht selbstverständlich ist), weswegen ich mir im Rückblick doch etwas mehr Tiefe und Fachlichkeit gewünscht hätte. Ich hätte mir außerdem an einigen Stellen gewünscht, dass Aussagen näher erklärt werden. Leider kam es doch öfter vor, dass ein Satz in den Raum geworfen wurde, aber ich mich danach fragte: "Ja und wieso ist das jetzt so?" - bestes Beispiel ist die Aussage, dass ein Einlauf zur Darmreinigung überhaupt nichts bringt und dabei eher Verletzungen entstehen, als dass es beim Aufbau einer gesunden Darmflora hilft. Ich frage mich immer noch: "Warum, wieso, weshalb?" Da hätte ich gern einfach mehr darüber gewusst. Natürlich finde ich es gelungen, dass die Beziehung zwischen Arzt und Patient mit Freundschaften oder Liebesbeziehungen verglichen wird - denn die Dynamiken in Beziehungen sind immer gleich. Allerdings hätte ich die Verweise auf sexuelle Teile der Liebesbeziehungen nicht unbedingt gebraucht, weil das dann wirklich nichts mit meinem Arzt zu tun hat. ;) FAZIT: Das Buch war angenehm zu lesen und hat mich um einige Erkenntnisse reicher gemacht - beispielsweise war ich erstaunt, dass die Homöopathie nur durch die Nationalsozialisten den Stellenwert hat, den sie heute besitzt. Andererseits blieben für mich doch viele Fragen offen und die redundanten Informationen haben einige Passage für mich etwas schwerfällig gemacht. Ein netter Ratgeber für zwischendurch, der sich leicht wegliest und mit Humor aufwartet. Interessante Fakten, ein wichtiger Appell für mehr Empathie in deutschen Arztzimmern, leider hat das Buch aber kleinere Schwächen.

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