Wilde Freude
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Description
›Thelma und Louise‹ mitten in Paris
Als die Pariser Buchhändlerin Jeanne die Diagnose Brustkrebs bekommt, verlässt sie ihr Mann, weil er das Leid seiner Frau nicht erträgt. Den Rat ihrer Ärzte, sich Unterstützung zu suchen, setzt sie auf überraschende Weise um: Ihre engsten Verbündeten im Kampf gegen den Krebs werden Brigitte, Assia und Mélody, allesamt Frauen, denen das Schicksal nicht wohlgesinnt war. Und so zögert Jeanne nicht lang, als ihre Mithilfe gefragt ist bei einem gewagten Coup: Geplant ist ein Überfall auf den größten Juwelier der Stadt, im Herzen von Paris.
Book Information
Author Description
Sorj Chalandon, geboren 1952 in Tunis, gilt als einer der bedeutendsten Journalisten und Schriftsteller Frankreichs. Viele Jahre lang schrieb er für die Zeitung ›Libération‹, seit 2009 ist er Journalist bei der Wochenzeitung ›Le Canard enchaîné‹. Für seine Reportagen über Nordirland und den Prozess gegen Klaus Barbie wurde er mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnet. Auch sein schriftstellerisches Schaffen wurde mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt, unter anderen dem Prix Médicis und dem großen Romanpreis der Académie française.
Posts
Das Buch „Wilde Freude“ von Sorj Chalandon erzählt uns die Geschichte von fünf verschiedenen Frauen, welche in Frankreich leben und durch ein tragisches Schicksal zusammenfinden. Alle fünf haben Krebs. Jeanne ist die Hauptfigur des Romans und wird eines Tages von Brigitte bei ihrer Chemotherapie angesprochen. Jeannes Mann findet sie nicht mehr attraktiv und lässt sie auch spüren, dass er nichts mehr für sie empfindet. Brigitte überredet Jeanne dazu, zu ihr und den anderen Frauen in die Wohnung zu ziehen. Mit der Zeit merkt Jeanne das die anderen Frauen jedoch nicht ganz „sauber“ sind und diverse kriminelle Vorgeschichten haben. Eines Tages wird Jeanne in den Plan der Frauen eingeweiht, einen Juwelier auszurauben bzw. besser gesagt bestimmte Schmuckstücke, die einen Gesamtwert von circa 1 Millionen Euro haben. Dieser Raub soll jedoch nur einem bestimmten Zweck dienen, welcher mit der Geschichte von einer der Frauen zusammenhängt. Der Roman erscheint heute, am 21. August, als gebundene Ausgabe im dtv-Verlag und hat eine Länge von 284 Seiten. Der Autor hat einen sehr angenehmen, flüssig zu lesenden Schreibstil und ein Talent dafür die Handlung sehr rhythmisch zu gestalten. Auch die Länge der Kapitel ist meiner Meinung nach absolut perfekt, sodass man gefühlt durch das Buch gleitet. Für mich gehört das Buch schon jetzt zu meinen Jahreshighlights und ich kann es wirklich jedem nur empfehlen. Man sollte sich jedoch darüber bewusst sein, dass vor allem vielleicht die erste Hälfte des Buches für Leute, die Berührung mit dem Thema Krebs haben/hatten in gewisser Weise als Trigger wirken könnte - an dieser Stelle hätte ich mir vielleicht eine kleine Bemerkung am Anfang des Buches gewünscht.
In seinem neuen Buch „Wilde Freude“ greift der französische Schriftsteller ein wichtiges Thema auf und erzählt eine berührende Geschichte von vier Frauen und deren Schicksal. Die Hauptprotagonistin ist Jeanne, als Buchhändlerin tätig, verheiratet und introvertiert. Nicht genug, dass sie einen Egomanen als Ehemann hat, erhält sie die Diagnose Brustkrebs und ihre gesamte Welt gerät aus den Fugen. Im Zuge ihrer Therapie lernt sie drei andere Frauen kennen: Brigitte, ebenfalls Patientin mit einem Mamma-Carincom; Mélody, eine verirrte Seele, deren Kind nach Russland entführt wurde und Assia, als, Gott sei Dank, gesunde Freundin dieser beiden. Jeanne muss nun nicht nur ihre Therapie und ihren gesundheitlich-psychischen Zustand gewältigen, nein, sie muss auch den Narzissmus ihres Mannes ertragen, der mit ihrer Krankheit nicht umgehen kann. Im Zuge der Chemotherapie freunden sich die vier Frauen an und beschreiten gemeinsam ihren Weg. Zu Beginn lernen wir Jeanne besser kennen und im Laufe der Geschichte wird auch auf die Schicksale der anderen drei Frauen eingegangen. Meine Meinung: Eine außergewöhnliche Geschichte von vier außergewöhnlichen Frauen, die mich sehr nachdenklich stimmte. Innerhalb der Story geht der Autor auf verschiedene zwischenmenschliche Themen ein und stellt diese auch sehr tief und authentisch dar. Er präsentiert einen entschlossenen Kampf gegen die Krebserkrankung. Die Geschichte nimmt rasch immer mehr an Fahrt auf und wird nicht langweilig. Die Protagonistinnen sind sympathisch dargestellt, ich mochte alle vier. Zur Verzweiflung trieb mich diese unsägliche Nervensäge von Ehemann: egozentrisch, eine Memme, nervig, weinerlich, arm … ein richtiger Wappler, dem ich längst seine Klamotten um die Ohren und ihn hochkantig aus dem Haus geschmissen hätte. Unfassbar!! Aber vermutlich gibt es solche Partner*innen. Und gleichzeitig auch dieser geringe Selbstwert von Jeanne, der mich teilweise wütend machte, da sie sich dieses Benehmen ihres Mannes so gefallen ließ. Der Schreibstil ist flüssig und klar. Es ist mitreißend geschrieben und wurde nie langweilig. Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Trotzdem fand ich in Summe die Einzelgeschichten etwas übertrieben und auch der Plot Twist war mir persönlich etwas zu unrealistisch. Hier treffen beinharte Realität und zu viel Fantasie aufeinander und das passt für mich irgendwie nicht ganz zusammen. Trotz dieses Umstandes von meiner Seite eine Leseempfehlung und 3/5 Sternen.
Lost in the sea of cliche Hach, was habe ich mich auf das neue Buch „Wilde Freude“ von Sorj Chalandon gefreut. Hatte er doch mit „Am Tag davor“ einen literarischen Megahit gelandet. Nun, wer hoch steigt kann schnell (tief) fallen. Davon zeugt und das zeigt leider sein neuester Roman. Es geht zunächst um Jeanne, die eine niederschmetternde Diagnose bekommt: Brustkrebs. „Morgens war ich noch eine lustige Neununddreißigjährige. Nachmittags eine schwerkranke Frau. Sechs Stunden für den Umschwung von der Unbeschwertheit zum Unerträglichen.“ (S. 16) In der Folge wird sie von ihrem Mann Matt verlassen, der seine Frau nicht leiden sehen kann und der nur sich, seine Kollegen und seine Arbeit kennt. Was für ein … (hier setzt bitte jede*r ein eigenes Wort ein). Während der Bestrahlung trifft sie auf Brigitte, die ebenfalls an Krebs erkrankt ist. Die beiden freunden sich an – und jetzt wird es gruselig, weil unnütz, unrealistisch, völlig überzogen und klischeetriefend. Böse und noch mehr böse Männer, arme kranke, vom Schicksal und von Männern schwer gebeutelte Frauen, die trinken und kiffen á la „Hey, ich muss sowieso sterben. Also lasst uns vorher noch ein bisschen Spaß haben!“ – und einen Überfall auf einen Juwelier mitten in Paris verüben – mit Spielzeugpistolen! Heißa tiralala – wo bin ich denn hier gelandet??? Der angebliche „Gag“? gegen Ende des Romans hat mich nur gelangweilt. Seine besten und prägendsten Passagen hat der Roman immer genau dann, wenn Sorj Chalandon einfühlsam und doch nicht auf die Tränendrüse drückend von der Diagnose Krebs (er selbst und seine Frau haben wohl auch die Diagnose Krebs bekommen), der (inneren) Gefühle, der Behandlung, den Schmerzen etc. erzählt. Leider werden genau diese Szenen von der Vorbereitung auf den Raubüberfall, den Raubüberfall selbst, der in meinen Augen überzogenen, überzeichneten und dadurch erst recht unrealistisch wirkenden Zeit danach und – schlimmer noch – den von Klischees triefenden Figuren überschattet. Anscheinend ist Herr Chalandon vorher im Klischeesee baden gegangen und hat zu viel Wasser geschluckt. Sorry, anders kann ich mir diese geballte Ladung nicht vorstellen, wie sie zustande gekommen sein soll. Nein, Herr Chalandon – mit dem Roman haben Sie mich leider überhaupt nicht abgeholt. 2* für die genannten einfühlsamen Passagen – mehr ist leider nicht drin. ©kingofmusic
„Wilde Freude“ war für mich wirklich ein sehr besonderes Buch. Obwohl es nicht sehr viele Seiten hat, hat es mich doch zutiefst bewegt und mitfühlen lassen. Wir begleiten Jeanne auf ihrer Reise durch den Krebs und lernen mit ihr neue Verbündete kennen, die zusammen einen letzten großen Coup -einen Überfall auf den bekanntesten Juweliers Paris‘- planen. Tragisch komisch beschreibt das Buch in seinem Stil wohl recht gut und trotzdem ist in dem melancholischen und oft auch metaphorischen Schreibstil eine unglaubliche Tiefgründigkeit zu erkennen, die mich sehr beeindruckt hat. Besonders berührt und auch oft zur Verzweiflung gebracht hat mich die Beziehung zwischen Jeanne und ihrem Mann, die durch Ignoranz und Gaslighting der feinsten Art geprägt war. Teilweise waren diese Szenen für mich schlimmer zu lesen, als wenn tatsächlich physische Gewalt aufgetreten wäre. Dennoch: Für mich ein überragendes literarisches Werk über Freundschaft, starke Frauen und die kleinen Dinge im Leben, das seines Gleichen sucht. Ganz klare Leseempfehlung! Mein Tipp: Viel Zeit lassen beim Lesen und langsam genießen.
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›Thelma und Louise‹ mitten in Paris
Als die Pariser Buchhändlerin Jeanne die Diagnose Brustkrebs bekommt, verlässt sie ihr Mann, weil er das Leid seiner Frau nicht erträgt. Den Rat ihrer Ärzte, sich Unterstützung zu suchen, setzt sie auf überraschende Weise um: Ihre engsten Verbündeten im Kampf gegen den Krebs werden Brigitte, Assia und Mélody, allesamt Frauen, denen das Schicksal nicht wohlgesinnt war. Und so zögert Jeanne nicht lang, als ihre Mithilfe gefragt ist bei einem gewagten Coup: Geplant ist ein Überfall auf den größten Juwelier der Stadt, im Herzen von Paris.
Book Information
Author Description
Sorj Chalandon, geboren 1952 in Tunis, gilt als einer der bedeutendsten Journalisten und Schriftsteller Frankreichs. Viele Jahre lang schrieb er für die Zeitung ›Libération‹, seit 2009 ist er Journalist bei der Wochenzeitung ›Le Canard enchaîné‹. Für seine Reportagen über Nordirland und den Prozess gegen Klaus Barbie wurde er mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnet. Auch sein schriftstellerisches Schaffen wurde mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt, unter anderen dem Prix Médicis und dem großen Romanpreis der Académie française.
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Das Buch „Wilde Freude“ von Sorj Chalandon erzählt uns die Geschichte von fünf verschiedenen Frauen, welche in Frankreich leben und durch ein tragisches Schicksal zusammenfinden. Alle fünf haben Krebs. Jeanne ist die Hauptfigur des Romans und wird eines Tages von Brigitte bei ihrer Chemotherapie angesprochen. Jeannes Mann findet sie nicht mehr attraktiv und lässt sie auch spüren, dass er nichts mehr für sie empfindet. Brigitte überredet Jeanne dazu, zu ihr und den anderen Frauen in die Wohnung zu ziehen. Mit der Zeit merkt Jeanne das die anderen Frauen jedoch nicht ganz „sauber“ sind und diverse kriminelle Vorgeschichten haben. Eines Tages wird Jeanne in den Plan der Frauen eingeweiht, einen Juwelier auszurauben bzw. besser gesagt bestimmte Schmuckstücke, die einen Gesamtwert von circa 1 Millionen Euro haben. Dieser Raub soll jedoch nur einem bestimmten Zweck dienen, welcher mit der Geschichte von einer der Frauen zusammenhängt. Der Roman erscheint heute, am 21. August, als gebundene Ausgabe im dtv-Verlag und hat eine Länge von 284 Seiten. Der Autor hat einen sehr angenehmen, flüssig zu lesenden Schreibstil und ein Talent dafür die Handlung sehr rhythmisch zu gestalten. Auch die Länge der Kapitel ist meiner Meinung nach absolut perfekt, sodass man gefühlt durch das Buch gleitet. Für mich gehört das Buch schon jetzt zu meinen Jahreshighlights und ich kann es wirklich jedem nur empfehlen. Man sollte sich jedoch darüber bewusst sein, dass vor allem vielleicht die erste Hälfte des Buches für Leute, die Berührung mit dem Thema Krebs haben/hatten in gewisser Weise als Trigger wirken könnte - an dieser Stelle hätte ich mir vielleicht eine kleine Bemerkung am Anfang des Buches gewünscht.
In seinem neuen Buch „Wilde Freude“ greift der französische Schriftsteller ein wichtiges Thema auf und erzählt eine berührende Geschichte von vier Frauen und deren Schicksal. Die Hauptprotagonistin ist Jeanne, als Buchhändlerin tätig, verheiratet und introvertiert. Nicht genug, dass sie einen Egomanen als Ehemann hat, erhält sie die Diagnose Brustkrebs und ihre gesamte Welt gerät aus den Fugen. Im Zuge ihrer Therapie lernt sie drei andere Frauen kennen: Brigitte, ebenfalls Patientin mit einem Mamma-Carincom; Mélody, eine verirrte Seele, deren Kind nach Russland entführt wurde und Assia, als, Gott sei Dank, gesunde Freundin dieser beiden. Jeanne muss nun nicht nur ihre Therapie und ihren gesundheitlich-psychischen Zustand gewältigen, nein, sie muss auch den Narzissmus ihres Mannes ertragen, der mit ihrer Krankheit nicht umgehen kann. Im Zuge der Chemotherapie freunden sich die vier Frauen an und beschreiten gemeinsam ihren Weg. Zu Beginn lernen wir Jeanne besser kennen und im Laufe der Geschichte wird auch auf die Schicksale der anderen drei Frauen eingegangen. Meine Meinung: Eine außergewöhnliche Geschichte von vier außergewöhnlichen Frauen, die mich sehr nachdenklich stimmte. Innerhalb der Story geht der Autor auf verschiedene zwischenmenschliche Themen ein und stellt diese auch sehr tief und authentisch dar. Er präsentiert einen entschlossenen Kampf gegen die Krebserkrankung. Die Geschichte nimmt rasch immer mehr an Fahrt auf und wird nicht langweilig. Die Protagonistinnen sind sympathisch dargestellt, ich mochte alle vier. Zur Verzweiflung trieb mich diese unsägliche Nervensäge von Ehemann: egozentrisch, eine Memme, nervig, weinerlich, arm … ein richtiger Wappler, dem ich längst seine Klamotten um die Ohren und ihn hochkantig aus dem Haus geschmissen hätte. Unfassbar!! Aber vermutlich gibt es solche Partner*innen. Und gleichzeitig auch dieser geringe Selbstwert von Jeanne, der mich teilweise wütend machte, da sie sich dieses Benehmen ihres Mannes so gefallen ließ. Der Schreibstil ist flüssig und klar. Es ist mitreißend geschrieben und wurde nie langweilig. Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Trotzdem fand ich in Summe die Einzelgeschichten etwas übertrieben und auch der Plot Twist war mir persönlich etwas zu unrealistisch. Hier treffen beinharte Realität und zu viel Fantasie aufeinander und das passt für mich irgendwie nicht ganz zusammen. Trotz dieses Umstandes von meiner Seite eine Leseempfehlung und 3/5 Sternen.
Lost in the sea of cliche Hach, was habe ich mich auf das neue Buch „Wilde Freude“ von Sorj Chalandon gefreut. Hatte er doch mit „Am Tag davor“ einen literarischen Megahit gelandet. Nun, wer hoch steigt kann schnell (tief) fallen. Davon zeugt und das zeigt leider sein neuester Roman. Es geht zunächst um Jeanne, die eine niederschmetternde Diagnose bekommt: Brustkrebs. „Morgens war ich noch eine lustige Neununddreißigjährige. Nachmittags eine schwerkranke Frau. Sechs Stunden für den Umschwung von der Unbeschwertheit zum Unerträglichen.“ (S. 16) In der Folge wird sie von ihrem Mann Matt verlassen, der seine Frau nicht leiden sehen kann und der nur sich, seine Kollegen und seine Arbeit kennt. Was für ein … (hier setzt bitte jede*r ein eigenes Wort ein). Während der Bestrahlung trifft sie auf Brigitte, die ebenfalls an Krebs erkrankt ist. Die beiden freunden sich an – und jetzt wird es gruselig, weil unnütz, unrealistisch, völlig überzogen und klischeetriefend. Böse und noch mehr böse Männer, arme kranke, vom Schicksal und von Männern schwer gebeutelte Frauen, die trinken und kiffen á la „Hey, ich muss sowieso sterben. Also lasst uns vorher noch ein bisschen Spaß haben!“ – und einen Überfall auf einen Juwelier mitten in Paris verüben – mit Spielzeugpistolen! Heißa tiralala – wo bin ich denn hier gelandet??? Der angebliche „Gag“? gegen Ende des Romans hat mich nur gelangweilt. Seine besten und prägendsten Passagen hat der Roman immer genau dann, wenn Sorj Chalandon einfühlsam und doch nicht auf die Tränendrüse drückend von der Diagnose Krebs (er selbst und seine Frau haben wohl auch die Diagnose Krebs bekommen), der (inneren) Gefühle, der Behandlung, den Schmerzen etc. erzählt. Leider werden genau diese Szenen von der Vorbereitung auf den Raubüberfall, den Raubüberfall selbst, der in meinen Augen überzogenen, überzeichneten und dadurch erst recht unrealistisch wirkenden Zeit danach und – schlimmer noch – den von Klischees triefenden Figuren überschattet. Anscheinend ist Herr Chalandon vorher im Klischeesee baden gegangen und hat zu viel Wasser geschluckt. Sorry, anders kann ich mir diese geballte Ladung nicht vorstellen, wie sie zustande gekommen sein soll. Nein, Herr Chalandon – mit dem Roman haben Sie mich leider überhaupt nicht abgeholt. 2* für die genannten einfühlsamen Passagen – mehr ist leider nicht drin. ©kingofmusic
„Wilde Freude“ war für mich wirklich ein sehr besonderes Buch. Obwohl es nicht sehr viele Seiten hat, hat es mich doch zutiefst bewegt und mitfühlen lassen. Wir begleiten Jeanne auf ihrer Reise durch den Krebs und lernen mit ihr neue Verbündete kennen, die zusammen einen letzten großen Coup -einen Überfall auf den bekanntesten Juweliers Paris‘- planen. Tragisch komisch beschreibt das Buch in seinem Stil wohl recht gut und trotzdem ist in dem melancholischen und oft auch metaphorischen Schreibstil eine unglaubliche Tiefgründigkeit zu erkennen, die mich sehr beeindruckt hat. Besonders berührt und auch oft zur Verzweiflung gebracht hat mich die Beziehung zwischen Jeanne und ihrem Mann, die durch Ignoranz und Gaslighting der feinsten Art geprägt war. Teilweise waren diese Szenen für mich schlimmer zu lesen, als wenn tatsächlich physische Gewalt aufgetreten wäre. Dennoch: Für mich ein überragendes literarisches Werk über Freundschaft, starke Frauen und die kleinen Dinge im Leben, das seines Gleichen sucht. Ganz klare Leseempfehlung! Mein Tipp: Viel Zeit lassen beim Lesen und langsam genießen.







