Wie Ihr wollt

Wie Ihr wollt

Softcover
4.15
EmanzipationTudorMary GreyElisabeth I.

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

August 1571: Elizabeth I. herrscht in England, und Mary Grey, ihre Cousine, ist wütend. Sie ist 26, kleinwüchsig, hat einen Thronanspruch und hat leider ohne Erlaubnis geheiratet. Zu lange steht sie unter königlichem Hausarrest - sie will frei sein, einen eigenen Haushalt führen. Nichts von alldem wird ihr gewährt. Doch anstatt es weiter still hinzunehmen, begehrt sie auf. »Mahlkes Werk ist eine subtile, knochentrockene und äußerst witzig zu lesende Form der Rebellion, ein zeitgemäßes Buch über die Selbstermächtigung einer unterdrückten Frau.« Die Zeit

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
272
Price
10.30 €

Author Description

Inger-Maria Mahlke, geboren 1977 in Hamburg, wuchs in Lübeck auf, studierte Rechtswissenschaften an der FU Berlin und arbeitete am Lehrstuhl für Kriminologie. Preisträgerin des 17. Open Mike 2009 sowie des ersten Debütpreises des HarbourFront-Literaturfestivals 2010 für ihren Roman »Silberfischchen«. 2012 Ernst-Willner-Preis bei den »Tagen der deutschsprachigen Literatur« in Klagenfurt für einen Auszug aus ihrem zweiten Roman »Rechnung offen«, der im Frühjahr 2013 im Berlin Verlag erschien, von Kritik und Lesern gefeiert und 2014 mit dem Karl-Arnold-Preis der Akademie der Künste und Wissenschaften von NRW ausgezeichnet wurde. Ihr neuer Roman »Wie ihr wollt« wurde für die Shortlist des deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Sie lebt in Berlin.

Posts

2
All
5

England im September 1571. Mary Grey, die kleinwüchsige Schwester der geköpften Neuntagekönigin Jane Grey, steht unter Hausarrest, da sie es gewagt hat, ohne Erlaubnis der nicht ganz so lieben Cousine Elizabeth I. zu heiraten. Schließlich bestünde die Gefahr, dass sie einen Thronanwärter gebären würde. Sie hofft auf Besserung ihrer Situation, doch wer kann ihr helfen? Zentrales Thema dieses Romans sind die Willkür der Monarchie, der Opportunismus seiner Lakeien (zu denen auch Marys eigene Familienmitglieder gehören) und die Ohnmacht einer Frau am Hofe. Im Tagebuchstil lässt Inger-Maria Mahlke ihre Heldin von ihrer aktuellen, unbefriedigenden Situation erzählen, unterbrochen durch Aufzeichnungen, die sie über den Aufstieg und den Fall der Familie Grey macht. Die Autorin bedient sich dabei einer Sprache, die einfach nur Spaß macht! Beispiel von Seite 9 (über die Sätze, die sie schreibt): “Dachte, die Sätze würden aufhören, einander zu jagen, während Ellen am Fußende des Bettes so tief und gleichmäßig atmete, als gäbe es keine Sätze. Die sich auf die vorherigen stürzen, sich ineinander verknäueln, bis ich sie sortiert habe, dann hielten sie still, ordentlich aufgereiht. Nach jedem zerwarteten Tag, wenn Ellen sich nicht mehr regte, wurden sie wieder wild. Jagten einander erneut, und ich musste jeden so lange denken, bis er recht war.” Wer jetzt denkt, das Buch sei deshalb vielleicht schwer zu lesen, irrt: Die Sprache ist zwar, kreativ, ja innovativ, aber immer problemlos verständlich. Lediglich der Verzicht auf die reguläre direkte Rede mit Anführungszeichen verwirrt ein wenig, aber nicht sehr. Dies passt einfach gut zum Tagebuchstil des Romans. Auf die Gefahr hin, überschwänglich zu werden: Ich hatte meine pure Freude an diesem Buch. Nicht nur der Sprachstil, auch die wunderbare Hauptperson Mary ist besonders. Und das nicht, weil sie kleinwüchsig ist, sie hat zwar die Nase voll von ihrem Schicksal, nimmt es aber mit einer tüchtigen Portion Galgenhumor, das Buch ist wirklich witzig! Das Thema und die Hauptperson des Buchs lassen an andere preisgekrönte oder zumindest nominierte Werke denken, nämlich die Cromwell-Trilogie von Hilary Mantel und “Pfaueninsel” von Thomas Hettche. Inger-Maria Mahlkes Buch ist aber ein absolut originelles Werk, das den Vergleich mit diesen Titeln nicht scheuen muss. Es steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und ich würde es sehr gern als Siegertitel sehen (wenn ich auch momentan auf ein anderes Buch tippen würde).

3

Das Buch gibt interessante Einblicke in das Leben der Protagonisten, aber besonders am Anfang fand ich es nicht spannend und vor allem auch nicht leicht zu folgen. Eigentlich hätte ich die gesamte Zeit über mit einem Stammbaum vor mir lesen müssen. Nachdem der lange Aufbau des Buches abgeschlossen ist, entwickelt sich dann doch noch so etwas wie Spannung. Der Schreibstil ist konsequent und stellenweise sehr kreativ. Dennoch empfand ich den Galgenhumor teilweise nur schwer verkraftbar.

Create Post