
40 Followers
Mirna Funk beschreibt in Who Cares! Ansichten über einen Feminismus, in dem Eigenverantwortung und Autonomie eine große Rolle spielen. Bis Seite zwei dachte ich, dass ich die selbstbewusste Attitüde der Autorin total feiere. Auf den Folgeseiten war ich mir nicht mehr so sicher… Funk zeichnet ein Bild von Frauen, in dem diese motzig in der Ecke sitzen und warten, dass sich gesellschaftliche Strukturen ändern. Währenddessen waschen sie die Socken ihres Mannes und sind dann wieder beleidigt, weil sich nichts ändert. Und dieses Frauenbild begegnet mir im Alltag so gut wie gar nicht. Ich bin in dem beschriebenen Twitter-Game nicht drin, in dem sich die Mittelstands-Haushalt-Feministinnen und die bösen neoliberalen Feministinnen scheinbar die Köpfe einschlagen aber für mich hat weder das eine noch das andere was mit der Realität zu tun, die ich erlebe. Funk schreibt, der Staat und die Institutionen seien dazu da, anarchistisches Chaos zu verhindern, aber nicht, das individuelle Glück zu delivern. Eigenverantwortung sei wichtig, Forderungen stellen, widerständig sein- dann ändern sich die Dinge, so die Autorin. Und ja- ich bin für Eigenverantwortung aber ich bin auch für einen Staat und für Institutionen, die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung fördern, weil das Kämpfen und widerständig sein verdammt viel Energie kosten, die man sicher auch besser nutzen könnte. Funk beschreibt Frauen, die lethargisch zuhause sitzen und nicht mitmachen wollen, solange sie 18% weniger verdienen als Männer. Und es mag diese Frauen geben. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, erlebe ich alleinerziehende Frauen, die durch sämtlichen Instanzen gehen müssen, um eine Arbeitszeiterhöhung zu kriegen. Sie kämpfen, aber es ist mühsam. Was das Objektivierung von Frauen angeht, argumentiert Mirna Funk sinngemäß, funktioniere das ja nur, wenn man sich selbst über den Blick anderer definiert. Und natürlich spielt meine innere Haltung zu mir selbst eine große Rolle- ich möchte trotzdem nicht in einer Welt leben, in der es okay ist, Frauen herabzusetzen oder zu objektivieren. Ein Thema, bei dem ich total d’accord bin, sind Beziehungen und die Idee, nur mit dem passenden Partner, vollständig zu sein, Quatsch ist. Das fühle und lebe ich. Trotz allem war Who Cares für mich spannend. Es schadet nie, sich zwischendurch mit Meinungen auseinanderzusetzen- auch wenn man sie nicht vollumfänglich teilt.
2 hours ago
Mirna Funk beschreibt in Who Cares! Ansichten über einen Feminismus, in dem Eigenverantwortung und Autonomie eine große Rolle spielen. Bis Seite zwei dachte ich, dass ich die selbstbewusste Attitüde der Autorin total feiere. Auf den Folgeseiten war ich mir nicht mehr so sicher… Funk zeichnet ein Bild von Frauen, in dem diese motzig in der Ecke sitzen und warten, dass sich gesellschaftliche Strukturen ändern. Währenddessen waschen sie die Socken ihres Mannes und sind dann wieder beleidigt, weil sich nichts ändert. Und dieses Frauenbild begegnet mir im Alltag so gut wie gar nicht. Ich bin in dem beschriebenen Twitter-Game nicht drin, in dem sich die Mittelstands-Haushalt-Feministinnen und die bösen neoliberalen Feministinnen scheinbar die Köpfe einschlagen aber für mich hat weder das eine noch das andere was mit der Realität zu tun, die ich erlebe. Funk schreibt, der Staat und die Institutionen seien dazu da, anarchistisches Chaos zu verhindern, aber nicht, das individuelle Glück zu delivern. Eigenverantwortung sei wichtig, Forderungen stellen, widerständig sein- dann ändern sich die Dinge, so die Autorin. Und ja- ich bin für Eigenverantwortung aber ich bin auch für einen Staat und für Institutionen, die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung fördern, weil das Kämpfen und widerständig sein verdammt viel Energie kosten, die man sicher auch besser nutzen könnte. Funk beschreibt Frauen, die lethargisch zuhause sitzen und nicht mitmachen wollen, solange sie 18% weniger verdienen als Männer. Und es mag diese Frauen geben. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, erlebe ich alleinerziehende Frauen, die durch sämtlichen Instanzen gehen müssen, um eine Arbeitszeiterhöhung zu kriegen. Sie kämpfen, aber es ist mühsam. Was das Objektivierung von Frauen angeht, argumentiert Mirna Funk sinngemäß, funktioniere das ja nur, wenn man sich selbst über den Blick anderer definiert. Und natürlich spielt meine innere Haltung zu mir selbst eine große Rolle- ich möchte trotzdem nicht in einer Welt leben, in der es okay ist, Frauen herabzusetzen oder zu objektivieren. Ein Thema, bei dem ich total d’accord bin, sind Beziehungen und die Idee, nur mit dem passenden Partner, vollständig zu sein, Quatsch ist. Das fühle und lebe ich. Trotz allem war Who Cares für mich spannend. Es schadet nie, sich zwischendurch mit Meinungen auseinanderzusetzen- auch wenn man sie nicht vollumfänglich teilt.
2 hours ago






