Wellenkinder

Wellenkinder

Paperback
4.261

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Description

Nichts ist so groß wie die Liebe einer Mutter

Berlin 2022: Vor über 30 Jahren ist Jans Mutter unter dubiosen Umständen verschwunden. Heute steht der Familienvater vor den Trümmern seiner Ehe, als ein erschreckender Fund an einem Küstenabbruch ihn zwingt, nach Rügen zurückzukehren und sich seiner Vergangenheit zu stellen.

Boltenhagen 1970: Oda träumt von der Freiheit, doch ihre Flucht durch die Wellen scheitert. Als sie in der Haftanstalt Hoheneck ist, merkt sie, dass sie ein Kind erwartet.

Ostpreußen 1945: Margit gerät auf einem der letzten Schiffe von Königsberg über die Ostsee in einen Bombenhagel. Sie sieht, wie eine Frau gemeinsam mit ihrem Baby über Bord gehen will. In letzter Sekunde entreißt sie ihr das Bündel.

Drei Kinder ihrer Zeit auf der Suche nach Freiheit und dem Halt einer Familie.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Paperback
Pages
416
Price
15.50 €

Author Description

Liv Marie Bahrow ist geboren und aufgewachsen in einer Kleinstadt in der ehemaligen DDR. Ihr kritisches Umfeld und die Ereignisse der Wendezeit haben sie tief geprägt. Sie ist Literaturwissenschaftlerin und Schreibdozentin und lebt mit ihrer Familie in Leipzig.

Posts

15
All
4

Über die Liebe von Müttern

Ein ganz berührendes Buch der Leipziger Schriftstellerin Claudia Rikl (hier noch unter einem Pseudonym). Wir lernen die Charaktere Jan, Oda und Margit kennen, erst einzeln, dann führen die Handlungsstränge zusammen. Jan soll zurück nach Rügen kommen, da vermeintlich seine Mutter gefunden wurde. Aber diese ist doch vor ein paar Jahren im Ausland verunglückt. Wie kann das sein? Was dann ins Rollen kommt, hat Jan nicht erwartet. Wir reisen in die Vergangenheit, DDR und BRD, und lernen viel Unrecht kennen, aber auch starke Frauen. Vor allem aber ganz viel Mutterliebe und das starke Band zwischen Mutter und Kind. Ich finde im Besonderen die Charaktere der Mütter sind sehr authentisch beschrieben und die Handlungen aus Muttersicht sehr nachvollziehbar. Für mich hat die Schriftstellerin es sehr gut geschafft, ganz viel Emotion rüberzubringen.

Über die Liebe von Müttern
4

⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich empfehle diesen Roman allen, die sich mit DDR-Geschichte auseinandersetzen möchten, denen, die diesen Staat vielleicht selbst noch miterlebt haben - aber auch insbesondere denen, die das alles nur aus Geschichtsbüchern oder Dokumentationen kennen. Es lohnt sich, denn über die hier dargestellten Charaktere und die Handlung des Buches lernt man alles noch viel intensiver kennen, als wenn man sich nur mit Sachmaterial beschäftigen würde.

Komplexe Geschichte über Recht und Unrecht in der DDR  Die Zeit der deutschen Teilung hat viele dramatische Schicksale hervorgebracht - viele wurden nie aufgeklärt, viele nicht hinterfragt. Liv Marie Bahrow tut in ihrem Roman genau das - sie packt die Themen an, die sich - hinter vorgehaltenen Händen geflüstert - in 40 Jahren DDR-Geschichte verbergen. Sie gibt denen eine Stimme, die denunziert, verurteilt, betrogen und eingesperrt wurden. Und denen, die ahnungslos ein Leben lebten, das bei weitem nicht so klar und einfach war wie es den Anschein hatte. „Wellenkinder“ erzählt von Margit, Oda und Jan - zwei Müttern, die durch ein Kind miteinander verbunden wurden. Doch diese Verbindungen werden erst viele Jahre nach der Wende offenbar, als Jan zu seinem kranken Vater in seine Heimat zurückkehrt. Vor vielen Jahren verschwand seine Mutter Margit - doch was wirklich passiert ist, wird erst offenbar, als die Polizei nach 30 Jahren die Ermittlungen wieder aufnimmt. Jans Leben wird dadurch in seinen Grundfesten erschüttert und langsam kommt eine Geschichte ans Licht, die unglaublich erscheint, aber genau so durchaus hätte passiert sein können. Denn in der Zeit der DDR saßen nicht nur Kriminelle im Gefängnis, sondern oft auch Personen, die Kritik am System geäußert hatten oder durch nicht systemtreue Aktivitäten aufgefallen waren. Solch eine junge Frau war Oda. Und sie war schwanger. Liv Marie Bahrow erzählt detailreich und gut recherchiert, sie konnte mich mitnehmen in die Geschichte und mich sensibilisieren für das Unrecht, das Menschen in diesem Staat widerfahren ist. Auf mehreren Zeitebenen setzt sie die Puzzlestücke zusammen, die am Ende ein verstörendes, aber doch stimmiges Bild ergeben. Dabei konnte ich die Handlungsstränge, die in der Vergangenheit spielen, noch besser nachvollziehen als die in der Gegenwart. Die Charaktere in der Gegenwart, besonders Jans Noch-Ehefrau Gesa, konnten mich nicht für sich einnehmen. Nur Jans Schulfreund Silvio bildete da eine Ausnahme. Auch wenn das Buch insgesamt eine eher traurige und düstere Stimmung transportiert, vermittelt es doch einen sehr guten Eindruck davon, welches Unrecht Menschen widerfahren kann und davon, wie weit die Liebe von Müttern zu ihren Kindern gehen kann - seien sie nun durch Blutsverwandtschaft verbunden oder nicht.  

⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich empfehle diesen Roman allen, die sich mit DDR-Geschichte auseinandersetzen möchten, denen, die diesen Staat vielleicht selbst noch miterlebt haben - aber auch insbesondere denen, die das alles nur aus Geschichtsbüchern oder Dokumentationen kennen. Es lohnt sich, denn über die hier dargestellten Charaktere und die Handlung des Buches lernt man alles noch viel intensiver kennen, als wenn man sich nur mit Sachmaterial beschäftigen würde.
4

eine aufwühlende Geschichte

Der Roman erzählt von drei Kinder die auf der Suche nach Freiheit und dem Halt einer Familie sind. Das Cover fand ich schön und ansprechend. Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten mit den Schreibstil - war nicht so flüssig zu lesen . Aber hab mich schnell daran gewöhnt und es ging dann leicht und flüssig weiter. Am Anfang lernt man die Hauptprotagonisten kennen und man hat viele Fragen im Kopf. Gut fand ich die wechselnde Perspektiven und man war gespannt wie es mit den einzelnen Protagonisten weiter geht. Ich fand die gut ausgearbeitet und man hat mit ihnen mitgefühlt und mitgelitten. Die einzelne Handlungsstränge werden nach und nach miteinander verwoben. Und allmählich lichtet sich die Geschichte und man versteht mehr. Ich fand besonders am Ende kommen noch paar überraschende Wendungen und alle Fragen wurden am Ende beantwortet. Man kriegt mit wie schwer es in DDR zu leben war - die gegen der Regime waren. Und was es für Folgen haben kann. Und wichtig dabei wird - Nichts ist so groß wie die Liebe einer Mutter. Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt und ich gern weiterempfehle. Auch die Autorin Liv Marie Bahrow werde ich im Auge behalten.

4

Packende Lebensgeschichten in der DDR

Es ist die Geschichte von Jan, Oda und Margit, eingebettet in das jeweilige Zeitgeschehen. Die Figuren verbindet ein enges Band, welches erst im Laufe der Erzählung nach und nach zum Vorschein kommt. Jan ist spät Vater geworden, hat mit Ende vierzig einen 4jährigen Sohn und lebt in Berlin. In der Beziehung zu seiner Frau gibt es Schwierigkeiten, sie wohnen getrennt. Die Geschichte nimmt ihren Anfang als sein Vater, zu welchem er nach dem Verschwinden der Mutter keinen Kontakt mehr hatte, starke gesundheitliche Probleme bekommt. Jan reist in seine alte Heimat nach Rügen, um nach ihm zu schauen. Außerdem tauchen nach Jahrzehnten neue Hinweise zum Verbleib seiner Mutter auf. Oda versucht in den 1970er Jahren zusammen mit ihrem Freund aus der DDR zu fliehen. Die Flucht scheitert. In der Haft merkt sie, dass sie schwanger ist. Margit muss als Kind während des zweiten Weltkriegs fliehen und nimmt sich auf der Flucht einem kleinen Jungen an. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Die verschiedenen Blickwinkel haben die Protagonisten:innen nahbar gemacht. Gleichzeitig gab es bis zum Schluss die Spannung, wie die verschiedenen Lebensgeschichten zusammenhängen. Die Schicksale der beiden Frauen machen betroffen und mich hat es emotional mitgenommen. Der Schreibstil ist gut zu lesen. Für mein Empfinden hat sich das Ende etwas zu dramatisch zugespitzt. Dies hatte ich nach dem ruhigen Beginn so nicht erwartet und war für mein Gefühl etwas zu viel. Grundsätzlich müssen Charaktere nicht durchgehend sympathisch sein, aber Jans Frau wurde als schwierig und unempathisch dargestellt. Sodass ich nicht nachvollziehen konnte, warum er noch so an ihr hängt. Die Protagonisten sind aber authentisch und menschlich beschrieben. Insgesamt eine Leseempfehlung von mir.

4

Manchmal braucht es eine Weile, bis man sich in eine Geschichte eingefunden hat. Bis man anfängt, die Zusammenhänge zu begreifen und die magischen Bande in ihnen zu erkennen. Genauso erging es mir mit Wellenkinder. Erst wurde ich gar nicht warm mit der Geschichte. Ich legte sie zur Seite. Aber irgendwas hat mich immer wieder zu ihr zurückgezogen und jetzt, wo ich fertig bin, kann ich nicht mehr nachvollziehen, warum ich sie nicht schon von Anfang an geliebt habe. Aber jetzt kenne ich auch alle Zusammenhänge. Ich kenne alle Protagonist*innen und ich kenne vor allem alle gelüfteten Geheimnisse. Diese Geschichte ist so unglaublich! So gut durchdacht und lässt mich einfach nur sprachlos darauf zurückblicken. Diese Geschichte enthält so viel Liebe und doch auch so viel Grausamkeit. So viele Ungerechtigkeiten aber auch so viel Glück. Ich liebe die Perspektivwechsel zwischen den drei Hauptprotagonist*innen und die vielen Zeitsprünge zwischen unterschiedlichen Jahrzehnten. Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen ging es mir etwas zu schnell und sprunghaft. Da fehlten mir hier und da Informationen, die ich gerne etwas mehr ausgearbeitet gehabt hätte. Aber trotzdem ist es ganz eindeutig eine wundervolle Geschichte, die ich von Herzen weiterempfehlen kann!

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4

Ein Roman über Mutterliebe und DDR-Unrecht - und doch so viel mehr. In 3 Perspektiven wird über eine Flucht aus Königsberg nach dem Krieg, einen Fluchtversuch aus der DDR und dessen Folgen sowie ein Schicksal in der Gegenwart berichtet. Wie alles dann miteinander zu tun hat, ist wirklich gut gemacht. Allerdings hatte ich am Anfang Probleme in die Geschichte hereinzukommen und hätte das Buch fast abgebrochen. Ich hätte etwas verpasst. Die Schicksale sind wirklich schwer und so kann man manchmal gar nicht glauben, was man da liest. Was für ein Unrechtsstaat diese DDR unter dem Deckmantel der Menschlichkeit im Sozialismus war - unfassbar. Die Charaktere sind nicht durchweg sympathisch, am besten konnte ich mit Oda fühlen, deren Rolle als DDR-Flüchtling sehr gut beschrieben wurde. Ein Buch mit überraschenden Wendungen, dass ich sehr empfehlen kann.

5

Eine Geschichte, drei Generationen, ein Wunsch

**** Worum geht es? **** Zwischen kurz nach dem ersten Weltkrieg, der vereitelten Flucht aus der DDR in den 70ern und der Gegenwart verfolgt man 3 unterschiedliche Protagonisten. Der Wunsch nach Freiheit und dem Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit erscheint als starke Gemeinsamkeit, allerdings scheint da noch mehr zu sein. Kann sich das Vergangene in der Gegenwart zu etwas Gutem wenden und eine neue Hoffnung entzünden, eine die vielleicht schon immer da wahr? **** Mein Eindruck **** Eine Geschichte über drei Generationen wie keine zweite. Zunächst verwirrend und diffus begleitet mit starken Schockmomenten und dann immer aufklarender und emotional packend, auf wundersame Weise miteinander verbunden. Der Wechsel zwischen den Generationen fesselte mich, wie ein spannender Thriller, zum Einen wollte ich bei der einen Person bleiben und zum anderen erfahren, wie es bei der anderen weiter geht. Jede der dargestellten Geschichten konnte mich faszinieren und ergreifen. Schicksale die wir alle mit den entsprechenden Zeiten verbinden und dennoch auf überzeugende Art neu zusammengefügt. Vor allem, dass ich mich mit dem Protagonisten aus der Gegenwart direkt verbunden fühlte machte die Reise durch die Geschichte zu einem intensiven Erlebnis, das mich voller Hoffnung zurückließ. Was wir mit unserer Gegenwart machen gehört ganz uns. Die Vergangenheit wird immer eine Lehre sein. Bedürfnisse können anders definiert werden, bleiben aber im Grunde immer gleich, wir sind alle Menschen zu jeder Zeit! Ein inspirierendes und energetisch positives Buch. Fabelhaft ausformuliert und eine einmalige Verwebung der deutschen Geschichte nach dem zweiten Weltkrieg mit der Gegenwart mittels starker Protagonisten. **** Empfehlung? **** Fans von starken historischen Familiengeschichten und tieferen Botschaften sind hier ganz klar an der richtigen Stelle. Ein Buch, das ich voller Freude weiterempfehle.

4.5

Ein emotionaler Roman über einen Mann und zwei Frauen, die ein Schicksal eint und dennoch trennt. Sehr berührend, intensiv und temporeich.

4.5

Liv Marie Bahrow hat mit "Wellenkinder" einen Familienroman geschrieben, den ich sehr gerne gelesen habe und der mich wirklich berührt hat. Bereits die ersten Seiten haben mich gefesselt. Erzählt wird abwechselnd aus 3 Perspektiven. Margit hat den 2.Weltkrieg miterlebt. Sie ist selbst noch ein Kind, als sie auf einem Schiff auf der Ostsee eine junge Frau mit einem Baby auf der Reling stehen sieht. Sie entreist der Frau das Kind, die danach im Wasser versinkt. Oda lebt in der DDR. 1970 versucht sie, gemeinsam mit einem jungen Mann durch die Ostsee in den Westen zu schwimmen. Sie wird erwischt und kommt ins Gefängnis. Kurze Zeit später bemerkt sie, dass sie schwanger ist. Sie bringt das Kind zur Welt, doch es wird ihr weggenommen. Jan lebt heute, er ist Familienvater. Als er wegen einer Familienangelegenheit nach Rügen zu seinem Vater reisen muss, stellt er fest, dass seine Vergangenheit auf Lügen aufgebaut ist... Jede Geschichte für sich ist sehr spannend, stellenweise dramatisch und traurig. Was man schon früh erahnen kann, bestätigt sich im Verlauf des Buches.... Die Geschichten gehören zusammen.... Was man als Leser*in durch die wechselnden Perspektiven schon weiß, muss Jan erst mühevoll herausfinden. Eine für ihn schwierige Aufgabe. Für Jan geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Zukunft, da er vor den Trümmern seiner Ehe steht. Ihm wird klar, er muss die Vergangenheit aufarbeiten, muss herausfinden, was es mit dem Verschwinden seiner Mutter vor 30 Jahren auf sich hat. Ich konnte mich am besten in Oda hineinversetzen. Wie schlimm muss es für eine Mutter sein, wenn sie nicht weiß, wo ihr Kind ist, das ihr die Regierung weggenommen hat?... Am Ende hatte die Geschichte noch eine Wendung parat, die ich so nicht habe kommen sehen. Ein Buch, für das ich gerne eine Leseempfehlung gebe. Themen: DDR, Wende, Mutterliebe, Verlust, Trauer, Verzweiflung.

4

Nach und nach ergibt alles einen Sinn

Vor über 30 Jahren ist Jans Mutter unter dubiosen Umständen verschwunden und das Verhältnis zu seinem Vater ist alles andere als vertraut. Mittlerweile ist Jan selbst Vater, steht vor den Scherben seiner Ehe und bekommt zu alledem auch noch einen Anruf, der ihn komplett aus der Bahn wirft. Es gab einen erschreckenden Fund, der ihn zurück nach Rügen und seiner Vergangenheit beordert… Im Jahr 1970 versucht Oda aus der ehemaligen DDR zu fliehen, doch ihr Fluchtversuch scheitert. Erst wenig später findet sie heraus, dass sie schwanger ist. Da befand sie sich allerdings bereits in der Haftanstalt Hoheneck. Ostpreußen 1945, kurz nach Kriegsende, befand sich Margit auf einem der letzten Schiffe, die von Königsberg über die Ostsee fuhren. Leider geriet das Schiff unter Beschuss. Sie konnte gerade noch das Baby einer Frau an sich nehmen, bevor diese über Bord ging. Ein Buch mit eher düsteren Geschehnissen, die ein Stück deutsche Geschichte erzählen. Es geht um Fluchtversuche aus der ehemaligen DDR, Freiheit und Familie. Insgesamt wird die Geschichte in drei unterschiedlichen Zeitzonen erzählt und fügt sich nach und nach zu einer zusammen. Durch den angenehmen Schreibstil konnte ich der Story zwar gut folgen, allerdings konnte es mich nicht wirklich einfangen. Mir hat einfach etwas gefehlt, dass mich mehr mitgerissen hätte, somit ziehe ich leider einen Punkt ab. Dennoch möchte ich hier eine Leseempfehlung aussprechen, denn Geschmäcker sind absolut verschieden und das Buch ist durchaus lesenswert.

Nach und nach ergibt alles einen Sinn
5

Was für ein Buch, was für eine wichtige Thematik. Erschreckend, berührend und wirklich heftig. Für mich großartig.

3.5

Ein guter Roman für zwischendurch

Inhalt: Es wird aus drei Zeiten von drei Personen berichtet. Alle drei leben unter völlig unterschiedlichen Umständen und haben mit ihren eigenen kleinen und großen Probleme zu kämpfen. Wie die drei allerdings mit einander verbunden sind, ahnt zu Beginn noch keiner… Meinung: Ich hatte während dem Lesen viel Spaß! Obwohl es im Winter spielt, hatte ich durch die warmen Tage im September und der Kulisse am mehr totale Sommervibes und es ist für mich mein Sommerroman dieses Jahr. Ich mochte die Zeitsprünge und dass man nie so richtig wusste, wie steht wer zu wem und bis zum Schluss zwar immer mehr aufgedeckt wurde, aber Manches erst auf den letzten Seiten klar wurde. Mit den Protagonist*innen wurde ich irgendwie nicht so richtig warm und manche Nebenhandlung hätte man leicht lösen können durch klare Kommunikation. Ich verstehe warum die Kommunikation erschwert war, aber es hat mich trotzdem genervt. Fazit: Alles in allem habe ich es super gerne gelesen, aber es war jetzt nichts super besonderes. Ein solider Roman mit interessanten Wendungen. 3,5/5

Ein guter Roman für zwischendurch
4

Mein erstes Buch über die DDR und wie es dort zuging. Man hat ja so einiges gehört, aber es ist schon erschreckend, wie man damals mit Menschen umgegangen ist. Die Geschichte ist gut und flüssig geschrieben, die Charaktere gut dargestellt. Mir hat es gefallen.

3

Grundidee top, Charaktere flop.

Ich bin ein großer Fan historischer Romane und „Wellenkinder“ hatte von der Inhaltsangabe her großes Potenzial ein Buch nach meinem Geschmack zu sein. Ich bin sehr gut in die Geschichte hineingekommen und war am Anfang ziemlich begeistert und ergriffen von der Handlung. Erzählt wird aus der Perspektive von drei verschiedenen Charakteren. Nach Ende des zweiten Weltkriegs findet Margit mit ihrer Familie ein neues zu Hause in Ostdeutschland. Im zweiten Erzählstrang geht es um Oda, deren Flucht in den Westen missglückt und die deswegen im Gefängnis landet. In der Gegenwart muss sich Jan nach Jahren ohne Kontakt um seinen im Sterben liegenden Vater kümmern. Ein Besuch, der eigentlich nur einen Tag dauern sollte, bringt schockierende Enthüllungen mit sich. Sehr gut gefallen haben mir die Kapitel aus Odas Sicht. Die Ungerechtigkeit und die Willkür die dieser Frau widerfahren sind, haben mich sehr berührt. Leider wird der überwiegende Teil der Geschichte aus Jans Perspektive erzählt. Leider deswegen, weil die Charaktere in der Gegenwart einfach furchtbar sind. Die Schlimmste von allen ist Gesa, Jans Ehefrau. Eigentlich ist sie nur eine Nebenfigur aber ihre Auftritte schießen jeden Vogel ab. Jan und Gesa leben auf ihr Ansinnen getrennt. Gesa ist eine völlig ich-bezogene narzisstische Person, Ständig macht sie Jan Vorhaltungen, dass er nicht alle Sorgen mit ihr teilt, heult rum, zeigt ihm die kalte Schulter, stellt ihre ach so schlimme Enttäuschung in den Mittelpunkt ohne einen Hauch Verständnis dafür zu haben, dass Jans Welt gerade auf den Kopf gestellt wird und er eine Identitätskrise hat. Jan verhält sich seiner Frau gegenüber völlig unterwürfig und ich konnte über diese toxische Beziehung nur immer wieder den Kopf schütteln. Allerdings hielt sich mein Mitleid mit Jan trotzdem in Grenzen, denn auch er ist ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse. Als er seine leibliche Mutter trifft, tritt er dermaßen gehässig und verletzend auf, dass mein Herz für diese Frau geblutet hat. Er scheint auch keinerlei Interesse an Geschichte zu haben, denn der Gedanke, dass in der DDR nicht nur Schwerverbrecher im Gefängnis saßen ist für ihn völlig abwegig. Generell nimmt er es mit Respekt gegenüber anderen Menschen nicht so genau. Trotz dem zerrüttetem Verhältnis zu seinem (Adoptiv-)vater fand ich es völlig unmöglich, wie er immer von seinem „alten Vater“gesprochen hat, um seine Geringschätzung jedes Mal aufs Neue zu untermauern. Die Charaktere in diesem Buch tragen alle sehr viel Wut in sich, die sie zentriert auf eine einzelne Person entladen, die überhaupt nichts für den jeweiligen Umstand kann. Ronald ist wütend auf seine Frau Margit und deren enge Verbindung zu Horst, deswegen schneidet er seinen Sohn Jan. Gesa ist mit ihrem Leben unzufrieden und macht deswegen Jan die Hölle heiß. Und Jan ist wütend auf seine Adoptiveltern und verletzt deswegen Oda. Und weil drei unleidliche Personen noch nicht genug sind, gibt es noch Jans Sohn Connie. Stellt euch alle nervigen Eigenschaften eines Kindergartenkindes vor und multipliziert diese mit 10 – dann habt ihr Connie. Der Junge bringt der Geschichte prinzipiell keinen Mehrwert, außer dem Leser den Verstand zu rauben. Eigentlich ist es aber auch kein Wunder, dass er ständig überdreht und aufmüpfig ist, wenn er ständig mit Süßigkeiten und Pizza vollgestopft wird. All diese Leute, die ich mehr als anstrengend fand und deren rücksichtslose Art, mit anderen Menschen umzugehen, haben die Geschichte leider für mich kaputt gemacht. Die Grundidee fand ich gut, der Schreibstil war manchmal etwas zu blumig um natürlich zu sein, aber dennoch gut zu lesen, nur verbreitet das Buch leider eine sehr negative, aggressive Stimmung. Das tragische Ende und den Auslöser für das Geschehene habe ich bereits im letzten Viertel des Romans vorhergesehen und es konnte mich deswegen nicht überraschen. Der Schluss hätte gerne etwas kürzer und weniger melodramatisch sein können.

4

Ein tolles Buch über die Liebe einer Mutter

“Wellenkinder” von Liv Marie Bahrow hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist wahnsinnig gut erzählt und ich konnte mich sofort in den Protagonisten Jan hineinversetzen, um den sich die Handlung dreht. Die emotionalen Höhen und Tiefen, die Jan durchlebt, sind so authentisch und intensiv dargestellt, dass ich als Leser mit ihm mitfühlen konnte. Die Erzählstränge aller drei Protagonisten sind gut durchdacht und fügen sich nahtlos in die Gesamtgeschichte ein. Sie bieten eine Vielfalt an Perspektiven und tragen dazu bei, die Handlung und die Charaktere zu vertiefen. Insgesamt hat mir “Wellenkinder” wirklich sehr gut gefallen. Die Geschichte ist sehr bewegend und die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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