Wellen
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Description
Ein kleines Fischerdorf an der Ostsee im Juni: Die Generalin von Palikow hat den »Bullenkrug« gemietet, um während der Sommermonate ihre Familie um sich zu versammeln. In einem kleinen Fischerhaus nicht weit von ihnen entfernt wohnen die bildschöne, aber labile Doralice und der Maler Hans Grill. Die beiden sorgen für reichlich Gesprächsstoff und Aufregung unter den Feriengästen: Doralice hatte ihren ersten Ehemann verlassen und nur wenige Monate nach der Scheidung Hans Grill geheiratet. Es dauert nicht lange und vor der Kulisse des beständig wogenden Meeres entwickelt sich die geplante Idylle anders als erhofft …
Eduard von Keyserlings Roman von 1911 ist eine Sommergeschichte mit herrlichen Dialogen und einem unerwartet dramatischen Schluss. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.
»Ein ganz und gar sinnliches Buch, eine schöne Liebesgeschichte.«
Marcel Reich-Ranicki
Book Information
Posts
Während Handlungen, in denen Untreue eine große Rollen spielt, mich eigentlich nicht ansprechen, erlebe ich oft genug in Klassikern, wie sie mit guten Charakterzeichnungen und Gesellschaftskritik doch sehr interessant sein können. Die Figuren sind wie aus dem Leben gegriffen und bringen sehr viel Schwung in das Buch. Man kann viel Gefühl und unterschwelligen Humor in den oft gewollt banal gehaltenen Gesprächen finden und mir gefiel auch, wie unterschiedliche Persönlichkeiten und deren Beziehungen untereinander dargestellt wurden. Es liest sich ein bisschen wie eine Mischung aus Jane Austen und Theodor Fontane. Auch der Handlungsort wurde gut gewählt und symbolisiert vieles, was man in der Handlung wiederfindet, von kühlem Ostseewind bis zu stürmischen Wellen unter der Sonne. Das Buch zieht mich ein bisschen aus einer Flaute, wo ich alles was ich so lese am Ende höchstens ok finde, trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass manche Figuren, wie z. B. Lolo, eine größere Rolle bekommen.
In Eduard von Keyserlings "Wellen" treffen mehrere Figuren aufeinander, nur um dann, wie besagte Wellen, auseinanderzudriften. Dieses Buch ist ein schönes Beispiel für jene Geschichten, in denen es einen Auslöser braucht, um sehr zerbrechliche Konstrukte auseinanderbrechen zu lassen. Dies hat Keyserling in schöner, ansprechender Sprache geschrieben, die dem Klang der Wellen entspricht. Ein unbekannter Klassiker, der aber mehr und mehr wiederentdeckt wird und dies auch verdient!
Eduard von Keyserling versteht es Kontraste zu setzen. Während die Personen dieser Novelle allesamt starr und gefangen in ihrer Gefühlswelt und gesellschaftlichen Konventionen sind, verändert das Meer fortwährend. Einem stürmischen Unwetter folgt ein Tag voll Sonnenschein, das Meer zeigt und tut was Doralice sich verzweifelt wünscht. Sie wartet schweigend darauf, dass sich die angestauten, unterdrückten Emotionen in einem Donnerwetter entladen, alle Gedanken und Gefühle rausgelassen werden und man sich danach versöhnt in die Arme fällt. Doch während die See keine Scheu oder Rücksicht kennt, führt man an Land lieber Selbstgespräche und verstummt sobald die angesprochene Personen erscheint. Das Meer zeigt all die unterdrückten Sehnsüchte der Personen, so fühlt sich Doralice frei und ungebunden auf offener See um sich dann gleich wieder vor dieser unendlichen Freiheit zu fürchten, während Hans die Unberechnbarkeit nicht wahrhaben will, Hilmar der versucht diese Wildheit zu bezwingen und schließlich Lolo die sich im Meer ihrer eigenen verschlossenen Sehnsüchte ertränken will. So wie manche Personen ihre Gedanken nicht preisgeben können, gibt auch das Meer manch einen nicht wieder frei und begräbt ihn für immer. Eine wunderbar melancholische Sommerlektüre die leise wie ein sanftes Meeresrauschen als auch tosend wie vom Sturm aufgepeitschte Wellen ist.
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Ein kleines Fischerdorf an der Ostsee im Juni: Die Generalin von Palikow hat den »Bullenkrug« gemietet, um während der Sommermonate ihre Familie um sich zu versammeln. In einem kleinen Fischerhaus nicht weit von ihnen entfernt wohnen die bildschöne, aber labile Doralice und der Maler Hans Grill. Die beiden sorgen für reichlich Gesprächsstoff und Aufregung unter den Feriengästen: Doralice hatte ihren ersten Ehemann verlassen und nur wenige Monate nach der Scheidung Hans Grill geheiratet. Es dauert nicht lange und vor der Kulisse des beständig wogenden Meeres entwickelt sich die geplante Idylle anders als erhofft …
Eduard von Keyserlings Roman von 1911 ist eine Sommergeschichte mit herrlichen Dialogen und einem unerwartet dramatischen Schluss. – Mit einer kompakten Biographie des Autors.
»Ein ganz und gar sinnliches Buch, eine schöne Liebesgeschichte.«
Marcel Reich-Ranicki
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Während Handlungen, in denen Untreue eine große Rollen spielt, mich eigentlich nicht ansprechen, erlebe ich oft genug in Klassikern, wie sie mit guten Charakterzeichnungen und Gesellschaftskritik doch sehr interessant sein können. Die Figuren sind wie aus dem Leben gegriffen und bringen sehr viel Schwung in das Buch. Man kann viel Gefühl und unterschwelligen Humor in den oft gewollt banal gehaltenen Gesprächen finden und mir gefiel auch, wie unterschiedliche Persönlichkeiten und deren Beziehungen untereinander dargestellt wurden. Es liest sich ein bisschen wie eine Mischung aus Jane Austen und Theodor Fontane. Auch der Handlungsort wurde gut gewählt und symbolisiert vieles, was man in der Handlung wiederfindet, von kühlem Ostseewind bis zu stürmischen Wellen unter der Sonne. Das Buch zieht mich ein bisschen aus einer Flaute, wo ich alles was ich so lese am Ende höchstens ok finde, trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass manche Figuren, wie z. B. Lolo, eine größere Rolle bekommen.
In Eduard von Keyserlings "Wellen" treffen mehrere Figuren aufeinander, nur um dann, wie besagte Wellen, auseinanderzudriften. Dieses Buch ist ein schönes Beispiel für jene Geschichten, in denen es einen Auslöser braucht, um sehr zerbrechliche Konstrukte auseinanderbrechen zu lassen. Dies hat Keyserling in schöner, ansprechender Sprache geschrieben, die dem Klang der Wellen entspricht. Ein unbekannter Klassiker, der aber mehr und mehr wiederentdeckt wird und dies auch verdient!
Eduard von Keyserling versteht es Kontraste zu setzen. Während die Personen dieser Novelle allesamt starr und gefangen in ihrer Gefühlswelt und gesellschaftlichen Konventionen sind, verändert das Meer fortwährend. Einem stürmischen Unwetter folgt ein Tag voll Sonnenschein, das Meer zeigt und tut was Doralice sich verzweifelt wünscht. Sie wartet schweigend darauf, dass sich die angestauten, unterdrückten Emotionen in einem Donnerwetter entladen, alle Gedanken und Gefühle rausgelassen werden und man sich danach versöhnt in die Arme fällt. Doch während die See keine Scheu oder Rücksicht kennt, führt man an Land lieber Selbstgespräche und verstummt sobald die angesprochene Personen erscheint. Das Meer zeigt all die unterdrückten Sehnsüchte der Personen, so fühlt sich Doralice frei und ungebunden auf offener See um sich dann gleich wieder vor dieser unendlichen Freiheit zu fürchten, während Hans die Unberechnbarkeit nicht wahrhaben will, Hilmar der versucht diese Wildheit zu bezwingen und schließlich Lolo die sich im Meer ihrer eigenen verschlossenen Sehnsüchte ertränken will. So wie manche Personen ihre Gedanken nicht preisgeben können, gibt auch das Meer manch einen nicht wieder frei und begräbt ihn für immer. Eine wunderbar melancholische Sommerlektüre die leise wie ein sanftes Meeresrauschen als auch tosend wie vom Sturm aufgepeitschte Wellen ist.








