Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
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Description
Zu Hause in der Psychiatrie – das kommt davon. Der zweite Band des Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« von Joachim Meyerhoff, ein brüllend komischer und tieftrauriger Familienroman.
Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insassen übers Anstaltsgelände reitet.
Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?
Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt – und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschichten produziert.
Book Information
Author Description
Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Am Anfang Trönen gelacht, am Ende Trönen vergossen
Mein erster Meyerhoff- ich war so tief drin in der Geschichte. Der Autor trifft genau den Ton, ich fühlte mich oft zeitversetzt in meine Kindheit ( bin ähnlich alt) und der Irrwitz auf dem Gelände einer Kinder und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen, macht etwas…. die Brüder sind ein unschlagbares Trio, der Witz vieler Erlebnisse war so unkomisch, dass ich sogar meinem Mann vorgelesen habe und wir beide so lachen mussten. Dennoch ergriff mich gegen Ende eine tiefe Traurigkeit und so viel Mitgefühl, dass ich wieder Weinen musste….. Ein toller Roman, mir hat er super gut gefallen!! Grossartig, Herr Meyerhoff!! Und Danke an meinen Literaturkreis für dss Leseerlebnis!
Auf dieses Buch wäre ich vermutlich selbst nie gestoßen – gelesen habe ich es im Rahmen eines Buchclubs. Umso überraschter war ich, wie sehr mich die Geschichte schließlich begeistert hat. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war von Joachim Meyerhoff ist zwar der zweite Band seiner autobiografischen Reihe, erzählt zeitlich jedoch die früheste Phase seines Lebens: seine Kindheit. Der Autor beschreibt in kurzen, sehr kurzweiligen Kapiteln sein Aufwachsen auf dem Gelände einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sein Vater ist dort der Anstaltsleiter, und so lebt Meyerhoff gemeinsam mit seinen Eltern und zwei älteren Brüdern mitten zwischen den Gebäuden und Patienten der Klinik. Diese ungewöhnliche Kindheit bildet den Kern des Buches und eröffnet den Leserinnen und Lesern einen ganz besonderen Blick auf den Alltag einer psychiatrischen Einrichtung. Besonders beeindruckend ist, wie Meyerhoff es schafft, humorvolle und nachdenkliche Momente miteinander zu verbinden. Viele Episoden aus dem Klinikalltag sind skurril und sehr komisch erzählt – etwa Begegnungen mit Patienten oder die eigenwilligen Beobachtungen eines Kindes, das in dieser außergewöhnlichen Umgebung aufwächst. Gleichzeitig begegnet der Autor den Menschen mit großer Wärme und Respekt, sodass der Humor nie auf Kosten der Patienten geht. Im Laufe des Buches wird der Ton jedoch zunehmend ernster. Gegen Ende gewinnt die Geschichte deutlich an emotionaler Tiefe und berührt sehr, ohne dabei pathetisch zu wirken. Gerade dieser Wechsel zwischen Leichtigkeit, absurdem Humor und berührenden Momenten macht den besonderen Reiz des Buches aus. Mich hat das Buch wirklich überrascht. Obwohl ich es vermutlich nie selbst ausgewählt hätte, bin ich sehr froh, dass ich durch den Buchclub darauf aufmerksam geworden bin. Meyerhoff erzählt seine Erinnerungen lebendig, ehrlich und mit viel Selbstironie. Dadurch entsteht eine sehr persönliche Geschichte über Familie, Kindheit und das Aufwachsen an einem außergewöhnlichen Ort. Insgesamt ist Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war ein warmherziges, unterhaltsames und zugleich berührendes Buch, das lange nachklingt – und eine klare Leseempfehlung.

Sehr eingängige autobiographische Erzählung vom Aufwachsen in einer Familie mit außergewöhnlichem Wohnort. Meyerhoff erzählt leichtfüßig urkomische und tieftraurige Geschichten aus seiner Kindheit auf dem Psychiatriegelände Hesterberg in Schleswig. Immer wieder blickt er dabei scherzhaft und doch auch feinsinnig auf Menschen und Beziehungen, wobei besonders die zu seinem imposanten Vater, dem Klinikdirektor, im Mittelpunkt steht. Einzige Stolpersteine beim Lesen dieses Romans im Jahr 2026 sind die doch auch schon zum Zeitpunkt des Erscheinens (2013) hin und wieder auftauchenden veralteten diskriminierenden Bezeichnungen von Schokoküssen.
Weder brüllend komisch noch tieftraurig
Der Roman von Joachim Meyerhoff konnte mich leider nicht wirklich erreichen. Ja, es gab Szenen, die ganz witzig beschrieben sind. Auch stelle ich es mir ganz und gar nicht einfach vor, als Kind in einer Psychiatrie aufzuwachsen, weil der Vater dort Direktor ist. Doch die eher lose aneinandergehängten Begebenheiten waren mir irgendwann zu flach. Sie sind sehr wohl in einer Zeitlinie erzählt, aber ich hatte das Gefühl, dass mir dazwischen Verbindungsstücke fehlten. Es ist ein Roman und der Titel „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ impliziert für mich, dass einiges erdacht oder ausgeschmückt wurde. Also in meinen Augen keine Biographie. Ob der Autor jetzt vom 40igsten Geburtstag seines Vaters erzählt, vom Besuch einer hohen Persönlichkeit, oder wie ein Vogel gegen die Wohnzimmerscheibe fliegt, sein Vater beginnt Sport zu treiben, ein Patient die Angst vor dem Familienhund und den Wunsch diesen zu streicheln immer wieder durchgehen muss, oder erzählt wie Weihnachten in der Psychiatrie gefeiert wird, all das mag berühren. Trotzdem habe ich keinerlei Zugang gefunden. Mir waren die Geschichten zu geradlinig im Sinne von ohne Höhen und Tiefen. Für mich ist dies ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.
Zu Hause in der Psychiatrie
Ich kann das Buch jedem empfehlen der mal in die Welt der psychisch Kranken, geistig und körperlich beeinträchtigen Menschen hineinblicken möchte. Ich hätte mir aus meiner Sicht gerne noch etwas mehr Input über diese besonderen Menschen gewünscht, da ich aber auch selber in diesem Bereich Tätig bin. Im großen und ganzen erzählt Josse über sein Leben auf dem Psychiatriegelände und seiner Familie. Auch gibt es immer mal wieder Stellen zum schmunzeln und es wird eine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft gezeigt. Das Buch von Joachim Meyerhoff ist sehr tiefgründig und gut geschrieben.

„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von Joachim Meyerhoff ist ein herrlich komischer und zugleich tieftrauriger Roman über das Erwachsenwerden auf dem Gelände einer psychiatrischen Klinik – voll von skurrilen Momenten, Tragik und liebevoller Selbstironie.
Meyerhoff erzählt in diesem Roman von seiner Kindheit und Jugend als Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Alltagswelt ist geprägt von ungewöhnlichen Situationen: Geburtstagsfeiern mit Patienten, nächtliche Heulkonzerte, Ausflüge mit Klinikinsassen. Dieser Mikrokosmos bildet den Hintergrund für eine Geschichte, die auf heitere Weise von familiären Zwistigkeiten, dem Doppelleben des Vaters und einschneidenden Verlusten berichtet. Meyerhoffs Sprache ist federleicht und humorvoll – doch hinter dem Witz lauern Trauer und existenzielle Verluste. Der Tod von Familienmitgliedern, das Auseinanderbrechen der Familie und die Unzulänglichkeiten der Erwachsenen werden mit kindlicher Neugier, aber nie ohne ironischen Blick erzählt. Gerade darin liegt das große Talent des Autors: Die Komik mildert die Tragik, ohne ihr die Schärfe zu nehmen, und erzeugt so ein ganz eigenes Lesegefühl zwischen Lachen und Weinen. Mit seiner Mischung aus Fabulierlust, Selbstironie und Ernsthaftigkeit gelingt Meyerhoff ein Roman, der zu Herzen geht, nachdenklich macht und trotzdem nicht ins Rührselige abgleitet. Empfehlenswert für alle, die Humor und Melancholie in der Literatur schätzen – ein Buch, das lange nachhallt.
Joachim Meyerhoff hat einen Humor wie ich ihn mag!
Das zweite Buch von Meyerhoff aus seiner Familiengeschichte dreht sich um seine Kindheit in Schleswig und ist damit zeitlich vor dem ersten (Alle Toten fliegen hoch) angesiedelt. Er erzählt Anekdoten aus seiner Kindheit - komische und auch sehr traurige. So gibt es wunderbar bildhafte Sätze wie diesen auf Seite 200: "Norddeutsche Schneeflocken sind nicht sonderlich begabt im Winterzauber verbreitenden Herabsinken, im Überzuckern der Landschaft, dem Wattieren von Vogelhausdächern.", aber auch tiefsinnige wie diesen auf Seite 350: "Da wurde mir klar, dass ich den Verlust einer Welt betrauerte, an deren Verschwinden nichts Trauriges war." Trotz der vielen lustigen Geschichten erleben wir auch Krisen und schwerwiegende Verluste in der Familie. Das Buch hätte von mir auch glatt 5* bekommen, aber Meyerhoff nutzt an einigen Stellen das N-Wort, wenn es um Schokoküsse geht. Das finde ich wirklich irritierend. Ich will ihm zu Gute halten, dass es ihm womöglich um die Normalität der Verwendung des Begriffs in den 1970er Jahren ging, aber der Authentizität hätte es keinen Abbruch getan, wenn er darauf verzichtet hätte. Hier hätte ich mir wirklich mehr Sensibilität gewünscht.
Mein erstes Buch von Meyerhoff!
Der Autor erzählt von seiner Kindheit in einer großen Familie auf dem Geländer einer Jugendpsychatrie, bei der sein Vater leitender Direktor ist. Es beginnt leicht. Der junge Joachim erzählt von den "Hirnis" und ihren skurrilen Eigenarten, wird aber ernster, umso älter er selbst wird. Ich empfand es als leichtes Buch, trotz teilweise schwerer Themen (Familie ist ja seltens leicht). Meyerhoff schafft es mit einem lachenden und weinenden Auge gleichzeitig zu schreiben.
Vor einigen Jahren habe ich den ersten Teil dieser autobiographischen Romanreihe von Joachim Meyerhoff gelesen, war begeistert und wollte alle Teile lesen. Dabei blieb es dann erstmal. Als mir nun eine Freundin den 2. Band leihen wollte, war ich sofort dabei. Meyerhoff hat so eine wunderbare Art zu schreiben. Unverblümt, oft mit einem weinenden und einem lachenden Auge, erzählt er von den Empfindungen und Erlebnissen des kleinen Joachim. Ich denke, bis ich Band 3 lese werden keine Jahre vergehen.
Unterhaltsam und berührend gleichermaßen. Ein Blick in ein Kinderleben mit außergewöhnlichen Umständen.
Ich beginne zu lesen und gleich ist mir so, als würde ich die Protagonisten kennen. Alles scheint so vertraut. Obwohl dieses Leben, dem meinen in keinster Weise gleicht. Ganz klar, ich bin beeinflusst. Ich habe den Trailer zum Film gesehen. Blöd, dass nun der Vater schon ein fertiges Gesicht in meinem Kopf hat. Gut, dass dieses Schauspielergesicht so perfekt passt. Noch besser, das ich durch den Trailer überhaupt auf dieses fantastische Buch gestoßen bin. Als Kind inmitten eines Psychiatriegeländes aufzuwachen, klingt allein schon nach dem Stoff für einen guten Roman. Meyerhoff macht daraus mehr als einen Roman. Es ist ein Rückblick in eine andere Zeit, eine Geschichte zum Lachen und gleichzeitig ein Ausflug in die menschliche Psyche. Jedes Kapitel ist eine eigenständige Erzählung für sich, die es aber immer schafft weiterlesen zu wollen. Es ist etwas besonderes, diesen Jungen Josse beim Aufwachsrn zu beobachten. Der Vater bringt mich dazu zwischen Mitleid, Erschrecken und Faszination zu schwanken. Ob ich den Film dazu schauen werde, weiß ich nicht, aber ich werde sicher noch weitere Bücher lesen. Dieses war Band 2 einer Reihe. Für mich das Erste, was vollkommen in Ordnung war. Hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas an Vorinfos fehlt. Absoluter Tipp und mein erstes Lesehighlight in diesem Jahr.
Wie schon in Band 1 kam ich auch hier etwas schwer in den Folgeband über Joachims Meyerhoffs Leben. Diesmal geht der Blick weiter zurück, in die Kindheit. Meyerhoffs wohnten auf dem Gelände der Jugendpsychiatrie in Schleswig. Wie man heute weiß, ein Ort, an den den Kindern bis in die 70er Jahre viel körperliches und seelisches Leid zugefügt wurden. Vielleicht änderte sich mich manches, als Prof Hermann Meyerhoff, der Vater, dort in den 70ern zu arbeiten anfing. Auf jeden Fall ist der Rückblick des Sohnes sehr verklärt und nostalgisch. Ich befürchtete schon, dass das Buch eine Aneinanderreihung von heiteren Zusammentreffen mit den skurrilen „Hirnis“ (O-Ton im Hause Meyerhoff) wird. Aber das war nur zu Beginn des Buchs so. Der Erzählton wird seriöser so wie Joachim auch erwachsen wird. Die Beschreibung seiner Familie ist herzerwärmend. Und so wird das Buch am Ende richtig tiefgründig, was Rückblicke, Vergebung, Erinnerung und Tod angehen. Hat mich sehr berührt, vor allem die Begleitung des Sterbeprozesses des Vaters. Das habe ich gerade selbst erlebt und daher blieben meine Augen auch nicht trocken beim Lesen. Was kann man mehr von einem Buch erwarten?
Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hatte vorher noch nie etwas von Joachim Meyerhoff gelesen und war überrascht wie leichtfüßig und mit tollen Formulierungen hier zum Teil auch schwierige und sehr traurige Themen aufgegriffen wurden... coming of age in der Psychiatrie... so viel Leben, Tragik und Komik in einem Buch!
Leider nicht, was ich erwartet hatte.
Dieses Buch hat mir leider nicht so gut gefallen. Es verspricht, aufregende Geschichten eines Jungen, später Erwachsenen, wie er zwischen normalem Familienwahnsinn und psychiatrischen Patienten aufwuchs. Leider fand ich dieses Buch ziemlich langweilig. Ja, es gab schon hier und da eine witzige, tragischen oder traurige Situation. Aber alles in allem hat mich das Buch nicht abgeholt.
Was mit einer Aneinanderreihung von witzigen Geschichten begann, endete leider mit einer Aneinanderreihung von traurigen Ereignissen, die Meyerhoff, bekannt für diesen Stil, sehr nüchtern und doch tiefgreifend beschreibt. Leider ist es für mich das bisher schlechteste Buch der ersten drei Teile, da es keinen konkreten Handlungsfaden gibt; eben nur eine Aneinanderkettung von Ereignissen. Dennoch gefällt mir der Schreibstil einfach sehr gut.
Leider nein, leider gar nicht.
Grundsätzlich kann ich mir denken, warum das Buch beliebt und gut bewertet ist. Ich find es nur leider überhaupt nicht witzig, obwohl ich denke, dass die Geschichte es durchaus hergegeben hätte. Stattdessen empfinde ich es in weiten Teilen diskriminierend und abwertend erzählt, inklusive rassistischer Sprache. Würde ich dementsprechend auch nicht weiterempfehlen.
Klappentext vs. Buch
Im Klappentext steht, es handle sich um einen Jungen, der auf dem Gelände einer Psychiatrie aufwächst. Zu Beginn des Buches ist dies stimmig. Die kindlichen Erfahrungen mit den Patienten, als auch die Eindrücke des Psychiatriegeländes, werden wahnwitzig und sehr interessant erläutert. Zudem wird das Verhalten einiger Patienten im Hinblick auf die Beziehung zur Familie des Autors gut dargestellt. Ab der Mitte bis zum Ende des Werkes dreht es sich dann hauptsächlich um das Eheleben der Eltern des Protagonisten. Letzterer geht dabei meist auf die mutmaßlichen Gefühle der Eltern ein. Im Gesamtwerk fehlte mir mehr der Hinblick auf das kindliche/jugendliche Innere des Autors. (Weshalb zeigte er als Kind dieses oder jenes auffällige Verhalten? Lag es wohlmöglich an seiner unmittelbaren Umgebung? ) Möglicherweise sind aber auch meine Erwartungen durch den Klappentext von einer anderen Natur. Lest das Buch selbst und macht eurer ganz eigenes Leseerlebnis.

3,5 ⭐️ Es ist mein zweiter Meyerhoff Roman, den ich im dritten Anlauf nach vorher zweimaligem Abbrechen gelesen habe. Meyerhoff besticht durch einen außergewöhnlich schönen Schreibstil. Die ungewöhnliche Thematik des Buches fand ich auch sehr interessant. Inhaltlich muss ich leider sagen, dass ich doch etwas anderes erwartet hatte. Ich kam sehr schwer rein, erst beim letzten Drittel hatte ich das Gefühl in die Lektüre gefunden zu haben und dann war es auch sehr schnell schon wieder vorbei. Das Ende hat mich sehr berührt. Für zwischendurch und, wenn man mal etwas „nicht packendes“ lesen und ein Buch auch mal zur Seite legen möchte, war es in Ordnung.
Wie schon in Band 1 kam ich auch hier etwas schwer in den Folgeband über Joachims Meyerhoffs Leben. Diesmal geht der Blick weiter zurück, in die Kindheit. Meyerhoffs wohnten auf dem Gelände der Jugendpsychiatrie in Schleswig. Wie man heute weiß, ein Ort, an den den Kindern bis in die 70er Jahre viel körperliches und seelisches Leid zugefügt wurden. Vielleicht änderte sich mich manches, als Prof Hermann Meyerhoff, der Vater, dort in den 70ern zu arbeiten anfing. Auf jeden Fall ist der Rückblick des Sohnes sehr verklärt und nostalgisch. Ich befürchtete schon, dass das Buch eine Aneinanderreihung von heiteren Zusammentreffen mit den skurrilen „Hirnis“ (O-Ton im Hause Meyerhoff) wird. Aber das war nur zu Beginn des Buchs so. Der Erzählton wird seriöser so wie Joachim auch erwachsen wird. Die Beschreibung seiner Familie ist herzerwärmend. Und so wird das Buch am Ende richtig tiefgründig, was Rückblicke, Vergebung, Erinnerung und Tod angehen. Hat mich sehr berührt, vor allem die Begleitung des Sterbeprozesses des Vaters. Das habe ich gerade selbst erlebt und daher blieben meine Augen auch nicht trocken beim Lesen. Was kann man mehr von einem Buch erwarten?
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Zu Hause in der Psychiatrie – das kommt davon. Der zweite Band des Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« von Joachim Meyerhoff, ein brüllend komischer und tieftrauriger Familienroman.
Ist das normal? Zwischen Hunderten von körperlich und geistig Behinderten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen? Der junge Held in Joachim Meyerhoffs zweitem Roman kennt es nicht anders – und mag es sogar sehr. Sein Vater leitet eine Anstalt mit über 1.200 Patienten, verschwindet zu Hause aber in seinem Lesesessel. Seine Mutter organisiert den Alltag, hadert aber mit ihrer Rolle. Seine Brüder widmen sich hingebungsvoll ihren Hobbys, haben für ihn aber nur Häme übrig. Und er selbst tut sich schwer mit den Buchstaben und wird immer wieder von diesem großen Zorn gepackt. Glücklich ist er, wenn er auf den Schultern eines glockenschwingenden, riesenhaften Insassen übers Anstaltsgelände reitet.
Joachim Meyerhoff erzählt liebevoll und komisch von einer außergewöhnlichen Familie an einem außergewöhnlichen Ort, die aneinander hängt, aber auseinandergerissen wird. Und von einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz zum 40. Geburtstag, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?
Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt – und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschichten produziert.
Book Information
Author Description
Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, hat als Schauspieler an verschiedenen Theatern gespielt, unter anderem am Burgtheater in Wien, am Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Schaubühne und den Münchner Kammerspielen. Dreimal wurde er für seine Arbeit zum Schauspieler des Jahres gewählt. 2011 begann er mit der Veröffentlichung seines mehrteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch«. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.
Posts
Am Anfang Trönen gelacht, am Ende Trönen vergossen
Mein erster Meyerhoff- ich war so tief drin in der Geschichte. Der Autor trifft genau den Ton, ich fühlte mich oft zeitversetzt in meine Kindheit ( bin ähnlich alt) und der Irrwitz auf dem Gelände einer Kinder und Jugendpsychiatrie aufzuwachsen, macht etwas…. die Brüder sind ein unschlagbares Trio, der Witz vieler Erlebnisse war so unkomisch, dass ich sogar meinem Mann vorgelesen habe und wir beide so lachen mussten. Dennoch ergriff mich gegen Ende eine tiefe Traurigkeit und so viel Mitgefühl, dass ich wieder Weinen musste….. Ein toller Roman, mir hat er super gut gefallen!! Grossartig, Herr Meyerhoff!! Und Danke an meinen Literaturkreis für dss Leseerlebnis!
Auf dieses Buch wäre ich vermutlich selbst nie gestoßen – gelesen habe ich es im Rahmen eines Buchclubs. Umso überraschter war ich, wie sehr mich die Geschichte schließlich begeistert hat. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war von Joachim Meyerhoff ist zwar der zweite Band seiner autobiografischen Reihe, erzählt zeitlich jedoch die früheste Phase seines Lebens: seine Kindheit. Der Autor beschreibt in kurzen, sehr kurzweiligen Kapiteln sein Aufwachsen auf dem Gelände einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sein Vater ist dort der Anstaltsleiter, und so lebt Meyerhoff gemeinsam mit seinen Eltern und zwei älteren Brüdern mitten zwischen den Gebäuden und Patienten der Klinik. Diese ungewöhnliche Kindheit bildet den Kern des Buches und eröffnet den Leserinnen und Lesern einen ganz besonderen Blick auf den Alltag einer psychiatrischen Einrichtung. Besonders beeindruckend ist, wie Meyerhoff es schafft, humorvolle und nachdenkliche Momente miteinander zu verbinden. Viele Episoden aus dem Klinikalltag sind skurril und sehr komisch erzählt – etwa Begegnungen mit Patienten oder die eigenwilligen Beobachtungen eines Kindes, das in dieser außergewöhnlichen Umgebung aufwächst. Gleichzeitig begegnet der Autor den Menschen mit großer Wärme und Respekt, sodass der Humor nie auf Kosten der Patienten geht. Im Laufe des Buches wird der Ton jedoch zunehmend ernster. Gegen Ende gewinnt die Geschichte deutlich an emotionaler Tiefe und berührt sehr, ohne dabei pathetisch zu wirken. Gerade dieser Wechsel zwischen Leichtigkeit, absurdem Humor und berührenden Momenten macht den besonderen Reiz des Buches aus. Mich hat das Buch wirklich überrascht. Obwohl ich es vermutlich nie selbst ausgewählt hätte, bin ich sehr froh, dass ich durch den Buchclub darauf aufmerksam geworden bin. Meyerhoff erzählt seine Erinnerungen lebendig, ehrlich und mit viel Selbstironie. Dadurch entsteht eine sehr persönliche Geschichte über Familie, Kindheit und das Aufwachsen an einem außergewöhnlichen Ort. Insgesamt ist Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war ein warmherziges, unterhaltsames und zugleich berührendes Buch, das lange nachklingt – und eine klare Leseempfehlung.

Sehr eingängige autobiographische Erzählung vom Aufwachsen in einer Familie mit außergewöhnlichem Wohnort. Meyerhoff erzählt leichtfüßig urkomische und tieftraurige Geschichten aus seiner Kindheit auf dem Psychiatriegelände Hesterberg in Schleswig. Immer wieder blickt er dabei scherzhaft und doch auch feinsinnig auf Menschen und Beziehungen, wobei besonders die zu seinem imposanten Vater, dem Klinikdirektor, im Mittelpunkt steht. Einzige Stolpersteine beim Lesen dieses Romans im Jahr 2026 sind die doch auch schon zum Zeitpunkt des Erscheinens (2013) hin und wieder auftauchenden veralteten diskriminierenden Bezeichnungen von Schokoküssen.
Weder brüllend komisch noch tieftraurig
Der Roman von Joachim Meyerhoff konnte mich leider nicht wirklich erreichen. Ja, es gab Szenen, die ganz witzig beschrieben sind. Auch stelle ich es mir ganz und gar nicht einfach vor, als Kind in einer Psychiatrie aufzuwachsen, weil der Vater dort Direktor ist. Doch die eher lose aneinandergehängten Begebenheiten waren mir irgendwann zu flach. Sie sind sehr wohl in einer Zeitlinie erzählt, aber ich hatte das Gefühl, dass mir dazwischen Verbindungsstücke fehlten. Es ist ein Roman und der Titel „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ impliziert für mich, dass einiges erdacht oder ausgeschmückt wurde. Also in meinen Augen keine Biographie. Ob der Autor jetzt vom 40igsten Geburtstag seines Vaters erzählt, vom Besuch einer hohen Persönlichkeit, oder wie ein Vogel gegen die Wohnzimmerscheibe fliegt, sein Vater beginnt Sport zu treiben, ein Patient die Angst vor dem Familienhund und den Wunsch diesen zu streicheln immer wieder durchgehen muss, oder erzählt wie Weihnachten in der Psychiatrie gefeiert wird, all das mag berühren. Trotzdem habe ich keinerlei Zugang gefunden. Mir waren die Geschichten zu geradlinig im Sinne von ohne Höhen und Tiefen. Für mich ist dies ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.
Zu Hause in der Psychiatrie
Ich kann das Buch jedem empfehlen der mal in die Welt der psychisch Kranken, geistig und körperlich beeinträchtigen Menschen hineinblicken möchte. Ich hätte mir aus meiner Sicht gerne noch etwas mehr Input über diese besonderen Menschen gewünscht, da ich aber auch selber in diesem Bereich Tätig bin. Im großen und ganzen erzählt Josse über sein Leben auf dem Psychiatriegelände und seiner Familie. Auch gibt es immer mal wieder Stellen zum schmunzeln und es wird eine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft gezeigt. Das Buch von Joachim Meyerhoff ist sehr tiefgründig und gut geschrieben.

„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von Joachim Meyerhoff ist ein herrlich komischer und zugleich tieftrauriger Roman über das Erwachsenwerden auf dem Gelände einer psychiatrischen Klinik – voll von skurrilen Momenten, Tragik und liebevoller Selbstironie.
Meyerhoff erzählt in diesem Roman von seiner Kindheit und Jugend als Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Alltagswelt ist geprägt von ungewöhnlichen Situationen: Geburtstagsfeiern mit Patienten, nächtliche Heulkonzerte, Ausflüge mit Klinikinsassen. Dieser Mikrokosmos bildet den Hintergrund für eine Geschichte, die auf heitere Weise von familiären Zwistigkeiten, dem Doppelleben des Vaters und einschneidenden Verlusten berichtet. Meyerhoffs Sprache ist federleicht und humorvoll – doch hinter dem Witz lauern Trauer und existenzielle Verluste. Der Tod von Familienmitgliedern, das Auseinanderbrechen der Familie und die Unzulänglichkeiten der Erwachsenen werden mit kindlicher Neugier, aber nie ohne ironischen Blick erzählt. Gerade darin liegt das große Talent des Autors: Die Komik mildert die Tragik, ohne ihr die Schärfe zu nehmen, und erzeugt so ein ganz eigenes Lesegefühl zwischen Lachen und Weinen. Mit seiner Mischung aus Fabulierlust, Selbstironie und Ernsthaftigkeit gelingt Meyerhoff ein Roman, der zu Herzen geht, nachdenklich macht und trotzdem nicht ins Rührselige abgleitet. Empfehlenswert für alle, die Humor und Melancholie in der Literatur schätzen – ein Buch, das lange nachhallt.
Joachim Meyerhoff hat einen Humor wie ich ihn mag!
Das zweite Buch von Meyerhoff aus seiner Familiengeschichte dreht sich um seine Kindheit in Schleswig und ist damit zeitlich vor dem ersten (Alle Toten fliegen hoch) angesiedelt. Er erzählt Anekdoten aus seiner Kindheit - komische und auch sehr traurige. So gibt es wunderbar bildhafte Sätze wie diesen auf Seite 200: "Norddeutsche Schneeflocken sind nicht sonderlich begabt im Winterzauber verbreitenden Herabsinken, im Überzuckern der Landschaft, dem Wattieren von Vogelhausdächern.", aber auch tiefsinnige wie diesen auf Seite 350: "Da wurde mir klar, dass ich den Verlust einer Welt betrauerte, an deren Verschwinden nichts Trauriges war." Trotz der vielen lustigen Geschichten erleben wir auch Krisen und schwerwiegende Verluste in der Familie. Das Buch hätte von mir auch glatt 5* bekommen, aber Meyerhoff nutzt an einigen Stellen das N-Wort, wenn es um Schokoküsse geht. Das finde ich wirklich irritierend. Ich will ihm zu Gute halten, dass es ihm womöglich um die Normalität der Verwendung des Begriffs in den 1970er Jahren ging, aber der Authentizität hätte es keinen Abbruch getan, wenn er darauf verzichtet hätte. Hier hätte ich mir wirklich mehr Sensibilität gewünscht.
Mein erstes Buch von Meyerhoff!
Der Autor erzählt von seiner Kindheit in einer großen Familie auf dem Geländer einer Jugendpsychatrie, bei der sein Vater leitender Direktor ist. Es beginnt leicht. Der junge Joachim erzählt von den "Hirnis" und ihren skurrilen Eigenarten, wird aber ernster, umso älter er selbst wird. Ich empfand es als leichtes Buch, trotz teilweise schwerer Themen (Familie ist ja seltens leicht). Meyerhoff schafft es mit einem lachenden und weinenden Auge gleichzeitig zu schreiben.
Vor einigen Jahren habe ich den ersten Teil dieser autobiographischen Romanreihe von Joachim Meyerhoff gelesen, war begeistert und wollte alle Teile lesen. Dabei blieb es dann erstmal. Als mir nun eine Freundin den 2. Band leihen wollte, war ich sofort dabei. Meyerhoff hat so eine wunderbare Art zu schreiben. Unverblümt, oft mit einem weinenden und einem lachenden Auge, erzählt er von den Empfindungen und Erlebnissen des kleinen Joachim. Ich denke, bis ich Band 3 lese werden keine Jahre vergehen.
Unterhaltsam und berührend gleichermaßen. Ein Blick in ein Kinderleben mit außergewöhnlichen Umständen.
Ich beginne zu lesen und gleich ist mir so, als würde ich die Protagonisten kennen. Alles scheint so vertraut. Obwohl dieses Leben, dem meinen in keinster Weise gleicht. Ganz klar, ich bin beeinflusst. Ich habe den Trailer zum Film gesehen. Blöd, dass nun der Vater schon ein fertiges Gesicht in meinem Kopf hat. Gut, dass dieses Schauspielergesicht so perfekt passt. Noch besser, das ich durch den Trailer überhaupt auf dieses fantastische Buch gestoßen bin. Als Kind inmitten eines Psychiatriegeländes aufzuwachen, klingt allein schon nach dem Stoff für einen guten Roman. Meyerhoff macht daraus mehr als einen Roman. Es ist ein Rückblick in eine andere Zeit, eine Geschichte zum Lachen und gleichzeitig ein Ausflug in die menschliche Psyche. Jedes Kapitel ist eine eigenständige Erzählung für sich, die es aber immer schafft weiterlesen zu wollen. Es ist etwas besonderes, diesen Jungen Josse beim Aufwachsrn zu beobachten. Der Vater bringt mich dazu zwischen Mitleid, Erschrecken und Faszination zu schwanken. Ob ich den Film dazu schauen werde, weiß ich nicht, aber ich werde sicher noch weitere Bücher lesen. Dieses war Band 2 einer Reihe. Für mich das Erste, was vollkommen in Ordnung war. Hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas an Vorinfos fehlt. Absoluter Tipp und mein erstes Lesehighlight in diesem Jahr.
Wie schon in Band 1 kam ich auch hier etwas schwer in den Folgeband über Joachims Meyerhoffs Leben. Diesmal geht der Blick weiter zurück, in die Kindheit. Meyerhoffs wohnten auf dem Gelände der Jugendpsychiatrie in Schleswig. Wie man heute weiß, ein Ort, an den den Kindern bis in die 70er Jahre viel körperliches und seelisches Leid zugefügt wurden. Vielleicht änderte sich mich manches, als Prof Hermann Meyerhoff, der Vater, dort in den 70ern zu arbeiten anfing. Auf jeden Fall ist der Rückblick des Sohnes sehr verklärt und nostalgisch. Ich befürchtete schon, dass das Buch eine Aneinanderreihung von heiteren Zusammentreffen mit den skurrilen „Hirnis“ (O-Ton im Hause Meyerhoff) wird. Aber das war nur zu Beginn des Buchs so. Der Erzählton wird seriöser so wie Joachim auch erwachsen wird. Die Beschreibung seiner Familie ist herzerwärmend. Und so wird das Buch am Ende richtig tiefgründig, was Rückblicke, Vergebung, Erinnerung und Tod angehen. Hat mich sehr berührt, vor allem die Begleitung des Sterbeprozesses des Vaters. Das habe ich gerade selbst erlebt und daher blieben meine Augen auch nicht trocken beim Lesen. Was kann man mehr von einem Buch erwarten?
Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hatte vorher noch nie etwas von Joachim Meyerhoff gelesen und war überrascht wie leichtfüßig und mit tollen Formulierungen hier zum Teil auch schwierige und sehr traurige Themen aufgegriffen wurden... coming of age in der Psychiatrie... so viel Leben, Tragik und Komik in einem Buch!
Leider nicht, was ich erwartet hatte.
Dieses Buch hat mir leider nicht so gut gefallen. Es verspricht, aufregende Geschichten eines Jungen, später Erwachsenen, wie er zwischen normalem Familienwahnsinn und psychiatrischen Patienten aufwuchs. Leider fand ich dieses Buch ziemlich langweilig. Ja, es gab schon hier und da eine witzige, tragischen oder traurige Situation. Aber alles in allem hat mich das Buch nicht abgeholt.
Was mit einer Aneinanderreihung von witzigen Geschichten begann, endete leider mit einer Aneinanderreihung von traurigen Ereignissen, die Meyerhoff, bekannt für diesen Stil, sehr nüchtern und doch tiefgreifend beschreibt. Leider ist es für mich das bisher schlechteste Buch der ersten drei Teile, da es keinen konkreten Handlungsfaden gibt; eben nur eine Aneinanderkettung von Ereignissen. Dennoch gefällt mir der Schreibstil einfach sehr gut.
Leider nein, leider gar nicht.
Grundsätzlich kann ich mir denken, warum das Buch beliebt und gut bewertet ist. Ich find es nur leider überhaupt nicht witzig, obwohl ich denke, dass die Geschichte es durchaus hergegeben hätte. Stattdessen empfinde ich es in weiten Teilen diskriminierend und abwertend erzählt, inklusive rassistischer Sprache. Würde ich dementsprechend auch nicht weiterempfehlen.
Klappentext vs. Buch
Im Klappentext steht, es handle sich um einen Jungen, der auf dem Gelände einer Psychiatrie aufwächst. Zu Beginn des Buches ist dies stimmig. Die kindlichen Erfahrungen mit den Patienten, als auch die Eindrücke des Psychiatriegeländes, werden wahnwitzig und sehr interessant erläutert. Zudem wird das Verhalten einiger Patienten im Hinblick auf die Beziehung zur Familie des Autors gut dargestellt. Ab der Mitte bis zum Ende des Werkes dreht es sich dann hauptsächlich um das Eheleben der Eltern des Protagonisten. Letzterer geht dabei meist auf die mutmaßlichen Gefühle der Eltern ein. Im Gesamtwerk fehlte mir mehr der Hinblick auf das kindliche/jugendliche Innere des Autors. (Weshalb zeigte er als Kind dieses oder jenes auffällige Verhalten? Lag es wohlmöglich an seiner unmittelbaren Umgebung? ) Möglicherweise sind aber auch meine Erwartungen durch den Klappentext von einer anderen Natur. Lest das Buch selbst und macht eurer ganz eigenes Leseerlebnis.

3,5 ⭐️ Es ist mein zweiter Meyerhoff Roman, den ich im dritten Anlauf nach vorher zweimaligem Abbrechen gelesen habe. Meyerhoff besticht durch einen außergewöhnlich schönen Schreibstil. Die ungewöhnliche Thematik des Buches fand ich auch sehr interessant. Inhaltlich muss ich leider sagen, dass ich doch etwas anderes erwartet hatte. Ich kam sehr schwer rein, erst beim letzten Drittel hatte ich das Gefühl in die Lektüre gefunden zu haben und dann war es auch sehr schnell schon wieder vorbei. Das Ende hat mich sehr berührt. Für zwischendurch und, wenn man mal etwas „nicht packendes“ lesen und ein Buch auch mal zur Seite legen möchte, war es in Ordnung.
Wie schon in Band 1 kam ich auch hier etwas schwer in den Folgeband über Joachims Meyerhoffs Leben. Diesmal geht der Blick weiter zurück, in die Kindheit. Meyerhoffs wohnten auf dem Gelände der Jugendpsychiatrie in Schleswig. Wie man heute weiß, ein Ort, an den den Kindern bis in die 70er Jahre viel körperliches und seelisches Leid zugefügt wurden. Vielleicht änderte sich mich manches, als Prof Hermann Meyerhoff, der Vater, dort in den 70ern zu arbeiten anfing. Auf jeden Fall ist der Rückblick des Sohnes sehr verklärt und nostalgisch. Ich befürchtete schon, dass das Buch eine Aneinanderreihung von heiteren Zusammentreffen mit den skurrilen „Hirnis“ (O-Ton im Hause Meyerhoff) wird. Aber das war nur zu Beginn des Buchs so. Der Erzählton wird seriöser so wie Joachim auch erwachsen wird. Die Beschreibung seiner Familie ist herzerwärmend. Und so wird das Buch am Ende richtig tiefgründig, was Rückblicke, Vergebung, Erinnerung und Tod angehen. Hat mich sehr berührt, vor allem die Begleitung des Sterbeprozesses des Vaters. Das habe ich gerade selbst erlebt und daher blieben meine Augen auch nicht trocken beim Lesen. Was kann man mehr von einem Buch erwarten?
































