Vor einem großen Walde
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Description
Vom intensiven Leben in einer gefährlichen Welt
Georgien, 2010. Auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg bleibt Sabas Mutter zurück. Erst Jahre später hat sein Vater genug Geld, um nach ihr zu suchen. Doch in Tbilissi verschwindet der Vater, und auch der ihm folgende ältere Bruder. Nun ist es an Saba in das ihm unbekannte Land aufzubrechen. Begleitet von den Stimmen seiner georgischen Familie folgt Saba den Hinweisen, die sein Bruder ihm hinterlassen hat. Graffiti, versteckte Notizen, ein Manuskript. Und eine Warnung: Kehre um! Wie im Märchen wird es lebensgefährlich für Saba. Er muss in das von Russland besetzte Südossetien reisen, durch einen großen Wald, der eine Grenze ist: zwischen Ländern, zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen Leben und Tod.
Ein kraftvolles Leseerlebnis, eine Geschichte mit einem alles überstrahlenden Glauben an verbleibende Inseln von Menschlichkeit.
»Ein überwältigender Roman. Voller Witz und tiefster Menschlichkeit.« Khaled Hosseini, Autor von Drachenläufer
»Romane wie dieser leuchten einem den Weg.« The Guardian
»Ein betörender Roman« The Sunday Times
Book Information
Author Description
Leo Vardiashvili ist in Tbilissi aufgewachsen. Als er zwölf ist, immigriert seine Familie aus dem postsowjetischen Georgien nach England. Er hat in London Literatur studiert und arbeitet heute als Steuerberater in Birmingham.
Posts
Tolles Buch!
Um ihren Kindern, Sandro und Saba, die Flucht zu ermöglichen bleibt Eka, in Georgien zurück. Sie wurden in ein Flüchtlingsheim gesteckt und bekamen ihren "Flüchtlingsstatus" bewilligt. Versuche Eka zu ihnen zu holen, schlugen fehl. Immer wieder fragen sie nach der Mutter, bis eines Tages der Anruf kam. Der Vater fuhr dann nach Heathrow und kam nicht wieder. Saba macht sich auf den Weg, nicht nur seinen Vater sondern auch seinen Bruder Sandro zu finden. Sein Weg führt ihn nach Georgien. Bei einer Stichprobenkontrolle wird ihm am Flughafen dann auch noch der Pass weggenommen. Hilfe bekommt er von einem Taxifahrer, Nodar Basriami. Zusammen erleben sie schlimme Dinge. Sie werden verfolgt, verraten, verhaftet und beschossen. Ob er am Ende seinen Vater oder seinen Bruder wieder sieht, wird natürlich nicht verraten. Der Schreibstil ist flüssig und es war angenehm zu lesen. Ich fand dieses Buch sehr traurig, interessant, spannend und es hat mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. Die Protagonisten fand ich gut gewählt und sie waren nicht nervig. Von mir eine Leseempfehlung!

"Nur die bewusst Unwissenden können herumsitzen und solche schrecklichen Dinge in vorwitzige kleine Sätze über irgendeinen Gott fassen. Gott existiert nur, weil die vernünftigen Gründe manchmal zu kahl und zu wahr sind."
Der etwas altertümlich anmutende Titel weisst auf ein sehr bekanntes Märchen hin: „Hänsel und Gretel“ beginnt so und dient, obwohl dies alles andere als eine märchenhaft Geschichte ist, ein bisschen als Pate. Saba ist mit seinem Vater und dem 2 Jahre älteren Bruder vor Ausbruch des Bürgerkrieges aus Georgien nach Grossbritannien geflohen. Die Mutter musste, da das Geld für die Bestechungsgelder für die Ausreisepapiere nicht ausreichte, zurückbleiben. Eine durch die Wirren eines Krieges zerrissene Familie, die versucht, ihren Zusammenhalt trotz allen Widrigkeiten aufrechtzuerhalten. Es gelingt nicht, die Mutter später nachzuholen und als sie schliesslich in Georgien verstirbt, bringt es den Vater von Schuldgefühlen überwältigt beinahe an den Rand seines Verstandes. Er reist Jahre später nach Georgien, um die noch immer losen Fäden wieder zusammenzufügen und sie zuende zubringen. Als er verschwindet, macht sich zunächst der ältere Sohn auf die Suche, als dieser auch verschwindet, fällt die Aufgabe dem jüngere Sohn, Saba zu. Er folgt der von seinem Bruder gelegten Spur, eine Art Schnitzeljagd zunächst durch die Hauptstadt Tbilissi, später noch weiter in den Norden, in die abgespaltene Region Ossetiens Wir lernen hier ein Land kennen, welches seit Jahrhunderten durch seine geografisch günstige Lage immer umkämpft und zerstört und dennoch nie ganz zerbrochen wurde. Dies hat seine Menschen geprägt und zu konstant ums Überleben kämpfende gemacht. Trotz all der Härte zeigt Leo Vardiashivili auf, das der Geist des Zusammenhalts und der Gastfreundschaft diesen Menschen inne ist. „Ein Gast ist ein Geschenk Gottes“. Mich hat die Geschichte schon von Anfang an in den Bann ziehen können. Vardiashvili schreibt flüssig und bringt uns schon nach einigen Sätzen die Protagonisten nahe, man ist fast ausnahmslos gerne mit ihnen zusammen. Saba berichtet in der ersten Person von seiner Reise, was eine unglaubliche Nähe zu ihm und seinem Land herstellt. Er wird begleitet von den Stimmen der Vergangenheit, Menschen, die er in seinem vorherigen Leben in Georgien kannte, Familienangehörige, die längst schon nicht mehr sind, Geister, die ihm aber helfen, sich zurechtzufinden. Auch dies sind Wegweiser und unterstreichen den Bezug zu „Hänsel und Gretel“. Man sagt, Märchen müsse man zuende lesen, auch wenn es auf dem Weg dahin oft schwierig, grausam oder verstörend ist, einfach, um das gute Ende nicht zu verpassen. Vardiashivili erliegt hier nicht der Versuchung, alles in Wohlgefallen aufgehen zu lassen. Dies würde dieser überaus realitätsnahen, aber nicht hoffnungslosen Geschichte nicht gerecht. In fast philosophischer Art klingt der Roman aus, eine Reise, die an ihr Ende gekommen ist, ein Ende, welches kein schillerndes Happy End haben kann
So viele Tränen und so viel Liebe für diese Geschichte!
„Die ganze Welt wird ihre Stimme hören, ob sie will oder nicht.“ S. 452 🌲🌲🌲 Saba ist noch ein Kind, als der Bürgerkrieg ein Leben in seiner Heimat immer schwieriger macht. Als sein Vater mit ihm und seinem Bruder Sandro nach Großbritannien flieht, müssen sie die Mutter zurücklassen. Dass es nie gelingen wird, sie nachzuholen, wissen sie damals noch nicht. Doch unter dieser Gewissheit wird ihr Vater zerbrechen und zurückkehren nach Georgien. Was er dort zu finden glaubt, können sich die beiden Söhne nicht erklären. Doch sie reisen ihm nach - einer nach dem anderen - und versuchen, zu retten, was von ihrer Familie noch übrig geblieben ist: ihren Vater. 🌲🌲🌲 Was es bedeutet, einen Krieg zu erleben und die Heimat verlassen zu müssen, das kann ich mir zum Glück nicht einmal ansatzweise vorstellen. Doch der Autor Leo Vardiashvili nimmt uns mit in ein Land, das schon so viele Male im Krieg zerstört wurde. Er zeigt uns, was die Menschen erleiden müssen, was ihnen genommen wird, jeden Tag aufs Neue, wie sie zerbrechen, wie sie ihre Lebensfreude verlieren, ihre Stimme, ihre Familie, wie sie alles verlieren. Damit wir das alles überhaupt ertragen können, legt er den Schrecken des Krieges in die Hände des sympathischen Saba. Unglaublich charmant und liebenswürdig zeigt uns Saba seine Kindheit und lässt uns nachempfinden, warum er seinem Vater und seinem Bruder nach Georgien folgt. Wie es ihm gelingt, die Rätsel über deren Verbleib zu lösen, möchte ich natürlich nicht verraten. Aber es ist spannend, mitreißend, wahnsinnig schmerzhaft und fesselnd, so viel kann ich versprechen. Insgesamt ist der Roman sehr düster und bedrückend, doch die Figuren sind so warmherzig, dass sie uns mit ihrem Galgenhumor immer wieder heraus rütteln und uns den Schrecken abnehmen. Weil sie so viel stärker sind als wir - weil nur sie das alles aushalten können. Ich habe Sabas Geschichte sehr gerne gelesen, die so voll von starken Bildern war, so voll von Märchen und Sagen, so voller freundlicher Geister, so voller Leben und Energie, obwohl Tod und Verderben längst über Saba herrschen müssten. Doch das lässt er nicht zu - auch wenn es mir unbegreiflich ist, woher er diese Kraft nimmt. Zurück bleibt für mich eine riesige Dankbarkeit für ein Schicksal, das es so gut mit mir meinte. Und zurück bleibt, dass ich Georgien mit anderen Augen sehen werde. Denn immer wieder wird mir klar, wie wenig ich eigentlich weiß, gerade wenn ich denke, so vieles zu wissen. Danke Leo, dass du diese traurige Geschichte mit so viel Licht und Glanz gefüllt hast, dass du uns Sabas Leben erzählt hast und damit so viel Wissen in die Welt der Unwissenden streust.

Ein gelungenes Debüt
📖 Es geht um Saba und seine Familie, die in den Unruhe des Bürgerkriegs in Georgien das Land verlassen haben und sich in London ein neues Leben aufgebaut haben - ohne die Mutter, die in Georgien zurück bleiben musste. Als nach Sabas Vater auch sein Bruder zurück nach Georgien reist und dort verschwindet, macht er sich auf den Weg sie zu suchen. Im Verlauf der Geschichte muss Saba sich nicht nur mit der Vergangenheit seiner Familie auseinander setzen, sondern auch mit seiner eigenen Identität und seinen eigenen Traumata. Der Roman stellt eindrucksvoll dar, wie belastend es ist, aus seiner Heimat fliehen zu müssen und wie schwer es ist, in einem neuen Land, einem neuen Leben anzukommen. 💫Ein eindrucksvoller Debütroman, der sich mit einer politischen Geschichte auseinandersetzt, die vielen von uns gar nicht oder nicht so im Detail bekannt ist. Der Bürgerkrieg in Georgien ist in der westlichen Berichtserstattung vergleichsweise wenig thematisiert worden. Umso authentischer ist dieses Buch, da der Autor selber aus diesem Land stammt und nach England ausgewandert ist. Sprachlich gut formuliert mit detaillierten Personen- und Ortsbeschreibungen. Der Autor setzt sich in seinem Buch intensiv mit den Themen Neuanfang, Schuld und Traumata auseinander und verleiht seinen Charakteren dadurch unheimlich viel Tiefe. Vor allem der Taxifahrer Nodar ist mir so sehr ans Herz gewachsen. Die Geschichte birgt auch den ein oder anderen Wendepunkt, den man so nicht erwartet hätte.
Saba ist noch ein Kind als der Bürgerkrieg in Georgien ausbricht, zusammen mit seinem Bruder Sandro und seinem Vater Irakli flieht er nach Großbritannien, die Mutter bleibt zurück. Sie soll ihnen folgen, sobald sie in Großbritannien sesshaft geworden sind. Doch wird es Irakli nie gelingen die Mutter nachzuholen und mit den Jahren zerbricht er immer mehr daran, bis er eines Tages zurück nach Georgien geht und dort verschwindet. Sandro reist ihm hinterher und als auch dieser verschwindet, begibt sich Saba auf die Suche nach seiner Familie. Dort lernt er Nodar kennen, der sich seiner annimmt und zusammen begeben die beiden sich auf eine Art Road-Trip durch Georgien, gespickt voller gefahren, Korruption, Schmerz und Georgiens schöner Natur. Der Autor hat dabei Charaktere erschaffen, die sich unweigerlich in unser Herz schleichen, mit seiner unaufgeregten Sprache bringt er uns Georgiens Geschichte, seine Menschen und die Trauer, aber auch das Kämpferherz des Landes ganz nahe und lässt einen mitgenommen zurück. Ich habe mit Saba und Nodar mitgefiebert, habe schmunzeln aber auch weinen müssen und ich wünsche mir, dass der Autor seine Karriere als Steuerberater an den Nagel hängt, so dass er uns zukünftig auch weiterhin mit tollen Geschichten unterhalten kann 😜 Wer Brilka mochte, sollte nicht an diesem Buch vorbei gehen! Große Leseempfehlung! ❤️

Wow was für eine Geschichte! Sehr traurig und berührend aber auch voller Witz und Hoffnung. Es geht um Familie, Freundschaft und das man niemals aufgeben sollte. Ich war so tief drin in Georgien....in den Bergen dort, den Wäldern....daß es mir sehr schwer fällt wieder in mein normales Leben zurück zu kehren.
Saba flieht als Kind mit Vater und Bruder aus Georgien. Seine Mutter muss im Bürgerkrieg zurückbleiben. Jahre später als die beiden Jungs erwachsen sind reisen Vater und Bruder zurück nach Georgien und verschwinden spurlos. Saba folgt ihnen und macht sich in dem Land seiner Kindheit auf die Suche nach seiner Familie. Zusammen mit Saba erkundet der Leser dieses fremde, märchenhafte Land. Die kindlichen Erinnerungen an Orte und Menschen werden mit der harten Realität eines vom Bürgerkrieg geschundenen Landes konfrontiert. Spannend, herzerwärmend und melancholisch schreibt der Autor über sein Heimatland.
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Vom intensiven Leben in einer gefährlichen Welt
Georgien, 2010. Auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg bleibt Sabas Mutter zurück. Erst Jahre später hat sein Vater genug Geld, um nach ihr zu suchen. Doch in Tbilissi verschwindet der Vater, und auch der ihm folgende ältere Bruder. Nun ist es an Saba in das ihm unbekannte Land aufzubrechen. Begleitet von den Stimmen seiner georgischen Familie folgt Saba den Hinweisen, die sein Bruder ihm hinterlassen hat. Graffiti, versteckte Notizen, ein Manuskript. Und eine Warnung: Kehre um! Wie im Märchen wird es lebensgefährlich für Saba. Er muss in das von Russland besetzte Südossetien reisen, durch einen großen Wald, der eine Grenze ist: zwischen Ländern, zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen Leben und Tod.
Ein kraftvolles Leseerlebnis, eine Geschichte mit einem alles überstrahlenden Glauben an verbleibende Inseln von Menschlichkeit.
»Ein überwältigender Roman. Voller Witz und tiefster Menschlichkeit.« Khaled Hosseini, Autor von Drachenläufer
»Romane wie dieser leuchten einem den Weg.« The Guardian
»Ein betörender Roman« The Sunday Times
Book Information
Author Description
Leo Vardiashvili ist in Tbilissi aufgewachsen. Als er zwölf ist, immigriert seine Familie aus dem postsowjetischen Georgien nach England. Er hat in London Literatur studiert und arbeitet heute als Steuerberater in Birmingham.
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Tolles Buch!
Um ihren Kindern, Sandro und Saba, die Flucht zu ermöglichen bleibt Eka, in Georgien zurück. Sie wurden in ein Flüchtlingsheim gesteckt und bekamen ihren "Flüchtlingsstatus" bewilligt. Versuche Eka zu ihnen zu holen, schlugen fehl. Immer wieder fragen sie nach der Mutter, bis eines Tages der Anruf kam. Der Vater fuhr dann nach Heathrow und kam nicht wieder. Saba macht sich auf den Weg, nicht nur seinen Vater sondern auch seinen Bruder Sandro zu finden. Sein Weg führt ihn nach Georgien. Bei einer Stichprobenkontrolle wird ihm am Flughafen dann auch noch der Pass weggenommen. Hilfe bekommt er von einem Taxifahrer, Nodar Basriami. Zusammen erleben sie schlimme Dinge. Sie werden verfolgt, verraten, verhaftet und beschossen. Ob er am Ende seinen Vater oder seinen Bruder wieder sieht, wird natürlich nicht verraten. Der Schreibstil ist flüssig und es war angenehm zu lesen. Ich fand dieses Buch sehr traurig, interessant, spannend und es hat mich aber auch sehr nachdenklich gemacht. Die Protagonisten fand ich gut gewählt und sie waren nicht nervig. Von mir eine Leseempfehlung!

"Nur die bewusst Unwissenden können herumsitzen und solche schrecklichen Dinge in vorwitzige kleine Sätze über irgendeinen Gott fassen. Gott existiert nur, weil die vernünftigen Gründe manchmal zu kahl und zu wahr sind."
Der etwas altertümlich anmutende Titel weisst auf ein sehr bekanntes Märchen hin: „Hänsel und Gretel“ beginnt so und dient, obwohl dies alles andere als eine märchenhaft Geschichte ist, ein bisschen als Pate. Saba ist mit seinem Vater und dem 2 Jahre älteren Bruder vor Ausbruch des Bürgerkrieges aus Georgien nach Grossbritannien geflohen. Die Mutter musste, da das Geld für die Bestechungsgelder für die Ausreisepapiere nicht ausreichte, zurückbleiben. Eine durch die Wirren eines Krieges zerrissene Familie, die versucht, ihren Zusammenhalt trotz allen Widrigkeiten aufrechtzuerhalten. Es gelingt nicht, die Mutter später nachzuholen und als sie schliesslich in Georgien verstirbt, bringt es den Vater von Schuldgefühlen überwältigt beinahe an den Rand seines Verstandes. Er reist Jahre später nach Georgien, um die noch immer losen Fäden wieder zusammenzufügen und sie zuende zubringen. Als er verschwindet, macht sich zunächst der ältere Sohn auf die Suche, als dieser auch verschwindet, fällt die Aufgabe dem jüngere Sohn, Saba zu. Er folgt der von seinem Bruder gelegten Spur, eine Art Schnitzeljagd zunächst durch die Hauptstadt Tbilissi, später noch weiter in den Norden, in die abgespaltene Region Ossetiens Wir lernen hier ein Land kennen, welches seit Jahrhunderten durch seine geografisch günstige Lage immer umkämpft und zerstört und dennoch nie ganz zerbrochen wurde. Dies hat seine Menschen geprägt und zu konstant ums Überleben kämpfende gemacht. Trotz all der Härte zeigt Leo Vardiashivili auf, das der Geist des Zusammenhalts und der Gastfreundschaft diesen Menschen inne ist. „Ein Gast ist ein Geschenk Gottes“. Mich hat die Geschichte schon von Anfang an in den Bann ziehen können. Vardiashvili schreibt flüssig und bringt uns schon nach einigen Sätzen die Protagonisten nahe, man ist fast ausnahmslos gerne mit ihnen zusammen. Saba berichtet in der ersten Person von seiner Reise, was eine unglaubliche Nähe zu ihm und seinem Land herstellt. Er wird begleitet von den Stimmen der Vergangenheit, Menschen, die er in seinem vorherigen Leben in Georgien kannte, Familienangehörige, die längst schon nicht mehr sind, Geister, die ihm aber helfen, sich zurechtzufinden. Auch dies sind Wegweiser und unterstreichen den Bezug zu „Hänsel und Gretel“. Man sagt, Märchen müsse man zuende lesen, auch wenn es auf dem Weg dahin oft schwierig, grausam oder verstörend ist, einfach, um das gute Ende nicht zu verpassen. Vardiashivili erliegt hier nicht der Versuchung, alles in Wohlgefallen aufgehen zu lassen. Dies würde dieser überaus realitätsnahen, aber nicht hoffnungslosen Geschichte nicht gerecht. In fast philosophischer Art klingt der Roman aus, eine Reise, die an ihr Ende gekommen ist, ein Ende, welches kein schillerndes Happy End haben kann
So viele Tränen und so viel Liebe für diese Geschichte!
„Die ganze Welt wird ihre Stimme hören, ob sie will oder nicht.“ S. 452 🌲🌲🌲 Saba ist noch ein Kind, als der Bürgerkrieg ein Leben in seiner Heimat immer schwieriger macht. Als sein Vater mit ihm und seinem Bruder Sandro nach Großbritannien flieht, müssen sie die Mutter zurücklassen. Dass es nie gelingen wird, sie nachzuholen, wissen sie damals noch nicht. Doch unter dieser Gewissheit wird ihr Vater zerbrechen und zurückkehren nach Georgien. Was er dort zu finden glaubt, können sich die beiden Söhne nicht erklären. Doch sie reisen ihm nach - einer nach dem anderen - und versuchen, zu retten, was von ihrer Familie noch übrig geblieben ist: ihren Vater. 🌲🌲🌲 Was es bedeutet, einen Krieg zu erleben und die Heimat verlassen zu müssen, das kann ich mir zum Glück nicht einmal ansatzweise vorstellen. Doch der Autor Leo Vardiashvili nimmt uns mit in ein Land, das schon so viele Male im Krieg zerstört wurde. Er zeigt uns, was die Menschen erleiden müssen, was ihnen genommen wird, jeden Tag aufs Neue, wie sie zerbrechen, wie sie ihre Lebensfreude verlieren, ihre Stimme, ihre Familie, wie sie alles verlieren. Damit wir das alles überhaupt ertragen können, legt er den Schrecken des Krieges in die Hände des sympathischen Saba. Unglaublich charmant und liebenswürdig zeigt uns Saba seine Kindheit und lässt uns nachempfinden, warum er seinem Vater und seinem Bruder nach Georgien folgt. Wie es ihm gelingt, die Rätsel über deren Verbleib zu lösen, möchte ich natürlich nicht verraten. Aber es ist spannend, mitreißend, wahnsinnig schmerzhaft und fesselnd, so viel kann ich versprechen. Insgesamt ist der Roman sehr düster und bedrückend, doch die Figuren sind so warmherzig, dass sie uns mit ihrem Galgenhumor immer wieder heraus rütteln und uns den Schrecken abnehmen. Weil sie so viel stärker sind als wir - weil nur sie das alles aushalten können. Ich habe Sabas Geschichte sehr gerne gelesen, die so voll von starken Bildern war, so voll von Märchen und Sagen, so voller freundlicher Geister, so voller Leben und Energie, obwohl Tod und Verderben längst über Saba herrschen müssten. Doch das lässt er nicht zu - auch wenn es mir unbegreiflich ist, woher er diese Kraft nimmt. Zurück bleibt für mich eine riesige Dankbarkeit für ein Schicksal, das es so gut mit mir meinte. Und zurück bleibt, dass ich Georgien mit anderen Augen sehen werde. Denn immer wieder wird mir klar, wie wenig ich eigentlich weiß, gerade wenn ich denke, so vieles zu wissen. Danke Leo, dass du diese traurige Geschichte mit so viel Licht und Glanz gefüllt hast, dass du uns Sabas Leben erzählt hast und damit so viel Wissen in die Welt der Unwissenden streust.

Ein gelungenes Debüt
📖 Es geht um Saba und seine Familie, die in den Unruhe des Bürgerkriegs in Georgien das Land verlassen haben und sich in London ein neues Leben aufgebaut haben - ohne die Mutter, die in Georgien zurück bleiben musste. Als nach Sabas Vater auch sein Bruder zurück nach Georgien reist und dort verschwindet, macht er sich auf den Weg sie zu suchen. Im Verlauf der Geschichte muss Saba sich nicht nur mit der Vergangenheit seiner Familie auseinander setzen, sondern auch mit seiner eigenen Identität und seinen eigenen Traumata. Der Roman stellt eindrucksvoll dar, wie belastend es ist, aus seiner Heimat fliehen zu müssen und wie schwer es ist, in einem neuen Land, einem neuen Leben anzukommen. 💫Ein eindrucksvoller Debütroman, der sich mit einer politischen Geschichte auseinandersetzt, die vielen von uns gar nicht oder nicht so im Detail bekannt ist. Der Bürgerkrieg in Georgien ist in der westlichen Berichtserstattung vergleichsweise wenig thematisiert worden. Umso authentischer ist dieses Buch, da der Autor selber aus diesem Land stammt und nach England ausgewandert ist. Sprachlich gut formuliert mit detaillierten Personen- und Ortsbeschreibungen. Der Autor setzt sich in seinem Buch intensiv mit den Themen Neuanfang, Schuld und Traumata auseinander und verleiht seinen Charakteren dadurch unheimlich viel Tiefe. Vor allem der Taxifahrer Nodar ist mir so sehr ans Herz gewachsen. Die Geschichte birgt auch den ein oder anderen Wendepunkt, den man so nicht erwartet hätte.
Saba ist noch ein Kind als der Bürgerkrieg in Georgien ausbricht, zusammen mit seinem Bruder Sandro und seinem Vater Irakli flieht er nach Großbritannien, die Mutter bleibt zurück. Sie soll ihnen folgen, sobald sie in Großbritannien sesshaft geworden sind. Doch wird es Irakli nie gelingen die Mutter nachzuholen und mit den Jahren zerbricht er immer mehr daran, bis er eines Tages zurück nach Georgien geht und dort verschwindet. Sandro reist ihm hinterher und als auch dieser verschwindet, begibt sich Saba auf die Suche nach seiner Familie. Dort lernt er Nodar kennen, der sich seiner annimmt und zusammen begeben die beiden sich auf eine Art Road-Trip durch Georgien, gespickt voller gefahren, Korruption, Schmerz und Georgiens schöner Natur. Der Autor hat dabei Charaktere erschaffen, die sich unweigerlich in unser Herz schleichen, mit seiner unaufgeregten Sprache bringt er uns Georgiens Geschichte, seine Menschen und die Trauer, aber auch das Kämpferherz des Landes ganz nahe und lässt einen mitgenommen zurück. Ich habe mit Saba und Nodar mitgefiebert, habe schmunzeln aber auch weinen müssen und ich wünsche mir, dass der Autor seine Karriere als Steuerberater an den Nagel hängt, so dass er uns zukünftig auch weiterhin mit tollen Geschichten unterhalten kann 😜 Wer Brilka mochte, sollte nicht an diesem Buch vorbei gehen! Große Leseempfehlung! ❤️

Wow was für eine Geschichte! Sehr traurig und berührend aber auch voller Witz und Hoffnung. Es geht um Familie, Freundschaft und das man niemals aufgeben sollte. Ich war so tief drin in Georgien....in den Bergen dort, den Wäldern....daß es mir sehr schwer fällt wieder in mein normales Leben zurück zu kehren.
Saba flieht als Kind mit Vater und Bruder aus Georgien. Seine Mutter muss im Bürgerkrieg zurückbleiben. Jahre später als die beiden Jungs erwachsen sind reisen Vater und Bruder zurück nach Georgien und verschwinden spurlos. Saba folgt ihnen und macht sich in dem Land seiner Kindheit auf die Suche nach seiner Familie. Zusammen mit Saba erkundet der Leser dieses fremde, märchenhafte Land. Die kindlichen Erinnerungen an Orte und Menschen werden mit der harten Realität eines vom Bürgerkrieg geschundenen Landes konfrontiert. Spannend, herzerwärmend und melancholisch schreibt der Autor über sein Heimatland.














