Verdunstung in der Randzone
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Description
»Kein Ruhetag« – so steht es auf der Tafel am Eingang. Ilijas Eltern betreiben eine Gastwirtschaft in Bayern. Er hilft schon als Kind in der Küche, wächst mit Pommes und Fritteusen auf. Wenn das Restaurant nicht mehr läuft, eröffnen die Eltern woanders ein neues.
Weil sein Vater gerne Tennis spielt, ermöglicht er seinem Sohn Tennisstunden. Im Verein findet Ilija neue Freunde und will wie sie aufs Gymnasium. Sein Leben entkoppelt sich zunehmend von dem seiner Eltern, besonders als sein Vater nach Kroatien zurückgeht. Doch etwas begleitet ihn durch die Jahre: »Es riecht nach Pommes, Ilija kommt!« Der Satz eines Mitschülers, der ihn bis heute nicht mehr loslässt, wird zum Ausgangspunkt einer Selbstbefragung: Verrät der Geruch die eigene soziale Herkunft?
Ilija Matusko verknüpft in seinem Debüt persönliche Erinnerungen mit soziologischen Beobachtungen. In zehn essayistischen Kapiteln erzählt er die Geschichte eines Bildungsaufsteigers – mit wachem Blick für die feinen Unterschiede, mit Witz und literarischer Schlagkraft.
Book Information
Author Description
Ilija Matusko, geboren 1980, hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert. Er lebt und arbeitet als freier Autor in Berlin. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Stipendien, u. a. ein Stipendium des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt sowie ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles. 2023 erschien Verdunstung in der Randzone in der edition suhrkamp. Jugo ist sein Romandebüt.
Posts
Wichtiges Thema, keine so starke Umsetzung
Finde das Thema wichtig und wollte das Buch mögen, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt. Die Meta- und Reflexionsebene erschien mir zu explizit, manche Textstellen hätten ohne den sich erklärenden Zusatz viel stärker wirken können. Damit meine ich z.B. die Erklärungen in Klammern, die es mA nach nicht gebraucht hätte. Es ist, als hätte der Autor den Leserinnen und Lesern nicht zugetraut, seine Beschreibungen verarbeiten zu können.
„Die sich immer wieder aufdrängende Frage, für wen das alles eigentlich geschrieben ist. Für ein bildungsbürgerliches Publikum, das Geschichten von „da unten“ lesen will? Um in Gesprächen zu beweisen, auch diese Form der Ungleichheit ( wie andere auch) zu kennen und rhetorisch zu beherrschen? Oder schreibe ich den Text für mich, als Beweis, selbst nicht mehr „unten“ zu sein?“ Das Zitat findet sich auf Seite 51 dieses wundervollen Buches und es beschreibt gleichzeitig so oft meine Gedanken während des Lesens. Mensch muss dieses Buch nicht am Stück lesen, sondern kann es auch immer mal wieder zur Seite legen und die Worte wirken lassen, oder Mensch liest es möglichst am Stück. Zwischen den Jahren und während der freien Tage am Anfang des neuen Jahres, bevor der berufliche Alltag wieder zuschlägt, bei welchem sich oft selber die Frage von oben wiederholt. Ilija Matusko führt auf spannenden Wegen in seine eigene Vergangenheit und beschreibt dabei zwar dieses eigene Leben aber immer mit dem Blick auf der Meta-Ebene. Auch wenn ich nicht aus einer Gastro-Familie komme, so kann ich als Arbeiter:Innenkind mich oft wiederfinden in den Worten. Taucht also ein in die Welt, lernt Neues oder schaut auf eure eigene Vergangenheit und holt euch eine Pommes.
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»Kein Ruhetag« – so steht es auf der Tafel am Eingang. Ilijas Eltern betreiben eine Gastwirtschaft in Bayern. Er hilft schon als Kind in der Küche, wächst mit Pommes und Fritteusen auf. Wenn das Restaurant nicht mehr läuft, eröffnen die Eltern woanders ein neues.
Weil sein Vater gerne Tennis spielt, ermöglicht er seinem Sohn Tennisstunden. Im Verein findet Ilija neue Freunde und will wie sie aufs Gymnasium. Sein Leben entkoppelt sich zunehmend von dem seiner Eltern, besonders als sein Vater nach Kroatien zurückgeht. Doch etwas begleitet ihn durch die Jahre: »Es riecht nach Pommes, Ilija kommt!« Der Satz eines Mitschülers, der ihn bis heute nicht mehr loslässt, wird zum Ausgangspunkt einer Selbstbefragung: Verrät der Geruch die eigene soziale Herkunft?
Ilija Matusko verknüpft in seinem Debüt persönliche Erinnerungen mit soziologischen Beobachtungen. In zehn essayistischen Kapiteln erzählt er die Geschichte eines Bildungsaufsteigers – mit wachem Blick für die feinen Unterschiede, mit Witz und literarischer Schlagkraft.
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Author Description
Ilija Matusko, geboren 1980, hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert. Er lebt und arbeitet als freier Autor in Berlin. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Stipendien, u. a. ein Stipendium des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt sowie ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles. 2023 erschien Verdunstung in der Randzone in der edition suhrkamp. Jugo ist sein Romandebüt.
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Wichtiges Thema, keine so starke Umsetzung
Finde das Thema wichtig und wollte das Buch mögen, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt. Die Meta- und Reflexionsebene erschien mir zu explizit, manche Textstellen hätten ohne den sich erklärenden Zusatz viel stärker wirken können. Damit meine ich z.B. die Erklärungen in Klammern, die es mA nach nicht gebraucht hätte. Es ist, als hätte der Autor den Leserinnen und Lesern nicht zugetraut, seine Beschreibungen verarbeiten zu können.
„Die sich immer wieder aufdrängende Frage, für wen das alles eigentlich geschrieben ist. Für ein bildungsbürgerliches Publikum, das Geschichten von „da unten“ lesen will? Um in Gesprächen zu beweisen, auch diese Form der Ungleichheit ( wie andere auch) zu kennen und rhetorisch zu beherrschen? Oder schreibe ich den Text für mich, als Beweis, selbst nicht mehr „unten“ zu sein?“ Das Zitat findet sich auf Seite 51 dieses wundervollen Buches und es beschreibt gleichzeitig so oft meine Gedanken während des Lesens. Mensch muss dieses Buch nicht am Stück lesen, sondern kann es auch immer mal wieder zur Seite legen und die Worte wirken lassen, oder Mensch liest es möglichst am Stück. Zwischen den Jahren und während der freien Tage am Anfang des neuen Jahres, bevor der berufliche Alltag wieder zuschlägt, bei welchem sich oft selber die Frage von oben wiederholt. Ilija Matusko führt auf spannenden Wegen in seine eigene Vergangenheit und beschreibt dabei zwar dieses eigene Leben aber immer mit dem Blick auf der Meta-Ebene. Auch wenn ich nicht aus einer Gastro-Familie komme, so kann ich als Arbeiter:Innenkind mich oft wiederfinden in den Worten. Taucht also ein in die Welt, lernt Neues oder schaut auf eure eigene Vergangenheit und holt euch eine Pommes.







