9. Juli
Rating:3

Wichtiges Thema, keine so starke Umsetzung

Finde das Thema wichtig und wollte das Buch mögen, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt. Die Meta- und Reflexionsebene erschien mir zu explizit, manche Textstellen hätten ohne den sich erklärenden Zusatz viel stärker wirken können. Damit meine ich z.B. die Erklärungen in Klammern, die es mA nach nicht gebraucht hätte. Es ist, als hätte der Autor den Leserinnen und Lesern nicht zugetraut, seine Beschreibungen verarbeiten zu können.

Verdunstung in der Randzone
Verdunstung in der Randzoneby Ilija MatuskoSuhrkamp
4. Apr.
Rating:5

„Die sich immer wieder aufdrängende Frage, für wen das alles eigentlich geschrieben ist. Für ein bildungsbürgerliches Publikum, das Geschichten von „da unten“ lesen will? Um in Gesprächen zu beweisen, auch diese Form der Ungleichheit ( wie andere auch) zu kennen und rhetorisch zu beherrschen? Oder schreibe ich den Text für mich, als Beweis, selbst nicht mehr „unten“ zu sein?“ Das Zitat findet sich auf Seite 51 dieses wundervollen Buches und es beschreibt gleichzeitig so oft meine Gedanken während des Lesens. Mensch muss dieses Buch nicht am Stück lesen, sondern kann es auch immer mal wieder zur Seite legen und die Worte wirken lassen, oder Mensch liest es möglichst am Stück. Zwischen den Jahren und während der freien Tage am Anfang des neuen Jahres, bevor der berufliche Alltag wieder zuschlägt, bei welchem sich oft selber die Frage von oben wiederholt. Ilija Matusko führt auf spannenden Wegen in seine eigene Vergangenheit und beschreibt dabei zwar dieses eigene Leben aber immer mit dem Blick auf der Meta-Ebene. Auch wenn ich nicht aus einer Gastro-Familie komme, so kann ich als Arbeiter:Innenkind mich oft wiederfinden in den Worten. Taucht also ein in die Welt, lernt Neues oder schaut auf eure eigene Vergangenheit und holt euch eine Pommes.

Verdunstung in der Randzone
Verdunstung in der Randzoneby Ilija MatuskoSuhrkamp