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Na so a Schmäh
Eva Gruber wird in eine psychiatrischen Klinik in Wien gebracht, weil sie behauptet, eine Kindergartengruppe getötet zu haben. Dort angekommen, "erwartet" sie bereits ihr kleiner Bruder. Eva ist narzisstisch, manipulativ, aber gleichzeitig unglaublich unterhaltsam, mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh. Ihre Dialoge haben mich von der ersten Seite an gepackt und es mir ehrlich gesagt ziemlich schwer gemacht, sie nicht zu mögen. Denn eines muss man sagen: Sie tut sich schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder einfach mal die Wahrheit zu sagen. Gleichzeitig hat sie aber eine Mission, nämlich sich um ihren Bruder und seine Essstörung zu kümmern. Das Buch ist ein wilder Ritt. Freche Dialoge in Therapiesitzungen, kleine Abenteuermomente und immer wieder diese bruchstückhaften Erinnerungen, die einem Hinweise darauf geben, wie die wahre Familiengeschichte aussieht. Bei all den Lügen versucht man ständig, Frau Gruber zu durchschauen, fast so, als wäre man selbst ihr Psychologe (Props to Dr. Horn, ihr Psychotherapeut im Spital, der sie ganz gut im Zaum hält - meistens 😉). Das ganze ist wie ein gemeines Puzzle: Was stimmt und was ist einfach nur eine ihrer Geschichten? Ich hatte wirklich großen Spaß beim Lesen und habe mich auch gefreut, mal wieder ein bisschen Österreich-Feeling zu bekommen (ich habe ja ein paar Jahre dort verbracht). Auch die Sprache und ihre Gedankengänge sind gleichzeitig provokant und ziemlich amüsant. Hier ein paar Beispiele: "In jemandes Arschabdruck zu sitzen ist eine intime Sache, ein wenig so, als würde man sich durch den Mensch hindurch auf das Möbelstück setzen und am Ende säße man gar nicht mehr in der eigenen Haut, sondern in einer fremden." "Vielleicht ist sie ja in ihrer Seele ein Regenwurm. Dann könnte man sie mit einem Spaten in zwei Teile stechen und so zur exponentiellen Dumbovermehrung beitragen." 🪱🪱🪱 "Warum sollte was für Lebensmittel gilt, nicht auch für Menschen gelten? Wer wollte nicht eine frische Familie haben, wenn die alte abgestanden war, ihr Ablaufdatum überschritten hatte?" Alles in allem ein gelungener, kurzweiliger Roman mit mehr Tiefe, als man auf den ersten Seiten vielleicht erwartet.
Apr 12, 2026
Na so a Schmäh
Eva Gruber wird in eine psychiatrischen Klinik in Wien gebracht, weil sie behauptet, eine Kindergartengruppe getötet zu haben. Dort angekommen, "erwartet" sie bereits ihr kleiner Bruder. Eva ist narzisstisch, manipulativ, aber gleichzeitig unglaublich unterhaltsam, mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh. Ihre Dialoge haben mich von der ersten Seite an gepackt und es mir ehrlich gesagt ziemlich schwer gemacht, sie nicht zu mögen. Denn eines muss man sagen: Sie tut sich schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder einfach mal die Wahrheit zu sagen. Gleichzeitig hat sie aber eine Mission, nämlich sich um ihren Bruder und seine Essstörung zu kümmern. Das Buch ist ein wilder Ritt. Freche Dialoge in Therapiesitzungen, kleine Abenteuermomente und immer wieder diese bruchstückhaften Erinnerungen, die einem Hinweise darauf geben, wie die wahre Familiengeschichte aussieht. Bei all den Lügen versucht man ständig, Frau Gruber zu durchschauen, fast so, als wäre man selbst ihr Psychologe (Props to Dr. Horn, ihr Psychotherapeut im Spital, der sie ganz gut im Zaum hält - meistens 😉). Das ganze ist wie ein gemeines Puzzle: Was stimmt und was ist einfach nur eine ihrer Geschichten? Ich hatte wirklich großen Spaß beim Lesen und habe mich auch gefreut, mal wieder ein bisschen Österreich-Feeling zu bekommen (ich habe ja ein paar Jahre dort verbracht). Auch die Sprache und ihre Gedankengänge sind gleichzeitig provokant und ziemlich amüsant. Hier ein paar Beispiele: "In jemandes Arschabdruck zu sitzen ist eine intime Sache, ein wenig so, als würde man sich durch den Mensch hindurch auf das Möbelstück setzen und am Ende säße man gar nicht mehr in der eigenen Haut, sondern in einer fremden." "Vielleicht ist sie ja in ihrer Seele ein Regenwurm. Dann könnte man sie mit einem Spaten in zwei Teile stechen und so zur exponentiellen Dumbovermehrung beitragen." 🪱🪱🪱 "Warum sollte was für Lebensmittel gilt, nicht auch für Menschen gelten? Wer wollte nicht eine frische Familie haben, wenn die alte abgestanden war, ihr Ablaufdatum überschritten hatte?" Alles in allem ein gelungener, kurzweiliger Roman mit mehr Tiefe, als man auf den ersten Seiten vielleicht erwartet.
Apr 12, 2026







