Trümmerkind
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Description
Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel.
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47.
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …
In ihrem neuen Roman "Trümmerkind" beschreibt die mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann das Leben eines Findelkinds in der Nachkriegszeit und im vom Krieg zerstörten Hamburg von 1946 / 1947. Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann, die auch für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, wie keine andere deutsche Autorin. Dies stellt sie mit ihren Bestsellern "Wer das Schweigen bricht", "Der Geiger", "Die andere Hälfte der Hoffnung" und ihrem neuen Roman "Trümmerkind" , mit dem sie monatelang unter den Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste stand, eindrucksvoll unter Beweis.
Book Information
Author Description
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich als Schriftstellerin einen Namen machte, war sie u. a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Die Autorin ist mit zahlreichen renommierten Preisen, u.a. dem deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden. Ihre Romane "Trümmerkind", "Grenzgänger" und "Feldpost" standen monatelang unter den TOP 10 der Spiegel-Bestsellerliste. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.
Characteristics
8 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Suchtfaktor für Geschichtsfans!
Jedes Buch von Mechtild Borrmann ist immer absolut packend und lässt einen erschüttert zurück, ebenfalls dieses hier! Auch wenn man schon relativ früh erraten konnte, in welche Richtung es gehen wird, werden hier auf authentische und emotionale Weise die Trümmermorde thematisiert. Werde definitiv noch lange drüber nachdenken. Ein kleines Meisterwerk!

Wie lange sie dort gestanden hatten, wo einst eine Straße gewesen war, ohne zu begreifen, was sie sahen, wusste er nicht mehr. Aber dass die Kröger umherlief und das Vaterunser schreiend betete, der alte Vogler unaufhörlich von der Strafe Gottes faselte und Frau Weiser am Eingang des Bunkers mit ihrer toten zweijährigen Tochter im Arm sitzen blieb, den Oberkörper hin- und herwiegte und in einer Art Singsang immer wieder sagte: »Sie schläft… es geht ihr gut… sie schläft…«, daran erinnerte er sich genau. Und dass in ihm nichts war. Kein Gefühl, kein Gedanke. Nur dieses staunende Nichtbegreifen, das ihn lähmte. 🌠🌠🌠🌠🌠
📖 Trümmerkind ist ein eindringlicher Kriminalroman, der auf drei Zeitebenen spielt und dabei eine große, erschütternde Familiengeschichte erzählt. 🕊️ Zum einen begleiten wir eine Mutter mit ihren beiden Kindern durch die harten Nachkriegsjahre in Deutschland, 🧳 ein zweiter Erzählstrang führt uns an das Ende des Zweiten Weltkriegs und begleitet Menschen auf der Flucht. ⏳ Der dritte Strang spielt 1992 und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf beklemmend kluge Weise. ✨ Mechthild Borrmann gehört für mich mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Jedes ihrer Bücher ist ein Highlight – doch Trümmerkind hat noch einmal alles getoppt. Die Geschichte wird klar, beinahe nüchtern und unaufgeregt erzählt, und gerade dadurch entfaltet sie eine enorme Wucht. 🏚️ Man hat beim Lesen das Gefühl, selbst zwischen den Trümmern des zerbombten Deutschlands zu stehen. 💔 Der Schmerz der Protagonistin ist real und greifbar – kein Wunder, denn diese Schicksale gab es zu Tausenden: Hunger 🍞, Kälte ❄️, Verlust und ein nahezu unvorstellbarer Überlebenswille. 👩👧👦 Während ich der Familie Dietz durch die bitterkalten Trümmer der Stadt folgte, lief es mir immer wieder eiskalt den Rücken hinunter. Hanno, Wiebke, ihre Mutter und der kleine Joost ❤️ wuchsen mir mehr und mehr ans Herz. Besonders der Jahrhundertwinter 1946/47 ist so eindringlich beschrieben, dass ich beim Lesen mehr als einmal Gänsehaut bekam, obwohl ich eingekuschelt auf meiner warmen Couch saß 🛋️🔥. 🙇♀️ Vor Agnes Dietz verneige ich mich. Sie meistert das Kriegsende und die Nachkriegsjahre mit unglaublicher Stärke, einem beinahe übermenschlichen Überlebenswillen und einer tiefen, bedingungslosen Liebe zu ihren Kindern ❤️. 🌟 Trümmerkind ist ein leiser, intensiver und zutiefst bewegender Roman, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit bis in die Gegenwart nachwirkt und die weiteren Generationen prägt. Ein Buch, das unter die Haut geht und lange nachhallt. 📚 Uneingeschränkte Leseempfehlung – fünf Sterne sind mehr als verdient! ⭐⭐⭐⭐⭐

Spannend!
Aufgrund vieler positiver Rezessionen habe ich mir das Buch gekauft und es nicht bereut. Eine spannende Familiengeschichte ab der ersten Seite, wenngleich die Geschichten aus der Nachkriegszeit doch immer auch sehr nachdenklich stimmen, mich zumindest. Ich bin sehr froh, dass ich in dieser Zeit nicht gelebt habe, ziehe aber den Hut vor all denen, die diese Zeit irgendwie durchgestanden haben. Das sollte man nie vergessen! Ein sehr empfehlenswertes Buch. Ich schaue gleich mal, welche Bücher ich von Mechtild Borrmann noch auf meine Wunschliste kommen.
Ein erschütterndes Meisterwerk über das Überleben in den Trümmern Hamburgs: atmosphärisch, klar und tief berührend.
Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber Büchern über den Zweiten Weltkrieg hat mich dieser Roman von der ersten Seite an gefesselt. Mechtild Borrmann schreibt schnörkellos, anmutig und mit einer besonderen Klarheit, die einen völlig im Geschehen versinken lässt. Die drei verschiedenen Handlungsstränge, die am Ende intelligent zusammengeführt werden, machen den Roman einzigartig. Es fühlte sich weniger wie Fiktion an, sondern wie die Biografie einer Familie. Die Autorin schildert meisterhaft die Nachkriegszeit und wie sehr die Frauen auf sich allein gestellt waren. Agnes, die das Findelkind Joost aufnimmt und trotz Hunger, Kälte und abscheulicher Nachrede schützt, spiegelt den Mut dieser seelisch gezeichneten Frauen wider. Parallel dazu werden die realen „Hamburger Trümmermorde“ eingearbeitet, was eine bedrückende Spannung erzeugt. Mich hat die Geschichte tief erschüttert und zu Tränen gerührt. Sie verdeutlicht, in welchem Luxus wir heute leben, während diese Frauen trotz allem ihren Glauben an das Gute nicht verloren haben. Ein harmonisches, wenn auch tragisches Gesamtpaket, das mich bis zum letzten Atemzug gefesselt hat. Wissenswertes Mechtild Borrmann wurde für ihre Kriminalromane unter anderem mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. In Trümmerkind verknüpft sie akribische historische Recherche mit einer fiktiven Familiengeschichte. Der reale Hintergrund der „Trümmermorde“ in Hamburg (1947), bei denen vier Menschen getötet wurden, ist bis heute einer der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte.
„Ich hatte genug Tote gesehen, um das zu wissen“
Ich bin bis jetzt nie richtig mit historischen Romanen warm geworden. Aber im Rahmen meiner kleinen zweite-Weltkrieg-Reihe wollte ich mich auch mit der Zeit danach beschäftigen. Wie ist es den Menschen ergangen, deren Häuser zerbombt und deren Männer nicht mehr aus dem Krieg zurückkamen. Da fiel mir Trümmerkind in die Hände. Dieses Buch hat mich von Seite 1 an gefesselt. Es zeigt wunderbar den schwierigen Alltag, vor dem viele Menschen damals standen und wie sie sich aus den Trümmern Deutschlands wieder ein besseres Leben aufgebaut haben. Wir begleiten dabei zwei Familien, eine die sich aus den Flammen Hamburgs gerettet haben und eine, die ihr Gut in der Uckermark an die Russen verloren hat. Mechthild Borrmann hat dabei nicht nur zwei spannende Familiengeschichten erzählt, sondern diese auch noch wunderbar ineinander verwoben. Ich war etwas verwirrt, als ich die Hälfte des Buches gelesen habe und vorne entdeckte, dass es ein Kriminalroman ist. Es hätte für mich auch komplett ohne funktioniert, die Krimi Geschichte verleiht dem Buch aber eine ungeahnte Tiefe und hat es für mich noch einmal spannender gemacht. Selbst als ich ahnte, wo es hingeht, hat mir die Hinleitung zu der Auflösung wirklich gut gefallen. Man merkt, dass Mechthild Borrmann sich gut mit der Materie auseinander gesetzt hat und mit Zeitzeugen zusammen gearbeitet hat. Dieses Thema hat mich besonders interessiert, da man so gut wie alles über den Krieg weiß und auch recht viel, was nach 49 spielt, aber die Zeit dazwischen mal so zu erleben war für mich ein Novum. Ich werde mich jetzt auf jeden Fall öfter an historische Romane wagen.
Eine Welt in Trümmern. Ein Kind ohne Familie. Eine Frau auf der Suche nach Wahrheit.
"Trümmerkind" ist eines dieser Bücher, die nicht laut sind – aber lange nachhallt. Es ist kein Roman, der tröstet oder versöhnt. Er schaut hin. Und er zwingt dazu, es auch zu tun. Was mich von Beginn an tief berührt hat, war die Figur des kleinen Joost. Dieses verlorene Kind, das eigentlich Konrad heißt, steht sinnbildlich für all jene, die nach dem Krieg keinen Platz, keine Stimme und keinen Schutz hatten. Sein Schweigen, seine Angst, sein bloßes Weiterleben – all das geht unter die Haut. Die Geschichte entfaltet sich leise, beinahe sachlich, und genau darin liegt ihre Wucht. Zwischen den Zeilen lauert eine Grausamkeit, die mich wütend gemacht hat. Wütend darüber, dass Schuld verschwiegen wird. Dass Täter weiterleben dürfen. Dass Mitwissen, Wegsehen und Profitieren keine Strafe nach sich ziehen. Besonders schmerzlich empfand ich die Erkenntnis, dass Menschen wie Alfred Brandner und Luise – egal ob aktiv oder passiv – am Ende entkommen. Keine juristische Gerechtigkeit. Kein Ausgleich. Nur Schweigen. Und genau das fühlt sich so falsch an. So ungerecht. So real. Anna ist für mich eine der stärksten Figuren des Romans. Nicht, weil sie kämpft oder anklagt – sondern weil sie erkennt. Weil sie sich innerlich abwendet. Weil sie versteht, dass Blutsbande keine moralische Rechtfertigung sind. Diese stille Klarheit ist vielleicht die einzige Form von Gerechtigkeit, die das Buch zulässt. "Trümmerkind" hat mich emotional tief getroffen. Es hat mich traurig gemacht, wütend, fassungslos – und genau deshalb halte ich es für ein starkes Buch. Es zeigt, dass Nachkriegszeit nicht nur aus Wiederaufbau bestand, sondern auch aus Verdrängen, Schuld und zerstörten Leben, die niemand sehen wollte. Dieses Buch schenkt keinen Trost. Aber es schenkt Wahrheit. Und manchmal ist genau das nötig. "Trümmerkind" von Mechthild Borrmann ist ein unglaubliches Buch, was bewegt, aufwühlt & gleichzeitig schockiert! Für mich zählt es zu den bewegensten Bücher überhaupt & erhält einen Ehrenplatz bei meinen Lieblingsbüchern!

Sehr bewegend
Eine wahnsinnig berührende Familiengeschichte, in deren Verlauf nach und nach weitere tragische Details ans Licht kommen. Als Leserin empfand ich eine große Bandbreite an Gefühlen: Freude, Trauer, Wut, Enttäuschung, … Die Autorin hat ganz tolle Recherchearbeit betrieben, um den Roman so realistisch wie möglich zu gestalten. Dabei bediente sie sich auch an einigen so stattgefundenen Gegebenheiten.
Über dieses Buch wollte ich mehr als über die anderen eine richtige Rezension schreiben. Leider lässt mein aktuelles Leben dies aber nicht zu. "Trümmerkind" ist eine Suche nach einer Antwort auf die mysteriösen "Trümmermorde", Borrmann spielt mit dem Gedanken, was in der Nachkriegszeit in Hamburg geschehen sein könnte. Wie schon von Mechthild Borrmann gewohnt, zieht sie uns mitten hinein in die Handlung und lässt uns nicht mehr entkommen. Auch wenn man sich mit der Zeit zusammenreimen kann, was passieren wird, hatte ich mich so sehr an die Figuren gewöhnt, dass ich nur dachte "Nein, bitte nicht!". Teilweise schrammt das Buch ein wenig an der Oberfläche, aber mich störte das nicht, da ich so sehr in der Geschichte drin war, dass ich einfach nur lesen wollte.
So unglaublich gut und intelligent geschrieben. Wunderbar recherchiert und jedes Wort an genau der richtigen Stelle. Lange habe ich mich gefragt, wie die verschiedenen Erzählstränge zusammen gehören - die Aufklärung war lange nicht abzusehen und unglaublich gut und schlüssig. Schade, dass es vorbei ist, aber alle Fragen wurden beantwortet.
Mechthild Borrmann erzählt hier in mehreren Handlungssträngen, die auch noch zu verschiedenen Zeiten spielen, die Geschichte zweier Familien, die auf den ersten Blick völlig unzusammenhängend und doch eng miteinander verwoben ist. Mir fiel es anfangs schwer, mich in dem Buch zurechtzufinden, aber die Autorin führt die verschiedenen Handlungsstränge gerade zum Ende hin so zusammen, dass alles einen Sinn ergibt. Die Geschichte erzählt sehr realistisch von den erschreckenden Gräueltaten, die sich noch nach Kriegsende in Deutschland ereigneten. Ich mag diese Bücher, weil sie dem Leser viel beibringen, ohne dabei zu sachlich zu werden.
Grundidee: Mechthild Borrmann nimmt sich der niemals aufgeklärten Hamburger Trümmermorde von 1947 an und macht daraus eine eindringliche Studie der Nachkriegszeit: sie beleuchtet das unermessliche Leid der Menschen, aber auch ihren Mut, ihr Mitgefühl und ihre Entschlossenheit. Spannungsbogen: Die Morde bilden eher den Hintergrund der Geschichte, die Spannung entsteht vor allem dadurch, dass die Charaktere mit Hunger, marodierenden Soldaten und der extremen Kälte eines Jahrhundertwinters zu kämpfen haben. Schlüssigkeit / Glaubhaftigkeit: Die Autorin hat die Zeit offensichtlich sehr gut recherchiert: zwei der drei Handlungsstränge spielen im Hungerwinter und fügen sich schlüssig in die Gesamtgeschichte, bis hin zu einer Auflösung mit einer schockierenden Wende. Charaktere: Die Charaktere sind unglaublich authentisch, sie wachsen dem Leser schnell ans Herz – und man fragt sich beklommen, wie aus der liebenswerten jungen Clara der Vergangenheit die verbitterte alte Frau der Gegenwart werden konnte. Die Antwort überrascht und überzeugt. Schreibstil: Der Schreibstil ist klar, dabei aber auch lebendig und atmosphärisch dicht: man kann die Kälte quasi spüren und die Geschehnisse vor sich sehen. FAZIT Das Buch konnte mich voll und ganz überzeugen, es bietet einen sehr spannenden und bewegenden Einblick in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2018/09/02/kurz-und-knapp-mechthild-borrmann-truemmerkind/
Eine sehr nette Zeitreise
Klappentext: "Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen. Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …" Bei diesem Buch hat mich am meisten die Überschrift angezogen. Hin und wieder neige ich dazu, Geschichten, aus dem oder nach dem 2. Weltkrieg zu lesen. Das Cover ist fantastisch, gespart an Farben, es war auch eine farblose Zeit, die Trümmern und das Kind. Die Geschichte ist Anfangs in drei Teile unterteilt, zwei aus der Vergangenheit und ein Teil aus der Gegenwart. Am Ende ergibt alles ein Ganzes. Alle Hauptprotagonisten sind so realistisch erklärt, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, wen ich am meisten mochte. Die Schreibweise war sehr angenehm, führte mich sofort in eine fantastische Zeitreise. Eine Zeitreise, die so bildlich die Orte, Menschen, Ereignisse und Gefühl beschrieb, dass ich dachte ein Teil von dem Buch zu sein. Die Geschichte las ich bewusst langsam, denn ich wollte sie genießen, jedes mal wenn ich hinein getaucht bin. Ich gebe zu, anfänglich war es verwirrend, drei Orten, drei verschiedene Familien und Handlungen zu folgen, aber langsam bekommt der Leser ein Gefühl wohin das Ganze führt. Trotzdem, am Ende, obwohl sich der Leser einen Teil schon denken konnte, kamen überraschende und erschreckende Tatsachen ans Licht. Ja, da habe ich tatsächlich mit dem Buch "geschimpft, gestritten, gelitten". Mein Gefühlschaos war groß. Es ist traurig zu wissen, dass diese Erzählung, auch eine Wahrheit, eine Vergangenheit von jemanden sein kann/könnte. Ich weiß nicht, ob ich das Buch unbedingt als Krimi einstufen würde, aber ich würde es jedem empfehlen. Denn, meiner Meinung nach, ist es ein tolles Buch. Von der Autorin werde ich sicher bald wieder etwas Neues lesen.
Berührend und spannend
Das war wirklich eine spannungsgeladene und tragische Nachkriegsgeschichte. Zwar wusste ich ab einem gewissen Punkt, worauf es hinauslaufen würde, das hat mir aber nichts ausgemacht. Lediglich die vielen Personen habe ich irgendwann durcheinander gebracht. Ich empfehle, sich beim Durchlesen ein Personenverzeichnis anzulegen.
Das Buch will alles sein, historischer Roman, Familiengeschichte und Krimi, wird dabei aber keinem Genre wirklich gerecht. Durch die wenigen Seiten wirkt die Geschichte auf mich deshalb auch oberflächlich und distanziert. Wirklich gemocht habe ich nur den Erzählstrang rund um Agnes und Hanno Dietz. Das Buch ist unterhaltsam, teilweise vorhersehbar und geht mir nicht tief genug.
3,5 Sterne Hamburg im Winter 1947. Hanno Dietz hält sich selbst, seine Schwester und seine Mutter mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser. Eines Tages liest die Schwester einen kleinen Jungen auf, allein, auffällig gut gekleidet, aber offenbar nicht in der Lage zu reden. Die Familie nimmt den Kleinen schließlich als Familienmitglied auf. Im Köln der späten Neunziger Jahre erfährt Anna Meerbaum, dass das in der ehemaligen DDR liegende Gut, von dem ihre Familie stammt, in ein Hotel umgewandelt werden soll. Sie wollte schon immer mehr über ihre Familie erfahren und fragt zunächst ihre Mutter danach. Diese reagiert jedoch völlig abweisend, will, dass ihre Tochter die Vergangenheit ruhen lässt. Trotzdem fährt Anna in die Uckermark, um mehr herauszufinden. Was mir während der Lektüre dieses Zwei-Zeitebenen-Romans nicht klar war: Mechtild Borrmann hat anhand der Eckdaten der historischen Hamburger Trümmermorde, die nie aufgeklärt wurden, eine Familien- und Kriminalgeschichte konstruiert. Im Rückblick betrachtet, ist ihr das gut gelungen. Es handelt sich hier also nicht um einen reinen Familiengeheimnis-Roman, sondern eine Mischung aus einem solchen und einem Kriminalfall. Sprachlich unauffällig wechselt Borrmann zwischen den beiden Zeitebenen. Beide Geschichten erschienen mir überwiegend glaubwürdig und spannend. Lediglich an manchen Stellen stand da für mich ein kleines Fragezeichen. Die Auflösung habe ich ab einem bestimmten Punkt erahnt, insbesondere die Identität des kleinen Jungen ist irgendwann erkennbar, die Vorhersehbarkeit hält sich aber insgesamt in Grenzen. Alles in allem ein interessanter Genremix, der durch das True Crime-Element eine besondere Atmosphäre schafft und erfrischenderweise ohne Liebesgeschichte auskommt. Keine große Literatur, aber gute Unterhaltung. Vera Teltz hat eine angenehme Stimme und liest das Hörbuch gut.
🪨📜 Packende Nachkriegsgeschichte...
zwischen Familiendrama und Kriminalfall. "Der Kleine blieb stumm, sein Blick starr. Und während er ihn durch die Kälte trug, meinte Hanno, dass von dem Jungen die gleiche erschreckte Stille ausging, die er auf dem Weg über das Trümmerfeld wahrgenommen hatte." 1946/47: In den eiskalten Trümmern des zerbombten Hamburgs entdeckt Hanno einen kleinen Jungen und kann ihn nicht sich selbst überlassen. Während ein Teil des Buches um die Geschichte der Familie Dietze geht, die sich durch die Armut der Nachkriegsjahre durchschlägt, verläuft ein weiterer Handlungsstrang in der Uckermark und handelt von Familie Anquist, deren Hof enteignet werden soll. Der dritte Handlungsstrang von "Trümmerkind" spielt wiederum in den 1990er Jahren. Diese Aufteilung hat mich anfangs etwas verwirrt, allerdings zeigt sich im Lauf des Buches, wie gut die einzelnen Stränge miteinander verknüpft sind. Ein packendes Buch von Mechthild Borrmann, das sehr ungeschönt die vorherrschende Armut dieser Generation und zugleich den unerschütterlichen Durchhaltewillen zeigt, aber auch, wie vieles von all den damaligen Kindern im Laufe der Zeit verdrängt werden musste. Das Ende war dann relativ absehbar, aber vielleicht auch einfach gut vorbereitet.

Ein historischer Krimi mit Familiengeschichte. Im extrem kalten Winter 1946/1947 wird die nackte Leiche einer jungen Frau in den Trümmern Hamburg gefunden. Hanno sucht in der Mauerresten nach verwertbaren Materialien. Dabei findet er auch einen etwa 3jährigen Jungen. Er nimmt ihn mit und damit gehört er zur Familie. Jahre später gibt es Hinweise auf die Tote und somit vielleicht eine Hinweis auf die echte Familie des Jungen. Mein Eindruck: Ein Pageturner mit sehr spannender Handlung. Eine gelungene Mischung aus Krimi, Familiengeschichte und historischem Kontext. Auf drei verschiedenen Zeitebenen werden die Handlungsstränge entwirrt.
Der junge Hanno Dietz kämpft während der Nachkriegszeit mit seiner Familie um's Überleben. Stets auf der Suche nach etwas Wertvollem, ist er in den Trümmern unterwegs und entdeckt eines Tages einen kleinen Jungen, der in der Familie Dietz aufgenommen wird. Jahrzehnte später begibt sich Anna Maibaum auf die Spuren ihrer Familie - und bringt einen Stein in's Rollen, der ein ungelöstes Verbrechen löst und dem Trümmerkind die Chance auf die Wahrheit schenkt. . In "Trümmerkind" vereint Autorin Mechtild Borrmann Historie und Krimielemente zu einem spannenden Roman, der an die Trümmermorde (eine vierfache Mordserie, die sich im Winter 1947 in Hamburg ereignete und die bis heute ungelöst ist) anknüpft und eine fiktive Geschichte der Opfer als Familie enthält. Wir begleiten nicht nur die Familie Dietz durch die Jahre 1947 bis 1992, sondern werden auch Teil der Geschichte um Clara Anquist und ihrer Familie, die 1945 vor der Roten Armee flüchten und ihr Gut in der Uckermark verlassen muss. Der Vater Heinrich Anquist wird verhaftet und die Familie macht sich auf die Suche nach ihm. Weiter begleiten wir 1992 Anna Maibaum, die mehr von ihrer Familie und ihrer Herkunft herausfinden möchte und dabei eine Wahrheit an's Tageslicht bringt, die die Geschichten und Schicksale aller 3 Familien zusammenführt. Nicht in Form eines klassischen Kriminalromanes, wie es auf dem Cover beschrieben wird, sondern in Form einer historischen Aufarbeitung. Es wird zwar nach der Wahrheit gesucht, dies geschieht aber nicht im klassischen investigativen Stil der Kriminologie. Die grausamen Zeiten rund um den 2. Weltkrieg und der kalten, armen Nachkriegszeit, die den Menschen ihrer Menschlichkeit weiter raubte, anstatt sie ihr wieder zu schenken, ist stets präsent und nimmt den Leser zunehmend ein. Die Schicksale gehen zwar nicht allesamt konstant unter die Haut, aber hinterlassen stets eine Spur auf dieser. Ungefähr 100 Seiten vor dem Ende eröffnete sich mir so langsam die Wahrheit. Dies minderte aber nicht die Wucht des Aufpralles, als ich endgültig auf diese stieß. Borrmann ist es unglaublich gut gelungen, die 3 Erzählstränge zusammenzuführen und zu einer Klarheit zu vereinen, die einen als Leser nur staunen lässt. Ich mag es sehr, dass das Buch keine 500 Seiten lang ist. Historie muss nicht immer in's Unermessliche gezogen werden. Jedoch kam das Ende dann sehr abrupt, sodass ein paar Seiten mehr die Geschichte ein safteres Ende hätte bieten können. Nichtsdestotrotz hat mich "Trümmerkind" mehr als überzeugt und hat mich absolut in seinen Sog gezogen. Ich werde definitiv noch mehr von Mechtild Borrmann lesen.
Unerwartetes Ende
3 Familiengeschichten in der Nachkriegszeit wundervoll beschrieben. Ich konnte es gar nicht weglegen und das Ende habe ich so nicht erwartet. Ich finde es sehr angenehm wie der Bezug zu den Protagonisten in kurzen aber eindringlichen Kapiteln hergestellt wird. Wird nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein welches ich lese.
Durchweg spannend verwebt die Autorin darin 3 Handlungsstränge, die uns in die Uckermark des Jahres 1945, nach Hamburg, ins Jahr 1947 und nach Köln 1992 führen. Zunächst war mir nicht bzw.nur in Ansätzen klar was diese miteinander zu tun haben könnten. Geschickt gelingt es Borrmann die Wege von Clara, Hanno, und Anna zu verbinden. Dabei lüftet sie ein großes und tragisches Geheimnis, löst die Trümmermorde auf und verbindet gekonnt Historisches mit Fiktivem.
Characteristics
8 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel.
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47.
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …
In ihrem neuen Roman "Trümmerkind" beschreibt die mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann das Leben eines Findelkinds in der Nachkriegszeit und im vom Krieg zerstörten Hamburg von 1946 / 1947. Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann, die auch für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, wie keine andere deutsche Autorin. Dies stellt sie mit ihren Bestsellern "Wer das Schweigen bricht", "Der Geiger", "Die andere Hälfte der Hoffnung" und ihrem neuen Roman "Trümmerkind" , mit dem sie monatelang unter den Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste stand, eindrucksvoll unter Beweis.
Book Information
Author Description
Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich als Schriftstellerin einen Namen machte, war sie u. a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Die Autorin ist mit zahlreichen renommierten Preisen, u.a. dem deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden. Ihre Romane "Trümmerkind", "Grenzgänger" und "Feldpost" standen monatelang unter den TOP 10 der Spiegel-Bestsellerliste. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.
Posts
Suchtfaktor für Geschichtsfans!
Jedes Buch von Mechtild Borrmann ist immer absolut packend und lässt einen erschüttert zurück, ebenfalls dieses hier! Auch wenn man schon relativ früh erraten konnte, in welche Richtung es gehen wird, werden hier auf authentische und emotionale Weise die Trümmermorde thematisiert. Werde definitiv noch lange drüber nachdenken. Ein kleines Meisterwerk!

Wie lange sie dort gestanden hatten, wo einst eine Straße gewesen war, ohne zu begreifen, was sie sahen, wusste er nicht mehr. Aber dass die Kröger umherlief und das Vaterunser schreiend betete, der alte Vogler unaufhörlich von der Strafe Gottes faselte und Frau Weiser am Eingang des Bunkers mit ihrer toten zweijährigen Tochter im Arm sitzen blieb, den Oberkörper hin- und herwiegte und in einer Art Singsang immer wieder sagte: »Sie schläft… es geht ihr gut… sie schläft…«, daran erinnerte er sich genau. Und dass in ihm nichts war. Kein Gefühl, kein Gedanke. Nur dieses staunende Nichtbegreifen, das ihn lähmte. 🌠🌠🌠🌠🌠
📖 Trümmerkind ist ein eindringlicher Kriminalroman, der auf drei Zeitebenen spielt und dabei eine große, erschütternde Familiengeschichte erzählt. 🕊️ Zum einen begleiten wir eine Mutter mit ihren beiden Kindern durch die harten Nachkriegsjahre in Deutschland, 🧳 ein zweiter Erzählstrang führt uns an das Ende des Zweiten Weltkriegs und begleitet Menschen auf der Flucht. ⏳ Der dritte Strang spielt 1992 und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf beklemmend kluge Weise. ✨ Mechthild Borrmann gehört für mich mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Jedes ihrer Bücher ist ein Highlight – doch Trümmerkind hat noch einmal alles getoppt. Die Geschichte wird klar, beinahe nüchtern und unaufgeregt erzählt, und gerade dadurch entfaltet sie eine enorme Wucht. 🏚️ Man hat beim Lesen das Gefühl, selbst zwischen den Trümmern des zerbombten Deutschlands zu stehen. 💔 Der Schmerz der Protagonistin ist real und greifbar – kein Wunder, denn diese Schicksale gab es zu Tausenden: Hunger 🍞, Kälte ❄️, Verlust und ein nahezu unvorstellbarer Überlebenswille. 👩👧👦 Während ich der Familie Dietz durch die bitterkalten Trümmer der Stadt folgte, lief es mir immer wieder eiskalt den Rücken hinunter. Hanno, Wiebke, ihre Mutter und der kleine Joost ❤️ wuchsen mir mehr und mehr ans Herz. Besonders der Jahrhundertwinter 1946/47 ist so eindringlich beschrieben, dass ich beim Lesen mehr als einmal Gänsehaut bekam, obwohl ich eingekuschelt auf meiner warmen Couch saß 🛋️🔥. 🙇♀️ Vor Agnes Dietz verneige ich mich. Sie meistert das Kriegsende und die Nachkriegsjahre mit unglaublicher Stärke, einem beinahe übermenschlichen Überlebenswillen und einer tiefen, bedingungslosen Liebe zu ihren Kindern ❤️. 🌟 Trümmerkind ist ein leiser, intensiver und zutiefst bewegender Roman, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit bis in die Gegenwart nachwirkt und die weiteren Generationen prägt. Ein Buch, das unter die Haut geht und lange nachhallt. 📚 Uneingeschränkte Leseempfehlung – fünf Sterne sind mehr als verdient! ⭐⭐⭐⭐⭐

Spannend!
Aufgrund vieler positiver Rezessionen habe ich mir das Buch gekauft und es nicht bereut. Eine spannende Familiengeschichte ab der ersten Seite, wenngleich die Geschichten aus der Nachkriegszeit doch immer auch sehr nachdenklich stimmen, mich zumindest. Ich bin sehr froh, dass ich in dieser Zeit nicht gelebt habe, ziehe aber den Hut vor all denen, die diese Zeit irgendwie durchgestanden haben. Das sollte man nie vergessen! Ein sehr empfehlenswertes Buch. Ich schaue gleich mal, welche Bücher ich von Mechtild Borrmann noch auf meine Wunschliste kommen.
Ein erschütterndes Meisterwerk über das Überleben in den Trümmern Hamburgs: atmosphärisch, klar und tief berührend.
Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber Büchern über den Zweiten Weltkrieg hat mich dieser Roman von der ersten Seite an gefesselt. Mechtild Borrmann schreibt schnörkellos, anmutig und mit einer besonderen Klarheit, die einen völlig im Geschehen versinken lässt. Die drei verschiedenen Handlungsstränge, die am Ende intelligent zusammengeführt werden, machen den Roman einzigartig. Es fühlte sich weniger wie Fiktion an, sondern wie die Biografie einer Familie. Die Autorin schildert meisterhaft die Nachkriegszeit und wie sehr die Frauen auf sich allein gestellt waren. Agnes, die das Findelkind Joost aufnimmt und trotz Hunger, Kälte und abscheulicher Nachrede schützt, spiegelt den Mut dieser seelisch gezeichneten Frauen wider. Parallel dazu werden die realen „Hamburger Trümmermorde“ eingearbeitet, was eine bedrückende Spannung erzeugt. Mich hat die Geschichte tief erschüttert und zu Tränen gerührt. Sie verdeutlicht, in welchem Luxus wir heute leben, während diese Frauen trotz allem ihren Glauben an das Gute nicht verloren haben. Ein harmonisches, wenn auch tragisches Gesamtpaket, das mich bis zum letzten Atemzug gefesselt hat. Wissenswertes Mechtild Borrmann wurde für ihre Kriminalromane unter anderem mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. In Trümmerkind verknüpft sie akribische historische Recherche mit einer fiktiven Familiengeschichte. Der reale Hintergrund der „Trümmermorde“ in Hamburg (1947), bei denen vier Menschen getötet wurden, ist bis heute einer der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte.
„Ich hatte genug Tote gesehen, um das zu wissen“
Ich bin bis jetzt nie richtig mit historischen Romanen warm geworden. Aber im Rahmen meiner kleinen zweite-Weltkrieg-Reihe wollte ich mich auch mit der Zeit danach beschäftigen. Wie ist es den Menschen ergangen, deren Häuser zerbombt und deren Männer nicht mehr aus dem Krieg zurückkamen. Da fiel mir Trümmerkind in die Hände. Dieses Buch hat mich von Seite 1 an gefesselt. Es zeigt wunderbar den schwierigen Alltag, vor dem viele Menschen damals standen und wie sie sich aus den Trümmern Deutschlands wieder ein besseres Leben aufgebaut haben. Wir begleiten dabei zwei Familien, eine die sich aus den Flammen Hamburgs gerettet haben und eine, die ihr Gut in der Uckermark an die Russen verloren hat. Mechthild Borrmann hat dabei nicht nur zwei spannende Familiengeschichten erzählt, sondern diese auch noch wunderbar ineinander verwoben. Ich war etwas verwirrt, als ich die Hälfte des Buches gelesen habe und vorne entdeckte, dass es ein Kriminalroman ist. Es hätte für mich auch komplett ohne funktioniert, die Krimi Geschichte verleiht dem Buch aber eine ungeahnte Tiefe und hat es für mich noch einmal spannender gemacht. Selbst als ich ahnte, wo es hingeht, hat mir die Hinleitung zu der Auflösung wirklich gut gefallen. Man merkt, dass Mechthild Borrmann sich gut mit der Materie auseinander gesetzt hat und mit Zeitzeugen zusammen gearbeitet hat. Dieses Thema hat mich besonders interessiert, da man so gut wie alles über den Krieg weiß und auch recht viel, was nach 49 spielt, aber die Zeit dazwischen mal so zu erleben war für mich ein Novum. Ich werde mich jetzt auf jeden Fall öfter an historische Romane wagen.
Eine Welt in Trümmern. Ein Kind ohne Familie. Eine Frau auf der Suche nach Wahrheit.
"Trümmerkind" ist eines dieser Bücher, die nicht laut sind – aber lange nachhallt. Es ist kein Roman, der tröstet oder versöhnt. Er schaut hin. Und er zwingt dazu, es auch zu tun. Was mich von Beginn an tief berührt hat, war die Figur des kleinen Joost. Dieses verlorene Kind, das eigentlich Konrad heißt, steht sinnbildlich für all jene, die nach dem Krieg keinen Platz, keine Stimme und keinen Schutz hatten. Sein Schweigen, seine Angst, sein bloßes Weiterleben – all das geht unter die Haut. Die Geschichte entfaltet sich leise, beinahe sachlich, und genau darin liegt ihre Wucht. Zwischen den Zeilen lauert eine Grausamkeit, die mich wütend gemacht hat. Wütend darüber, dass Schuld verschwiegen wird. Dass Täter weiterleben dürfen. Dass Mitwissen, Wegsehen und Profitieren keine Strafe nach sich ziehen. Besonders schmerzlich empfand ich die Erkenntnis, dass Menschen wie Alfred Brandner und Luise – egal ob aktiv oder passiv – am Ende entkommen. Keine juristische Gerechtigkeit. Kein Ausgleich. Nur Schweigen. Und genau das fühlt sich so falsch an. So ungerecht. So real. Anna ist für mich eine der stärksten Figuren des Romans. Nicht, weil sie kämpft oder anklagt – sondern weil sie erkennt. Weil sie sich innerlich abwendet. Weil sie versteht, dass Blutsbande keine moralische Rechtfertigung sind. Diese stille Klarheit ist vielleicht die einzige Form von Gerechtigkeit, die das Buch zulässt. "Trümmerkind" hat mich emotional tief getroffen. Es hat mich traurig gemacht, wütend, fassungslos – und genau deshalb halte ich es für ein starkes Buch. Es zeigt, dass Nachkriegszeit nicht nur aus Wiederaufbau bestand, sondern auch aus Verdrängen, Schuld und zerstörten Leben, die niemand sehen wollte. Dieses Buch schenkt keinen Trost. Aber es schenkt Wahrheit. Und manchmal ist genau das nötig. "Trümmerkind" von Mechthild Borrmann ist ein unglaubliches Buch, was bewegt, aufwühlt & gleichzeitig schockiert! Für mich zählt es zu den bewegensten Bücher überhaupt & erhält einen Ehrenplatz bei meinen Lieblingsbüchern!

Sehr bewegend
Eine wahnsinnig berührende Familiengeschichte, in deren Verlauf nach und nach weitere tragische Details ans Licht kommen. Als Leserin empfand ich eine große Bandbreite an Gefühlen: Freude, Trauer, Wut, Enttäuschung, … Die Autorin hat ganz tolle Recherchearbeit betrieben, um den Roman so realistisch wie möglich zu gestalten. Dabei bediente sie sich auch an einigen so stattgefundenen Gegebenheiten.
Über dieses Buch wollte ich mehr als über die anderen eine richtige Rezension schreiben. Leider lässt mein aktuelles Leben dies aber nicht zu. "Trümmerkind" ist eine Suche nach einer Antwort auf die mysteriösen "Trümmermorde", Borrmann spielt mit dem Gedanken, was in der Nachkriegszeit in Hamburg geschehen sein könnte. Wie schon von Mechthild Borrmann gewohnt, zieht sie uns mitten hinein in die Handlung und lässt uns nicht mehr entkommen. Auch wenn man sich mit der Zeit zusammenreimen kann, was passieren wird, hatte ich mich so sehr an die Figuren gewöhnt, dass ich nur dachte "Nein, bitte nicht!". Teilweise schrammt das Buch ein wenig an der Oberfläche, aber mich störte das nicht, da ich so sehr in der Geschichte drin war, dass ich einfach nur lesen wollte.
So unglaublich gut und intelligent geschrieben. Wunderbar recherchiert und jedes Wort an genau der richtigen Stelle. Lange habe ich mich gefragt, wie die verschiedenen Erzählstränge zusammen gehören - die Aufklärung war lange nicht abzusehen und unglaublich gut und schlüssig. Schade, dass es vorbei ist, aber alle Fragen wurden beantwortet.
Mechthild Borrmann erzählt hier in mehreren Handlungssträngen, die auch noch zu verschiedenen Zeiten spielen, die Geschichte zweier Familien, die auf den ersten Blick völlig unzusammenhängend und doch eng miteinander verwoben ist. Mir fiel es anfangs schwer, mich in dem Buch zurechtzufinden, aber die Autorin führt die verschiedenen Handlungsstränge gerade zum Ende hin so zusammen, dass alles einen Sinn ergibt. Die Geschichte erzählt sehr realistisch von den erschreckenden Gräueltaten, die sich noch nach Kriegsende in Deutschland ereigneten. Ich mag diese Bücher, weil sie dem Leser viel beibringen, ohne dabei zu sachlich zu werden.
Grundidee: Mechthild Borrmann nimmt sich der niemals aufgeklärten Hamburger Trümmermorde von 1947 an und macht daraus eine eindringliche Studie der Nachkriegszeit: sie beleuchtet das unermessliche Leid der Menschen, aber auch ihren Mut, ihr Mitgefühl und ihre Entschlossenheit. Spannungsbogen: Die Morde bilden eher den Hintergrund der Geschichte, die Spannung entsteht vor allem dadurch, dass die Charaktere mit Hunger, marodierenden Soldaten und der extremen Kälte eines Jahrhundertwinters zu kämpfen haben. Schlüssigkeit / Glaubhaftigkeit: Die Autorin hat die Zeit offensichtlich sehr gut recherchiert: zwei der drei Handlungsstränge spielen im Hungerwinter und fügen sich schlüssig in die Gesamtgeschichte, bis hin zu einer Auflösung mit einer schockierenden Wende. Charaktere: Die Charaktere sind unglaublich authentisch, sie wachsen dem Leser schnell ans Herz – und man fragt sich beklommen, wie aus der liebenswerten jungen Clara der Vergangenheit die verbitterte alte Frau der Gegenwart werden konnte. Die Antwort überrascht und überzeugt. Schreibstil: Der Schreibstil ist klar, dabei aber auch lebendig und atmosphärisch dicht: man kann die Kälte quasi spüren und die Geschehnisse vor sich sehen. FAZIT Das Buch konnte mich voll und ganz überzeugen, es bietet einen sehr spannenden und bewegenden Einblick in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/2018/09/02/kurz-und-knapp-mechthild-borrmann-truemmerkind/
Eine sehr nette Zeitreise
Klappentext: "Hamburg 1946/47 - Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen. Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …" Bei diesem Buch hat mich am meisten die Überschrift angezogen. Hin und wieder neige ich dazu, Geschichten, aus dem oder nach dem 2. Weltkrieg zu lesen. Das Cover ist fantastisch, gespart an Farben, es war auch eine farblose Zeit, die Trümmern und das Kind. Die Geschichte ist Anfangs in drei Teile unterteilt, zwei aus der Vergangenheit und ein Teil aus der Gegenwart. Am Ende ergibt alles ein Ganzes. Alle Hauptprotagonisten sind so realistisch erklärt, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, wen ich am meisten mochte. Die Schreibweise war sehr angenehm, führte mich sofort in eine fantastische Zeitreise. Eine Zeitreise, die so bildlich die Orte, Menschen, Ereignisse und Gefühl beschrieb, dass ich dachte ein Teil von dem Buch zu sein. Die Geschichte las ich bewusst langsam, denn ich wollte sie genießen, jedes mal wenn ich hinein getaucht bin. Ich gebe zu, anfänglich war es verwirrend, drei Orten, drei verschiedene Familien und Handlungen zu folgen, aber langsam bekommt der Leser ein Gefühl wohin das Ganze führt. Trotzdem, am Ende, obwohl sich der Leser einen Teil schon denken konnte, kamen überraschende und erschreckende Tatsachen ans Licht. Ja, da habe ich tatsächlich mit dem Buch "geschimpft, gestritten, gelitten". Mein Gefühlschaos war groß. Es ist traurig zu wissen, dass diese Erzählung, auch eine Wahrheit, eine Vergangenheit von jemanden sein kann/könnte. Ich weiß nicht, ob ich das Buch unbedingt als Krimi einstufen würde, aber ich würde es jedem empfehlen. Denn, meiner Meinung nach, ist es ein tolles Buch. Von der Autorin werde ich sicher bald wieder etwas Neues lesen.
Berührend und spannend
Das war wirklich eine spannungsgeladene und tragische Nachkriegsgeschichte. Zwar wusste ich ab einem gewissen Punkt, worauf es hinauslaufen würde, das hat mir aber nichts ausgemacht. Lediglich die vielen Personen habe ich irgendwann durcheinander gebracht. Ich empfehle, sich beim Durchlesen ein Personenverzeichnis anzulegen.
Das Buch will alles sein, historischer Roman, Familiengeschichte und Krimi, wird dabei aber keinem Genre wirklich gerecht. Durch die wenigen Seiten wirkt die Geschichte auf mich deshalb auch oberflächlich und distanziert. Wirklich gemocht habe ich nur den Erzählstrang rund um Agnes und Hanno Dietz. Das Buch ist unterhaltsam, teilweise vorhersehbar und geht mir nicht tief genug.
3,5 Sterne Hamburg im Winter 1947. Hanno Dietz hält sich selbst, seine Schwester und seine Mutter mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser. Eines Tages liest die Schwester einen kleinen Jungen auf, allein, auffällig gut gekleidet, aber offenbar nicht in der Lage zu reden. Die Familie nimmt den Kleinen schließlich als Familienmitglied auf. Im Köln der späten Neunziger Jahre erfährt Anna Meerbaum, dass das in der ehemaligen DDR liegende Gut, von dem ihre Familie stammt, in ein Hotel umgewandelt werden soll. Sie wollte schon immer mehr über ihre Familie erfahren und fragt zunächst ihre Mutter danach. Diese reagiert jedoch völlig abweisend, will, dass ihre Tochter die Vergangenheit ruhen lässt. Trotzdem fährt Anna in die Uckermark, um mehr herauszufinden. Was mir während der Lektüre dieses Zwei-Zeitebenen-Romans nicht klar war: Mechtild Borrmann hat anhand der Eckdaten der historischen Hamburger Trümmermorde, die nie aufgeklärt wurden, eine Familien- und Kriminalgeschichte konstruiert. Im Rückblick betrachtet, ist ihr das gut gelungen. Es handelt sich hier also nicht um einen reinen Familiengeheimnis-Roman, sondern eine Mischung aus einem solchen und einem Kriminalfall. Sprachlich unauffällig wechselt Borrmann zwischen den beiden Zeitebenen. Beide Geschichten erschienen mir überwiegend glaubwürdig und spannend. Lediglich an manchen Stellen stand da für mich ein kleines Fragezeichen. Die Auflösung habe ich ab einem bestimmten Punkt erahnt, insbesondere die Identität des kleinen Jungen ist irgendwann erkennbar, die Vorhersehbarkeit hält sich aber insgesamt in Grenzen. Alles in allem ein interessanter Genremix, der durch das True Crime-Element eine besondere Atmosphäre schafft und erfrischenderweise ohne Liebesgeschichte auskommt. Keine große Literatur, aber gute Unterhaltung. Vera Teltz hat eine angenehme Stimme und liest das Hörbuch gut.
🪨📜 Packende Nachkriegsgeschichte...
zwischen Familiendrama und Kriminalfall. "Der Kleine blieb stumm, sein Blick starr. Und während er ihn durch die Kälte trug, meinte Hanno, dass von dem Jungen die gleiche erschreckte Stille ausging, die er auf dem Weg über das Trümmerfeld wahrgenommen hatte." 1946/47: In den eiskalten Trümmern des zerbombten Hamburgs entdeckt Hanno einen kleinen Jungen und kann ihn nicht sich selbst überlassen. Während ein Teil des Buches um die Geschichte der Familie Dietze geht, die sich durch die Armut der Nachkriegsjahre durchschlägt, verläuft ein weiterer Handlungsstrang in der Uckermark und handelt von Familie Anquist, deren Hof enteignet werden soll. Der dritte Handlungsstrang von "Trümmerkind" spielt wiederum in den 1990er Jahren. Diese Aufteilung hat mich anfangs etwas verwirrt, allerdings zeigt sich im Lauf des Buches, wie gut die einzelnen Stränge miteinander verknüpft sind. Ein packendes Buch von Mechthild Borrmann, das sehr ungeschönt die vorherrschende Armut dieser Generation und zugleich den unerschütterlichen Durchhaltewillen zeigt, aber auch, wie vieles von all den damaligen Kindern im Laufe der Zeit verdrängt werden musste. Das Ende war dann relativ absehbar, aber vielleicht auch einfach gut vorbereitet.

Ein historischer Krimi mit Familiengeschichte. Im extrem kalten Winter 1946/1947 wird die nackte Leiche einer jungen Frau in den Trümmern Hamburg gefunden. Hanno sucht in der Mauerresten nach verwertbaren Materialien. Dabei findet er auch einen etwa 3jährigen Jungen. Er nimmt ihn mit und damit gehört er zur Familie. Jahre später gibt es Hinweise auf die Tote und somit vielleicht eine Hinweis auf die echte Familie des Jungen. Mein Eindruck: Ein Pageturner mit sehr spannender Handlung. Eine gelungene Mischung aus Krimi, Familiengeschichte und historischem Kontext. Auf drei verschiedenen Zeitebenen werden die Handlungsstränge entwirrt.
Der junge Hanno Dietz kämpft während der Nachkriegszeit mit seiner Familie um's Überleben. Stets auf der Suche nach etwas Wertvollem, ist er in den Trümmern unterwegs und entdeckt eines Tages einen kleinen Jungen, der in der Familie Dietz aufgenommen wird. Jahrzehnte später begibt sich Anna Maibaum auf die Spuren ihrer Familie - und bringt einen Stein in's Rollen, der ein ungelöstes Verbrechen löst und dem Trümmerkind die Chance auf die Wahrheit schenkt. . In "Trümmerkind" vereint Autorin Mechtild Borrmann Historie und Krimielemente zu einem spannenden Roman, der an die Trümmermorde (eine vierfache Mordserie, die sich im Winter 1947 in Hamburg ereignete und die bis heute ungelöst ist) anknüpft und eine fiktive Geschichte der Opfer als Familie enthält. Wir begleiten nicht nur die Familie Dietz durch die Jahre 1947 bis 1992, sondern werden auch Teil der Geschichte um Clara Anquist und ihrer Familie, die 1945 vor der Roten Armee flüchten und ihr Gut in der Uckermark verlassen muss. Der Vater Heinrich Anquist wird verhaftet und die Familie macht sich auf die Suche nach ihm. Weiter begleiten wir 1992 Anna Maibaum, die mehr von ihrer Familie und ihrer Herkunft herausfinden möchte und dabei eine Wahrheit an's Tageslicht bringt, die die Geschichten und Schicksale aller 3 Familien zusammenführt. Nicht in Form eines klassischen Kriminalromanes, wie es auf dem Cover beschrieben wird, sondern in Form einer historischen Aufarbeitung. Es wird zwar nach der Wahrheit gesucht, dies geschieht aber nicht im klassischen investigativen Stil der Kriminologie. Die grausamen Zeiten rund um den 2. Weltkrieg und der kalten, armen Nachkriegszeit, die den Menschen ihrer Menschlichkeit weiter raubte, anstatt sie ihr wieder zu schenken, ist stets präsent und nimmt den Leser zunehmend ein. Die Schicksale gehen zwar nicht allesamt konstant unter die Haut, aber hinterlassen stets eine Spur auf dieser. Ungefähr 100 Seiten vor dem Ende eröffnete sich mir so langsam die Wahrheit. Dies minderte aber nicht die Wucht des Aufpralles, als ich endgültig auf diese stieß. Borrmann ist es unglaublich gut gelungen, die 3 Erzählstränge zusammenzuführen und zu einer Klarheit zu vereinen, die einen als Leser nur staunen lässt. Ich mag es sehr, dass das Buch keine 500 Seiten lang ist. Historie muss nicht immer in's Unermessliche gezogen werden. Jedoch kam das Ende dann sehr abrupt, sodass ein paar Seiten mehr die Geschichte ein safteres Ende hätte bieten können. Nichtsdestotrotz hat mich "Trümmerkind" mehr als überzeugt und hat mich absolut in seinen Sog gezogen. Ich werde definitiv noch mehr von Mechtild Borrmann lesen.
Unerwartetes Ende
3 Familiengeschichten in der Nachkriegszeit wundervoll beschrieben. Ich konnte es gar nicht weglegen und das Ende habe ich so nicht erwartet. Ich finde es sehr angenehm wie der Bezug zu den Protagonisten in kurzen aber eindringlichen Kapiteln hergestellt wird. Wird nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein welches ich lese.

























































