Toxische Weiblichkeit
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Book Information
Author Description
Sophia Fritz, geboren 1997, hat Drehbuch an der Filmhochschule in München studiert. 2021 erschien ihr Debütroman "Steine schmeißen", 2022 folgte "Kork", 2023 die Erzählung ‚Frankfurter Kranz‛ in der Anthologie Glückwunsch. 15 Erzählungen über Abtreibung. Sie schreibt für ZEIT ONLINE und hat eine Ausbildung als Jugendguide für Gedenkstätten, als Sterbebegleiterin im Hospiz und als Tantramasseurin. Toxische Weiblichkeit ist ihr erstes Buch bei Hanser Berlin. Unter ehrlichleben.de bietet sie ein Kursprogramm an.
Posts
wirklich super schlaues, lehrreiches buch
sophia fritz schreibt reflektiert und durchdacht über verinnerlichte verhaltensmuster durch die weibliche erziehung und weshalb der feminismus als bewegung innerhalb unserer gesellschaft allen menschen, jeden geschlechts hilft. zu beginn habe ich erst viele gedankengänge gelesen die mir erst nicht unbedingt neu vorkamen aber besonders in der zweiten hälfte des buches sind viele perspektiven und erfahrungen festgehalten über die ich lange noch nachgedacht habe weil sie oftmals tatsächlich neu waren. tolles buch!
Muss man gelesen haben.
Ich habe sehr oft tief durchgeatmet und muss wirklich sagen, dass dieses eines der Bücher ist, die im Gehirn ein bisschen herumflechten. Danach denkt man einfach anders. Bitte alle anders denken üben und dieses Buch lesen. ♡♡♡

Ein must-read für Frauen wie Männer, vor allem für jene, die die nächste Generation erziehen. Hätte es solche Bücher für meine Generation gegeben, wäre Frauen so einiges erspart geblieben. Ich freue mich, dass sich die Welt diesbezüglich im guten Wandel befindet.
"Toxische Weiblichkeit" beschreibt ein selbst- und fremdschädigendes Verhalten von Frauen, das durch die Erfüllung männlicher Erwartungen entsteht. Es ist ein relativ neuer Begriff, der kontrovers diskutiert wird und sich mit internalisierter Misogynie auseinandersetzt. Erläuterung: Der Begriff "toxische Weiblichkeit" ist ein Gegenstück zu "toxischer Männlichkeit" und bezieht sich auf Verhaltensweisen, die Frauen selbst oder anderen Frauen gegenüber schädlich sein können. Diese Verhaltensweisen sind oft internalisierte Muster, die Frauen im Laufe ihrer Sozialisation erlernen und die von der Gesellschaft als typisch weiblich angesehen werden, aber negative Auswirkungen haben können. Aspekte von toxischer Weiblichkeit können sein: "Girl Hate": Neid und Missgunst unter Frauen, Konkurrenzdenken und das Gefühl, dass nur eine "coole" oder "kluge" Frau in einem sozialen Kreis Platz hat. Internalisierte Misogynie: Frauen, die andere Frauen aufgrund von Stereotypen oder Erwartungen kritisieren oder abwerten. Manipulation und Machtspiele: Frauen, die versuchen, durch indirekte Methoden Kontrolle und Macht zu erlangen, z.B. durch das Vermeiden von Konflikten oder das Ausnutzen von Stereotypen. Selbstaufopferung: Frauen, die sich übermäßig für andere aufopfern und dabei ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Opferrolle: Frauen, die sich selbst als hilflos und unterdrückt darstellen, oft in Beziehung zu Männern. Ziele der Auseinandersetzung mit "toxischer Weiblichkeit": Bewusstmachung: Erkennen und hinterfragen von schädlichen Verhaltensmustern, die Frauen internalisiert haben. Stärkung positiver Ressourcen: Entdecken und fördern von positiven Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Frauen von ihren Sozialisations-toxischen Verhaltensweisen befreien können. Gestaltung eines neuen Wertesystems: Gemeinsames Schaffen einer Gesellschaft, die die Prinzipien von Belohnung und Bestrafung überwindet und ein neues Miteinander von Frauen und Männern ermöglicht. Wirklich sehr gut

Wir können nicht warten, bis die Männer sich verändern.
Zitat: Zurzeit fordern wir Gleichberechtigung, indem wir Männer auf ihr egozentrisches, möglicherweise destruktives Verhalten hinweisen. Doch durch diese Herangehensweise bleiben Frauen und nonbinäre Menschen zwangsläufig in der sozial unterlegenen Rolle, weil wir den Männern die Macht für Veränderung zuschreiben. Sophia Fritz legt mit diesem Buch den Finger in die Wunde und hat mir ein ums andere Mal den Spiegel vorgehalten. Viele von ihr beschriebene Verhaltensmuster, v.a. die des guten Mädchens habe ich wieder entdeckt. Die Scheu vor Konflikten und offenen Worten, das Weglächeln von Beschämungen. Auch der folgende Passus hat mich berührt: Zitat S. 109: Während ich das schreibe, bemerke ich einmal mehr meine eigene misogyne Prägung: ich kritisiere Frauen und Mütter für ihre Fehler, bin dabei beinahe erbarmungslos, während ich den Vätern augenzwinkernd verzeihe und sie aus der Verantwortung entlasse. Das Buch tut weh, aber es lohnt sich!!!
Ein Plädoyer für Solidarität unter Frauen Sophia Fritz nähert sich in ihrem Essay dem Begriff „toxische Weiblichkeit“ aus verschiedenen Perspektiven. So werden folgende fünf (frauenfeindliche) Stereotypen beschrieben: „Das gute Mädchen“ „die Powerfrau“ „die Mutti“ „das Opfer“ und „die Bitch“ Zur Definition vom Begriff „toxische Weiblichkeit sagt Fritz: „Es geht darum, eine Form von Macht, Sicherheit oder Anerkennung zu generieren.“ Folgende Überlegungen können dazu angestellt werden: Wo bin ich nicht in Kontakt mit mir oder anderen Menschen gegenüber? Wo stecke ich in erwartungstypischen Rollen? Wo bin ich nicht authentisch? Die Autorin wird als „kreative und klare Denkerin der neuen Generation“ bezeichnet, ringt aber teilweise mit denselben Fragen wie ich. Sind einige der Verhaltensweisen, die beschrieben werden, wirklich erwartungstypisch weiblich oder handelt es sich dabei einfach um hinderliche Charaktereigenschaften? Das habe ich mich während dem Lesen öfters gefragt. Gut gefallen mir die Impulse, welche zum Nachdenken einladen: - Hast du toxisch weiblichen Anteile? - Wann fühlst du dich besonders weiblich? - Wer kennt dich wirklich? - Wenn du in den letzten Wochen drei Nein-Karten hättest spielen können, wann hättest du sie gezogen? - Was ist dein harschestes Urteil gegenüber anderen Frauen? Und letztlich geht es doch um Menschlichkeit, wie Fritz im Fazit beschreibt: „Erst wenn wir lernen, auf unser inneres Unbehagen zu hören und frei und unerschrocken miteinander sprechen, werden wir stabile Beziehungen zueinander aufbauen können. Wir werden authentischer und integrer mit unseren Eltern, Freund:innen und Kindern umgehen und uns miteinander sicher fühlen.“ Ein Buch, das auf jeden Fall zu Diskussionen anregt!
„Gewalt wird immer mehr Gewalt hervorrufen, Beschämung wird immer Scham produzieren. Wenn es uns aber um Vertrauen und Versöhnung geht und nicht um Rache und Vergeltung, dann müssen wir dieses Verhalten auch an uns selbst kritisieren.“
________________________________________________________ Ein unfassbar tolles und vor allem wichtiges Buch. Ich wurde bei ein paar Themen wirklich emotional aber gleichzeitig war es sehr heilsam. Ich habe einen halben Stern abgezogen weil ich mit ihrem Schreibstil nicht ganz zurecht kam. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, die Autorin schreibt was ihr gerade so in den Sinn kommt. Deshalb sind ihre Texte teilweise etwas wirr. Ich hätte mir ein bisschen mehr Struktur gewünscht. Trotzdem eine große Empfehlung!
Ein sehr wichtiges Buch was meiner Meinung nach zu den Büchern gehört die man mal gelesen haben muss!!
Ein sehr kluges Buch über Feminismus und Weiblichkeit. Obwohl ich schon viel zum Thema gelesen habe, habe ich viel neues gelernt und neue Denkanstöße bekommen. Sehr empfehlenswert
Ein Buch nach meinem Geschmack
Das Feminismus nicht allein davon abhängt, wie sich Männer verändern und wie viel Frauen einfordern und wofür wir alle kämpfen, ist mir nicht erst seit gestern klar. Allerdings finde ich in feministischer Literatur oft sehr polarisierende Standpunkte. Des Öfteren schon habe ich gedacht, dass wir doch alle in einem Boot sitzen, sowohl die Frauen, die durch das Patriarchat als Ursache große Einschränkungen und psychische sowie physische Gewalt erfahren, als auch Männer, die es nicht gelernt haben, weiblich konotierte Eigenschaften, als etwas Positives zu sehen. Umso begeisterter habe ich dieses Buch gelesen, dass meine Haltung widerspiegelt und mir trotzdem noch neue Erkenntnisse liefern konnte Die Autorin hat sich entschieden, die Abschnitte des Buches mit Titeln zu überschreiben, mit denen man Frauen labelt. „Die Mutti“, das gute Mädchen“, „die Powerfrau“, „die Bitch“ und „das Opfer“ suggerieren sofort ein bestimmtes weibliches Bild. Oft sind es Beschreibungen, die wir ablehnen. Ich persönlich wurde sehr oft als Powerfrau bezeichnet und mochte diesen Begriff nie, weil er mir eine Eigenschaft zuschreibt, die ich gar nicht immer so fühle und die mir manchmal die Kraft raubt. Fritz nimmt diese Begrifflichkeiten auseinander und legt die Einzelteile unter einen Brennglas, dass uns deutlich zeigt, wie viel Anteil wir als Frauen selber oft an diesen Bezeichnungen haben. Wie wir sozialisiert wurden aber auch, wie wir Dinge für uns nutzen und damit tendenziell gegen das Patriarchat arbeiten oder es zumindest nicht infrage stellen. Besonders gut, hat mir gefallen, dass sie in dem Kapitel über Opfer auch die Männer als dasselbige sieht. Es ist eine immer weiter um sich greifende Theorie, dass es unglaublich anstrengend sein muss, als Mann im Patriarchat zu bestehen. Dabei relativiert sie nicht die Probleme die Frauen im Patriarchat haben oder die ihnen gemacht werden, sondern zeigt nur die andere Seite auf. Im Grunde genommen ist ihr Buch ein lauter Appell an Frauen Solidarität zu zeigen, und das nicht nur mit anderen Frauen. Es ist deutlich zu erkennen, dass wir, ohne die Männer das Patriarchat nicht besiegen können. Deshalb ist das auch ein Buch, dass Männer lesen sollten. Doch in erster Linie gilt es auch sich selbst zu reflektieren und Feindbilder auch anderen feministischen Sichtweisen gegenüber abzubauen. Ich empfehle das gerne weiter, wenn ihr euch mit feministischen Themen beschäftigt und lege euch das Buch sehr ans Herz, weil es euch vielleicht auch noch mal neue Erkenntnisse liefert. Besonders dann, wenn ihr mit intersektionalem Feminismus hadert.
Habe anderes / mehr erwartet
Bewertung: Im Ordnung für Zwischendurch Die Bewertung fällt mir schwer. Ich habe anderes / mehr erwartet und hab mich mit dem Lesen schwer getan. Es ist aus der subjektiven Sicht der Autorin geschrieben und bringt zwar Anregungen und Denkanstöße, blieb mir aber dabei dann zu sehr bei der (in meiner Wahrnehmung) sehr privilegierten Erfahrungen der Autorin, die ich alle so nicht teilen konnte. Ich habe mir daher mehr als eine Meinung erhofft, mehr eine sachliche Aufarbeitung und Beschäftigung mit dem Thema fern der eigenen Erlebnisse. Zudem ist mir die Autorin bzw. ihre Gedankenwelt zu anstrengend, auch wenn ich die Intention hinter dem Geschriebenen wirklich gut finde.
Ganz gut geschrieben und versucht „weibliche Verhaltensmuster“ zu kategorisieren um darüber reflektieren zu können.
Beim Lesen von "Toxischer Weiblichkeit" von Sophia Fritz wurde ich mit so vielen Denkanstößen überflutet, wodurch ich mir meiner eigenen toxischen Züge bewusst wurde. Jedoch macht Fritz das nicht auf anklagende sondern auf aufklärende Weise und auf eine ehrliche, authentische und persönliche Art. Die Beispiele die sie wählt sind einfach hervorragend und auf den Punkt gebracht. Sie schafft Awareness, tröstet zugleich das Innere Kind und bricht jahrelanges Schweigen. Ein sehr kluges und empfehlenswertes Buch.
Ich konnte einige interessante Impulse für mich mitnehmen.
Sophia Fritz analysiert "toxisch" weibliches Verhalten. Sie hat fünf Prototypen festgestellt: - Das gute Mädchen - Die Powerfrau - Die Mutti - Das Opfer - Die Bitch Ich fand diese Analyse sehr spannend. In einigen Beobachtungen und Erzählungen konnte ich mich wiederfinden, in einigen eher weniger. Das Buch liest sich sehr einfach, da Sophia Fritz überwiegend umgangssprachlich und (aus meiner Perspektive) eine gute verständliche Sprache nutzt, die den aktuellen Sprachgebrauch, mit Ausdrücken, wie "Red Flag" gut trifft. Im Abschnitt zum Prototypen "Die Mutti" habe ich das Wheel of Consent kennengelernt, das Dr. Betty Martin, eine Bodyworkin, entwickelt hat. Ich find Sophia Fritz' Darstellung dazu sehr erleuchtend! "Es ist ein Modell, das die Handlungsmöglichkeiten von Menschen in vier Bereiche einteilt. Wenn ich diejenige bin, die aktiv auf die andere Person zugeht, kann ich entweder nehmen oder geben. Angenommen also, ich begrüße eine Freundin und sehe, dass sie traurig aussieht, dann kann ich fragen, ob sie eine Umarmung möchte, weil ich sie ihr geben, im Sinne von schenken möchte. Ich umarme sie um ihretwillen. Es kann aber genauso gut sein, dass ich selbst traurig bin, das jedoch nicht zugeben möchte und sage: 'Komm, lass dich erstmal umarmen!', obwohl ich eigentlich diejenige bin, die umarmt werden möchte. In dem Fall nehme ich mir eine Umarmung von ihr unter dem Deckmantel der Fürsorge." (S. 106) Weiter beschreibt Sophia Fritz, dass es vielen Frauen schwerfällt "Komplimente, Aufmerksamkeiten, Hilfeleistungen oder Geschenke anzunehmen, ohne sofort panisch über eine Gegenleistung nachzudenken." Der Mutti-Typ ist demnach stets damit beschäftigt zu überlegen, so es noch mehr geben kann, um niemals fragen zu müssen, ob sie auch etwas empfangen könnte. Dieses Verhalten kenne ich von einigen weiblichen Familienmitgliedern und auch von mir selbst. Es tut iwie weh das auf diesen Seiten so deutlich zu lesen und gleichzeitig ist es auch gut, um sich auf den Weg der Veränderung zu machen! Ich habe das Buch mit sehr vielen Markierungen gefüllt und versuche mich hier eher kurz zu fassen und etwas zu komprimieren :D Im letzten Abschnitt zum Typen "Die Bitch" finde ich es erfrischend ehrlich, wie Sophia Fritz mit sich selbst ins Gericht geht. Dieser Prototyp sei mit am schwierigsten zu analysieren, ohne die vielen internationalen misogynen Stereotype wiederzugeben. Auf mich wirkt der Bitch-Typ auch ebenso empowernd wie beängstigend. Er weist so viele wichtige kämpferische "i don't give a fuck" Elemente auf, die ich stark und wichtig, aber ebenso beängstigend und verletzend finde. "Während unseres Ablehnung der Kategorie des guten Mädchens, der Powerfrau, der Mutti und auch das Opfer gerade daher rührt, dass sie alle in ihrer ursprünglichen Form (devote Tochter und Liebhaberin, Dienstleisterin und Mutter) im Patriarchat entstanden sind und dort weiterhin geschätzt werden, hat die Bitch in dieser binären Gesellschaftsordnung keine Daseinsberechtigung. Außer im Kontext von Erotik natürlich." (S. 144) Also alles in allem finde ich es das Buch empfehlenswert. Ich freue mich über die unterschiedlichen Impulse zur Reflexion meines Verhalten und den vielleicht versteckten Intention dahinter. Was davon sind unreflektierte, internalisierte Verhaltensweisen, die ich nach dieser Analyse doch lieber ablegen und/oder überdenken möchte...
Ein FeminisMUSS!
Absolut tolles Buch, ich kann es jedem Menschen nur ans Herz legen. Diese Rollen, in die Frauen* gesteckt werden, die patriarchalen Strukturen, in denen wir gefangen sind - „toxische Weiblichkeit“ ist ein (selbst)kritisches Werk, mit dem ich mich wahnsinnig gut identifizieren konnte. Es begleitet mich im Alltag immer wieder!
🌸🌟❤️
Ich konnte mir zuerst gar nichts unter dem Titel vorstellen und dachte erst (ohne dass ich mich vorher über das Buch informiert habe) es geht um das Miteinander von Frauen. Aber je mehr ich in das Buch eintauchte, desto mehr wird klar: es geht eher um das eigene Bild als Frau und das, was einem von der Gesellschaft eingebläut bzw. suggeriert wurde, wie man zu sein hat und vor allem: wie man als Frau NICHT zu sein hat. Super spannendes und anregendes Buch. In jedem Kapitel resonierte etwas in mir und schrie: „Oh mein Gott!!! Jaa!! Genau so ist es!!!“ Eine absolute Empfehlung für jede Person, die sich mit ihren eigenen Anteilen auseinandersetzen möchte und sich selbst und die Gesellschaft hinterfragt 🌟

Ein subjektiver Essay mit blinden Flecken
Ein spannendes Thema welches bis jetzt viel zu wenig beleuchtet wurde. Allerdings muss man bei diesem Buch sagen, dass es nur eine persönliche Erfahrung schildert und keine allgemeingültige Wahrheit beansprucht. Als subjektiver Essay ist es streitbar. Sehr subjektiv und für mich persönlich auch anstrengend in der sich teils wiedersprechenden Aussagen oder Handlungen der Autorin zu lesen. Die Autorin schreibt aus einer sehr privilegierten Position – als akademisch gebildete Frau mit finanziellen mitteln. Dadurch wirkt ihr Blick eingeschränkt und reiht sich in die immer gleichen Stimmen des publik machenden Feminismus ein. Es bräuchte dringend mehr Vielfalt und neue Perspektiven. Zudem lassen sich die wenigen Lösungsansätze kaum auf das echte Leben übertragen. Wie Eva Illouz kritisiert, wird hier jede Emotion und jede Beziehung bis zur Erschöpfung analysiert, sodass Gespräche überdacht, Freundschaften seziert und Fehler übermäßig streng bewertet werden. Meiner Ansicht nach auch nicht gesund. Allerdings erkennt die Autorin ihre eigenen Probleme anscheinend nicht immer. Ihre Therapie, Yoga Kurse und Retreats im Ausland scheinen ihr dabei zu helfen. Zeigen jedoch wieder nur ihre privilegierte Position. Hätte man nicht so breit erläutern müssen. Schade.
Dieses Buch hat sämtliche Gefühle in mir ausgelöst. Eine Auseinandersetzung mit einer neuen Thematik, mit der ich mich bis jetzt noch nie beschäftigt habe. Ich konnte nicht mit allen Aussagen der Autorin mitgehen bzw. habe ich mich auch nicht in allen Punkten gesehen. Trotzdem führte die Art und Weise der Auseinandersetzung und ihr angenehmer Schreibstil dazu, dass das Werk für mich zu einem Highlight wurde.
Totale Empfehlung!
Das Buch war für mich super interessant, weil man beim Lesen wirklich ständig seine eigenen Handlungen und Verhaltensweisen hinterfragt. Ich habe mich in einigen beschriebenen Rollen mehr wiedergefunden als in anderen, aber genau das hat es so wertvoll gemacht – ich habe viel über mich selbst gelernt, über vergangene Beziehungen und auch darüber, wie ich heute mit bestimmten Situationen umgehe. Sophia Fritz schreibt total reflektiert und sachlich, bringt aber gleichzeitig ihre eigenen Erfahrungen ein. Und das auf eine Art, die nie anklagend oder wertend klingt. Im Gegenteil: Sie schafft es, Themen anzusprechen, die eigentlich unangenehm sein könnten, ohne jemanden bloßzustellen. Man fühlt sich eher abgeholt als kritisiert. Besonders mochte ich ihren Humor. Der ist ganz subtil, aber genau richtig dosiert, um die Schwere mancher Themen aufzulockern. An ein paar Stellen hatte ich das Gefühl, dass sie Wunden anspricht, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass man sie hat – und trotzdem hilft sie einem, sie ein Stück weit zu heilen. Was ich extrem wichtig fand: Sie deklariert an keiner Stelle „die Frau“. Obwohl sie Verhaltensweisen beschreibt, die leicht als Schwächen ausgelegt werden könnten, schafft sie es immer, gleichzeitig zu bestärken. Dieses „So bist du – und das ist okay, aber du kannst daran arbeiten, wenn du willst“-Gefühl zieht sich durchs ganze Buch. Außerdem liefert sie spannende Impulse für eine feministische Zukunft, ohne belehrend zu wirken. Ich würde es wirklich jedem empfehlen, der mehr über toxisch weibliche Muster erfahren möchte – und bereit ist, sich selbst ehrlich zu reflektieren und besser kennenzulernen.
"Toxische Weiblichkeit" - diese beiden Begriffe in Kombination lösen in mir erstmal eine Abwehrhaltung aus, verbinde ich doch toxisches Verhalten eher mit Männlichkeit oder mit ungesunden Beziehungen. Sophia Fritz zeigt aber zurecht auf, dass auch Weiblichkeit toxisch sein kann und wir uns Verhaltensweisen angeeignet haben, um im patriarchalen System besser klarzukommen, um uns ein- und manchmal auch unterzuordnen. Der große Unterschied zur toxischen Männlichkeit ist, dass toxische Weiblichkeit nicht tödlich ist, sondern vereinfacht gesagt eher eine Strategie, um im jeweiligen Leben irgendwie durchzukommen. Dabei beschreibt sie in ihrem Sachbuch fünf Prototypen: das "gute Mädchen", die "Powerfrau", das "Opfer", die "Mutti" und die "Bitch". Ich konnte mich selbst (leider) in jeder dieser Kategorien wiederfinden, was für mich die größte Stärke an diesem Essay ist - er regt dazu an, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren. Dabei setzt die Autorin bei sich selbst an und ist radikal offen, was ich sehr mutig finde. Sophia Fritz Buch "Toxische Weiblichkeit" ist genau richtig unangenehm, stellt konstruktive Fragen und zeigt neue Wege des feministischen Miteinanders auf - für mich sehr gut gelungen! Noch ein Plus des Buchs: Es gibt sehr viele Lektüretipps zum Weiterlesen und Vertiefen der verschiedenen angesprochenen Themen. Das Lesen lohnt sich!

Wenn die Analyse an der Grenze zum Osten haltmacht
Die Intention von Sophia Fritz ist absolut begrüßenswert. Ihre Rhetorik ist bestechend, und wer sie in Interviews erlebt, spürt eine beeindruckende Reflexionsgabe. Ich griff zu diesem Buch, um meine eigenen toxischen Eigenheiten zu reflektieren, doch leider greift das Werk für meine Biografie zu kurz. Wer in der DDR aufgewachsen ist, wird sich im klassischen Narrativ der sanften, bürgerlichen Unterordnung kaum wiederfinden. Das „DDR-gute-Mädchen“ folgte einem völlig anderen Skript: Es definierte sich über Leistung, Belastbarkeit und Kollektivtreue. Ihre Maske war nicht die der lieblichen Harmonie, sondern die des unermüdlichen Fleißes und einer fast stählernen Stärke. Während im Westen anscheinend das „Gefallen“ und die private Harmonie im Zentrum standen, galt die Ausrichtung im Osten eher dem Gelingen des Ganzen. Hier war Weiblichkeit nicht gleichbedeutend mit häuslicher Aktivität. „Bereits“ 1966 wurde die Gleichberechtigung zum staatlichen Grundprinzip. Männer wurden (zumindest auf dem Papier) zur Mitwirkung in Haushalt und Erziehung verpflichtet, und die Erwerbstätigkeit beider Partner war die gesellschaftliche Norm. Dies wirkt sicher bis heute nach, genauso toxisch… aber eben ziemlich anders toxisch. Es ist ein vollkommen anderes Erfahrungsfeld. Das Gefängnis ist hier der unerbittliche Anspruch, in Produktion, Gesellschaft und Familie gleichermaßen „seinen Mann zu stehen“… und dies nicht selbst gewählt. Das Buch will verallgemeinern, bedient dabei aber primär die Altersklasse, die Herkunft und den gesellschaftlichen Stand der Autorin. Es setzt nach meinem Empfinden bis zur von mir gelesenen Seite 74 den Leserinnen konsequent die Brille der nicht selbstbewussten Frau auf. Dabei fühle ich ignoriert, dass es zahlreiche Frauen gibt, echte Powerfrauen mit bestimmt auch unsicheren Anteilen, die nicht grundsätzlich aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus agieren, sondern ihre Kraft und Unabhängigkeit schlichtweg leben. Sicherlich verneint die Autorin diese Frauen nicht, doch ihr Fokus bleibt gefühlt in einem Opfernarrativ haften. Wer keine „Bedürftigkeit“ kompensieren muss, sondern einfach nur seine Kraft kanalisiert, fühlt sich hier nicht gespiegelt, sondern pathologisiert. Ein bestimmt interessanter Beitrag für eine bestimmte Zielgruppe. Nach 74 Seiten breche ich ab.
Aufwühlend
Also…wo fange ich an? Zunächst einmal habe ich während des Lesens stark zwischen Wut, Verzweiflung, Selbstvorwürfen und Scham empfunden. Die Autorin beleuchtet die „toxisch weiblichen“ Eigenschaften, die laut ihr fest in weiblich sozialisierten Menschen und in der Gesellschaft verankert sind. Da fing es ja schon an. Im Großen und Ganzen, liegt all diesen toxischen Eigenschaften das Patriarchat zugrunde. Wie die Autorin es passend beschreibt, sind eben diese Eigenschaften eine Notlösung, um in diesem System zu (über)leben. Und obwohl ich eine Menge notiert, aufgeschrieben und angestrichen habe, bin ich doch zwiegespalten. Auf der einen Seite ist dieses Buch ohne Zweifel ungemütlich. Es zeigt den Spiegel vor, macht betroffen und vielleicht sogar wütend. Andererseits konnte ich dadurch ein wenig mehr Sympathie für beispielsweise meine Mutter und Großmütter empfinden, die doch eben genau aus diesen patriarchalen Rollenbildern heraus wirkten und mir die misogynen Gedanken mitgaben im Laufe meines Lebens. Ich hatte selbst viele Erkenntnisse durch dieses Buch gewonnen. Ich fühlte mich gesehen, fand Worte für etwas, dass ich zuvor nicht benennen konnte. Teilweise musste ich das Buch kurz zuklappen, weil es mich so sehr berührt hat. Ohne Zweifel hat dieses Buch in meinen Augen einen Mehrwert für den Feminismus. Dennoch gibt es auch eine andere Seite. Die Autorin teilt Eigenschaften in (toxisch) männlich und (toxisch) weiblich ein. Ich weiß nicht, ob das nicht am Ende eher negative Auswirkungen haben kann. Zudem ist ganz klar das Patriarchat Schuld, doch toxisch männliche Eigenschaften werden hier kaum benannt. Es wird appelliert, dass „wir nicht auf die Männer warten können, sondern bei uns selbst anfangen müssen.“ Ich frage mich, ob das nicht zu einfach gedacht ist. Zudem erscheint mir vieles an Gedankengängen nur angeschnitten. Ich frage mich, auch nach Schließen des Buches, was ich denn nun tun soll. Irgendwie hätte ich mir doch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Auch, wenn ich in einigen Rezensionen gelesen habe, dass viele sich nicht wiederfinden konnten, kann ich dies nicht von mir behaupten. Ich konnte mich sehr wohl wiederfinden. Nicht nur ich mich, sondern auch große Teile meines Umfelds. Fazit: Das Buch wühlt auf. Ich bin dankbar, dass es da ist, dass es eben auch einen großen Erfolg hat und hatte, weil das Thema unglaublich wichtig ist. Ich finde darin einen großen Teil meiner Geschichte wieder. Dennoch stimme ich mit der Autorin nicht in allem überein und frage mich, ob es eben in der Konklusion nicht zu einfach gedacht wurde. Mir fällt es unglaublich schwer, ein Rating zu geben, daher lasse ich es erstmal.

Fast hätte ich das Buch nicht gelesen, weil mich der Titel abgeschreckt hat - dabei will die Autorin nur vorsorglich den Begriff feministisch konnotieren und definieren als Gegenstück (aber nicht andere Seite der Medaille zur toxischen Männlichkeit).
Von braven Mädchen zu Muttis und „Bitches“ geht die Autorin verschiedene Begrifflichkeiten und „Archetypen“ durch, die Frauen im Patriarchat ausfüllen sollen. Dabei macht sie bei ihrer Analyse auch vor sich selbst nicht Halt, sondern schaut genau hin und zieht die unfeministischen Verhaltensweisen aus sich heraus, beleuchtet sie und erklärt, wie es dazu kommen konnte - und wie es besser geht. Meiner Meinung nach n Buch, das jeder Mensch gelesen haben sollte.
Wow. Das war hart…
Danke an Sophia Fritz für dieses Geschenk. Es tat weh, es war hart, es weckt auf und es ist verdammt ehrlich. Ich habe mich in so vielen Punkten wiedergefunden und finde, jede Frau sollte das gelesen haben. Leider weiß ich auch dass es für manche eine „zu hohe Sprache“ ist oder auch dass sie noch nicht so weit sind. Doch dieses Buch ist nicht nur für Frauen! Mein Mann hat es ebenso gelesen und das hat uns wirklich gut getan. Es hat ihn so ehrlich in mich hineinschauen lassen können aber auch seine weiblichen Seiten wurde dadurch beleuchtet. Ein wahres Meisterwerk dieser Zeit!
Raus aus dem Muster des „guten Mädchens“!
„Vielleicht beginnen wir mit dem Versuch, im Gespräch über toxische Weiblichkeit nicht wieder in das Muster des guten Mädchens zu tappen, das besonders geschickt darin ist, nicht anzuecken, um Bonuspunkte in Form von gesellschaftlicher Anerkennung und moralischer Überlegenheit zu ergattern. Wir brauchen ein neues Wertesystem, das nicht nach den immer gleichen Prinzipien von Belohnung und Bestrafung funktioniert, und es ist an uns, es zu gestalten.“ Ein sehr persönliches Buch, das ich über weite Strecken gerne gelesen habe. Einzig vom Teil über „Die Mutti“ hätte ich mir wirklich mehr erwartet. Der schrammt leicht an „Mom Shaming“ vorbei und bei bleibt vor allem hängen, was man als Mutter alles falsch machen kann (viel).

Ich habs geliebt!!
Eine absolute Leseempfehlung von meiner Seite. Das Buch ist für mich kurz gefasst eine Verhaltensanalyse weiblich geprägter Menschen & deren „Überlebensstrategien“ in unserer patriarchalen Gesellschaft. Das Buch bringt etwas so anderes - fast frisches - mit sich, in dem es gewisse weibliche Verhaltensweisen als toxisch betrachtet & man sich währenddem Lesen trotzdem oder eben genau dadurch doch verstanden und nicht allein fühlt. Ich habe mit mehreren Stellen im Buch eine tiefe Resonaz verspührt, es hat mich herausgefordert eigene Muster einzugestehen ohne dabei eine mit Scham bezogene Kritik auszuüben. So hat es mir vor die Augen geführt wie wichtig ein solches Gespräch über unsere innere Scham ist und wie viele mit mir gleich fühlen - die gleichen Gedanken und Erlebinse teilen. Es schafft den Raum für Reflektion, Gespräch und extrem intime Berührungen mit sich selbst und mit Mitmenschen. Ich empfehle dieses Buch zu 100% für ein neues, offenes Gespräch auf Augenhöhe mit Platz für echte Berührungen. <3

Eine Frau, die ihre Wut reguliert und unterdrückt, ist für einen Markt, der auf Selbstzweifel und Selbstoptimierung baut, gefundenes Fressen. Eine Frau, die ihrer Wut freien Lauf lässt und sich den Raum nimmt, nicht perfekt zu sein, stellt für den Kapitalismus ein Problem dar. Diese Frau investiert nicht in das nächste überteuerte Beauty-Produkt, nicht in das Wellness-Retreat. Diese Frau geht Pizza essen.
Absolut lesenwertes Buch zum Thema toxische Weiblichkeit mit vielen Anregungen.
Sophia Fritz schreibt sie hat keine Antworten darauf wo wir weiter machen oder wir anfangen. Ich glaube, mit dem Buch hat die Autorin durchaus, auch wenn sie es in dem Moment nicht wusste, einen guten ersten Ansatz gefunden. Und zwar, das wir bei uns selber Anfangen müssen, wenn sich etwas ändern soll. Draufschauen, Muster erkennen und anfangen, etwas anders zu machen. Das Buch gibt einige gute Impulse, die zum Nachdenken und Reflektieren über sich selber und seine eigene Sozialisierung und daraus resultierende Verhaltens- und Denkmuster anregen. Darüber, wie wichtig eine bessere Solidarität unter Frauen wäre, und einiges mehr. Im Großen und Ganzen ein lesenswertes Buch mit vielen Anregungen. Gebe aber zu, das ich gerade zu Beginn mich etwas schwer tat mit dem Schreibstil. Sie wirkte aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus anfänglich etwas widersprüchlich in den Aussagen und nicht so selbstreflektiert wie im späteren Verlauf des Buches. Zudem hatte ich nicht erwartet, dass das Buch aus einer so subjektiven Sicht geschrieben wurde, wofür aber die Autorin nichts kann. Die Autorin schreibt aus einer sehr priviligierten Position heraus. Da hätte ich mir beim analysieren aus verschiedenen Perspektiven eine größere Vielfalt aus unterschiedlichen Positionen heraus gefallen und wie deren Herangehensweise etwas zu ändern ist.
Toller Gedankenanstoss
Ich habe das Buch gekauft um es annotiert einer Freundin zu schenken. Und wir haben es beide geliebt: ein kluger Essay, bei dem sowohl Einsteiger als auch Menschen, die sich bereits mit dem Thema befasst haben, dazulernen können ohne dass es mit dem Finger auf einzelne zeigt.
Ein ehrliches Buch, das zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregt
"Toxische Weiblichkeit“ hat mich wirklich beeindruckt. Das Buch ist klug, differenziert und gleichzeitig sehr zugänglich geschrieben. Besonders stark finde ich, wie selbstverständlich und doch tiefgehend das Thema toxische Weiblichkeit beleuchtet wird – ohne Anklage, aber mit viel Klarheit. Beim Lesen habe ich mich selbst immer wieder in meinem eigenen Verhalten und in gesellschaftlich erlernten Mustern reflektiert. Genau das macht das Buch für mich so wertvoll: Es öffnet einen ehrlichen Raum zur Selbstreflexion und regt dazu an, Verantwortung zu übernehmen. Für mich ein sehr wichtiges, bereicherndes Buch, das ich absolut weiterempfehlen kann.
„Manchmal habe ich das Gefühl, von keiner Beziehung so beschädigt worden zu sein wie von der Konditionierung, ein gutes Mädchen zu sein zu müssen. Der Anspruch, immer verständnisvoll, nett, aufmerksam, sanft und zuvorkommend zu sein, ist so tief in mir verwurzelt, dass ich Ihn unmöglich von meinem Charakter trennen kann.[…]. Ich dachte, wenn ich nur nett genug wäre, würden mir alle Türen offenstehen.“ In Ihrem knapp 200 seitigen Essay nimmt uns Sophia mit auf einen Exkurs zum bisher noch unglaublich vernachlässigten Thema der toxischen Weiblichkeit. Was ist das? Woher kommt Sie und was können wir tun, um einander sanfter und echter zu begegnen? Das hier ist kein Buch nach dessen beenden Ihr euch schlecht fühlt „Frau“ oder „weiblich“ zu sein. Es ist eher eine Möglichkeit auf fast jeder Seite einen neuen Denkanstoß dazu zu bekommen warum wir uns so verhalten wie wir es eben tun. Welche Situationen, gesellschaftlichen Zwänge uns geformt haben und was wir tun können um dieser Sozialisierung entgegenzuwirken. Was ich an Sophias Art des Schreibens besonders mag? Dass sie so schonungslos ist und das vor allem auch zu sich selbst. Sie nimmt sich hier eines Themas an in welchem Sie sich selbst noch nicht sicher bewegen kann und gesteht sich an unglaublich vielen Stellen vor uns Leser:Innen ein, dass Sie sich gerade selbst wieder dabei ertappt toxisch weiblich zu denken, zu fühlen, zu agieren. Geht’s noch authentischer? Ich glaube nicht. Also für mich jedenfalls nicht. Danke Sophia, dass du uns so sehr an deinem Inneren teilhaben lässt, dadurch fühle ich mich beim Lesen so viel weniger alleine. Denn ja, auch ich bin genau so eine „Bitch“, eine dieser „Powerfrauen“ und selbsternannte „People pleaserin“ um die es hier unter anderem geht. Ich urteile und verurteile unterbewusst (manchmal auch bewusst). Nicht immer, auch nicht vollumfänglich, aber immer mal wieder. Fakt ist: wir können nur dann an uns und diesen eingefahrenen Eigenschaften arbeiten, wenn wir sie anerkennen und vor allem sichtbar machen. Aussprechen was uns umtreibt, bewegt, beschäftigt. Unser Handeln und Denken hinterfragen. Und genau das mache ich seitdem ich das Buch in die Hand genommen habe. Ich bin mir ganz sicher, dass ich es mir noch wahnsinnig oft zur Hand nehmen und über die besprochenen Themen nachdenken und sprechen werde. Falls Ihr also Lust habt auf eine kleine (große) Entdeckungsreise, während derer Ihr euch selbst besser kennen lernen könnt, indem Ihr versteht durch welche Prägungen wir gewisses Verhalten an den Tag legen, dann ist das euer Buch! Und wenn Ihr keine Lust habt dann lest es erst recht!
“Toxische Weiblichkeit ist aber nicht tödlich und sie gilt nicht dem Erhalt einer Machtposition. Im Gegensatz zur toxischen Männlichkeit ist sie eine Notlösung, eine Strategie für das Fortbestehen in einem patriarchalen Gesellschaftssystem.” Ein in Teilen interessantes, manchmal etwas misogynes, aber auch total feministisches Werk. Ja, ich bin auch erstaunt, dass das alles zusammen geht. Das Buch liest sich anstrengend und so soll es wohl auch sein. Es wird aber besser, wenn man sich ein paar Dinge klarmacht. Zum einen ist das hier nicht DIE Erfahrung von Mädchen und Frauen, sondern nur EINE. Zum anderen handelt es sich um ein reines Meinungsstück, das komplett subjektiv ist und keine Deutungshoheit für sich beansprucht. Und als solches ist es streitbar, aber sicherlich nicht schlecht. Die Autorin schreibt aus der Position einer wahnsinnig privilegierten Frau heraus. Als Akademikerin, die von zuhause aus arbeiten kann, sich Urlaube, Massagen und Retreats gönnt, Zugang zu Therapie hat. Sie schafft den Blick nach links und rechts nicht wirklich und reiht sich mit ihren Anekdoten ein in die immer gleich klingende Riege von publizierenden Feministinnen, deren Erfahrungen sich so sehr ähneln. Wir brauchen dringend andere, neue Stimmen, die sonst nicht gehört werden. Ich glaube leider, dass sich einige der dünn gesäten Lösungsansätze nicht so richtig auf das reale Leben übertragen lassen. Ich musste an Eva Illouz denken, die unsere Gesellschaft mal als therapiesüchtig bezeichnet hat und uns vorwirft, Gefühle nicht einfach mal da sein zu lassen, sondern alles ergründen zu wollen. Das wird hier im Buch auf die Spitze getrieben, weil jedes Gespräch zerdacht, jede Freundschaft hinterfragt, jeder Fehler fast schon unverzeihlich wird. So zu leben stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Ich habe trotzdem einiges mitgenommen, viel nachgedacht und rechne es der Autorin hoch an, dass sie sich hinterfragt, ihre internalisierte Misogynie erkennt und benennt und nicht nur mit dem Finger auf andere zeigt (ihren Klassismus erkennt sie aber leider nicht). Das Buch ist durchaus lesenswert.
Rezensionsexemplar Ich glaube, ich muss es noch mehrmals lesen, so viele Denkanstöße habe ich bekommen.
Besonders gefallen hat mir, wie ehrlich und selbstkritisch Sophia persönliche Erfahrungen, Gedanken und Gefühle mit mir als Leserin teilt. Ihre Aufrichtigkeit, Empathie und sehr feine Beobachtungsgabe ließen beim Lesen Verbundenheit entstehen, die ich als heilsam empfinde. In Ihrem knapp 200 seitigen Essay nimmt uns Sophia mit auf einen Exkurs zum bisher noch unglaublich vernachlässigten Thema der toxischen Weiblichkeit. Was ist das? Woher kommt Sie und was können wir tun, um einander sanfter und echter zu begegnen? Das hier ist kein Buch nach dessen beenden Ihr euch schlecht fühlt „Frau“ oder „weiblich“ zu sein. Es ist eher eine Möglichkeit auf fast jeder Seite einen neuen Denkanstoß dazu zu bekommen warum wir uns so verhalten wie wir es eben tun. Welche Situationen, gesellschaftlichen Zwänge uns geformt haben und was wir tun können um dieser Sozialisierung entgegenzuwirken. In ihrem Essay widmet sich Sophia Fritz fünf Prototypen toxischer Weiblichkeit: - dem guten Mädchen, das Konfrontation meidet, nicht wütend wird, sich hintenanstellt und nicht auffallen will - der Powerfrau, die sich einerseits empowert und sich andererseits durch „Mädelsabende“ infantilisiert - der Mutti, die auf ihrem Treppchen glänzen will - dem Opfer, das sich vermeintlich verschwestert gegen einen gemeinsamen Feind - der Bitch, die in ihrer Entschlossenheit einfach zu schwierig und aufmüpfig ist. Auch mal wütend wird
Dieses Buch ist ein großer Gewinn. Die Reflektion und Klugheit der Autorin ist bewundernswert. Schmerzende Einsichten und tröstende Worte. Keine Schuldzuweisungen, sondern ein emphatsiches, cleveres Aufmerksam machen. Genau dieses Buch haben wir gebraucht!
War okay
Ich finde es ist ein bisschen einfach gedacht manchmal, aber es gibt gute Ideen und macht manches bewusster „Warum möchte ich das so dringend?“ Ich finde das sollte eins sich öfter fragen.
Must Read!!
Sehr empfehlenswert und ein sehr wichtiges Buch 🙂↕️
„Ich machte mich durch ständiges Relaten unsichtbar und schützte mich durch konsequenzloses Sharing vor Verletzbarkeit.“ Dieses Buch braucht einen Hinweis auf ein Maximalalter, denn sprachlich ist es für Ü30-Jährige stellenweise eine Zumutung bis hin zur völligen Unverständlichkeit. Schon während des Prologs wird mir die Möglichkeit genommen, hier irgendwie zu „relaten“.
Toxische Weiblichkeit von Sophia Fritz Ich finde die Ideen und Ansichten in diesem Buch sehr spannend – wie Fritz weibliche Prägungen analysiert, etwa das „gute Mädchen“, die Powerfrau, Mutti, Opfer und Bitch, und wie diese Figuren unser Verhalten beeinflussen. Auch die Verweise des Buchs auf andere feministische Texte und Themen fand ich bereichernd; hätte ich Toxische Weiblichkeit viel früher gelesen, dann wären es sicher 4,5 Sterne geworden. Was mir allerdings gefehlt hat: Das Buch bringt wenig wirklich Neues, zumindest nicht für Leser:innen, die schon länger mit feministischer Theorie und Reflexion vertraut sind. In manchen Passagen wirkt alles schon einmal gehört – die Selbstreflexion ist ehrlich, aber nicht immer tiefgründig genug, um überraschen zu können. Für Einsteiger:innen in das Thema ist es wunderbar geeignet, um Weiblichkeit und eigene Gefühle zu verstehen aber wer schon viel gelesen hat, bemerkt deutlicher, wo die Grenzen liegen. Insgesamt: Toxische Weiblichkeit ist ein wertvoller Essay für den Einstieg, mit guten Gedanken und Impulsen aber nicht revolutionär frisch für die, die schon viel am Start haben. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)

Wow
Wahnsinnig toller & intensiver Blick auf Frauen & toxische Weiblichkeit. Man reflektiert, fühlt sich verstanden und ertappt gleichzeitig und es ermutigt zum Austausch und Hinterfragen.

Das Buch hat mir geholfen, mich und meine Verhaltensweisen zu reflektieren. Es regt zum Denken an - auf eine interessante und teils humorvolle Weise. Definitiv lesenswert!
Kein Buch hat mich bisher so zum nachdenken angeregt…
Es ist für mich mal etwas ganz neues so ein Sachbuch zu lesen. Aber ich kann es jeden nur empfehlen. Mir wurden in diesem Buch sehr krass die Augen geöffnet und Ich hatte sehr häufig diese Aha Momente als mir bewusst wurde welche Situationen ich selber schon erlebt habe. Das Buch ist gut und zu jedem feministischen Thema dass man sich vorstellen kann gibt es eine These oder Überlegung. Zudem fand ich die Impuls Fragen am Ende extrem cool und die haben mich nochmal richtig zum nachdenken angeregt.. eine Empfehlung für jeden und bitte nicht vom Titel abschrecken lassen.🙏🏻
"Dieses Buch ist ein feministischen Projekt. Statt gegen einzelne misogyne Begriffe anzukämpfen, will ich mich der Gesamtheit des frauenfeindlichen Vokabulars annehmen und es als das erkennen, was es ist: keine wahre Aussage über weiblich sozialisierte Menschen, sondern ein Zeugnis unserer misogynen Gesellschaft." (S.16) Und genau das macht die Autorin auch. Nach und nach beleuchtet sie fünf Rollen, in denen weiblich gelesene Personen doch recht häufig zu finden sind: das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch. Dabei wird jeder ein eigenes Kapitel gewidmet, in welchem verschiedene Ausprägungen, Verhaltensweisen und ihre Außenwirkung gedeutet und hinterfragt werden. Mir hat sehr gut gefallen, dass Sophia Fritz hier nicht einfach besserwisserische Tipps raus haut und mit erhobenem Zeigefinger tadelt, wir seien durch unser Verhalten alle selbst schuld am Patriarchat. Nein, vielmehr hebt sie hervor, wie bestimmte Verhaltensweisen aber durchaus dazu beitragen, das patriarchale Frauenbild aufrecht zu erhalten. Dabei greift sie maßgeblich auf ihren eigenen Erfahrungen, Gespräche und einer kritischen Selbstanalyse zurück. Auch die mitunter aufkommende Scham spricht sie offen an. h denke, es sind insbesondere diese ehrlichen Worte (und mein stetiges Nicken an vielen Stellen), die mich in den Bann gezogen und zum weiterlesen gebracht haben. Es geht nicht darum, sich mit einer der Rollen voll zu identifizieren. Es ist vielmehr ein darauf hinweisen, welche verschiedenen Ausprägungen toxische Weiblichkeit haben kann, damit wir solche Gedanken an uns selbst entdecken, und wenn wir möchten, ändern können. Dazu liest man bereits zwischendurch Impulse heraus, die man für sich mitnehmen kann. Am Ende stellt die Autorin aber auch explizite Fragestellungen bereit. Ein Buch, das sich wunderbar lesen lässt, unter anderem weil der Erzählstil so locker flockig daher kommt. Ich habe einige Stellen markiert, Anregungen für mich mitgenommen und anderes eher außen vor gelassen. Ich kanns empfehlen.

In diesem Essay thematisiert und erklärt Sophia Fritz toxische Weiblichkeit aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Sie unterteilt dabei das Buch in 5 weibliche Stereotypen (das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch) und erarbeitet daran was toxische Weiblichkeit ist. Wie unsere patriarchalische Gesellschaftsstruktur schon von Kindheit an, bestimmtes Rollenverhalten beeinflusst und wie wichtig es ist sich selbst und sein Verhalten zu reflektieren, halte ich immer für ein Thema, über das man nicht genug diskutieren kann. Mir hat das Buch auch ein paar Denkanstöße zu meinem eigenen Verhalten (Stichwort "gutes Mädchen") gegeben. Aber insgesamt fand ich es eine sehr anstrengende Lektüre. Ich glaube dieses Buch wurde nicht für generell Interessierte (mich) geschrieben, sondern für eine Gruppe der bereits Eingeweihten. Anders kann ich mir nicht erklären, dass zum Beispiel Abkürzungen wie FLINTA nicht erklärt wird (wie es generell kein Abkürzungsverzeichnis gibt). Es werden ständig irgendwelche Autorinnen, Aktivistinnen, Freundinnen und sonstige Personen zitiert, bei denen ich nicht weiß, sollte man die kennen, haben sie einen wichtigen Beitrag zum Thema Feminismus geleistet oder sind es einfach irgendwelche random Menschen, die etwas gesagt haben, was der Autorin gefallen hat. All das wird für mich als unwissende Leserin nicht eingeordnet. Genauso wenig Szenen aus Fernsehserien, welche als Beispiel für toxisches Verhalten erwähnt werden (z.B. "the Bear"). Wenn ich jetzt aber diese Serie nicht gesehen habe, was ja durchaus vorkommen kann, habe ich ein Problem, da ich nicht weiß worum es geht. Dies hat mich oft genervt aufstöhnen lassen. Mein Fazit: wichtiges Thema, schlechte Umsetzung
subjektiv und provokant - ein interessanter Essay über weibliche Rollenmuster
In ihrem Buch "Toxische Weiblichkeit" beschreibt Sophia Fritz Verhaltensweisen, die Frauen durch ihre Sozialisierung im Patriarchat erlernen und die oft als „typisch weiblich“ gelten. Diese Verhaltensweisen sind jedoch schädlich – sowohl für uns selbst als auch für andere Frauen – und werden von der Autorin in fünf Prototypen eingeteilt: das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch. Beim Lesen habe ich auf mehreren Ebenen etwas gelernt. Zum einen weiß ich nun, was ein Essay ist: eine subjektive Auseinandersetzung, in der ich mich nicht zwangsläufig wiederfinden muss. Zum anderen habe ich erkannt, welches Privileg es ist, dass die beschriebenen Muster auf mich und mein Umfeld kaum zutreffen. In gewisser Weise bin ich damit sogar doppelt privilegiert – einmal durch meine persönliche Biografie und einmal durch den Umstand, dass ich diese Rezension, genau wie die Autorin ihren Essay, aus einer sehr privilegierten Perspektive (als weiße Akademikerin) verfasse. Anfangs hat mich das Buch eher frustriert, weil ich mit der Erwartung hineingegangen bin, viel zu erkennen, zu reflektieren und zu lernen. Die Erkenntnis, dass mir viele der beschriebenen Verhaltensweisen fremd sind, war jedoch ebenfalls gewinnbringend. Sie hat mir deutlich gemacht, wie individuell wir geprägt sind – durch unsere Eltern, Lehrer*innen, Freund*innen, Partner*innen sowie durch unsere Privilegien oder eben das Fehlen derselben. Festzustellen, dass ich in vieler Hinsicht einfach Glück hatte, hat meinen Blick erweitert. Vielleicht liegt es auch an meinem Alter: Mit 37 habe ich bereits vieles selbst reflektiert und hinter mir gelassen. Mit Anfang 20 hätte mich dieses Buch wahrscheinlich stärker herausgefordert. Dennoch fühle ich mich nun für die Zukunft gewappnet – sei es, um eigene Muster zu hinterfragen oder toxisch-weibliches Verhalten in meinem Umfeld besser zu erkennen.
Was sich zunächst eher antifeministisch anhört - vom Titel - entpuppt sich als ein Feuerwerk diverser Denkanstöße. Schonungslos ehrlich nimmt Sophia Fritz, nicht nur sich selbst, sondern auch aller anderen in die Pflicht, dass auch Frauen maßgeblich an gesellschaftlichen Veränderungen (oder Stillstand) beteiligt sind und das nicht nur zu ihren Gunsten. Selbstreflexion nahe der Schmerzgrenze.
Pflichtlektüre bei den Themen Feminismus und Patriarchat! Ehrlich, klug, mutig - ein Werk was lange nachhallt und ich am liebsten jeder Frau in die Hand drücken würde :)
Ich glaube, ich habe noch nie so ein erschreckend ehrliches Buch gelesen. Ein Buch, das an manchen Stellen sehr schmerzt und weh tut. Das gesellschaftliche und patriarchale Strukturen hinterfragen lässt. Das dazu anregt, Verhaltensweisen und Gedanken zu überdenken, die seit der Kindheit in uns verankert sind. Und dieses Buch zeigt auch erschreckend ehrlich auf, wie Frauen sich untereinander in den Schatten stellen. Seien es Mütter bei Töchtern, Freundinnen, oder man sich selbst. Aber nicht nur bei den Frauen wird dadurch ein Nachteil sichtbar, sondern auch die Männer erfahren dadurch Defizite. Also quasi die gesamte Gesellschaft. Insgesamt ein Buch, dass jede*r gelesen haben sollte!
Niederschwellig und ehrlich geschrieben, habe mich in vielem wiedererkannt - hat mich definitiv nachdenklich gestimmt!
Am Ende blieb ich nachdenklich zurück. Wie es jetzt weiter gehen soll bzw. was man jetzt tun könnte, bleibt offen.
Mal eine andere Seite vom Feminismus.
Sehr interessantes Thema, rundum habe ich es nicht als Anklage von Frauen gesehen und nicht um Schuldzuweisung, sondern das Aufzeigen von entwickelten Strategien um im Patriarchat zu überleben. Einige Punkte waren für mich auch neu, sehr gut zum Verhalten reflektieren und es bewusst zu überdenken.
Description
Book Information
Author Description
Sophia Fritz, geboren 1997, hat Drehbuch an der Filmhochschule in München studiert. 2021 erschien ihr Debütroman "Steine schmeißen", 2022 folgte "Kork", 2023 die Erzählung ‚Frankfurter Kranz‛ in der Anthologie Glückwunsch. 15 Erzählungen über Abtreibung. Sie schreibt für ZEIT ONLINE und hat eine Ausbildung als Jugendguide für Gedenkstätten, als Sterbebegleiterin im Hospiz und als Tantramasseurin. Toxische Weiblichkeit ist ihr erstes Buch bei Hanser Berlin. Unter ehrlichleben.de bietet sie ein Kursprogramm an.
Posts
wirklich super schlaues, lehrreiches buch
sophia fritz schreibt reflektiert und durchdacht über verinnerlichte verhaltensmuster durch die weibliche erziehung und weshalb der feminismus als bewegung innerhalb unserer gesellschaft allen menschen, jeden geschlechts hilft. zu beginn habe ich erst viele gedankengänge gelesen die mir erst nicht unbedingt neu vorkamen aber besonders in der zweiten hälfte des buches sind viele perspektiven und erfahrungen festgehalten über die ich lange noch nachgedacht habe weil sie oftmals tatsächlich neu waren. tolles buch!
Muss man gelesen haben.
Ich habe sehr oft tief durchgeatmet und muss wirklich sagen, dass dieses eines der Bücher ist, die im Gehirn ein bisschen herumflechten. Danach denkt man einfach anders. Bitte alle anders denken üben und dieses Buch lesen. ♡♡♡

Ein must-read für Frauen wie Männer, vor allem für jene, die die nächste Generation erziehen. Hätte es solche Bücher für meine Generation gegeben, wäre Frauen so einiges erspart geblieben. Ich freue mich, dass sich die Welt diesbezüglich im guten Wandel befindet.
"Toxische Weiblichkeit" beschreibt ein selbst- und fremdschädigendes Verhalten von Frauen, das durch die Erfüllung männlicher Erwartungen entsteht. Es ist ein relativ neuer Begriff, der kontrovers diskutiert wird und sich mit internalisierter Misogynie auseinandersetzt. Erläuterung: Der Begriff "toxische Weiblichkeit" ist ein Gegenstück zu "toxischer Männlichkeit" und bezieht sich auf Verhaltensweisen, die Frauen selbst oder anderen Frauen gegenüber schädlich sein können. Diese Verhaltensweisen sind oft internalisierte Muster, die Frauen im Laufe ihrer Sozialisation erlernen und die von der Gesellschaft als typisch weiblich angesehen werden, aber negative Auswirkungen haben können. Aspekte von toxischer Weiblichkeit können sein: "Girl Hate": Neid und Missgunst unter Frauen, Konkurrenzdenken und das Gefühl, dass nur eine "coole" oder "kluge" Frau in einem sozialen Kreis Platz hat. Internalisierte Misogynie: Frauen, die andere Frauen aufgrund von Stereotypen oder Erwartungen kritisieren oder abwerten. Manipulation und Machtspiele: Frauen, die versuchen, durch indirekte Methoden Kontrolle und Macht zu erlangen, z.B. durch das Vermeiden von Konflikten oder das Ausnutzen von Stereotypen. Selbstaufopferung: Frauen, die sich übermäßig für andere aufopfern und dabei ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Opferrolle: Frauen, die sich selbst als hilflos und unterdrückt darstellen, oft in Beziehung zu Männern. Ziele der Auseinandersetzung mit "toxischer Weiblichkeit": Bewusstmachung: Erkennen und hinterfragen von schädlichen Verhaltensmustern, die Frauen internalisiert haben. Stärkung positiver Ressourcen: Entdecken und fördern von positiven Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Frauen von ihren Sozialisations-toxischen Verhaltensweisen befreien können. Gestaltung eines neuen Wertesystems: Gemeinsames Schaffen einer Gesellschaft, die die Prinzipien von Belohnung und Bestrafung überwindet und ein neues Miteinander von Frauen und Männern ermöglicht. Wirklich sehr gut

Wir können nicht warten, bis die Männer sich verändern.
Zitat: Zurzeit fordern wir Gleichberechtigung, indem wir Männer auf ihr egozentrisches, möglicherweise destruktives Verhalten hinweisen. Doch durch diese Herangehensweise bleiben Frauen und nonbinäre Menschen zwangsläufig in der sozial unterlegenen Rolle, weil wir den Männern die Macht für Veränderung zuschreiben. Sophia Fritz legt mit diesem Buch den Finger in die Wunde und hat mir ein ums andere Mal den Spiegel vorgehalten. Viele von ihr beschriebene Verhaltensmuster, v.a. die des guten Mädchens habe ich wieder entdeckt. Die Scheu vor Konflikten und offenen Worten, das Weglächeln von Beschämungen. Auch der folgende Passus hat mich berührt: Zitat S. 109: Während ich das schreibe, bemerke ich einmal mehr meine eigene misogyne Prägung: ich kritisiere Frauen und Mütter für ihre Fehler, bin dabei beinahe erbarmungslos, während ich den Vätern augenzwinkernd verzeihe und sie aus der Verantwortung entlasse. Das Buch tut weh, aber es lohnt sich!!!
Ein Plädoyer für Solidarität unter Frauen Sophia Fritz nähert sich in ihrem Essay dem Begriff „toxische Weiblichkeit“ aus verschiedenen Perspektiven. So werden folgende fünf (frauenfeindliche) Stereotypen beschrieben: „Das gute Mädchen“ „die Powerfrau“ „die Mutti“ „das Opfer“ und „die Bitch“ Zur Definition vom Begriff „toxische Weiblichkeit sagt Fritz: „Es geht darum, eine Form von Macht, Sicherheit oder Anerkennung zu generieren.“ Folgende Überlegungen können dazu angestellt werden: Wo bin ich nicht in Kontakt mit mir oder anderen Menschen gegenüber? Wo stecke ich in erwartungstypischen Rollen? Wo bin ich nicht authentisch? Die Autorin wird als „kreative und klare Denkerin der neuen Generation“ bezeichnet, ringt aber teilweise mit denselben Fragen wie ich. Sind einige der Verhaltensweisen, die beschrieben werden, wirklich erwartungstypisch weiblich oder handelt es sich dabei einfach um hinderliche Charaktereigenschaften? Das habe ich mich während dem Lesen öfters gefragt. Gut gefallen mir die Impulse, welche zum Nachdenken einladen: - Hast du toxisch weiblichen Anteile? - Wann fühlst du dich besonders weiblich? - Wer kennt dich wirklich? - Wenn du in den letzten Wochen drei Nein-Karten hättest spielen können, wann hättest du sie gezogen? - Was ist dein harschestes Urteil gegenüber anderen Frauen? Und letztlich geht es doch um Menschlichkeit, wie Fritz im Fazit beschreibt: „Erst wenn wir lernen, auf unser inneres Unbehagen zu hören und frei und unerschrocken miteinander sprechen, werden wir stabile Beziehungen zueinander aufbauen können. Wir werden authentischer und integrer mit unseren Eltern, Freund:innen und Kindern umgehen und uns miteinander sicher fühlen.“ Ein Buch, das auf jeden Fall zu Diskussionen anregt!
„Gewalt wird immer mehr Gewalt hervorrufen, Beschämung wird immer Scham produzieren. Wenn es uns aber um Vertrauen und Versöhnung geht und nicht um Rache und Vergeltung, dann müssen wir dieses Verhalten auch an uns selbst kritisieren.“
________________________________________________________ Ein unfassbar tolles und vor allem wichtiges Buch. Ich wurde bei ein paar Themen wirklich emotional aber gleichzeitig war es sehr heilsam. Ich habe einen halben Stern abgezogen weil ich mit ihrem Schreibstil nicht ganz zurecht kam. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, die Autorin schreibt was ihr gerade so in den Sinn kommt. Deshalb sind ihre Texte teilweise etwas wirr. Ich hätte mir ein bisschen mehr Struktur gewünscht. Trotzdem eine große Empfehlung!
Ein sehr wichtiges Buch was meiner Meinung nach zu den Büchern gehört die man mal gelesen haben muss!!
Ein sehr kluges Buch über Feminismus und Weiblichkeit. Obwohl ich schon viel zum Thema gelesen habe, habe ich viel neues gelernt und neue Denkanstöße bekommen. Sehr empfehlenswert
Ein Buch nach meinem Geschmack
Das Feminismus nicht allein davon abhängt, wie sich Männer verändern und wie viel Frauen einfordern und wofür wir alle kämpfen, ist mir nicht erst seit gestern klar. Allerdings finde ich in feministischer Literatur oft sehr polarisierende Standpunkte. Des Öfteren schon habe ich gedacht, dass wir doch alle in einem Boot sitzen, sowohl die Frauen, die durch das Patriarchat als Ursache große Einschränkungen und psychische sowie physische Gewalt erfahren, als auch Männer, die es nicht gelernt haben, weiblich konotierte Eigenschaften, als etwas Positives zu sehen. Umso begeisterter habe ich dieses Buch gelesen, dass meine Haltung widerspiegelt und mir trotzdem noch neue Erkenntnisse liefern konnte Die Autorin hat sich entschieden, die Abschnitte des Buches mit Titeln zu überschreiben, mit denen man Frauen labelt. „Die Mutti“, das gute Mädchen“, „die Powerfrau“, „die Bitch“ und „das Opfer“ suggerieren sofort ein bestimmtes weibliches Bild. Oft sind es Beschreibungen, die wir ablehnen. Ich persönlich wurde sehr oft als Powerfrau bezeichnet und mochte diesen Begriff nie, weil er mir eine Eigenschaft zuschreibt, die ich gar nicht immer so fühle und die mir manchmal die Kraft raubt. Fritz nimmt diese Begrifflichkeiten auseinander und legt die Einzelteile unter einen Brennglas, dass uns deutlich zeigt, wie viel Anteil wir als Frauen selber oft an diesen Bezeichnungen haben. Wie wir sozialisiert wurden aber auch, wie wir Dinge für uns nutzen und damit tendenziell gegen das Patriarchat arbeiten oder es zumindest nicht infrage stellen. Besonders gut, hat mir gefallen, dass sie in dem Kapitel über Opfer auch die Männer als dasselbige sieht. Es ist eine immer weiter um sich greifende Theorie, dass es unglaublich anstrengend sein muss, als Mann im Patriarchat zu bestehen. Dabei relativiert sie nicht die Probleme die Frauen im Patriarchat haben oder die ihnen gemacht werden, sondern zeigt nur die andere Seite auf. Im Grunde genommen ist ihr Buch ein lauter Appell an Frauen Solidarität zu zeigen, und das nicht nur mit anderen Frauen. Es ist deutlich zu erkennen, dass wir, ohne die Männer das Patriarchat nicht besiegen können. Deshalb ist das auch ein Buch, dass Männer lesen sollten. Doch in erster Linie gilt es auch sich selbst zu reflektieren und Feindbilder auch anderen feministischen Sichtweisen gegenüber abzubauen. Ich empfehle das gerne weiter, wenn ihr euch mit feministischen Themen beschäftigt und lege euch das Buch sehr ans Herz, weil es euch vielleicht auch noch mal neue Erkenntnisse liefert. Besonders dann, wenn ihr mit intersektionalem Feminismus hadert.
Habe anderes / mehr erwartet
Bewertung: Im Ordnung für Zwischendurch Die Bewertung fällt mir schwer. Ich habe anderes / mehr erwartet und hab mich mit dem Lesen schwer getan. Es ist aus der subjektiven Sicht der Autorin geschrieben und bringt zwar Anregungen und Denkanstöße, blieb mir aber dabei dann zu sehr bei der (in meiner Wahrnehmung) sehr privilegierten Erfahrungen der Autorin, die ich alle so nicht teilen konnte. Ich habe mir daher mehr als eine Meinung erhofft, mehr eine sachliche Aufarbeitung und Beschäftigung mit dem Thema fern der eigenen Erlebnisse. Zudem ist mir die Autorin bzw. ihre Gedankenwelt zu anstrengend, auch wenn ich die Intention hinter dem Geschriebenen wirklich gut finde.
Ganz gut geschrieben und versucht „weibliche Verhaltensmuster“ zu kategorisieren um darüber reflektieren zu können.
Beim Lesen von "Toxischer Weiblichkeit" von Sophia Fritz wurde ich mit so vielen Denkanstößen überflutet, wodurch ich mir meiner eigenen toxischen Züge bewusst wurde. Jedoch macht Fritz das nicht auf anklagende sondern auf aufklärende Weise und auf eine ehrliche, authentische und persönliche Art. Die Beispiele die sie wählt sind einfach hervorragend und auf den Punkt gebracht. Sie schafft Awareness, tröstet zugleich das Innere Kind und bricht jahrelanges Schweigen. Ein sehr kluges und empfehlenswertes Buch.
Ich konnte einige interessante Impulse für mich mitnehmen.
Sophia Fritz analysiert "toxisch" weibliches Verhalten. Sie hat fünf Prototypen festgestellt: - Das gute Mädchen - Die Powerfrau - Die Mutti - Das Opfer - Die Bitch Ich fand diese Analyse sehr spannend. In einigen Beobachtungen und Erzählungen konnte ich mich wiederfinden, in einigen eher weniger. Das Buch liest sich sehr einfach, da Sophia Fritz überwiegend umgangssprachlich und (aus meiner Perspektive) eine gute verständliche Sprache nutzt, die den aktuellen Sprachgebrauch, mit Ausdrücken, wie "Red Flag" gut trifft. Im Abschnitt zum Prototypen "Die Mutti" habe ich das Wheel of Consent kennengelernt, das Dr. Betty Martin, eine Bodyworkin, entwickelt hat. Ich find Sophia Fritz' Darstellung dazu sehr erleuchtend! "Es ist ein Modell, das die Handlungsmöglichkeiten von Menschen in vier Bereiche einteilt. Wenn ich diejenige bin, die aktiv auf die andere Person zugeht, kann ich entweder nehmen oder geben. Angenommen also, ich begrüße eine Freundin und sehe, dass sie traurig aussieht, dann kann ich fragen, ob sie eine Umarmung möchte, weil ich sie ihr geben, im Sinne von schenken möchte. Ich umarme sie um ihretwillen. Es kann aber genauso gut sein, dass ich selbst traurig bin, das jedoch nicht zugeben möchte und sage: 'Komm, lass dich erstmal umarmen!', obwohl ich eigentlich diejenige bin, die umarmt werden möchte. In dem Fall nehme ich mir eine Umarmung von ihr unter dem Deckmantel der Fürsorge." (S. 106) Weiter beschreibt Sophia Fritz, dass es vielen Frauen schwerfällt "Komplimente, Aufmerksamkeiten, Hilfeleistungen oder Geschenke anzunehmen, ohne sofort panisch über eine Gegenleistung nachzudenken." Der Mutti-Typ ist demnach stets damit beschäftigt zu überlegen, so es noch mehr geben kann, um niemals fragen zu müssen, ob sie auch etwas empfangen könnte. Dieses Verhalten kenne ich von einigen weiblichen Familienmitgliedern und auch von mir selbst. Es tut iwie weh das auf diesen Seiten so deutlich zu lesen und gleichzeitig ist es auch gut, um sich auf den Weg der Veränderung zu machen! Ich habe das Buch mit sehr vielen Markierungen gefüllt und versuche mich hier eher kurz zu fassen und etwas zu komprimieren :D Im letzten Abschnitt zum Typen "Die Bitch" finde ich es erfrischend ehrlich, wie Sophia Fritz mit sich selbst ins Gericht geht. Dieser Prototyp sei mit am schwierigsten zu analysieren, ohne die vielen internationalen misogynen Stereotype wiederzugeben. Auf mich wirkt der Bitch-Typ auch ebenso empowernd wie beängstigend. Er weist so viele wichtige kämpferische "i don't give a fuck" Elemente auf, die ich stark und wichtig, aber ebenso beängstigend und verletzend finde. "Während unseres Ablehnung der Kategorie des guten Mädchens, der Powerfrau, der Mutti und auch das Opfer gerade daher rührt, dass sie alle in ihrer ursprünglichen Form (devote Tochter und Liebhaberin, Dienstleisterin und Mutter) im Patriarchat entstanden sind und dort weiterhin geschätzt werden, hat die Bitch in dieser binären Gesellschaftsordnung keine Daseinsberechtigung. Außer im Kontext von Erotik natürlich." (S. 144) Also alles in allem finde ich es das Buch empfehlenswert. Ich freue mich über die unterschiedlichen Impulse zur Reflexion meines Verhalten und den vielleicht versteckten Intention dahinter. Was davon sind unreflektierte, internalisierte Verhaltensweisen, die ich nach dieser Analyse doch lieber ablegen und/oder überdenken möchte...
Ein FeminisMUSS!
Absolut tolles Buch, ich kann es jedem Menschen nur ans Herz legen. Diese Rollen, in die Frauen* gesteckt werden, die patriarchalen Strukturen, in denen wir gefangen sind - „toxische Weiblichkeit“ ist ein (selbst)kritisches Werk, mit dem ich mich wahnsinnig gut identifizieren konnte. Es begleitet mich im Alltag immer wieder!
🌸🌟❤️
Ich konnte mir zuerst gar nichts unter dem Titel vorstellen und dachte erst (ohne dass ich mich vorher über das Buch informiert habe) es geht um das Miteinander von Frauen. Aber je mehr ich in das Buch eintauchte, desto mehr wird klar: es geht eher um das eigene Bild als Frau und das, was einem von der Gesellschaft eingebläut bzw. suggeriert wurde, wie man zu sein hat und vor allem: wie man als Frau NICHT zu sein hat. Super spannendes und anregendes Buch. In jedem Kapitel resonierte etwas in mir und schrie: „Oh mein Gott!!! Jaa!! Genau so ist es!!!“ Eine absolute Empfehlung für jede Person, die sich mit ihren eigenen Anteilen auseinandersetzen möchte und sich selbst und die Gesellschaft hinterfragt 🌟

Ein subjektiver Essay mit blinden Flecken
Ein spannendes Thema welches bis jetzt viel zu wenig beleuchtet wurde. Allerdings muss man bei diesem Buch sagen, dass es nur eine persönliche Erfahrung schildert und keine allgemeingültige Wahrheit beansprucht. Als subjektiver Essay ist es streitbar. Sehr subjektiv und für mich persönlich auch anstrengend in der sich teils wiedersprechenden Aussagen oder Handlungen der Autorin zu lesen. Die Autorin schreibt aus einer sehr privilegierten Position – als akademisch gebildete Frau mit finanziellen mitteln. Dadurch wirkt ihr Blick eingeschränkt und reiht sich in die immer gleichen Stimmen des publik machenden Feminismus ein. Es bräuchte dringend mehr Vielfalt und neue Perspektiven. Zudem lassen sich die wenigen Lösungsansätze kaum auf das echte Leben übertragen. Wie Eva Illouz kritisiert, wird hier jede Emotion und jede Beziehung bis zur Erschöpfung analysiert, sodass Gespräche überdacht, Freundschaften seziert und Fehler übermäßig streng bewertet werden. Meiner Ansicht nach auch nicht gesund. Allerdings erkennt die Autorin ihre eigenen Probleme anscheinend nicht immer. Ihre Therapie, Yoga Kurse und Retreats im Ausland scheinen ihr dabei zu helfen. Zeigen jedoch wieder nur ihre privilegierte Position. Hätte man nicht so breit erläutern müssen. Schade.
Dieses Buch hat sämtliche Gefühle in mir ausgelöst. Eine Auseinandersetzung mit einer neuen Thematik, mit der ich mich bis jetzt noch nie beschäftigt habe. Ich konnte nicht mit allen Aussagen der Autorin mitgehen bzw. habe ich mich auch nicht in allen Punkten gesehen. Trotzdem führte die Art und Weise der Auseinandersetzung und ihr angenehmer Schreibstil dazu, dass das Werk für mich zu einem Highlight wurde.
Totale Empfehlung!
Das Buch war für mich super interessant, weil man beim Lesen wirklich ständig seine eigenen Handlungen und Verhaltensweisen hinterfragt. Ich habe mich in einigen beschriebenen Rollen mehr wiedergefunden als in anderen, aber genau das hat es so wertvoll gemacht – ich habe viel über mich selbst gelernt, über vergangene Beziehungen und auch darüber, wie ich heute mit bestimmten Situationen umgehe. Sophia Fritz schreibt total reflektiert und sachlich, bringt aber gleichzeitig ihre eigenen Erfahrungen ein. Und das auf eine Art, die nie anklagend oder wertend klingt. Im Gegenteil: Sie schafft es, Themen anzusprechen, die eigentlich unangenehm sein könnten, ohne jemanden bloßzustellen. Man fühlt sich eher abgeholt als kritisiert. Besonders mochte ich ihren Humor. Der ist ganz subtil, aber genau richtig dosiert, um die Schwere mancher Themen aufzulockern. An ein paar Stellen hatte ich das Gefühl, dass sie Wunden anspricht, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass man sie hat – und trotzdem hilft sie einem, sie ein Stück weit zu heilen. Was ich extrem wichtig fand: Sie deklariert an keiner Stelle „die Frau“. Obwohl sie Verhaltensweisen beschreibt, die leicht als Schwächen ausgelegt werden könnten, schafft sie es immer, gleichzeitig zu bestärken. Dieses „So bist du – und das ist okay, aber du kannst daran arbeiten, wenn du willst“-Gefühl zieht sich durchs ganze Buch. Außerdem liefert sie spannende Impulse für eine feministische Zukunft, ohne belehrend zu wirken. Ich würde es wirklich jedem empfehlen, der mehr über toxisch weibliche Muster erfahren möchte – und bereit ist, sich selbst ehrlich zu reflektieren und besser kennenzulernen.
"Toxische Weiblichkeit" - diese beiden Begriffe in Kombination lösen in mir erstmal eine Abwehrhaltung aus, verbinde ich doch toxisches Verhalten eher mit Männlichkeit oder mit ungesunden Beziehungen. Sophia Fritz zeigt aber zurecht auf, dass auch Weiblichkeit toxisch sein kann und wir uns Verhaltensweisen angeeignet haben, um im patriarchalen System besser klarzukommen, um uns ein- und manchmal auch unterzuordnen. Der große Unterschied zur toxischen Männlichkeit ist, dass toxische Weiblichkeit nicht tödlich ist, sondern vereinfacht gesagt eher eine Strategie, um im jeweiligen Leben irgendwie durchzukommen. Dabei beschreibt sie in ihrem Sachbuch fünf Prototypen: das "gute Mädchen", die "Powerfrau", das "Opfer", die "Mutti" und die "Bitch". Ich konnte mich selbst (leider) in jeder dieser Kategorien wiederfinden, was für mich die größte Stärke an diesem Essay ist - er regt dazu an, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren. Dabei setzt die Autorin bei sich selbst an und ist radikal offen, was ich sehr mutig finde. Sophia Fritz Buch "Toxische Weiblichkeit" ist genau richtig unangenehm, stellt konstruktive Fragen und zeigt neue Wege des feministischen Miteinanders auf - für mich sehr gut gelungen! Noch ein Plus des Buchs: Es gibt sehr viele Lektüretipps zum Weiterlesen und Vertiefen der verschiedenen angesprochenen Themen. Das Lesen lohnt sich!

Wenn die Analyse an der Grenze zum Osten haltmacht
Die Intention von Sophia Fritz ist absolut begrüßenswert. Ihre Rhetorik ist bestechend, und wer sie in Interviews erlebt, spürt eine beeindruckende Reflexionsgabe. Ich griff zu diesem Buch, um meine eigenen toxischen Eigenheiten zu reflektieren, doch leider greift das Werk für meine Biografie zu kurz. Wer in der DDR aufgewachsen ist, wird sich im klassischen Narrativ der sanften, bürgerlichen Unterordnung kaum wiederfinden. Das „DDR-gute-Mädchen“ folgte einem völlig anderen Skript: Es definierte sich über Leistung, Belastbarkeit und Kollektivtreue. Ihre Maske war nicht die der lieblichen Harmonie, sondern die des unermüdlichen Fleißes und einer fast stählernen Stärke. Während im Westen anscheinend das „Gefallen“ und die private Harmonie im Zentrum standen, galt die Ausrichtung im Osten eher dem Gelingen des Ganzen. Hier war Weiblichkeit nicht gleichbedeutend mit häuslicher Aktivität. „Bereits“ 1966 wurde die Gleichberechtigung zum staatlichen Grundprinzip. Männer wurden (zumindest auf dem Papier) zur Mitwirkung in Haushalt und Erziehung verpflichtet, und die Erwerbstätigkeit beider Partner war die gesellschaftliche Norm. Dies wirkt sicher bis heute nach, genauso toxisch… aber eben ziemlich anders toxisch. Es ist ein vollkommen anderes Erfahrungsfeld. Das Gefängnis ist hier der unerbittliche Anspruch, in Produktion, Gesellschaft und Familie gleichermaßen „seinen Mann zu stehen“… und dies nicht selbst gewählt. Das Buch will verallgemeinern, bedient dabei aber primär die Altersklasse, die Herkunft und den gesellschaftlichen Stand der Autorin. Es setzt nach meinem Empfinden bis zur von mir gelesenen Seite 74 den Leserinnen konsequent die Brille der nicht selbstbewussten Frau auf. Dabei fühle ich ignoriert, dass es zahlreiche Frauen gibt, echte Powerfrauen mit bestimmt auch unsicheren Anteilen, die nicht grundsätzlich aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus agieren, sondern ihre Kraft und Unabhängigkeit schlichtweg leben. Sicherlich verneint die Autorin diese Frauen nicht, doch ihr Fokus bleibt gefühlt in einem Opfernarrativ haften. Wer keine „Bedürftigkeit“ kompensieren muss, sondern einfach nur seine Kraft kanalisiert, fühlt sich hier nicht gespiegelt, sondern pathologisiert. Ein bestimmt interessanter Beitrag für eine bestimmte Zielgruppe. Nach 74 Seiten breche ich ab.
Aufwühlend
Also…wo fange ich an? Zunächst einmal habe ich während des Lesens stark zwischen Wut, Verzweiflung, Selbstvorwürfen und Scham empfunden. Die Autorin beleuchtet die „toxisch weiblichen“ Eigenschaften, die laut ihr fest in weiblich sozialisierten Menschen und in der Gesellschaft verankert sind. Da fing es ja schon an. Im Großen und Ganzen, liegt all diesen toxischen Eigenschaften das Patriarchat zugrunde. Wie die Autorin es passend beschreibt, sind eben diese Eigenschaften eine Notlösung, um in diesem System zu (über)leben. Und obwohl ich eine Menge notiert, aufgeschrieben und angestrichen habe, bin ich doch zwiegespalten. Auf der einen Seite ist dieses Buch ohne Zweifel ungemütlich. Es zeigt den Spiegel vor, macht betroffen und vielleicht sogar wütend. Andererseits konnte ich dadurch ein wenig mehr Sympathie für beispielsweise meine Mutter und Großmütter empfinden, die doch eben genau aus diesen patriarchalen Rollenbildern heraus wirkten und mir die misogynen Gedanken mitgaben im Laufe meines Lebens. Ich hatte selbst viele Erkenntnisse durch dieses Buch gewonnen. Ich fühlte mich gesehen, fand Worte für etwas, dass ich zuvor nicht benennen konnte. Teilweise musste ich das Buch kurz zuklappen, weil es mich so sehr berührt hat. Ohne Zweifel hat dieses Buch in meinen Augen einen Mehrwert für den Feminismus. Dennoch gibt es auch eine andere Seite. Die Autorin teilt Eigenschaften in (toxisch) männlich und (toxisch) weiblich ein. Ich weiß nicht, ob das nicht am Ende eher negative Auswirkungen haben kann. Zudem ist ganz klar das Patriarchat Schuld, doch toxisch männliche Eigenschaften werden hier kaum benannt. Es wird appelliert, dass „wir nicht auf die Männer warten können, sondern bei uns selbst anfangen müssen.“ Ich frage mich, ob das nicht zu einfach gedacht ist. Zudem erscheint mir vieles an Gedankengängen nur angeschnitten. Ich frage mich, auch nach Schließen des Buches, was ich denn nun tun soll. Irgendwie hätte ich mir doch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Auch, wenn ich in einigen Rezensionen gelesen habe, dass viele sich nicht wiederfinden konnten, kann ich dies nicht von mir behaupten. Ich konnte mich sehr wohl wiederfinden. Nicht nur ich mich, sondern auch große Teile meines Umfelds. Fazit: Das Buch wühlt auf. Ich bin dankbar, dass es da ist, dass es eben auch einen großen Erfolg hat und hatte, weil das Thema unglaublich wichtig ist. Ich finde darin einen großen Teil meiner Geschichte wieder. Dennoch stimme ich mit der Autorin nicht in allem überein und frage mich, ob es eben in der Konklusion nicht zu einfach gedacht wurde. Mir fällt es unglaublich schwer, ein Rating zu geben, daher lasse ich es erstmal.

Fast hätte ich das Buch nicht gelesen, weil mich der Titel abgeschreckt hat - dabei will die Autorin nur vorsorglich den Begriff feministisch konnotieren und definieren als Gegenstück (aber nicht andere Seite der Medaille zur toxischen Männlichkeit).
Von braven Mädchen zu Muttis und „Bitches“ geht die Autorin verschiedene Begrifflichkeiten und „Archetypen“ durch, die Frauen im Patriarchat ausfüllen sollen. Dabei macht sie bei ihrer Analyse auch vor sich selbst nicht Halt, sondern schaut genau hin und zieht die unfeministischen Verhaltensweisen aus sich heraus, beleuchtet sie und erklärt, wie es dazu kommen konnte - und wie es besser geht. Meiner Meinung nach n Buch, das jeder Mensch gelesen haben sollte.
Wow. Das war hart…
Danke an Sophia Fritz für dieses Geschenk. Es tat weh, es war hart, es weckt auf und es ist verdammt ehrlich. Ich habe mich in so vielen Punkten wiedergefunden und finde, jede Frau sollte das gelesen haben. Leider weiß ich auch dass es für manche eine „zu hohe Sprache“ ist oder auch dass sie noch nicht so weit sind. Doch dieses Buch ist nicht nur für Frauen! Mein Mann hat es ebenso gelesen und das hat uns wirklich gut getan. Es hat ihn so ehrlich in mich hineinschauen lassen können aber auch seine weiblichen Seiten wurde dadurch beleuchtet. Ein wahres Meisterwerk dieser Zeit!
Raus aus dem Muster des „guten Mädchens“!
„Vielleicht beginnen wir mit dem Versuch, im Gespräch über toxische Weiblichkeit nicht wieder in das Muster des guten Mädchens zu tappen, das besonders geschickt darin ist, nicht anzuecken, um Bonuspunkte in Form von gesellschaftlicher Anerkennung und moralischer Überlegenheit zu ergattern. Wir brauchen ein neues Wertesystem, das nicht nach den immer gleichen Prinzipien von Belohnung und Bestrafung funktioniert, und es ist an uns, es zu gestalten.“ Ein sehr persönliches Buch, das ich über weite Strecken gerne gelesen habe. Einzig vom Teil über „Die Mutti“ hätte ich mir wirklich mehr erwartet. Der schrammt leicht an „Mom Shaming“ vorbei und bei bleibt vor allem hängen, was man als Mutter alles falsch machen kann (viel).

Ich habs geliebt!!
Eine absolute Leseempfehlung von meiner Seite. Das Buch ist für mich kurz gefasst eine Verhaltensanalyse weiblich geprägter Menschen & deren „Überlebensstrategien“ in unserer patriarchalen Gesellschaft. Das Buch bringt etwas so anderes - fast frisches - mit sich, in dem es gewisse weibliche Verhaltensweisen als toxisch betrachtet & man sich währenddem Lesen trotzdem oder eben genau dadurch doch verstanden und nicht allein fühlt. Ich habe mit mehreren Stellen im Buch eine tiefe Resonaz verspührt, es hat mich herausgefordert eigene Muster einzugestehen ohne dabei eine mit Scham bezogene Kritik auszuüben. So hat es mir vor die Augen geführt wie wichtig ein solches Gespräch über unsere innere Scham ist und wie viele mit mir gleich fühlen - die gleichen Gedanken und Erlebinse teilen. Es schafft den Raum für Reflektion, Gespräch und extrem intime Berührungen mit sich selbst und mit Mitmenschen. Ich empfehle dieses Buch zu 100% für ein neues, offenes Gespräch auf Augenhöhe mit Platz für echte Berührungen. <3

Eine Frau, die ihre Wut reguliert und unterdrückt, ist für einen Markt, der auf Selbstzweifel und Selbstoptimierung baut, gefundenes Fressen. Eine Frau, die ihrer Wut freien Lauf lässt und sich den Raum nimmt, nicht perfekt zu sein, stellt für den Kapitalismus ein Problem dar. Diese Frau investiert nicht in das nächste überteuerte Beauty-Produkt, nicht in das Wellness-Retreat. Diese Frau geht Pizza essen.
Absolut lesenwertes Buch zum Thema toxische Weiblichkeit mit vielen Anregungen.
Sophia Fritz schreibt sie hat keine Antworten darauf wo wir weiter machen oder wir anfangen. Ich glaube, mit dem Buch hat die Autorin durchaus, auch wenn sie es in dem Moment nicht wusste, einen guten ersten Ansatz gefunden. Und zwar, das wir bei uns selber Anfangen müssen, wenn sich etwas ändern soll. Draufschauen, Muster erkennen und anfangen, etwas anders zu machen. Das Buch gibt einige gute Impulse, die zum Nachdenken und Reflektieren über sich selber und seine eigene Sozialisierung und daraus resultierende Verhaltens- und Denkmuster anregen. Darüber, wie wichtig eine bessere Solidarität unter Frauen wäre, und einiges mehr. Im Großen und Ganzen ein lesenswertes Buch mit vielen Anregungen. Gebe aber zu, das ich gerade zu Beginn mich etwas schwer tat mit dem Schreibstil. Sie wirkte aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus anfänglich etwas widersprüchlich in den Aussagen und nicht so selbstreflektiert wie im späteren Verlauf des Buches. Zudem hatte ich nicht erwartet, dass das Buch aus einer so subjektiven Sicht geschrieben wurde, wofür aber die Autorin nichts kann. Die Autorin schreibt aus einer sehr priviligierten Position heraus. Da hätte ich mir beim analysieren aus verschiedenen Perspektiven eine größere Vielfalt aus unterschiedlichen Positionen heraus gefallen und wie deren Herangehensweise etwas zu ändern ist.
Toller Gedankenanstoss
Ich habe das Buch gekauft um es annotiert einer Freundin zu schenken. Und wir haben es beide geliebt: ein kluger Essay, bei dem sowohl Einsteiger als auch Menschen, die sich bereits mit dem Thema befasst haben, dazulernen können ohne dass es mit dem Finger auf einzelne zeigt.
Ein ehrliches Buch, das zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregt
"Toxische Weiblichkeit“ hat mich wirklich beeindruckt. Das Buch ist klug, differenziert und gleichzeitig sehr zugänglich geschrieben. Besonders stark finde ich, wie selbstverständlich und doch tiefgehend das Thema toxische Weiblichkeit beleuchtet wird – ohne Anklage, aber mit viel Klarheit. Beim Lesen habe ich mich selbst immer wieder in meinem eigenen Verhalten und in gesellschaftlich erlernten Mustern reflektiert. Genau das macht das Buch für mich so wertvoll: Es öffnet einen ehrlichen Raum zur Selbstreflexion und regt dazu an, Verantwortung zu übernehmen. Für mich ein sehr wichtiges, bereicherndes Buch, das ich absolut weiterempfehlen kann.
„Manchmal habe ich das Gefühl, von keiner Beziehung so beschädigt worden zu sein wie von der Konditionierung, ein gutes Mädchen zu sein zu müssen. Der Anspruch, immer verständnisvoll, nett, aufmerksam, sanft und zuvorkommend zu sein, ist so tief in mir verwurzelt, dass ich Ihn unmöglich von meinem Charakter trennen kann.[…]. Ich dachte, wenn ich nur nett genug wäre, würden mir alle Türen offenstehen.“ In Ihrem knapp 200 seitigen Essay nimmt uns Sophia mit auf einen Exkurs zum bisher noch unglaublich vernachlässigten Thema der toxischen Weiblichkeit. Was ist das? Woher kommt Sie und was können wir tun, um einander sanfter und echter zu begegnen? Das hier ist kein Buch nach dessen beenden Ihr euch schlecht fühlt „Frau“ oder „weiblich“ zu sein. Es ist eher eine Möglichkeit auf fast jeder Seite einen neuen Denkanstoß dazu zu bekommen warum wir uns so verhalten wie wir es eben tun. Welche Situationen, gesellschaftlichen Zwänge uns geformt haben und was wir tun können um dieser Sozialisierung entgegenzuwirken. Was ich an Sophias Art des Schreibens besonders mag? Dass sie so schonungslos ist und das vor allem auch zu sich selbst. Sie nimmt sich hier eines Themas an in welchem Sie sich selbst noch nicht sicher bewegen kann und gesteht sich an unglaublich vielen Stellen vor uns Leser:Innen ein, dass Sie sich gerade selbst wieder dabei ertappt toxisch weiblich zu denken, zu fühlen, zu agieren. Geht’s noch authentischer? Ich glaube nicht. Also für mich jedenfalls nicht. Danke Sophia, dass du uns so sehr an deinem Inneren teilhaben lässt, dadurch fühle ich mich beim Lesen so viel weniger alleine. Denn ja, auch ich bin genau so eine „Bitch“, eine dieser „Powerfrauen“ und selbsternannte „People pleaserin“ um die es hier unter anderem geht. Ich urteile und verurteile unterbewusst (manchmal auch bewusst). Nicht immer, auch nicht vollumfänglich, aber immer mal wieder. Fakt ist: wir können nur dann an uns und diesen eingefahrenen Eigenschaften arbeiten, wenn wir sie anerkennen und vor allem sichtbar machen. Aussprechen was uns umtreibt, bewegt, beschäftigt. Unser Handeln und Denken hinterfragen. Und genau das mache ich seitdem ich das Buch in die Hand genommen habe. Ich bin mir ganz sicher, dass ich es mir noch wahnsinnig oft zur Hand nehmen und über die besprochenen Themen nachdenken und sprechen werde. Falls Ihr also Lust habt auf eine kleine (große) Entdeckungsreise, während derer Ihr euch selbst besser kennen lernen könnt, indem Ihr versteht durch welche Prägungen wir gewisses Verhalten an den Tag legen, dann ist das euer Buch! Und wenn Ihr keine Lust habt dann lest es erst recht!
“Toxische Weiblichkeit ist aber nicht tödlich und sie gilt nicht dem Erhalt einer Machtposition. Im Gegensatz zur toxischen Männlichkeit ist sie eine Notlösung, eine Strategie für das Fortbestehen in einem patriarchalen Gesellschaftssystem.” Ein in Teilen interessantes, manchmal etwas misogynes, aber auch total feministisches Werk. Ja, ich bin auch erstaunt, dass das alles zusammen geht. Das Buch liest sich anstrengend und so soll es wohl auch sein. Es wird aber besser, wenn man sich ein paar Dinge klarmacht. Zum einen ist das hier nicht DIE Erfahrung von Mädchen und Frauen, sondern nur EINE. Zum anderen handelt es sich um ein reines Meinungsstück, das komplett subjektiv ist und keine Deutungshoheit für sich beansprucht. Und als solches ist es streitbar, aber sicherlich nicht schlecht. Die Autorin schreibt aus der Position einer wahnsinnig privilegierten Frau heraus. Als Akademikerin, die von zuhause aus arbeiten kann, sich Urlaube, Massagen und Retreats gönnt, Zugang zu Therapie hat. Sie schafft den Blick nach links und rechts nicht wirklich und reiht sich mit ihren Anekdoten ein in die immer gleich klingende Riege von publizierenden Feministinnen, deren Erfahrungen sich so sehr ähneln. Wir brauchen dringend andere, neue Stimmen, die sonst nicht gehört werden. Ich glaube leider, dass sich einige der dünn gesäten Lösungsansätze nicht so richtig auf das reale Leben übertragen lassen. Ich musste an Eva Illouz denken, die unsere Gesellschaft mal als therapiesüchtig bezeichnet hat und uns vorwirft, Gefühle nicht einfach mal da sein zu lassen, sondern alles ergründen zu wollen. Das wird hier im Buch auf die Spitze getrieben, weil jedes Gespräch zerdacht, jede Freundschaft hinterfragt, jeder Fehler fast schon unverzeihlich wird. So zu leben stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Ich habe trotzdem einiges mitgenommen, viel nachgedacht und rechne es der Autorin hoch an, dass sie sich hinterfragt, ihre internalisierte Misogynie erkennt und benennt und nicht nur mit dem Finger auf andere zeigt (ihren Klassismus erkennt sie aber leider nicht). Das Buch ist durchaus lesenswert.
Rezensionsexemplar Ich glaube, ich muss es noch mehrmals lesen, so viele Denkanstöße habe ich bekommen.
Besonders gefallen hat mir, wie ehrlich und selbstkritisch Sophia persönliche Erfahrungen, Gedanken und Gefühle mit mir als Leserin teilt. Ihre Aufrichtigkeit, Empathie und sehr feine Beobachtungsgabe ließen beim Lesen Verbundenheit entstehen, die ich als heilsam empfinde. In Ihrem knapp 200 seitigen Essay nimmt uns Sophia mit auf einen Exkurs zum bisher noch unglaublich vernachlässigten Thema der toxischen Weiblichkeit. Was ist das? Woher kommt Sie und was können wir tun, um einander sanfter und echter zu begegnen? Das hier ist kein Buch nach dessen beenden Ihr euch schlecht fühlt „Frau“ oder „weiblich“ zu sein. Es ist eher eine Möglichkeit auf fast jeder Seite einen neuen Denkanstoß dazu zu bekommen warum wir uns so verhalten wie wir es eben tun. Welche Situationen, gesellschaftlichen Zwänge uns geformt haben und was wir tun können um dieser Sozialisierung entgegenzuwirken. In ihrem Essay widmet sich Sophia Fritz fünf Prototypen toxischer Weiblichkeit: - dem guten Mädchen, das Konfrontation meidet, nicht wütend wird, sich hintenanstellt und nicht auffallen will - der Powerfrau, die sich einerseits empowert und sich andererseits durch „Mädelsabende“ infantilisiert - der Mutti, die auf ihrem Treppchen glänzen will - dem Opfer, das sich vermeintlich verschwestert gegen einen gemeinsamen Feind - der Bitch, die in ihrer Entschlossenheit einfach zu schwierig und aufmüpfig ist. Auch mal wütend wird
Dieses Buch ist ein großer Gewinn. Die Reflektion und Klugheit der Autorin ist bewundernswert. Schmerzende Einsichten und tröstende Worte. Keine Schuldzuweisungen, sondern ein emphatsiches, cleveres Aufmerksam machen. Genau dieses Buch haben wir gebraucht!
War okay
Ich finde es ist ein bisschen einfach gedacht manchmal, aber es gibt gute Ideen und macht manches bewusster „Warum möchte ich das so dringend?“ Ich finde das sollte eins sich öfter fragen.
Must Read!!
Sehr empfehlenswert und ein sehr wichtiges Buch 🙂↕️
„Ich machte mich durch ständiges Relaten unsichtbar und schützte mich durch konsequenzloses Sharing vor Verletzbarkeit.“ Dieses Buch braucht einen Hinweis auf ein Maximalalter, denn sprachlich ist es für Ü30-Jährige stellenweise eine Zumutung bis hin zur völligen Unverständlichkeit. Schon während des Prologs wird mir die Möglichkeit genommen, hier irgendwie zu „relaten“.
Toxische Weiblichkeit von Sophia Fritz Ich finde die Ideen und Ansichten in diesem Buch sehr spannend – wie Fritz weibliche Prägungen analysiert, etwa das „gute Mädchen“, die Powerfrau, Mutti, Opfer und Bitch, und wie diese Figuren unser Verhalten beeinflussen. Auch die Verweise des Buchs auf andere feministische Texte und Themen fand ich bereichernd; hätte ich Toxische Weiblichkeit viel früher gelesen, dann wären es sicher 4,5 Sterne geworden. Was mir allerdings gefehlt hat: Das Buch bringt wenig wirklich Neues, zumindest nicht für Leser:innen, die schon länger mit feministischer Theorie und Reflexion vertraut sind. In manchen Passagen wirkt alles schon einmal gehört – die Selbstreflexion ist ehrlich, aber nicht immer tiefgründig genug, um überraschen zu können. Für Einsteiger:innen in das Thema ist es wunderbar geeignet, um Weiblichkeit und eigene Gefühle zu verstehen aber wer schon viel gelesen hat, bemerkt deutlicher, wo die Grenzen liegen. Insgesamt: Toxische Weiblichkeit ist ein wertvoller Essay für den Einstieg, mit guten Gedanken und Impulsen aber nicht revolutionär frisch für die, die schon viel am Start haben. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)

Wow
Wahnsinnig toller & intensiver Blick auf Frauen & toxische Weiblichkeit. Man reflektiert, fühlt sich verstanden und ertappt gleichzeitig und es ermutigt zum Austausch und Hinterfragen.

Das Buch hat mir geholfen, mich und meine Verhaltensweisen zu reflektieren. Es regt zum Denken an - auf eine interessante und teils humorvolle Weise. Definitiv lesenswert!
Kein Buch hat mich bisher so zum nachdenken angeregt…
Es ist für mich mal etwas ganz neues so ein Sachbuch zu lesen. Aber ich kann es jeden nur empfehlen. Mir wurden in diesem Buch sehr krass die Augen geöffnet und Ich hatte sehr häufig diese Aha Momente als mir bewusst wurde welche Situationen ich selber schon erlebt habe. Das Buch ist gut und zu jedem feministischen Thema dass man sich vorstellen kann gibt es eine These oder Überlegung. Zudem fand ich die Impuls Fragen am Ende extrem cool und die haben mich nochmal richtig zum nachdenken angeregt.. eine Empfehlung für jeden und bitte nicht vom Titel abschrecken lassen.🙏🏻
"Dieses Buch ist ein feministischen Projekt. Statt gegen einzelne misogyne Begriffe anzukämpfen, will ich mich der Gesamtheit des frauenfeindlichen Vokabulars annehmen und es als das erkennen, was es ist: keine wahre Aussage über weiblich sozialisierte Menschen, sondern ein Zeugnis unserer misogynen Gesellschaft." (S.16) Und genau das macht die Autorin auch. Nach und nach beleuchtet sie fünf Rollen, in denen weiblich gelesene Personen doch recht häufig zu finden sind: das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch. Dabei wird jeder ein eigenes Kapitel gewidmet, in welchem verschiedene Ausprägungen, Verhaltensweisen und ihre Außenwirkung gedeutet und hinterfragt werden. Mir hat sehr gut gefallen, dass Sophia Fritz hier nicht einfach besserwisserische Tipps raus haut und mit erhobenem Zeigefinger tadelt, wir seien durch unser Verhalten alle selbst schuld am Patriarchat. Nein, vielmehr hebt sie hervor, wie bestimmte Verhaltensweisen aber durchaus dazu beitragen, das patriarchale Frauenbild aufrecht zu erhalten. Dabei greift sie maßgeblich auf ihren eigenen Erfahrungen, Gespräche und einer kritischen Selbstanalyse zurück. Auch die mitunter aufkommende Scham spricht sie offen an. h denke, es sind insbesondere diese ehrlichen Worte (und mein stetiges Nicken an vielen Stellen), die mich in den Bann gezogen und zum weiterlesen gebracht haben. Es geht nicht darum, sich mit einer der Rollen voll zu identifizieren. Es ist vielmehr ein darauf hinweisen, welche verschiedenen Ausprägungen toxische Weiblichkeit haben kann, damit wir solche Gedanken an uns selbst entdecken, und wenn wir möchten, ändern können. Dazu liest man bereits zwischendurch Impulse heraus, die man für sich mitnehmen kann. Am Ende stellt die Autorin aber auch explizite Fragestellungen bereit. Ein Buch, das sich wunderbar lesen lässt, unter anderem weil der Erzählstil so locker flockig daher kommt. Ich habe einige Stellen markiert, Anregungen für mich mitgenommen und anderes eher außen vor gelassen. Ich kanns empfehlen.

In diesem Essay thematisiert und erklärt Sophia Fritz toxische Weiblichkeit aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Sie unterteilt dabei das Buch in 5 weibliche Stereotypen (das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch) und erarbeitet daran was toxische Weiblichkeit ist. Wie unsere patriarchalische Gesellschaftsstruktur schon von Kindheit an, bestimmtes Rollenverhalten beeinflusst und wie wichtig es ist sich selbst und sein Verhalten zu reflektieren, halte ich immer für ein Thema, über das man nicht genug diskutieren kann. Mir hat das Buch auch ein paar Denkanstöße zu meinem eigenen Verhalten (Stichwort "gutes Mädchen") gegeben. Aber insgesamt fand ich es eine sehr anstrengende Lektüre. Ich glaube dieses Buch wurde nicht für generell Interessierte (mich) geschrieben, sondern für eine Gruppe der bereits Eingeweihten. Anders kann ich mir nicht erklären, dass zum Beispiel Abkürzungen wie FLINTA nicht erklärt wird (wie es generell kein Abkürzungsverzeichnis gibt). Es werden ständig irgendwelche Autorinnen, Aktivistinnen, Freundinnen und sonstige Personen zitiert, bei denen ich nicht weiß, sollte man die kennen, haben sie einen wichtigen Beitrag zum Thema Feminismus geleistet oder sind es einfach irgendwelche random Menschen, die etwas gesagt haben, was der Autorin gefallen hat. All das wird für mich als unwissende Leserin nicht eingeordnet. Genauso wenig Szenen aus Fernsehserien, welche als Beispiel für toxisches Verhalten erwähnt werden (z.B. "the Bear"). Wenn ich jetzt aber diese Serie nicht gesehen habe, was ja durchaus vorkommen kann, habe ich ein Problem, da ich nicht weiß worum es geht. Dies hat mich oft genervt aufstöhnen lassen. Mein Fazit: wichtiges Thema, schlechte Umsetzung
subjektiv und provokant - ein interessanter Essay über weibliche Rollenmuster
In ihrem Buch "Toxische Weiblichkeit" beschreibt Sophia Fritz Verhaltensweisen, die Frauen durch ihre Sozialisierung im Patriarchat erlernen und die oft als „typisch weiblich“ gelten. Diese Verhaltensweisen sind jedoch schädlich – sowohl für uns selbst als auch für andere Frauen – und werden von der Autorin in fünf Prototypen eingeteilt: das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch. Beim Lesen habe ich auf mehreren Ebenen etwas gelernt. Zum einen weiß ich nun, was ein Essay ist: eine subjektive Auseinandersetzung, in der ich mich nicht zwangsläufig wiederfinden muss. Zum anderen habe ich erkannt, welches Privileg es ist, dass die beschriebenen Muster auf mich und mein Umfeld kaum zutreffen. In gewisser Weise bin ich damit sogar doppelt privilegiert – einmal durch meine persönliche Biografie und einmal durch den Umstand, dass ich diese Rezension, genau wie die Autorin ihren Essay, aus einer sehr privilegierten Perspektive (als weiße Akademikerin) verfasse. Anfangs hat mich das Buch eher frustriert, weil ich mit der Erwartung hineingegangen bin, viel zu erkennen, zu reflektieren und zu lernen. Die Erkenntnis, dass mir viele der beschriebenen Verhaltensweisen fremd sind, war jedoch ebenfalls gewinnbringend. Sie hat mir deutlich gemacht, wie individuell wir geprägt sind – durch unsere Eltern, Lehrer*innen, Freund*innen, Partner*innen sowie durch unsere Privilegien oder eben das Fehlen derselben. Festzustellen, dass ich in vieler Hinsicht einfach Glück hatte, hat meinen Blick erweitert. Vielleicht liegt es auch an meinem Alter: Mit 37 habe ich bereits vieles selbst reflektiert und hinter mir gelassen. Mit Anfang 20 hätte mich dieses Buch wahrscheinlich stärker herausgefordert. Dennoch fühle ich mich nun für die Zukunft gewappnet – sei es, um eigene Muster zu hinterfragen oder toxisch-weibliches Verhalten in meinem Umfeld besser zu erkennen.
Was sich zunächst eher antifeministisch anhört - vom Titel - entpuppt sich als ein Feuerwerk diverser Denkanstöße. Schonungslos ehrlich nimmt Sophia Fritz, nicht nur sich selbst, sondern auch aller anderen in die Pflicht, dass auch Frauen maßgeblich an gesellschaftlichen Veränderungen (oder Stillstand) beteiligt sind und das nicht nur zu ihren Gunsten. Selbstreflexion nahe der Schmerzgrenze.
Pflichtlektüre bei den Themen Feminismus und Patriarchat! Ehrlich, klug, mutig - ein Werk was lange nachhallt und ich am liebsten jeder Frau in die Hand drücken würde :)
Ich glaube, ich habe noch nie so ein erschreckend ehrliches Buch gelesen. Ein Buch, das an manchen Stellen sehr schmerzt und weh tut. Das gesellschaftliche und patriarchale Strukturen hinterfragen lässt. Das dazu anregt, Verhaltensweisen und Gedanken zu überdenken, die seit der Kindheit in uns verankert sind. Und dieses Buch zeigt auch erschreckend ehrlich auf, wie Frauen sich untereinander in den Schatten stellen. Seien es Mütter bei Töchtern, Freundinnen, oder man sich selbst. Aber nicht nur bei den Frauen wird dadurch ein Nachteil sichtbar, sondern auch die Männer erfahren dadurch Defizite. Also quasi die gesamte Gesellschaft. Insgesamt ein Buch, dass jede*r gelesen haben sollte!
Niederschwellig und ehrlich geschrieben, habe mich in vielem wiedererkannt - hat mich definitiv nachdenklich gestimmt!
Am Ende blieb ich nachdenklich zurück. Wie es jetzt weiter gehen soll bzw. was man jetzt tun könnte, bleibt offen.
Mal eine andere Seite vom Feminismus.
Sehr interessantes Thema, rundum habe ich es nicht als Anklage von Frauen gesehen und nicht um Schuldzuweisung, sondern das Aufzeigen von entwickelten Strategien um im Patriarchat zu überleben. Einige Punkte waren für mich auch neu, sehr gut zum Verhalten reflektieren und es bewusst zu überdenken.























































