Totenland

Totenland

by Michael Jensen·Book 1 of 3
Softcover
3.512
HehlereiPolizistMordGestapo

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Description

Von Opfern und Tätern. Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt. Ein Mordfall vor einer ungewöhnlichen historischen Kulisse – und ein Ermittler, der dem Grauen des Krieges eines entgegenhält: die Liebe zur Wahrheit.

Book Information

Main Genre
Crime
Sub Genre
Historical
Format
Softcover
Pages
400
Price
13.40 €

Author Description

Michael Jensen wurde im Norden Schleswig-Holsteins geboren. Hauptberuflich ist er als Arzt tätig und interessierte sich früh für jüngere deutsche Geschichte und deren Folgen für die Nachkriegsgenerationen. Für sein literarisches Schreiben hat er ein Pseudonym gewählt. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und im Kreis Schleswig-Flensburg.Im Aufbau Taschenbuch sind seine historischen Krimis um die Brüder Sass lieferbar sowie seine Reihe um Inspektor Jens Druwe.Mehr zum Autor unter autor-jensen.de.

Posts

4
All
2

2,5 Hätte tolle Story sein können. War mir oft zu langatmig

2

Zäh und zweidimensional

"Totenland" spielt im April 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Wir folgen dem Protagonisten Jens Druwe, einem Polizisten, der nach seiner schweren Verwundung in Schleswig-Holstein stationiert ist, um dort für Ordnung zu sorgen. Als ein hoher NSDAP-Funktionär ermordet wird und ein entflohener Häftling als der offensichtliche Verdächtige ins Visier der Behörden gerät, weigert sich Druwe, sich einfach dem Willen seiner Vorgesetzten zu beugen. Zusammen mit der Schwester des Verdächtigen, die ebenfalls den Mut aufbringt, sich gegen das untergehende NS-Regime zu stellen, versucht Druwe, die Wahrheit zu entlarven. Doch trotz dieses scheinbar spannenden Plots, wird die Handlung durch mangelnde Dynamik und unnötige Längen ausgebremst. Der Mordfall, der den Kern der Handlung bildet, kommt nur schleppend in Gang. Und selbst einmal ins Rollen gebracht, entwickelt er sich in einem quälend langsamen Tempo, sodass die Spannung ausbleibt. Es gibt viele Szenen, die die Handlung unnötig in die Länge ziehen und das Tempo drosseln, was letztendlich zu einem zähen Leseerlebnis führt. Die Figur des Jens Druwe, die zunächst vielversprechend erscheint, bleibt im Verlauf der Geschichte blass. Die Schwester des Verdächtigen, obwohl sie als mutige Frau eingeführt wird, die sich gegen die Unterdrückung auflehnt, bleibt ebenfalls zweidimensional und unausgegoren. Zwar zeichnet Jensen ein atmosphärisches Bild von Deutschland am Ende des Krieges, doch dies reicht nicht aus, um über die Mängel in Bezug auf Handlung und Charakterisierung hinwegzutäuschen. Man kann das Gefühl nicht abschütteln, dass das Buch ungenutztes Potenzial hat, das aufgrund mangelhafter Ausführung und fehlender Dynamik nicht realisiert wurde. ⭐️⭐️

5

Die Stimmung die das Buch transportiert wird gleich auf den ersten Seiten klar. Wir lernen Ludwig Steinfeld kennen, der 12 Jahre grundlos im KZ Fuhlsbüttel gesessen hat. Was er dort erlebt hat, hat ihn gebrochen. Und es bricht den Leser der durch das Lesen der Zeilen ein Teil von Steinfeld wird. Er ist ein Schatten seiner selbst, mehr tot als lebendig und den Lebenswillen hat er schon lange verloren. Trotzdem gelingt ihm durch einen glücklichen Zufall bei einem Umzug der Insassen die Flucht. Zeitgleich lernen wir Jens Druwe kennen, der Inspektor hat viele Jahre bei der Kripo gearbeitet, dann kam ein Unfall wo er seine rechte Hand verloren hat. Das Nazi Regime zieht ihn ab und steckt ihn in eine kleine Ortschaft bei Flensburg. Dort darf er als Dorf-Polizist sein Geld verdienen. Als im nahen Wäldchen die Leiche eines NSDAP Bonzen gefunden wird treffen Steinfeld und Druwe aufeinander. Die Kollegen der hiesigen Polizei verdächtigen sofort Steinfeld und wollen ihn ohne weitere Ermittlungen inhaftieren und den Fall abschliessen. Jens Druwe kann nicht glauben, dass der gebrochene Ludwig Steinfeld wirklich zu solch einer Tat fähig sein konnte und beginnt auf eigene Faust die gefährlichen Ermittlungen. Sehr schnell ist er mitten im Nazi Geschehen drin, der zweite Weltkrieg ist so gut wie verloren, die großen Parteibosse planen eine Landsflucht unter fremden Namen und der tote NSDAP Mensch steckte tief mit drin. Ich hatte gerade vorher ein Buch über die Fluchtwege des Nazis und den Geheimdienst gelesen. Die Angst war groß, dass es mir wieder viel zu politisch wird, aber ich kann Entwarnung geben. Michael Jensen vereint Politik und Krimi perfekt miteinander. Es kommen immer wieder Abschnitte über Hitler und Himmler und die geplante Flucht der Nazis aber es erschlägt einen nicht. Die Mischung ist perfekt. Der Spannungsbogen rund um die Ermittlungen beginnt erst ab der Hälfte circa aber die Teile davor sind wichtig um die Geschichte aufzubauen und zu verstehen. Sehr interessiert habe ich über Ludwig Steinfeld gelesen, habe ich doch schon am Anfang mit ihm mitgelitten, so war es kaum zu ertragen, dass die „Kollegen“ die Schuld einfach aus Bequemlichkeit auch noch auf seinen Schultern abladen wollten. Jens Druwe scheint nur nach aussen hin wie ein harter Knochen. Er hat viel gesehen und vor noch viel mehr die Augen verschlossen, diese Taten verfolgen ihn noch heute in seinen Träumen – vielleicht kommt daher auch sein verbissener Wille diesen Fall auszuklären und einmal NICHT die Augen zu verschließen. Im späteren Verlauf des Buches lernen wir eine Menge über ihn kennen und trotz seiner Verfehlungen ist er mir total ans Herz gewachsen. Im Nachwort dann erklärt der Autor sehr treffend, dass man die Augen vor den ganzen Gräueltaten nur so lange verschließen kann bis man ihnen ein Gesicht und eine Geschichte gibt. Das ist ihm in diesem Kriminalroman wirklich wirklich treffend gelungen! Klare Leseempfehlung von meiner Seite aus!

2

Es war einfach so überladen und ich finde der Autor wollte viel zu viel... Unter andrem wird zu jeder Figur ständig erstmal die halbe Lebensgeschichte mitgeliefert, zum Teil unnötige Rückblicke sollen mehr über ein jede Figur verraten und dazu kommen alle Nazigrößen die zum Zeitpunkt des Endes noch am Leben waren... Klingt anstrengend? War es auch. Das Problem ist nicht die Handlung als solche, die ist eigentlich interessant und die Hintergründe für den Mord sind auch glaubwürdig. Mein Problem war eben besagte überladene Erzählweise. Man wird mit dermaßen vielen Informationen zu allem und jedem überfrachtet, das sorgt dafür das die eigentliche Geschichte kaum voran schreitet, man aber das Gefühl hatte statt 20 Seiten bereits 100 gelesen zu haben. Die ganzen Informationen waren einfach zu viel und ehrlicherweise zum Teil einfach unwichtig um den Ermittlungen folgen zu können. Dazu kommen dann jede Menge möchte gern philosophische Abhandlungen über eine Hauptfigur die zwar ambivalent ist, die aber dann ständig schön geredet wird - und ja er ist ein Kriegsverbrecher, aber hey, er ist natürlich vor allem ein Opfer der Umstände und kann daher nun nur auf Vergebung vor sich selbst hoffen... Da schwang die Ganze Zeit so eine Moral mit, die ich schwer beschreiben kann, die mir aber nach einer Weile auf die Nerven ging. Der Autor möchte zum Denken anregen, soweit so gut. Aber tatsächlich finde ich nicht das es ihm gelingt auf zu zeigen, das Schwarz und weiß Zuweisungen hier nicht funktionieren. Dazu ist er irgendwie zu bemüht seine Hauptfigur zu entlasten. Ich bin nicht mal sicher ob ihm das so bewusst war. Für mich hat "Totenwelt" jedenfalls nicht gut funktioniert und ich werde an dieser Stelle auch nicht weiter lesen.

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