Theodor Heuss
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Description
Als Theodor Heuss am 12. September 1949 zum ersten Bundespräsidenten gewählt wurde, war das Amt nicht viel mehr als ein »Paragraphengespinst«. Er füllte es mit seiner Person und seinen politischen Erfahrungen und setzte Maßstäbe. Heuss wurde zu einem »Erzieher zur Demokratie« und verschaffte der jungen Bundesrepublik Ansehen im Ausland. Als »Papa Heuss« wurde er populär und genoss Sympathie in der Bevölkerung. Heuss war Journalist, Schriftsteller, Intellektueller und klassischer Bildungsbürger. Seine Lebensgeschichte mit all ihren Irrungen und Wirrungen ist zugleich eine Politik-, Kultur- und Zeitgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.
Ausstattung: mit Abbildungen
Book Information
Author Description
Peter Merseburger (1928-2022) war von 1960 bis 1965 Redakteur und Korrespondent beim SPIEGEL und ab 1969 TV-Chefredakteur des NDR. Als Korrespondent leitete er in den siebziger und achtziger Jahren die ARD-Studios in Washington, London und Ostberlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher (unter anderem über Kurt Schumacher und Rudolf Augstein), seine Biographie Willy Brandts ist ein Standardwerk geworden und wurde 2003 mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Bei Pantheon ist zuletzt von ihm eine Neuausgabe seines Buchs »Mythos Weimar« (2013) erschienen.
Posts
Oft langatmig, viel Geschichte, zu wenig Heuss
Journalist, liberaler Politiker, Homme de Lettres, Raucher, Ehemann und Vater, Vater des Grundgesetzes, Vermittler und Erinnerer, Schwabe, Bundespräsident und Bürger, dies und vieles mehr war und ist Theodor Heuss (1884 -1963) bis heute. In der vorliegenden Biographie beschreibt Peter Merseburger dessen Leben und Streben, vom jungen Mann bis zum 1. Bundespräsidenten (dann schon etwas betagt) der Bundesrepublik Deutschland eingebettet in den Rahmen der großen geschichtlichen Ereignisse jener Zeit: Kaiserreich, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, 2. Weltkrieg, Aufbau und Anfangsjahre der Bundesrepublik Deutschland. Durch das Lesen dieses Buches bin ich Theodor Heuss, dessen Name noch heute Straßen ziert, etwas näher gekommen und habe ein besseres Bild davon gewonnen, wer dieser Mensch war. Besonnen, intelligent, historisch interessiert, gebildet und vielleicht ein bisschen zu sehr "Spießer" für meinen persönlichen Geschmack. Ich bin an seiner Seite durch sein Leben gewandelt, das fast zu ruhig erscheint für all die Umbrüche, deren Zeitzeuge Theodor Heuss war. Jeder Mensch und dessen Leben ist meiner Meinung nach immer im Kontext der Zeit, in der er gelebt hat, und im Wechselspiel mit den Personen zu verstehen, denen er begegnet ist. So wundert es mich also nicht, dass der Autor viel historischen Kontext liefert, was jedoch oft auch interessant zu wissen ist. Dennoch war es mir an einigen Stellen, gerade in den ersten Kapiteln, zu viel, wodurch das Buch auch viele langatmige Passagen hat, in denen die Person des Theodor Heuss, um die es doch eigentlich geht, verloren geht. Das fand ich etwas schade und auch anstrengend. Zum Ende hin ging es allerdings immer flotter daher. So war ich schließlich fast traurig und etwas wehmütig mich von "meinem" Theodor zu verabschieden und ihm Lebewohl sagen zu müssen.

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Als Theodor Heuss am 12. September 1949 zum ersten Bundespräsidenten gewählt wurde, war das Amt nicht viel mehr als ein »Paragraphengespinst«. Er füllte es mit seiner Person und seinen politischen Erfahrungen und setzte Maßstäbe. Heuss wurde zu einem »Erzieher zur Demokratie« und verschaffte der jungen Bundesrepublik Ansehen im Ausland. Als »Papa Heuss« wurde er populär und genoss Sympathie in der Bevölkerung. Heuss war Journalist, Schriftsteller, Intellektueller und klassischer Bildungsbürger. Seine Lebensgeschichte mit all ihren Irrungen und Wirrungen ist zugleich eine Politik-, Kultur- und Zeitgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.
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Peter Merseburger (1928-2022) war von 1960 bis 1965 Redakteur und Korrespondent beim SPIEGEL und ab 1969 TV-Chefredakteur des NDR. Als Korrespondent leitete er in den siebziger und achtziger Jahren die ARD-Studios in Washington, London und Ostberlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher (unter anderem über Kurt Schumacher und Rudolf Augstein), seine Biographie Willy Brandts ist ein Standardwerk geworden und wurde 2003 mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Bei Pantheon ist zuletzt von ihm eine Neuausgabe seines Buchs »Mythos Weimar« (2013) erschienen.
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Oft langatmig, viel Geschichte, zu wenig Heuss
Journalist, liberaler Politiker, Homme de Lettres, Raucher, Ehemann und Vater, Vater des Grundgesetzes, Vermittler und Erinnerer, Schwabe, Bundespräsident und Bürger, dies und vieles mehr war und ist Theodor Heuss (1884 -1963) bis heute. In der vorliegenden Biographie beschreibt Peter Merseburger dessen Leben und Streben, vom jungen Mann bis zum 1. Bundespräsidenten (dann schon etwas betagt) der Bundesrepublik Deutschland eingebettet in den Rahmen der großen geschichtlichen Ereignisse jener Zeit: Kaiserreich, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, 2. Weltkrieg, Aufbau und Anfangsjahre der Bundesrepublik Deutschland. Durch das Lesen dieses Buches bin ich Theodor Heuss, dessen Name noch heute Straßen ziert, etwas näher gekommen und habe ein besseres Bild davon gewonnen, wer dieser Mensch war. Besonnen, intelligent, historisch interessiert, gebildet und vielleicht ein bisschen zu sehr "Spießer" für meinen persönlichen Geschmack. Ich bin an seiner Seite durch sein Leben gewandelt, das fast zu ruhig erscheint für all die Umbrüche, deren Zeitzeuge Theodor Heuss war. Jeder Mensch und dessen Leben ist meiner Meinung nach immer im Kontext der Zeit, in der er gelebt hat, und im Wechselspiel mit den Personen zu verstehen, denen er begegnet ist. So wundert es mich also nicht, dass der Autor viel historischen Kontext liefert, was jedoch oft auch interessant zu wissen ist. Dennoch war es mir an einigen Stellen, gerade in den ersten Kapiteln, zu viel, wodurch das Buch auch viele langatmige Passagen hat, in denen die Person des Theodor Heuss, um die es doch eigentlich geht, verloren geht. Das fand ich etwas schade und auch anstrengend. Zum Ende hin ging es allerdings immer flotter daher. So war ich schließlich fast traurig und etwas wehmütig mich von "meinem" Theodor zu verabschieden und ihm Lebewohl sagen zu müssen.





