4. Okt.
Oft langatmig, viel Geschichte, zu wenig Heuss
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Oft langatmig, viel Geschichte, zu wenig Heuss

Journalist, liberaler Politiker, Homme de Lettres, Raucher, Ehemann und Vater, Vater des Grundgesetzes, Vermittler und Erinnerer, Schwabe, Bundespräsident und Bürger, dies und vieles mehr war und ist Theodor Heuss (1884 -1963) bis heute. In der vorliegenden Biographie beschreibt Peter Merseburger dessen Leben und Streben, vom jungen Mann bis zum 1. Bundespräsidenten (dann schon etwas betagt) der Bundesrepublik Deutschland eingebettet in den Rahmen der großen geschichtlichen Ereignisse jener Zeit: Kaiserreich, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, 2. Weltkrieg, Aufbau und Anfangsjahre der Bundesrepublik Deutschland. Durch das Lesen dieses Buches bin ich Theodor Heuss, dessen Name noch heute Straßen ziert, etwas näher gekommen und habe ein besseres Bild davon gewonnen, wer dieser Mensch war. Besonnen, intelligent, historisch interessiert, gebildet und vielleicht ein bisschen zu sehr "Spießer" für meinen persönlichen Geschmack. Ich bin an seiner Seite durch sein Leben gewandelt, das fast zu ruhig erscheint für all die Umbrüche, deren Zeitzeuge Theodor Heuss war. Jeder Mensch und dessen Leben ist meiner Meinung nach immer im Kontext der Zeit, in der er gelebt hat, und im Wechselspiel mit den Personen zu verstehen, denen er begegnet ist. So wundert es mich also nicht, dass der Autor viel historischen Kontext liefert, was jedoch oft auch interessant zu wissen ist. Dennoch war es mir an einigen Stellen, gerade in den ersten Kapiteln, zu viel, wodurch das Buch auch viele langatmige Passagen hat, in denen die Person des Theodor Heuss, um die es doch eigentlich geht, verloren geht. Das fand ich etwas schade und auch anstrengend. Zum Ende hin ging es allerdings immer flotter daher. So war ich schließlich fast traurig und etwas wehmütig mich von "meinem" Theodor zu verabschieden und ihm Lebewohl sagen zu müssen.

Theodor Heuss
Theodor Heussby Peter MerseburgerPantheon