The Pisces
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Description
'Of all the books that I read this summer I think this was my absolute favourite. It really blew me away' DOLLY ALDERTON
'Frank, provocative and brilliant' INDEPENDENT
'Utterly mesmerising' TATLER
'Hilarious, poignant, sexy. A brilliant story about why we crave connection and how to find ourselves' ELLE
'Laugh-out-loud funny' i
CHOSEN AS A SUMMER READ BY TATLER, THE TIMES, ELLE AND YOU MAGAZINE
Lucy has been writing her dissertation for nine years when she and her boyfriend have a dramatic break up. After she hits rock bottom, her sister in Los Angeles insists that Lucy dog-sit for the summer.
Staying in a gorgeous house on Venice Beach, Lucy can find little relief from her anxiety - not in the Greek chorus of women in her love addiction therapy group, not in her frequent Tinder excursions, not even in Dominic the dog's easy affection.
Everything changes when she becomes entranced by an eerily attractive swimmer while sitting alone on the beach rocks one night. But when Lucy learns the truth about his identity, their relationship, and Lucy's understanding of what love should look like, take a very unexpected turn.
Book Information
Posts
Wegen den Inhalt verweise ich auf den Klappentext. Der Klappentext hat sich sehr interessant angehört und auch das Cover hat einen neugierig gemacht. Leider muss ich sagen, das mich die Geschichte nicht überzeugen konnte. Teilweise auch weil sie irgendwann ins Skurrile abgedriftet ist. Schon der Anfang war alles andere als gewöhnlich. Lucy ist nicht grad sympathisch rübergekommen. Man hat eine Frau kennengelernt, die ihre Ziele im Leben verloren hat und zuerst auch nicht wirklich etwas ändern wollte. Die Beziehung zu ihrem Freund hat sie irgendwann beendet, weil sie ihn nicht liebte. Hat aber nicht hinnehmen wollen, dass er damit einverstanden war und fing an ihn und seine Freundin zu stalken. Schon dies ist bei mir auf Unverständnis gestoßen und hat die Hauptprotagonistin noch unsympathischer wirken lassen. Der Schreibstil ist flüssig. Man kommt schnell durch die Seiten durch. Auch wenn es zwischendurch auch witzige Stellen gab, und auch interessante Ansätze konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, dafür wurde sie mir irgendwann zu unglaubwürdig. Eine nette Geschichte für zwischendurch.
Für alle weird Girls!
Lucy ist eine Frau Ende dreißig und ihr ganzes Leben tritt auf der Stelle, die einst so endlosen Möglichkeiten des Lebens scheinen sich langsam immer weiter zu verringern. Was macht man in dieser aufkommenden Krise? Sich vom langjährigen Freund trennen, den man eh nie wirklich für die Dauer des Lebens wollte. Die aufkommende Krise wird zu einer handfesten und Lucy zieht in das Haus ihrer Schwester in Venice- und verliebt sich am Strand in Theo, der Mann mit einem Fischschwanz, der unterhalb der Lenden beginnt. Klingt weird? Ist es! Und wie die meisten weirden und leicht ekelhaften Bücher, hab ich es geliebt. Ich liebe Lucys Wahnsinn, den bissigen Humor, dass sie Männer anhand ihres Buchgeschmacks beurteilt und einfach alles und jeden bewertet, und zwar meistens alles andere als nett. Sie ist ein absolutes Arschloch, aber ich komme nicht umhin, sie irgendwie zu mögen. Lucy will, dass ihr aufrichtig alles Scheiß egal ist, findet sich dann aber eher in der Selbsttäuschung als in der Selbstfindung wieder. Der Roman ist derb, sexuell, wild und zeichnet damit ein ehrliches und zeitgemäßes Bild von Obsession, Bestätigung, Liebe und psychischen Erkrankungen. Es wirkt wie ein verrückter und vulgärer Roman über eine Frau in der Midlifecrisis, die eine Affäre mit einem Meermann anfängt. Doch darin versteckt ist es grandiose Philosophie über das Leben und die Liebe, verpackt in einer unkonventionellen Liebesgeschichte.
Ich kann die vielen negativen Rezensionen zu diesem Buch nicht nachvollziehen
„Fische“ für mich ein Paradebeispiel für „Weird Girl Fiction“: unbequem, radikal ehrlich, unangepasst und voller Tiefen, die einen lange beschäftigen. Nach einer schmerzhaften Trennung von ihrem Freund stürzt Lucy in eine existenzielle Krise. Sie verlässt Phoenix und zieht nach Venice Beach, wo sie das Haus ihrer Schwester hütet und deren Hund Dominic. Dort versucht sie, sich neu zu finden: Sie geht zu einer Gruppentherapie für beziehungs-gestörte Frauen, stürzt sich in Tinder-Dates, sucht Bestätigung, Nähe, Ablenkung. Und dann begegnet sie Theo - einem geheimnisvollen, schönen Meermann, der zur Projektionsfläche all ihrer Sehnsüchte und Obsessionen wird. Doch je mehr sie sich in diesem Rausch verliert, desto mehr drängt sie das Echte aus ihrem Leben und das hat Folgen, nicht nur für sie selbst. Der Schreibstil ist sehr flüssig, leicht lesbar, trotz der Schwere der Themen. Ich habe das Buch in 24 Stunden verschlungen und das halbe Buch markiert, weil so viele Sätze so treffend und klug waren. Und ja, das Buch ist eklig. Es gibt Szenen, bei denen man den Kopf schüttelt, bei denen es unangenehm wird, bei denen man sich fragt, warum man das gerade liest. Besonders die vulgären oder expliziten S**szenen - ich persönlich überspringe solche Szenen meist sowieso, weil sie mir selten etwas geben. Aber das schmälert nicht den Wert des Buchs. Man muss es deutlich sagen: Lucy kann extrem unsympathisch wirken. Sie sagt und denkt Dinge, bei denen man als Leser:in zusammenzuckt. Was mich beim Lesen froh gemacht hat ist, dass sie nicht in ihren (verletzenden) Gedanken steckenbleibt und Entwicklung zeigt. Denn der Roman zeigt so viel Wahres: über unsere Gesellschaft, über Beziehungsunfähigkeit, über das verzweifelte Suchen nach Liebe, das oft nur in Selbstzerstörung endet. Über den Wunsch, sich im Anderen zu vergessen und darüber, wie sehr wir dabei das Echte, das Reale verdrängen. Es steckt so viel Tiefe, so viel Metapher in diesem Roman, dass er lange nachhallt.

Schwierig zu bewerten
Ich hab mich jetzt mal für 4 Sterne entschieden, weil ich mich selbst herausgefordert habe und dieses Buch fertig lesen wollte. Und es hat es mir tatsächlich nicht so schwer gemacht, wie ich nach dem Anfang gedacht hätte. Denn Lucy ist eine wirklich anstrengende Protagonistin. Sie mag sich nicht und gleichzeitig schaut sie auf andere Frauen herunter, um sich ein wenig besser zu fühlen. Das hat es für mich anstrengend gemacht, da ich sie als häufig sehr ekelhaft zu anderen Frauen empfunden habe. Ihre sexuellen Eskapaden sind weder sexy noch irgendwie romantisch. Meist sind sie wildes Chaos, ungelenk und nur dazu da, für die Beteiligten ein Jucken zu beruhigen. Grundsätzlich kein Problem, aber da sie versucht, damit ihre innere Leere zu füllen, hab ich die meiste Zeit nur den Kopf geschüttelt. Da sie auch noch so sehr mit sich beschäftigt ist, hat sie sich nicht mal die Mühe gemacht, sich mit den Männern in ihrem Leben wirklich auseinanderzusetzen. Sie redet nicht mit ihnen, versucht nicht, sie kennenzulernen, oder hat dann schon vorgefasste negative Meinungen. Wenn sie sich nicht zu jemandem hingezogen fühlt, sollte sie halt einfach gehen oder es zumindest nicht zum Sex kommen lassen. Und wieder hab ich viel Kopf geschüttelt. Theo fand ich anfangs ein wenig erfrischend, weil sie mit ihm tatsächlich ein wenig unter die Oberfläche (hahaha, das war nicht beabsichtigt) geht. Ihr Dialog hat mir gut gefallen. Doch bald schon fällt sie wieder in ihr altes Muster, und Theo trägt nicht dazu bei, dass es aufgelöst wird. Bis zu einem gewissen Punkt hatte ich nach dem Ende das Gefühl einer Schullektüre aus dem Gymnasium: Du bist gezwungen, es zu lesen und danach auseinanderzunehmen, aber es gibt dir meist nicht besonders viel. Ja, das trifft es ziemlich. Ich finde gut, dass ich es beendet habe, aber ich werde es auch nie wieder zur Hand nehmen. Es freut mich für die, die sich darin wiederfinden oder gesehen sehen, aber ich gehöre da leider nicht dazu. So, weiter zu einem Krimi. ;)
Mein (bis dato) liebstes Buch von Melissa Broder 🧜🏼♂️ Es hat mich auf einer persönlichen Ebene angesprochen.
Eine Beziehung zwischen einer obsessiven Frau und einem ebenso obsessiven, aber traumhaft scheinendem Meermann. Ich möchte gar nicht zu viel verraten, aber wenn man schonmal das Gefühl hatte, ein ‚Loch‘ mit Männern stopfen zu wollen (Doppeldeutigkeit intended), dann wird man dieses Buch gut nachvollziehen können. Ich hätte so viele Stellen im Buch markieren können, da sie einfach verdammt gut meine Gedanken ausgedrückt haben. Ich werde auf jeden Fall weiterhin ihre Bücher lesen!
Es gibt diese Bücher, die mich gleichzeitig fesseln und abstoßen. Die mich neugierig machen und anwidern. Dieser Roman ist ein solches Buch. Lucy führt ein langweiliges Leben. Sie ist 38 und studiert noch immer. Finanziell unterstützt wird sie durch ein Stipendium, doch das soll ihr nun gestrichen werden, wenn sie keine vernünftige Abschlussarbeit abliefert. Noch dazu stellt sie fest, dass ihr Freund Jamie auch nicht mehr so toll aussieht wie früher und deshalb schlägt sie ihm vor, eine Beziehungspause einzulegen. Überraschenderweise ist Jamie begeistert und stimmt ihr zu. Von dem Moment an stürzt Lucy in eine tiefe Krise. Da bittet ihre Schwester sie, für ein paar Monate in ihr Haus am Strand von Los Angeles zu ziehen und dort auf den Hund aufzupassen. Widerwillig nimmt Lucy das Angebot an. Der Schreibstil der Autorin ist Klasse. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und hat meine ästhetischen Grenzen zweimal ziemlich verletzt. Das ist in Ordnung, Literatur darf das, wenn sie gut ist. Dieser Roman ist nicht einfach. Die Protagonistin ist wundervoll und hat mich gleichzeitig wütend gemacht. Sie stellt sich ständig ihren Dämonen, fragt sich warum sie allein nicht glücklich sein kann und trotzdem jede andere Beziehung zerstört. Das was ich die ganze Zeit befürchtet habe, trat am Ende doch noch ein. Es ist erstaunlich, wie ein Buch so vieles auslösen kann. Ich kann jeden verstehen, der dieses Buch schon nach einigen Seiten oder vielleicht ab der Hälfte wütend in die Ecke wirft, angeekelt in die Tonne kloppt oder weinend im Schein des Vollmonds irgendwelchen Flammen opfert. Es ist nicht einfach zu ertragen. Aber ich bin froh es bis zum Ende ausgehalten zu haben, so wird es am Schluss noch rund, auch wenn ich mir von Herzen und aus sentimentalen Gründen ein viel schöneres Finale gewünscht habe.
Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, was mich in dem 336-seitigen Roman von Melissa Broder erwartet. Hätte ich die Rezensionen der englischen Ausgabe früher gelesen, hätte ich es vermutlich nicht in Erwägung gezogen mir das Buch zuzulegen. Der Start war noch recht angenehm. Melissa Broder schreibt sehr humorvoll und man kann der Story zunächst gut folgen. Die Story wird aber skuriler und schamloser und ab da war ich irgendwann fast raus. Es gibt intime Details und Momente, von denen muss ich einfach nichts lesen und mögen sie noch so natürlich sein. Da erinnert "Fische" manchmal dann zu sehr an "Feuchtgebiete" und von dem Buch habe ich schon ein Trauma. Vielleicht bin ich da auch zu prüde und verklemmt... Dazu kommt, dass ich die Geschichte, oder auch den Sinn der Geschichte, nicht richtig verstanden habe. Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, da ich irgendwie auf einen außergewöhnlichen Abschluss, der alles erklärt, gehofft habe. Es ist aber nicht nur die schamlose Story, die mir nicht so zugesagt hat. Hinzu kommt eine wahnsinnig unsympathische und egoistische Hauptfigur. Lucy hat mich richtig schockiert mit ihrem Verhalten. Sie geht über Leichen, nur um ein Date wahrnehmen zu können. Egal ob Hund, Schwester oder Freundin - Lucy sind einfach alle egal. Solange sich diese Menschen aber um Lucy und ihre Probleme kümmern, ist Lucy happy. Insgesamt kann ich das Buch allen empfehlen, die auf tabulose und skurile Geschichten stehen.
So viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch, die mich nur noch neugieriger gemacht haben. Wenn viele über bestimmte Themen "schimpfen", bin ich sofort diejenige, die gegenprüfen möchte. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch und tief zugleich. Der Einstieg in das Buch hat mich daher sehr überrascht, weil ich mit etwas anderem gerechnet hatte. Das stellte aber kein Problem dar, sondern hat mir Hoffnung gemacht, dass es gar nicht so schlimm ist, wie viele meinten. Auch im weiteren Verlauf konnte ich die Meinungen anderer Leser nicht ganz nachvollziehen. Wo ich aber letztendlich zustimmen muss, ist die eher Mittelmäßigkeit der Story. Es steckte so viel Potenzial dahinter, das Gedanken aufwerfen hätte können. Aber die Art der Protagonistin hat dies leider immer wieder verworfen. Habe ich mich anfangs noch etwas identifizieren können, störten mich später einige Handlungen, die zwar irgendwie zur Story gepasst haben, aber zu krass gewesen sind, um die realitätsgetreue Identifikation weiterverfolgen zu können. Teilweise fühlte ich mich an Charlotte Roches Feuchtgebiete erinnert. Wer Probleme mit detaillierten Beschreibungen hat und nicht auf Offenherzigkeit gerade in Bezug auf sexuelle Themen steht, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen. Für mich war "Fische" trotz allem eine nette Lektüre für zwischendurch, die mir prinzipiell Spaß gemacht hat. Allerdings gingen manche Szenen deutlich zu weit und andere Passagen waren dafür wahnsinnig langatmig. Daher eine mittelmäßige Story, aus der man mehr hätte machen können.
⭐️⭐️⭐️-⭐️⭐️⭐️⭐️ Lucy, Ende 30, hat es sich bequem gemacht in ihrem eigentlich so unbefriedigenden Leben. Und mit einem Mal fliegt es ihr um die Ohren! Mann weg, Dissertation gescheitert und verdonnert zur Gruppentherapie nach einem tätlichen Angriff auf den Ex. Die Therapie macht sie im entfernten Kalifornien, wo sie einstweilen im Strandhaus ihrer Schwester wohnt. Dort ist sie einzig dafür verantwortlich Hund und Haus der Schwester zu sitten und ihre Psyche wieder zu stabilisieren. Sie scheitert kläglich. Am Ende ist das Haus verdreckt, der Hund tot und sie verstrickt in selbstverachtende Beziehungen zu Männern, auf der obsessiven Suche nach Aufmerksamkeit und Liebe. Sei es nun eines der Tinderdates oder der mystische Meermann, der ihr den besten Oralsex ihres Lebens beschert und den sie nur haben kann, indem sie sich selbst und gar ihr Leben aufgibt... Die erste Hälfte des Buches habe ich weggesuchtet! In der zweiten Hälfte hat mich Lucy so unheimlich genervt! Ich habe mich über so viel falsche Beharrlichkeit, Neurose und so wenig Selbstrespekt richtig geärgert. Zügig wissen wie es weitergeht wollte ich dann aber doch. FAZIT: Ich denke dies ist absolut ein Roman unserer Zeit - Tinderdates und Selbstoptimierungswahn inklusive. Es ist wohl ein Buch an dem sich die Geister scheiden werden - teils neurotisch, nervig und zum an die Stirn schlagen - aber lesenswert! *Werbung - das Buch wurde mir freundlicherweise durch Netgalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt*
English review below ⤵️ 🇩🇪 Worum es geht: Nach einer Trennung und einer Ohrfeige an den Ex beschließt Lucy das Haus und den Hund ihrer Schwester in L.A. für mehrere Monate zu hüten. Dort muss sie eine Gruppentherapie machen um rechtliche Folgen wegen der Ohrfeige zu vermeiden. Neben mehreren Flirts lernt sie am Strand einen interessanten Schwimmer kennen. Meine Meinung: Der Stil ist sehr flüssig und direkt, oft sogar provokativ. Manche Szenen und Beschreibungen könnte man als vulgär bezeichnen, würden sie nicht so gut zu dem Charakter und den Problemen von Lucy passen. Es gibt auch viele lustige Momente, vor allem in den Gruppensitzungen. Ich fand es sehr interessant dass fast alle Charaktere sich so total anders verhalten wie ich es tun würde. Fazit: Das Buch ist nicht für jeden geeignet, vor allem nicht für zartbeseitete und sensibele Menschen, wenn man aber über gewisse Szenen hinwegsieht ist es definitiv eine lohnenswerte, wenn nicht gar bereichernde Lektüre. 3,5 - 4 Sterne 🇬🇧 What is it about: After a breakup and a slap in the face of her ex boyfriend Lucy decides to look after her sister's house and dog in L.A. for several months. There she has to do a group therapy to avoid legal consequences because of the slap. In addition to several flirts, she gets to know an interesting swimmer on the beach. My opinion: The style is very fluid and direct, often provocative. Some scenes and descriptions could be vulgar if they did not match the character and problems of Lucy so well. There are many funny moments, especially in the group sessions. I found it very interesting that almost all characters behave totally different as I would. Conclusion: The book is not for everyone, especially not for sensitive and easily triggered people. Except certain scenes, it is definitely a worthwhile, if not even enriching read. 3.5 - 4 stars
„Fische“ bleibt im Kopf — leider aus den falschen Gründen. Gute Idee, zu viel Eskalation Dieses Buch hat mich bereits seit einigen Monaten immer wieder angelacht, das wunderschöne Cover in meiner Lieblingsfarbe (Mint!), der Klappentext und einige positive Rezensionen haben mich dann schlussendlich zur Lektüre verleitet. Denn mal ehrlich, wie viele Bücher über einen Meermann hab ich bisher gelesen? Richtig, zero! Allerdings hätten mir Ausdrücke wie „merman erotica“ eine Warnung sein sollen… Smells fishy! Es geht um Lucy, die ihren Freund nur noch als speckige Masse ansieht, die sich nicht mehr länger um sie bemüht, und kurzerhand mit ihm Schluss macht. Nach der Trennung sieht sie ihn natürlich wieder als den, der er zu Anfang der Beziehung war, und stürzt in eine emotionale Krise. Ihre Dissertation zu Sappho, die sei seit neun Jahren ernährt und an der sie immer mal wieder halbherzig arbeitet, lässt sie nun vollends schleifen. Ihre Halbschwester beordert Lucy nach einigen Wochen Misere zu sich nach Hause, in das Strandhaus in Venice Beach, wo sie auf den Hund, „ihr Baby“ aufpassen soll, während sie und ihr Mann durch die Welt reisen. Einzige Verpflichtung: nicht nur auf den Hund aufpassen, sondern auch zu einer Liebes- und Sextherapiegruppe gehen. Und zwar regelmäßig. Während eines Strandspaziergangs trifft sie „Schwimmer“ Theo, der ihren mittlerweile ganz guten Lauf doch ziemlich ins Wanken bringt… "An die eigenen Lügen zu glauben ist eine Kunst. Manche Leute sagen, man müsse sich erst selbst von der Lüge überzeugen, doch ich konnte mir in dem Moment einfach keine andere Realität vorstellen." „Fische“ ist kein Roman über die Heilung einer Obsession, nein, Lucy reitet sich immer weiter in ihre eigene Depression hinein, macht sich und ihr Wohlbefinden von einem Mann abhängig und weiß, ganz auf sich allein gestellt, nichts mit sich anzufangen. Über Tinder trifft sie zwei ganz hinreißende Exemplare Mann, und nach zwei unvergesslichen Nächten findet sie sich am Boden der Tatsachen wieder. Ihre Depression wächst und wächst. Immer wieder kehrt sie zu „Theos Felsen“ zurück, an dem er stets mit dem Unterkörper im Wasser vorfindet. Natürlich ist er der Meermann, der auf dem Klappentext erwähnt wird und nein, das ist definitiv kein Spoiler, wenn es sogar zur Marketingkampagne gehört.
⭐️⭐️⭐️-⭐️⭐️⭐️⭐️ Lucy, Ende 30, hat es sich bequem gemacht in ihrem eigentlich so unbefriedigenden Leben. Und mit einem Mal fliegt es ihr um die Ohren! Mann weg, Dissertation gescheitert und verdonnert zur Gruppentherapie nach einem tätlichen Angriff auf den Ex. Die Therapie macht sie im entfernten Kalifornien, wo sie einstweilen im Strandhaus ihrer Schwester wohnt. Dort ist sie einzig dafür verantwortlich Hund und Haus der Schwester zu sitten und ihre Psyche wieder zu stabilisieren. Sie scheitert kläglich. Am Ende ist das Haus verdreckt, der Hund tot und sie verstrickt in selbstverachtende Beziehungen zu Männern, auf der obsessiven Suche nach Aufmerksamkeit und Liebe. Sei es nun eines der Tinderdates oder der mystische Meermann, der ihr den besten Oralsex ihres Lebens beschert und den sie nur haben kann, indem sie sich selbst und gar ihr Leben aufgibt... Die erste Hälfte des Buches habe ich weggesuchtet! In der zweiten Hälfte hat mich Lucy so unheimlich genervt! Ich habe mich über so viel falsche Beharrlichkeit, Neurose und so wenig Selbstrespekt richtig geärgert. Zügig wissen wie es weitergeht wollte ich dann aber doch. FAZIT: Ich denke dies ist absolut ein Roman unserer Zeit - Tinderdates und Selbstoptimierungswahn inklusive. Es ist wohl ein Buch an dem sich die Geister scheiden werden - teils neurotisch, nervig und zum an die Stirn schlagen - aber lesenswert! *Werbung - das Buch wurde mir freundlicherweise durch Netgalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt*
Slight edit: 01. August 2018 I am raising the rating to 3 stars since I catch myself thinking about some parts of this book every now and then. Melissa Broder writes beautifully and she can write depression and all the things women do and think very raw and even sometimes outstandingly - especially the gross ones. There are a few things that will keep me from raising the star-rating even more: - Mentioning Sappho but never ever acknowledging that she is a Lesbian Icon feels wrong - It reminded me the constantly of a novel called Feuchtgebiete (Wet Lands) by Charlotte Roche, which I read at a very young age (I shouldn't read this at, like, 14 years, probably). So I already read something like this, nothing new except the merman - Speaking of the merman - I couldn't help myself but he looked like Mermando, that Merman in Gravity Falls Mabel falls in love with - This is probably why I didn't get the sex and romance, but maybe that's just me A fun beach read, entertaining, somehow deeper than expected - still no general recommendation, because truly, you will either love this book or have some conflicted feelings about it. Original review: 1.5-2/5 maybe? Oh boy. So this happened. Started it yesterday, finished it this morning and I can relate to every review that says that you will either hate this or love this. Right in the beginning I already thought that this is a book for white women who move to L.A. to “find themselves” and this is so far away from my current situation that I couldn’t relate to the character at all. But as the story progresses, we learn more about the protagonist, her driving forces, the reason she is doing literally everything and her mental illnesses. The author is a talented writer and I was entertained every page. Even though there were SO MANY scenes that had me rolling with my eyes. And this is probably how I can explain the low star rating. The story, for me personally, really did not anything. It was a romance novel which did not read like one (this was good), but the rest was meh. Especially the story bits with the dog. What was that about? It’s funny because I think I would have probably give the whole book a four star rating or even higher if it had concentrated more on the characters, on their mental illnesses and on their dynamics. Especially the women. But still, Melissa Broder is a good writer and there were scenes in between that are so good, real and raw. I don’t know if my rating is accurate or if I will in- or decrease after some time. I am a little conflicted about this book and it’s definitely not for everyone.
Ungefiltert, ungeschönt, unsympathisch Lucy ist beziehungsunfähig und wird nun dazu gezwungen, eine Therapie zu machen, nachdem sie ihren Exfreund angegriffen hat. Während ihre Schwester auf Reisen ist, soll sie auf deren Hund aufpassen und dabei ihre Therapie machen. Aber Lucy sieht keinen Grund, sich zu ändern und sucht weiter nach der Liebe. Sie wird oft enttäuscht, ist verbittert und sucht an jedem Menschen nach einem Makel, an dem sie dessen ganzen Wert bestimmen kann. Sie ist auch scheinheilig, wenn sie jeden Menschen schon nach nur einem Blick verurteilen kann und sich gleichzeitig auch nicht von diesen angeblichen Fehlern unterscheidet. Sie trifft die schlechtesten Entscheidungen, setzt die falschen Prioritäten und nimmt sich nicht gerade ausgeglichene Personen zum Vorbild. Auch vor ihrem Zusammenbruch war sie schon egoistisch und zutiefst unzufrieden, aber die Therapie geht bei ihr nach hinten los. Man kann Lucys Obsession aber schon gut spüren und ich muss schon zugeben, dass das Buch irgendwie in sich stimmig ist, aber das hat leider nicht dafür gesorgt, dass es mir besser gefallen hätte. Lucys verzweifelte Gedanken und fragwürdigen Taten kann man verstehen, weil man ihre Obsession durchschaut, aber das macht sie sicher nicht sympathischer. Ihre ungefilterten Gedanken fand ich am Anfang noch ein wenig unterhaltsam, aber so wie sie sich häufen, wurde sie mir schnell unsympathisch. Sie zieht viele seltsame Vergleiche, driftet in Gedanken ab und nicht nur die Sexszenen waren sprachlich sehr vulgär und unangenehm.
Description
'Of all the books that I read this summer I think this was my absolute favourite. It really blew me away' DOLLY ALDERTON
'Frank, provocative and brilliant' INDEPENDENT
'Utterly mesmerising' TATLER
'Hilarious, poignant, sexy. A brilliant story about why we crave connection and how to find ourselves' ELLE
'Laugh-out-loud funny' i
CHOSEN AS A SUMMER READ BY TATLER, THE TIMES, ELLE AND YOU MAGAZINE
Lucy has been writing her dissertation for nine years when she and her boyfriend have a dramatic break up. After she hits rock bottom, her sister in Los Angeles insists that Lucy dog-sit for the summer.
Staying in a gorgeous house on Venice Beach, Lucy can find little relief from her anxiety - not in the Greek chorus of women in her love addiction therapy group, not in her frequent Tinder excursions, not even in Dominic the dog's easy affection.
Everything changes when she becomes entranced by an eerily attractive swimmer while sitting alone on the beach rocks one night. But when Lucy learns the truth about his identity, their relationship, and Lucy's understanding of what love should look like, take a very unexpected turn.
Book Information
Posts
Wegen den Inhalt verweise ich auf den Klappentext. Der Klappentext hat sich sehr interessant angehört und auch das Cover hat einen neugierig gemacht. Leider muss ich sagen, das mich die Geschichte nicht überzeugen konnte. Teilweise auch weil sie irgendwann ins Skurrile abgedriftet ist. Schon der Anfang war alles andere als gewöhnlich. Lucy ist nicht grad sympathisch rübergekommen. Man hat eine Frau kennengelernt, die ihre Ziele im Leben verloren hat und zuerst auch nicht wirklich etwas ändern wollte. Die Beziehung zu ihrem Freund hat sie irgendwann beendet, weil sie ihn nicht liebte. Hat aber nicht hinnehmen wollen, dass er damit einverstanden war und fing an ihn und seine Freundin zu stalken. Schon dies ist bei mir auf Unverständnis gestoßen und hat die Hauptprotagonistin noch unsympathischer wirken lassen. Der Schreibstil ist flüssig. Man kommt schnell durch die Seiten durch. Auch wenn es zwischendurch auch witzige Stellen gab, und auch interessante Ansätze konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, dafür wurde sie mir irgendwann zu unglaubwürdig. Eine nette Geschichte für zwischendurch.
Für alle weird Girls!
Lucy ist eine Frau Ende dreißig und ihr ganzes Leben tritt auf der Stelle, die einst so endlosen Möglichkeiten des Lebens scheinen sich langsam immer weiter zu verringern. Was macht man in dieser aufkommenden Krise? Sich vom langjährigen Freund trennen, den man eh nie wirklich für die Dauer des Lebens wollte. Die aufkommende Krise wird zu einer handfesten und Lucy zieht in das Haus ihrer Schwester in Venice- und verliebt sich am Strand in Theo, der Mann mit einem Fischschwanz, der unterhalb der Lenden beginnt. Klingt weird? Ist es! Und wie die meisten weirden und leicht ekelhaften Bücher, hab ich es geliebt. Ich liebe Lucys Wahnsinn, den bissigen Humor, dass sie Männer anhand ihres Buchgeschmacks beurteilt und einfach alles und jeden bewertet, und zwar meistens alles andere als nett. Sie ist ein absolutes Arschloch, aber ich komme nicht umhin, sie irgendwie zu mögen. Lucy will, dass ihr aufrichtig alles Scheiß egal ist, findet sich dann aber eher in der Selbsttäuschung als in der Selbstfindung wieder. Der Roman ist derb, sexuell, wild und zeichnet damit ein ehrliches und zeitgemäßes Bild von Obsession, Bestätigung, Liebe und psychischen Erkrankungen. Es wirkt wie ein verrückter und vulgärer Roman über eine Frau in der Midlifecrisis, die eine Affäre mit einem Meermann anfängt. Doch darin versteckt ist es grandiose Philosophie über das Leben und die Liebe, verpackt in einer unkonventionellen Liebesgeschichte.
Ich kann die vielen negativen Rezensionen zu diesem Buch nicht nachvollziehen
„Fische“ für mich ein Paradebeispiel für „Weird Girl Fiction“: unbequem, radikal ehrlich, unangepasst und voller Tiefen, die einen lange beschäftigen. Nach einer schmerzhaften Trennung von ihrem Freund stürzt Lucy in eine existenzielle Krise. Sie verlässt Phoenix und zieht nach Venice Beach, wo sie das Haus ihrer Schwester hütet und deren Hund Dominic. Dort versucht sie, sich neu zu finden: Sie geht zu einer Gruppentherapie für beziehungs-gestörte Frauen, stürzt sich in Tinder-Dates, sucht Bestätigung, Nähe, Ablenkung. Und dann begegnet sie Theo - einem geheimnisvollen, schönen Meermann, der zur Projektionsfläche all ihrer Sehnsüchte und Obsessionen wird. Doch je mehr sie sich in diesem Rausch verliert, desto mehr drängt sie das Echte aus ihrem Leben und das hat Folgen, nicht nur für sie selbst. Der Schreibstil ist sehr flüssig, leicht lesbar, trotz der Schwere der Themen. Ich habe das Buch in 24 Stunden verschlungen und das halbe Buch markiert, weil so viele Sätze so treffend und klug waren. Und ja, das Buch ist eklig. Es gibt Szenen, bei denen man den Kopf schüttelt, bei denen es unangenehm wird, bei denen man sich fragt, warum man das gerade liest. Besonders die vulgären oder expliziten S**szenen - ich persönlich überspringe solche Szenen meist sowieso, weil sie mir selten etwas geben. Aber das schmälert nicht den Wert des Buchs. Man muss es deutlich sagen: Lucy kann extrem unsympathisch wirken. Sie sagt und denkt Dinge, bei denen man als Leser:in zusammenzuckt. Was mich beim Lesen froh gemacht hat ist, dass sie nicht in ihren (verletzenden) Gedanken steckenbleibt und Entwicklung zeigt. Denn der Roman zeigt so viel Wahres: über unsere Gesellschaft, über Beziehungsunfähigkeit, über das verzweifelte Suchen nach Liebe, das oft nur in Selbstzerstörung endet. Über den Wunsch, sich im Anderen zu vergessen und darüber, wie sehr wir dabei das Echte, das Reale verdrängen. Es steckt so viel Tiefe, so viel Metapher in diesem Roman, dass er lange nachhallt.

Schwierig zu bewerten
Ich hab mich jetzt mal für 4 Sterne entschieden, weil ich mich selbst herausgefordert habe und dieses Buch fertig lesen wollte. Und es hat es mir tatsächlich nicht so schwer gemacht, wie ich nach dem Anfang gedacht hätte. Denn Lucy ist eine wirklich anstrengende Protagonistin. Sie mag sich nicht und gleichzeitig schaut sie auf andere Frauen herunter, um sich ein wenig besser zu fühlen. Das hat es für mich anstrengend gemacht, da ich sie als häufig sehr ekelhaft zu anderen Frauen empfunden habe. Ihre sexuellen Eskapaden sind weder sexy noch irgendwie romantisch. Meist sind sie wildes Chaos, ungelenk und nur dazu da, für die Beteiligten ein Jucken zu beruhigen. Grundsätzlich kein Problem, aber da sie versucht, damit ihre innere Leere zu füllen, hab ich die meiste Zeit nur den Kopf geschüttelt. Da sie auch noch so sehr mit sich beschäftigt ist, hat sie sich nicht mal die Mühe gemacht, sich mit den Männern in ihrem Leben wirklich auseinanderzusetzen. Sie redet nicht mit ihnen, versucht nicht, sie kennenzulernen, oder hat dann schon vorgefasste negative Meinungen. Wenn sie sich nicht zu jemandem hingezogen fühlt, sollte sie halt einfach gehen oder es zumindest nicht zum Sex kommen lassen. Und wieder hab ich viel Kopf geschüttelt. Theo fand ich anfangs ein wenig erfrischend, weil sie mit ihm tatsächlich ein wenig unter die Oberfläche (hahaha, das war nicht beabsichtigt) geht. Ihr Dialog hat mir gut gefallen. Doch bald schon fällt sie wieder in ihr altes Muster, und Theo trägt nicht dazu bei, dass es aufgelöst wird. Bis zu einem gewissen Punkt hatte ich nach dem Ende das Gefühl einer Schullektüre aus dem Gymnasium: Du bist gezwungen, es zu lesen und danach auseinanderzunehmen, aber es gibt dir meist nicht besonders viel. Ja, das trifft es ziemlich. Ich finde gut, dass ich es beendet habe, aber ich werde es auch nie wieder zur Hand nehmen. Es freut mich für die, die sich darin wiederfinden oder gesehen sehen, aber ich gehöre da leider nicht dazu. So, weiter zu einem Krimi. ;)
Mein (bis dato) liebstes Buch von Melissa Broder 🧜🏼♂️ Es hat mich auf einer persönlichen Ebene angesprochen.
Eine Beziehung zwischen einer obsessiven Frau und einem ebenso obsessiven, aber traumhaft scheinendem Meermann. Ich möchte gar nicht zu viel verraten, aber wenn man schonmal das Gefühl hatte, ein ‚Loch‘ mit Männern stopfen zu wollen (Doppeldeutigkeit intended), dann wird man dieses Buch gut nachvollziehen können. Ich hätte so viele Stellen im Buch markieren können, da sie einfach verdammt gut meine Gedanken ausgedrückt haben. Ich werde auf jeden Fall weiterhin ihre Bücher lesen!
Es gibt diese Bücher, die mich gleichzeitig fesseln und abstoßen. Die mich neugierig machen und anwidern. Dieser Roman ist ein solches Buch. Lucy führt ein langweiliges Leben. Sie ist 38 und studiert noch immer. Finanziell unterstützt wird sie durch ein Stipendium, doch das soll ihr nun gestrichen werden, wenn sie keine vernünftige Abschlussarbeit abliefert. Noch dazu stellt sie fest, dass ihr Freund Jamie auch nicht mehr so toll aussieht wie früher und deshalb schlägt sie ihm vor, eine Beziehungspause einzulegen. Überraschenderweise ist Jamie begeistert und stimmt ihr zu. Von dem Moment an stürzt Lucy in eine tiefe Krise. Da bittet ihre Schwester sie, für ein paar Monate in ihr Haus am Strand von Los Angeles zu ziehen und dort auf den Hund aufzupassen. Widerwillig nimmt Lucy das Angebot an. Der Schreibstil der Autorin ist Klasse. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und hat meine ästhetischen Grenzen zweimal ziemlich verletzt. Das ist in Ordnung, Literatur darf das, wenn sie gut ist. Dieser Roman ist nicht einfach. Die Protagonistin ist wundervoll und hat mich gleichzeitig wütend gemacht. Sie stellt sich ständig ihren Dämonen, fragt sich warum sie allein nicht glücklich sein kann und trotzdem jede andere Beziehung zerstört. Das was ich die ganze Zeit befürchtet habe, trat am Ende doch noch ein. Es ist erstaunlich, wie ein Buch so vieles auslösen kann. Ich kann jeden verstehen, der dieses Buch schon nach einigen Seiten oder vielleicht ab der Hälfte wütend in die Ecke wirft, angeekelt in die Tonne kloppt oder weinend im Schein des Vollmonds irgendwelchen Flammen opfert. Es ist nicht einfach zu ertragen. Aber ich bin froh es bis zum Ende ausgehalten zu haben, so wird es am Schluss noch rund, auch wenn ich mir von Herzen und aus sentimentalen Gründen ein viel schöneres Finale gewünscht habe.
Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, was mich in dem 336-seitigen Roman von Melissa Broder erwartet. Hätte ich die Rezensionen der englischen Ausgabe früher gelesen, hätte ich es vermutlich nicht in Erwägung gezogen mir das Buch zuzulegen. Der Start war noch recht angenehm. Melissa Broder schreibt sehr humorvoll und man kann der Story zunächst gut folgen. Die Story wird aber skuriler und schamloser und ab da war ich irgendwann fast raus. Es gibt intime Details und Momente, von denen muss ich einfach nichts lesen und mögen sie noch so natürlich sein. Da erinnert "Fische" manchmal dann zu sehr an "Feuchtgebiete" und von dem Buch habe ich schon ein Trauma. Vielleicht bin ich da auch zu prüde und verklemmt... Dazu kommt, dass ich die Geschichte, oder auch den Sinn der Geschichte, nicht richtig verstanden habe. Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, da ich irgendwie auf einen außergewöhnlichen Abschluss, der alles erklärt, gehofft habe. Es ist aber nicht nur die schamlose Story, die mir nicht so zugesagt hat. Hinzu kommt eine wahnsinnig unsympathische und egoistische Hauptfigur. Lucy hat mich richtig schockiert mit ihrem Verhalten. Sie geht über Leichen, nur um ein Date wahrnehmen zu können. Egal ob Hund, Schwester oder Freundin - Lucy sind einfach alle egal. Solange sich diese Menschen aber um Lucy und ihre Probleme kümmern, ist Lucy happy. Insgesamt kann ich das Buch allen empfehlen, die auf tabulose und skurile Geschichten stehen.
So viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch, die mich nur noch neugieriger gemacht haben. Wenn viele über bestimmte Themen "schimpfen", bin ich sofort diejenige, die gegenprüfen möchte. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch und tief zugleich. Der Einstieg in das Buch hat mich daher sehr überrascht, weil ich mit etwas anderem gerechnet hatte. Das stellte aber kein Problem dar, sondern hat mir Hoffnung gemacht, dass es gar nicht so schlimm ist, wie viele meinten. Auch im weiteren Verlauf konnte ich die Meinungen anderer Leser nicht ganz nachvollziehen. Wo ich aber letztendlich zustimmen muss, ist die eher Mittelmäßigkeit der Story. Es steckte so viel Potenzial dahinter, das Gedanken aufwerfen hätte können. Aber die Art der Protagonistin hat dies leider immer wieder verworfen. Habe ich mich anfangs noch etwas identifizieren können, störten mich später einige Handlungen, die zwar irgendwie zur Story gepasst haben, aber zu krass gewesen sind, um die realitätsgetreue Identifikation weiterverfolgen zu können. Teilweise fühlte ich mich an Charlotte Roches Feuchtgebiete erinnert. Wer Probleme mit detaillierten Beschreibungen hat und nicht auf Offenherzigkeit gerade in Bezug auf sexuelle Themen steht, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen. Für mich war "Fische" trotz allem eine nette Lektüre für zwischendurch, die mir prinzipiell Spaß gemacht hat. Allerdings gingen manche Szenen deutlich zu weit und andere Passagen waren dafür wahnsinnig langatmig. Daher eine mittelmäßige Story, aus der man mehr hätte machen können.
⭐️⭐️⭐️-⭐️⭐️⭐️⭐️ Lucy, Ende 30, hat es sich bequem gemacht in ihrem eigentlich so unbefriedigenden Leben. Und mit einem Mal fliegt es ihr um die Ohren! Mann weg, Dissertation gescheitert und verdonnert zur Gruppentherapie nach einem tätlichen Angriff auf den Ex. Die Therapie macht sie im entfernten Kalifornien, wo sie einstweilen im Strandhaus ihrer Schwester wohnt. Dort ist sie einzig dafür verantwortlich Hund und Haus der Schwester zu sitten und ihre Psyche wieder zu stabilisieren. Sie scheitert kläglich. Am Ende ist das Haus verdreckt, der Hund tot und sie verstrickt in selbstverachtende Beziehungen zu Männern, auf der obsessiven Suche nach Aufmerksamkeit und Liebe. Sei es nun eines der Tinderdates oder der mystische Meermann, der ihr den besten Oralsex ihres Lebens beschert und den sie nur haben kann, indem sie sich selbst und gar ihr Leben aufgibt... Die erste Hälfte des Buches habe ich weggesuchtet! In der zweiten Hälfte hat mich Lucy so unheimlich genervt! Ich habe mich über so viel falsche Beharrlichkeit, Neurose und so wenig Selbstrespekt richtig geärgert. Zügig wissen wie es weitergeht wollte ich dann aber doch. FAZIT: Ich denke dies ist absolut ein Roman unserer Zeit - Tinderdates und Selbstoptimierungswahn inklusive. Es ist wohl ein Buch an dem sich die Geister scheiden werden - teils neurotisch, nervig und zum an die Stirn schlagen - aber lesenswert! *Werbung - das Buch wurde mir freundlicherweise durch Netgalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt*
English review below ⤵️ 🇩🇪 Worum es geht: Nach einer Trennung und einer Ohrfeige an den Ex beschließt Lucy das Haus und den Hund ihrer Schwester in L.A. für mehrere Monate zu hüten. Dort muss sie eine Gruppentherapie machen um rechtliche Folgen wegen der Ohrfeige zu vermeiden. Neben mehreren Flirts lernt sie am Strand einen interessanten Schwimmer kennen. Meine Meinung: Der Stil ist sehr flüssig und direkt, oft sogar provokativ. Manche Szenen und Beschreibungen könnte man als vulgär bezeichnen, würden sie nicht so gut zu dem Charakter und den Problemen von Lucy passen. Es gibt auch viele lustige Momente, vor allem in den Gruppensitzungen. Ich fand es sehr interessant dass fast alle Charaktere sich so total anders verhalten wie ich es tun würde. Fazit: Das Buch ist nicht für jeden geeignet, vor allem nicht für zartbeseitete und sensibele Menschen, wenn man aber über gewisse Szenen hinwegsieht ist es definitiv eine lohnenswerte, wenn nicht gar bereichernde Lektüre. 3,5 - 4 Sterne 🇬🇧 What is it about: After a breakup and a slap in the face of her ex boyfriend Lucy decides to look after her sister's house and dog in L.A. for several months. There she has to do a group therapy to avoid legal consequences because of the slap. In addition to several flirts, she gets to know an interesting swimmer on the beach. My opinion: The style is very fluid and direct, often provocative. Some scenes and descriptions could be vulgar if they did not match the character and problems of Lucy so well. There are many funny moments, especially in the group sessions. I found it very interesting that almost all characters behave totally different as I would. Conclusion: The book is not for everyone, especially not for sensitive and easily triggered people. Except certain scenes, it is definitely a worthwhile, if not even enriching read. 3.5 - 4 stars
„Fische“ bleibt im Kopf — leider aus den falschen Gründen. Gute Idee, zu viel Eskalation Dieses Buch hat mich bereits seit einigen Monaten immer wieder angelacht, das wunderschöne Cover in meiner Lieblingsfarbe (Mint!), der Klappentext und einige positive Rezensionen haben mich dann schlussendlich zur Lektüre verleitet. Denn mal ehrlich, wie viele Bücher über einen Meermann hab ich bisher gelesen? Richtig, zero! Allerdings hätten mir Ausdrücke wie „merman erotica“ eine Warnung sein sollen… Smells fishy! Es geht um Lucy, die ihren Freund nur noch als speckige Masse ansieht, die sich nicht mehr länger um sie bemüht, und kurzerhand mit ihm Schluss macht. Nach der Trennung sieht sie ihn natürlich wieder als den, der er zu Anfang der Beziehung war, und stürzt in eine emotionale Krise. Ihre Dissertation zu Sappho, die sei seit neun Jahren ernährt und an der sie immer mal wieder halbherzig arbeitet, lässt sie nun vollends schleifen. Ihre Halbschwester beordert Lucy nach einigen Wochen Misere zu sich nach Hause, in das Strandhaus in Venice Beach, wo sie auf den Hund, „ihr Baby“ aufpassen soll, während sie und ihr Mann durch die Welt reisen. Einzige Verpflichtung: nicht nur auf den Hund aufpassen, sondern auch zu einer Liebes- und Sextherapiegruppe gehen. Und zwar regelmäßig. Während eines Strandspaziergangs trifft sie „Schwimmer“ Theo, der ihren mittlerweile ganz guten Lauf doch ziemlich ins Wanken bringt… "An die eigenen Lügen zu glauben ist eine Kunst. Manche Leute sagen, man müsse sich erst selbst von der Lüge überzeugen, doch ich konnte mir in dem Moment einfach keine andere Realität vorstellen." „Fische“ ist kein Roman über die Heilung einer Obsession, nein, Lucy reitet sich immer weiter in ihre eigene Depression hinein, macht sich und ihr Wohlbefinden von einem Mann abhängig und weiß, ganz auf sich allein gestellt, nichts mit sich anzufangen. Über Tinder trifft sie zwei ganz hinreißende Exemplare Mann, und nach zwei unvergesslichen Nächten findet sie sich am Boden der Tatsachen wieder. Ihre Depression wächst und wächst. Immer wieder kehrt sie zu „Theos Felsen“ zurück, an dem er stets mit dem Unterkörper im Wasser vorfindet. Natürlich ist er der Meermann, der auf dem Klappentext erwähnt wird und nein, das ist definitiv kein Spoiler, wenn es sogar zur Marketingkampagne gehört.
⭐️⭐️⭐️-⭐️⭐️⭐️⭐️ Lucy, Ende 30, hat es sich bequem gemacht in ihrem eigentlich so unbefriedigenden Leben. Und mit einem Mal fliegt es ihr um die Ohren! Mann weg, Dissertation gescheitert und verdonnert zur Gruppentherapie nach einem tätlichen Angriff auf den Ex. Die Therapie macht sie im entfernten Kalifornien, wo sie einstweilen im Strandhaus ihrer Schwester wohnt. Dort ist sie einzig dafür verantwortlich Hund und Haus der Schwester zu sitten und ihre Psyche wieder zu stabilisieren. Sie scheitert kläglich. Am Ende ist das Haus verdreckt, der Hund tot und sie verstrickt in selbstverachtende Beziehungen zu Männern, auf der obsessiven Suche nach Aufmerksamkeit und Liebe. Sei es nun eines der Tinderdates oder der mystische Meermann, der ihr den besten Oralsex ihres Lebens beschert und den sie nur haben kann, indem sie sich selbst und gar ihr Leben aufgibt... Die erste Hälfte des Buches habe ich weggesuchtet! In der zweiten Hälfte hat mich Lucy so unheimlich genervt! Ich habe mich über so viel falsche Beharrlichkeit, Neurose und so wenig Selbstrespekt richtig geärgert. Zügig wissen wie es weitergeht wollte ich dann aber doch. FAZIT: Ich denke dies ist absolut ein Roman unserer Zeit - Tinderdates und Selbstoptimierungswahn inklusive. Es ist wohl ein Buch an dem sich die Geister scheiden werden - teils neurotisch, nervig und zum an die Stirn schlagen - aber lesenswert! *Werbung - das Buch wurde mir freundlicherweise durch Netgalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt*
Slight edit: 01. August 2018 I am raising the rating to 3 stars since I catch myself thinking about some parts of this book every now and then. Melissa Broder writes beautifully and she can write depression and all the things women do and think very raw and even sometimes outstandingly - especially the gross ones. There are a few things that will keep me from raising the star-rating even more: - Mentioning Sappho but never ever acknowledging that she is a Lesbian Icon feels wrong - It reminded me the constantly of a novel called Feuchtgebiete (Wet Lands) by Charlotte Roche, which I read at a very young age (I shouldn't read this at, like, 14 years, probably). So I already read something like this, nothing new except the merman - Speaking of the merman - I couldn't help myself but he looked like Mermando, that Merman in Gravity Falls Mabel falls in love with - This is probably why I didn't get the sex and romance, but maybe that's just me A fun beach read, entertaining, somehow deeper than expected - still no general recommendation, because truly, you will either love this book or have some conflicted feelings about it. Original review: 1.5-2/5 maybe? Oh boy. So this happened. Started it yesterday, finished it this morning and I can relate to every review that says that you will either hate this or love this. Right in the beginning I already thought that this is a book for white women who move to L.A. to “find themselves” and this is so far away from my current situation that I couldn’t relate to the character at all. But as the story progresses, we learn more about the protagonist, her driving forces, the reason she is doing literally everything and her mental illnesses. The author is a talented writer and I was entertained every page. Even though there were SO MANY scenes that had me rolling with my eyes. And this is probably how I can explain the low star rating. The story, for me personally, really did not anything. It was a romance novel which did not read like one (this was good), but the rest was meh. Especially the story bits with the dog. What was that about? It’s funny because I think I would have probably give the whole book a four star rating or even higher if it had concentrated more on the characters, on their mental illnesses and on their dynamics. Especially the women. But still, Melissa Broder is a good writer and there were scenes in between that are so good, real and raw. I don’t know if my rating is accurate or if I will in- or decrease after some time. I am a little conflicted about this book and it’s definitely not for everyone.
Ungefiltert, ungeschönt, unsympathisch Lucy ist beziehungsunfähig und wird nun dazu gezwungen, eine Therapie zu machen, nachdem sie ihren Exfreund angegriffen hat. Während ihre Schwester auf Reisen ist, soll sie auf deren Hund aufpassen und dabei ihre Therapie machen. Aber Lucy sieht keinen Grund, sich zu ändern und sucht weiter nach der Liebe. Sie wird oft enttäuscht, ist verbittert und sucht an jedem Menschen nach einem Makel, an dem sie dessen ganzen Wert bestimmen kann. Sie ist auch scheinheilig, wenn sie jeden Menschen schon nach nur einem Blick verurteilen kann und sich gleichzeitig auch nicht von diesen angeblichen Fehlern unterscheidet. Sie trifft die schlechtesten Entscheidungen, setzt die falschen Prioritäten und nimmt sich nicht gerade ausgeglichene Personen zum Vorbild. Auch vor ihrem Zusammenbruch war sie schon egoistisch und zutiefst unzufrieden, aber die Therapie geht bei ihr nach hinten los. Man kann Lucys Obsession aber schon gut spüren und ich muss schon zugeben, dass das Buch irgendwie in sich stimmig ist, aber das hat leider nicht dafür gesorgt, dass es mir besser gefallen hätte. Lucys verzweifelte Gedanken und fragwürdigen Taten kann man verstehen, weil man ihre Obsession durchschaut, aber das macht sie sicher nicht sympathischer. Ihre ungefilterten Gedanken fand ich am Anfang noch ein wenig unterhaltsam, aber so wie sie sich häufen, wurde sie mir schnell unsympathisch. Sie zieht viele seltsame Vergleiche, driftet in Gedanken ab und nicht nur die Sexszenen waren sprachlich sehr vulgär und unangenehm.























