Schwierig zu bewerten
Ich hab mich jetzt mal für 4 Sterne entschieden, weil ich mich selbst herausgefordert habe und dieses Buch fertig lesen wollte. Und es hat es mir tatsächlich nicht so schwer gemacht, wie ich nach dem Anfang gedacht hätte. Denn Lucy ist eine wirklich anstrengende Protagonistin. Sie mag sich nicht und gleichzeitig schaut sie auf andere Frauen herunter, um sich ein wenig besser zu fühlen. Das hat es für mich anstrengend gemacht, da ich sie als häufig sehr ekelhaft zu anderen Frauen empfunden habe. Ihre sexuellen Eskapaden sind weder sexy noch irgendwie romantisch. Meist sind sie wildes Chaos, ungelenk und nur dazu da, für die Beteiligten ein Jucken zu beruhigen. Grundsätzlich kein Problem, aber da sie versucht, damit ihre innere Leere zu füllen, hab ich die meiste Zeit nur den Kopf geschüttelt. Da sie auch noch so sehr mit sich beschäftigt ist, hat sie sich nicht mal die Mühe gemacht, sich mit den Männern in ihrem Leben wirklich auseinanderzusetzen. Sie redet nicht mit ihnen, versucht nicht, sie kennenzulernen, oder hat dann schon vorgefasste negative Meinungen. Wenn sie sich nicht zu jemandem hingezogen fühlt, sollte sie halt einfach gehen oder es zumindest nicht zum Sex kommen lassen. Und wieder hab ich viel Kopf geschüttelt. Theo fand ich anfangs ein wenig erfrischend, weil sie mit ihm tatsächlich ein wenig unter die Oberfläche (hahaha, das war nicht beabsichtigt) geht. Ihr Dialog hat mir gut gefallen. Doch bald schon fällt sie wieder in ihr altes Muster, und Theo trägt nicht dazu bei, dass es aufgelöst wird. Bis zu einem gewissen Punkt hatte ich nach dem Ende das Gefühl einer Schullektüre aus dem Gymnasium: Du bist gezwungen, es zu lesen und danach auseinanderzunehmen, aber es gibt dir meist nicht besonders viel. Ja, das trifft es ziemlich. Ich finde gut, dass ich es beendet habe, aber ich werde es auch nie wieder zur Hand nehmen. Es freut mich für die, die sich darin wiederfinden oder gesehen sehen, aber ich gehöre da leider nicht dazu. So, weiter zu einem Krimi. ;)




















