The Paying Guests

The Paying Guests

Softcover
2.711

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Description

'There came the splash of water and the rub of heels as Mrs Barber stepped into the tub. After that there was a silence, broken only by the occasional echoey plink of drips from the tap...

'Frances had been picturing her lodgers in purely mercenary terms - as something like two great waddling shillings. But this, she thought, was what it really meant to have paying guests: this odd, unintimate proximity, this rather peeled-back moment, where the only thing between herself and a naked Mrs Barber was a few feet of kitchen and a thin scullery door. An image sprang into her head: that round flesh, crimsoning in the heat.'

It is 1922, and London is tense. Ex-servicemen are disillusioned, the out-of-work and the hungry are demanding change. And in South London, in a genteel Camberwell villa, a large silent house now bereft of brothers, husband and even servants, life is about to be transformed, as impoverished widow Mrs Wray and her spinster daughter, Frances, are obliged to take in lodgers.

For with the arrival of Lilian and Leonard Barber, a modern young couple of the 'clerk class', the routines of the house will be shaken up in unexpected ways. And as passions mount and frustration gathers, no one can foresee just how far-reaching, and how devastating, the disturbances will be.

This is vintage Sarah Waters: beautifully described with excruciating tension, real tenderness, believable characters, and surprises. It is above all a wonderful, compelling story.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
599
Price
14.50 €

Posts

1
All
4

Ab der Hälfte geht’s bergauf

London, 1920er Jahre: Die 28-jährige Frances und ihre Mutter sind gezwungen, Untermieter in ihrem ursprünglichen sehr noblen, mittlerweile leicht altbackenen Stadthaus aufzunehmen. Das Geld ist rar seit die beiden Brüder im Krieg gefallen sind und der Vater ebenfalls verstorben ist, jedoch nicht ohne die gesamten finanziellen Rücklagen zuvor verpulvert zu haben. So ziehen Lilian und Leonard Barber, ein junges, modernes Ehepaar, inklusive lauter Grammophonmusik, Lebensfreude und Gelächter als Untermieter ein. Schnell leckt die etwas prüde und altbackene Francis Blut und lernt eine völlig neue Lebenseinstellung und fremde Gewohnheiten kennen - und entdeckt ihr sexuelles (und emotionales) Interesse an der neuen Untermieterin. Besonders vor Sarah Waters eigenem biografischen Hintergrund thematisiert der Roman nichts überraschend Neues: Gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen in einer Zeit, in der es sowas nicht geben darf. Es gibt eindeutige Sexszenen, verpackt in teils ellenlangen Beschreibungen der Gefühlswelten der beiden Frauen. Insbesondere die erste Buchhälfte „tröpfelt“ dahin und wirkt bisweilen ziemlich kitschig und schnulzig. Die Handlung ist größtenteils vorhersehbar und langatmig. Ab der Hälfte wird es jedoch spannend. Waters verfasst damit einen Genremix aus Krimi, Justizthrilller, Liebesgeschichte und historischem Drama. Die starke Charakterzeichnung der Figuren fand ich sehr erfrischend. Sarah Waters gelingt eine historisch einprägsame Darstellung der damaligen Zeit: Mrs Wray hängt den altmodischen Idealen des viktorianischen Englands nach, der insbesondere die eigene Außendarstellung und das Wahren des äußerlichen Scheins („Was sollen nur die Nachbarn denken?“) wichtig ist. Sie hat stark damit zu kämpfen nicht mehr zu den oberen Kreisen zu gehören und sich bedingt durch den Tod der männlichen Familienoberhäupter nun mit ihrer neuen Stellung in der Mittelschicht zufrieden geben zu müssen. Lil wirkt wie das komplette Gegenteil: sie ist jung, modern, ein wenig ausflippt, tanzt gerne, trägt Lippenstift und zeigt ihre kosmopolitische Einstellung durch die Wahl ihrer Einrichtungsgegenstände. Damit repräsentieren die Figuren den historisch-gesellschaftlichen Bruch zur damaligen Zeit - das alte England und das neue England. Francis bemerkt diesen Bruch und sehnt sich selbst nach einer neuen Zeit, der Erfüllung ihrer gesellschaftlich unterdrückten und tabuisierten Sexualität und bewundert Lil für ihre „Stärke“ - bei der nach und nach jedoch auch die Frage in den Raum gestellt wird, was eigentlich „Stärke“ ist. Generell behandelt der Roman viele „Trigger-Themen“: lesbische Sexualität, sozialer Konformismus, weibliche Unterdrückung in der Ehe, die Frage nach Gerechtigkeit und bietet in alldem einen großen Interpretationsspielraum. Damit bietet das Buch literarische „Simpsons-Momente“: ein einfach gehaltener Plot und je nach Lesart und Tiefe ergeben sich daraus viele unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten – von „Liebesgeschichte“ bishin zur eindeutigen Gesellschaftskritik. ⭐️⭐️⭐️⭐️

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